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Er ist schwarz, er ist fleißig und er ist die Lösung des letzten Problems: Obama. Bo Obama. Mit ihm ist die First Family endlich komplett, mit dem First Dog, der wohl wichtigsten Personalie im Weißen Haus, dem größten nun eingelösten Wahlkampfversprechen. Kinder und Hunde, wir wissen, stehen ganz oben auf der nach unten offenen Rangliste der Kompetenzbehauptungen. Weil Bo ein Portugiesischer Wasserhund ist, zeigt er sich, man ahnt es, verrückt nach Wasser. Nun, es wird sich einrichten lassen. Weil er außerdem ein Arbeitshund ist, liebt er Bewegung und Beschäftigung. Auch dafür wird es Personal geben. Weil aber bestürzend viele Menschen verrückt nach Hunden sind und es lieben, sich von ihnen ihre Liebesfähigkeit bestätigen zu lassen, ist Bobama mehr als ein präsidiales Haustier - er ist ein Symbol, das, pardon, Zugpferd aus der Krise.

Die Deutschen wissen das natürlich. Womöglich ist der Rückgang der Geburtenzahlen gekoppelt an eine Vermehrung der Hundebesitzer. Denn Artus, Rex und Co. wärmen die leeren Doppelbetthälften der Singlegesellschaft, sie hecheln in den grünen Lungen der Städte den Feinstaub weg, sie kurbeln den Futtermittelabsatz an und können, wenn sie es nicht mehr bringen, gewinnbringend eingeschläfert werden. Damit geht der Wahlkampf in eine tierisch heiße Phase. Doch in der H-Frage sind Merkel, Steinmeier und Co. ganz offenkundig noch nicht gut aufgestellt. Ist ein Deutscher Schäferhund global genug? Kann das Volk mit einem Dackel soziales Handeln assoziieren? Steht der Königspudel wirklich für Wirtschaftskraft? Erfordert die Weltlage einen Kampfhund? Ist eine lange Leine tatsächlich schon ein Leitgedanke? Sitz!

09:14 16.04.2009
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