Marktwirtschaft mit Grundeinkommen

Wirtschaftsordnung Sozial und ökologisch geregelte Märkte sowie ein an Bedingungen geknüpftes Grundeinkommen sichern Wohlstand und Gerechtigkeit

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

Aus meiner Sicht stellt eine soziale und ökologische Marktwirtschaft die effektivste und humanste Wirtschaftsform dar. Der entscheidende Vorteil einer Marktwirtschaft liegt im Preismechanismus: Sobald die Nachfrage nach gewissen Gütern steigt, erhöht sich der Preis, was die Unternehmen dazu bringt, das Angebot zu erhöhen. Bei gleichbleibender Nachfrage sinken die Preise daraufhin wieder. Auf diese Weise können eine Verknappung lebenswichtiger Produkte sowie Armut und Elend der Bevölkerung vermieden werden.

Voraussetzung ist allerdings, dass Monopole oder enge Oligopole aus der Unternehmenslandschaft verbannt werden. Hierzu ist ein solides Wettbewerbsrecht erforderlich.

Freilich führt eine auf Wettbewerb ausgerichtete Wirtschaft zu einem hohen Maß an menschlichem Egoismus, der auch die nicht ökonomischen Lebensbereiche durchdringt. Doch ein übermäßiger Eigennutz kann m.E. durch eine Änderung der Erziehungs- und Bildungsziele überwunden werden. Hier würde ich an die humanistischen Bildungsideale eines Wilhelm von Humboldt anknüpfen wollen. Auf dieser Grundlage erkennen die Menschen wahrscheinlich, wie wichtig Kooperation und Solidarität für ein gedeihliches Zusammenleben sind.

Außerdem sollte ein an moderate Bedingungen geknüpftes Grundeinkommen eingeführt werden. Einen Zwang zur Aufnahme eines bezahlten Beschäftigungsverhältnisses halte ich für zu rigide. Bereits bei unentgeltlicher Gemeinwesenarbeit - im Rahmen von Nichtregierungsorganisationen zum Beispiel - sollte der Staat ein Mindesteinkommen auszahlen, dessen Höhe eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben garantiert. Nur bei ausreichend hohen Einkünften wird dem Anspruch auf Unantastbarkeit der Menschenwürde gem. Art. 1 Grundgesetz Genüge getan.

Aktuell kenne ich kein Land, in dem eine wirklich sozial-ökologische Marktwirtschaft Realität wäre. Statt einer regulierten Marktwirtschaft dominiert die Machtwirtschaft. Einflussreiche Lobbyisten verhindern, dass ausreichend effektive soziale und ökologische Maßnahmen von den politisch Verantwortlichen durchgesetzt werden. Die aus meiner Sicht zu enge Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik müsste durch entsprechende gesetzliche Bestimmungen aufgelöst werden.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Was ist Ihre Meinung?
Diskutieren Sie mit.

Kommentare einblenden
%sparen