Merkels Salami-Taktik

Im Gespräch Für den Ökonomen Rudolf Hickel ist bei Griechenland-Hilfen schon großer Zeitverlust eingetreten, da die Bundesregierung vor der NRW-Wahl den redlichen Haushälter mimt

Freitag.de: Es mehren sich Politiker-Stimmen aus Deutschland, man sollte Griechenland bankrott gehen lassen oder in eine geordnete Insolvenz überführen. Teilen Sie diese Auffassung?

Rudolf Hickel:

Und der zweite Grund?


Wenn Griechenland in den Staatsbankrott geht oder die Eurozone verlassen muss, sind zunächst einmal die Forderungen der Gläubiger definitiv abzuschreiben.



Und wenn es soweit kommt? Heißt das, der Staat bleibt auch seine Inlandsverpflichtungen schuldig, indem er beispielsweise seine Bediensteten nicht mehr bezahlen kann?


Wie viel Zeit haben die in Frage kommenden EU-Staaten, sich jetzt über Kredite für die Griechen zu einigen?


In welcher Zeit müsste eine klare Lösung her für das 45-Milliarden-Euro-Programm?


Finanzminister Schäuble will keine Entscheidung vor dem 11. Mai treffen.

Wachsen damit die Gefahren für andere hoch verschuldete Euroländer wie Portugal, Spanien und Italien?

Der wäre?


Vielen geht das zu sehr in Richtung einer EU-Wirtschaftsregierung …


Wenn Deutschland mit 8,4 Milliarden Euro seinen Anteil an der Kredithilfe zahlt, sollen der mit einer Bürgschaft des Bundes von der KfW-Bank ausgereicht werden. Heißt das, der Bundeshaushalt wird nicht weiter belastet, wie Finanzminister Schäuble verspricht?

Mit den 30 Milliarden Euro von der EU dürfte der griechische Schuldendienst nicht auf Ewigkeit abgesichert sein. Womit ist zu rechnen?

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Das Gespräch führte Lutz Herden
Geschrieben von

Lutz Herden

Redakteur, zuständig für „Ausland“ und „Zeitgeschichte“

Lutz Herden studierte nach einem Volontariat beim Studio Halle bis Ende der 1970er Jahre Journalistik in Leipzig, war dann Redakteur und Auslandskorrespondent des Deutschen Fernsehfunks (DFF) in Berlin, moderierte das Nachrichtenjournal „AK zwo“ und wurde 1990/91 zum Hauptabteilungsleiter Nachrichten/Journale berufen.

Nach Anstellungen beim damaligen ORB in Babelsberg und dem Sender Vox in Köln kam er Mitte 1994 als Auslandsredakteur zur Wochenzeitung Freitag. Dort arbeitete es von 1996-2008 als Redaktionsleiter Politik, war dann bis 2010 Ressortleiter und danach als Redakteur für den Auslandsteil und die Zeitgeschichte verantwortlich.

Lutz Herden

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