Lutz Herden
26.04.2010 | 11:15 62

Schäuble schafft ein, zwei, drei, vier, viele Griechenlands

Freier Fall Je länger die Bundesregierung so tut, als sei es möglich, sich dem griechischen Begehren zu entziehen, desto mehr wird die griechische Krankheit am Ende zur Epidemie

Wer systemrelevante Banken rettet, der muss solcherart Freundschafts- oder Notdienst erst recht systemrelevanten Staaten erweisen. Griechenland kann diesen Status beanspruchen, aber Finanzminister Schäuble nicht die göttliche Kraft, dies zu ändern. Unglaublich, wie der Öffentlichkeit derzeit suggeriert wird, die Bundesregierung hätte tatsächlich die Wahl die Kreditabsicherung für Griechenland zu umgehen oder in großem Stil zu konditionieren. Man hat nicht einmal die Möglichkeit, sie lange hinauszuzögern.

Rauswurf aus der Eurozone

Je näher der 1. Mai rückt und Athen die nächste Tranche seiner Schulden bedienen muss, desto geringer wird der Spielraum seiner Helfer – doch auch seiner Gläubiger. Die werden ihre Forderungen nicht abschreiben, bloß weil Deutschland den redlichen Haushälter mimt und so tut, als könnte sie den griechischen Epikureer durch Entzug zur Räson bringen. Das Gegenteil ist richtig. Denn von Griechenland werden inzwischen auf den internationalen Finanzmärkten Kreditzinsen verlangt wie ansonsten nur noch für das hoch verschuldete Pakistan. Und wer jetzt mit Krediten oder Kreditbürgschaften geizt, treibt die Finanzmärkte dazu an, sich an Staaten schadlos zu halten, die außer Griechenland auf dem Schulden-Index stehen: Italien, Spanien, Portugal und Irland. Was beim Hauptschuldner Griechenland abgeschrieben werden muss, wird die Preise für Staatsanleihen der anderen unsicheren Kantonisten in den Keller drücken. Konsequenz: Es müssen teure Kredite mit hohen Risikozinsen aufgenommen werden, um halbwegs solvent zu bleiben und im Ranking nicht weiter abzurutschen. Je länger die Bundesregierung zögert oder so tut, als sei es möglich, sich dem griechischen Begehren zu entziehen, desto mehr wird die griechische Krankheit zur Epidemie. 

Auch das Gerede über eine Relegation des Sünders aus der Europäischen Währungsunion (EWU) ist kontraproduktiv und kurzsichtig. Was könnte dessen Kreditwürdigkeit besser herabsetzen als ein in Aussicht gestellter Rauswurf aus der europäischen Schutz- und Schicksalsgemeinschaft? Was bleibt, wenn die EU-Paten Athen verstoßen, fragen sich die Gläubiger völlig zu Recht? Was sollte – was muss man sich demnach jetzt holen, solange die Griechen noch im Schoß der Gemeinschaft nach Geborgenheit suchen?

Das Geld wird fließen

Deutschland wird so oder so zahlen. Und es danach mindestens zweimal getan haben. Die Frage ist nur noch, in welcher Höhe? Zu den Gläubigern Athens gehören die inzwischen verstaatliche HRE-Bank (Hypo Real Estate), die Athen 10,1 Milliarden Euro geborgt hat, und die ebenfalls nur dank Staatshilfe noch existente Commerzbank mit 3,1 Milliarden an "hellenischen Außenständen". Was denen verloren geht, verliert auch der deutsche Staat. Was die abschreiben müssen, wird der Steuerzahler in Teilen zu begleichen haben. Je später Athen durch IWF und Kerneuropa eine wenigstens fragile Bonität verschafft wird, desto mehr wird an Kredithilfen gebraucht, um den freien Fall der Griechen auf den internationalen Kapitalmärkten abbremsen zu können. Gänzlich aufhalten lässt er sich ohnehin nicht.
Nach der Rettung „systemrelevanter“ Finanzinstitute dürfen die führenden EU-Staaten schon wieder retten: Griechenland, den Euro und diverse Finanzinstitute, die im Griechenland-Geschäft engagiert sind und sich nicht verspekuliert haben wollen. Die Höhe dieses Einsatzes steht auch schon fest: 8,376 Milliarden Euro. Und sie werden fließen, das ist so sicher wie der Absturz Italiens und Portugals.

Kommentare (62)

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tomgard 26.04.2010 | 15:10

"... dürfen die führenden EU-Staaten schon wieder retten: Griechenland, den Euro und diverse Finanzinstitute..."

Die zwei Funktionen des Euro, eine bedingte Alternative zum Weltgeld $ und als Kreditgelder der Beitrittsstaaten nationales Zahlungsmittel zu sein, bleiben verschiedene Funktionen, auch wenn sie verknüpft sind. Deshalb halte ich die vorgestellte und bebilderte "Domino"-Theorie ...
" ...Italien, Spanien, Portugal und Irland. Was beim Hauptschuldner Griechenland abgeschrieben werden muss, wird die Preise für Staatsanleihen der anderen unsicheren Kantonisten in den Keller drücken."
für falsch, obwohl ich derzeit nicht "in der Materie" stecke. Die Euro-Zone, behaupte ich aus theoretischer Sicht, hat sehr wohl die Kreditmacht, Verluste in erheblichem Maße aus dem eignen Raum zu exportieren, wie der Dollarraum auch. Das wird mit der Deckung griechischer Staatsschulden ebenso geschehen, wie es mit einer Stundung geschähe, die ggf. andernorts refinanziert würde. Doch über den Umfang der Internationalisierung der Verluste dürften auch die Spezialisten nur spekulieren können. Insofern ist / wäre es vollkommen rationell, die Spielräume mit einer Verzögerung der Beschlüsse und Entscheidungen über ihre Bedingungen auszutesten und zugleich den Druck auf die genannten "unsicheren Kantonisten" zu erhöhen, ihre Finanzen zu gut wie möglich zu konsolidieren.

gweberbv 26.04.2010 | 15:20

Griechenland ohne eine Beteiligung der Gläubiger, also hauptsächlich europäischer Banken und Versicherer, vor dem Bankrott zu retten, wird die Akteure mittelfristig nur zur weiterer irrationaler Kreditvergabe anstiften. Wenn man grundsätzlich davon ausgeht, dass bei Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners ein näherungsweise unbegrenzt zahlungsfähiger Dritter (Vater Staat) einspringt, sofern der zu erwartende Schaden nur groß genug ist, dann züchtet man sich die zukünftigen Krisen geradezu selbst herbei.

mh 26.04.2010 | 19:03

auf "1d" clicken, dann sieht man die intraday-entwicklung der zinsen 10y griechischer anleihen.

www.bloomberg.com/apps/cbuilder?ticker1=GGGB10YR:IND

das problem ist atm, dass die deutsche politik sich im wahlkmapf befindet und jeder irgendwas daherplappert. eine entspannung gibts dementsprechend erst nach der wahl, die mE am 9. mai ist. daher auch die gespräche am 11. mai.

für griechenland ist der zins nur relevant, wenn sie anleihen platzieren wollten. wollten sie aber schon für 8,x% nicht, werden sie also auch für 9,x% nicht. deswegen gibt es das hilfspaket und das muss bis ende mai stehen. der iwf selbst hat eine vorlaufzeit von 2 wochen, europa braucht aus taktischen gründen scheinbar drei wochen.

das ist zur zeit ein rein markttechnisches event. dadurch kommt kein politisches handeln unter druck.

mir gings nur darum:

"Je näher der 1. Mai rückt und Athen die nächste Tranche seiner Schulden bedienen muss, desto geringer wird der Spielraum seiner Helfer"

die ausage ist, so formuliert halt, falsch. ;P

mfg
mh

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tomgard 26.04.2010 | 19:13

Die Spekulation gegen die Anleihen sei "unerwartet", heißt es aus den einschlägigen Kreisen, man habe mit einer "Beruhigung" nach der Ankündigung gerechnet, es werde Kredithilfen für Griechenland geben.

Ein bißchen naiv, oder? Mit Dollars kann man heutzutag auf den Finanzmärkten wenig Besseres tun, als abwechselnd gegen den Euro auf baisse und hausse zu spekulieren. So what? Die Spielgelder schwappen halt von einem Kontinentalschelf zum anderen und dazwischen bleiben irgendwo Extraprofite hängen, wenn die mal mehr oder weniger zufällig oder strategisch in wachstumsträchtiger Hardcore angelegt werden.
Geht alles seinen gewohnten Gang, nur siehts ein bissel stürmisch aus. Die Verluste derer, die bloß ihre Arbeitskraft und a weng Erspartes haben, gibts so oder so.

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Ehemaliger Nutzer 26.04.2010 | 19:47

"bei einer deutschen Staatsverschuldung von 1,7 Billionen Euro, die niemals zurückgezahlt werden können."

Anmerkung: Das BIP von Deutschland betrug 2008 knapp 2,5 Billionen Euro, die Steuereinahmen lagen bei 571 Milliarden Euro.

Nur, das BIP bezieht sich nicht mehr auf die reale Wirtschaftsleistung eines Landes, es fließen auch Kapitalerträge ein, welche keine reale Wirtschaftsleistung zu Grunde liegt und Privatkapital sind.

Auch bleibt die diskussionsfähige Frage ob es sinnvoll ist Schulden überhaupt zu zurück zu zahlen. Es werden sowieso ständig neue Kredite aufgenommen, um alte zu tilgen usw. Geld ist nichts anderes als offene Forderungen, Schuldscheine und die Summe allen verfügbaren Kapitals (auch Saldo) ist gleich Null.

Lutz Herden 26.04.2010 | 19:56

Danke für die Anmerkung. Ich glaube aus Sicht von Merkel und Schäuble ist es eher so, dass bis zur NRW-Wahl jeder Eindruck einer schnellen, ungeprüften Hilfe vermieden werden soll. Motto: Wir lassen uns nichts diktieren. Aber es bleibt dennoch so, je mehr Zeit vergeht, desto prekärer wird die Lage, weil die Kreditwürdigkeit nicht nur Griechenlands weiter fällt. Ich habe gerade Rudolf Hickel interviewt, der das bestätigt.

SchmidtH. 26.04.2010 | 20:30

Karen Horn weist noch einmal auf den elemntaren Grundfehler dieses Euros hin, in dem sie auch Martin Feldstein zitiert:

"Sowohl der Wissenschaft als auch der Politik war von Anfang an klar, dass eine Währungsunion ein Wagnis sein würde.

Der Grund ist simpel: Wenn es nur ein gemeinsames Geld gibt, dann fallen die Wechselkurse weg. Dass dadurch Verbraucher und Unternehmen Umtauschkosten sparen würden und die wirtschaftliche Integration beflügelt werden würde, war ein kraftvolles Argument für den Euro; diese Hoffnung hat sich in der Summe auch verwirklicht. Doch wenn es keine Wechselkurse mehr gibt, bedeutet das auch, dass ein automatischer Puffer verschwindet und den Ländern ein heikles, aber gern genutztes währungspolitisches Instrument aus der Hand genommen ist.

"Der amerikanische Ökonom Martin Feldstein warnte 1991: „Der Verlust an währungspolitischer Unabhängigkeit auf nationaler Ebene und potenzieller Wechselkursflexibilität in Europa kann negative Folgen haben, die weit schwerer wiegen als die handelsfördernden Erleichterungen.“

Heute rächt es sich wieder einmal, dass richtige politische Entscheidungen ohne volkswirtschaftlichen oder wirtschaftlichen Sachverstand nicht zum Erfolg führen.
Es macht keinen Sinn unterschiedlich starke/schwache Volkswirtschaften zusammenzuführen, ohne der jeweiligen Volkswirtschaft eines Mitglieds die Möglichkeit einzuräumen, sich auf eine veränderte wirtschaftliche Situation einzustellen, aber auch "zur Wehr" setzen zu können. Und schon steht wieder ein Beitrittskandidat ante portas.

mh 26.04.2010 | 23:14

das widerspricht der funktionsweise von effizienten kapitalmärkten, die auch politische vorgänge in ihr denken mit einschliessen. etwas ausgeführt:

als kapitalmarktteilnehmer weiß ich, dass in nrw bald wahlen sind und diese wahlen wichtig sind, da nrw als eines der größten bundesländer nicht nur stimmgewaltig einfluss auf die künftige politik haben wird, sondern dummerweise auch noch die (regierungs)mehrheit im bundesrat kippen könnte. die volatilität in bezug auf griechenland-CDS und anleihen wird also vorragig nur noch bis zur nrw-wahl anhalten, da die politik danach alle maßnahmen durchführen wird, die griechenland mittelfristig luft verschaffen.

siehe hierzu auch die tabelle der fälligkeit griechischer schulden in meiner ausführung von samstag:

www.freitag.de/community/blogs/mh120480/griechenland-eine-betrachtung

da wird ruhe für 1-2 jahre geschafft. je nachdem wieviel griechenland erhält. bei 45 mrd. sind es 2 jahre, die man sich kauft.

d.h. die großten teilnehmer sind ohnehin nicht mehr aktiv, sondern nur noch die sehr risikoaffinen, deren treiben in sinkende umsätze reinläuft und kurzfristig die volatilität zu gunsten der eigenen renditen hochtreibt.

die treibt es dann zur entscheidungsfindung raus .. natürlich etwas vorher, da sie nicht blöde sind. d.h. spätestens ab anfang mai werden shortpositionen in den CDS aufgebaut und long-positionen gecancelt, die dann drücken. politische äußerungen sind kurzfrisrtig nur noch der generelle anlaß.

in einer glattstellenden gegenreaktion beginnt der markt anschliessend einen fairen preis zu bilden. griechenland wird alles tun, um die zahlen kurzfrisitig sauber zu halten. das ist ihre größte chance.

da hat man im anschluss nochmals eine volatilitätsbeschleunigung, die bereinigend wirkt. danach sinken die umsätze endgültig runter und damit beruhigt sich der "preis" und wird sich mE erstmal im bereich 300 Basispunkte einpendeln und dann absacken, wenn griechenland die ziele einhält.

der rest liegt am weiteren verlauf... die agierenden markteilnehmer werden jedoch nicht jetzt auf einen vorgang spekulieren, der vielleicht in 1-2 jahren stattfindet.

das gibt die zahlenlage nicht her, was die beruhigung erstmal unterfüttert. ferner sind anderswo die anreize größer, sprich es kann eine höhere rendite erzielt werden.

mfg
mh

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magnus-goeller 27.04.2010 | 01:35

Lieber Lutz Herden,

da Sie im Grunde genommen allein die Beiträge hier liefern, die es von meiner Seite her noch wert sind, kommentiert zu werden, wundere ich mich doch, wie Sie plötzlich zum Wesir der Hochfinanz mutieren.

Aber immerhin sind Sie darin in einer Hinsicht erfreulich ehrlich: Deutschland soll zahlen, wie immer und ewig und sowieso.

Danke für diese nicht ganz neue Erkenntnis; damit hat dies noch einmal jemand Ihres Formates öffentlich und vernehmlich klargestellt.

Ich hoffe, wenigstens Sie selbst verfügen über das nötige Kleingeld dafür.

Grüße

MG

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Ehemaliger Nutzer 27.04.2010 | 02:24

In unserem Wirtschaftssystem wird doch immer beschwört das die Marktfreiheit die Bildung von Monopolen verhindern soll (zumindest in der Theorie-aber wir haben keinen idealen Markt). Warum wird der Währung ein Monopol eingeräumt?

Die Idee der regionalen Tauschwährungen ist sinnvoll und es gibt noch mehr Alternativen. In einer immer stärker ausdifferenzierten Gesellschaft und deren Lebensbereiche würde meiner Meinung nach eine neue Form der Geldpolitik und des Handels gut tun. Die derzeitige Herumschieberei im Millisekundenbereich und das aufblähen verbriefter Erwartungshaltungen (Spekulation) mit Immobilien, Emissionshandel, Staatsanleihen, Nahrung, Rohstoffe oder dem Neuen Markt, war und ist falsch und ruft nur Leid und massive Umweltschäden hervor.

Pferde 27.04.2010 | 08:54

Bravo Artikel!

Deutsche Banken möchten mindestens 31 Mrd € zurück bekommen. Und so startet die Bundesregierung mit einer Bürgschaft von 8,4 mrd.€, Frankreichs banken wollen sogar mind. 51 Mrd € wieder haben. Die französische Regierung bürgt aber nur mit 5,5 mrd.€. Das ist die erste Runde der Zahlungen von deutscher und französischer Seite. Daran wird deutlich dass es sich hier um den Beginn eines Zahlungstransfers - hin zur französischen Banken-Seite handelt.

Die höhe der erhaltenen Bankenkredite an Griechenland und damit die benötigten Bürgschaften der Euro Länder steigt. Nicht gestiegen ist aber in der Historie Griechenlands das Bestreben nach einer soliden Buchführung. Die Erkenntnis, das Griechenland erwartungsgemäss zurück zahlen wird schwindet auch. Das was jetzt an Reformen versprochen wurde wird nicht reichen, dafür sorgt schon allein der Druck der Bevölkerung auf Griechenlands Strassen, aber speziell die variierende Offenlegung der griechischen Verbindlichkeiten. Da es aber kein zurück mehr gäbe, müsste immer weiter wie blöde transferiert werden weil ja sonst das bereits gezahlte Geld verloren wäre. Die Regierungen der Zahler kämen in ihren Heimatländern unter starken Druck. Daher ist das zögerliche Verhalten der Bundesregierung zu erklären. Schneidet man den Betankungsschlauch ab und lässt Griechenland kontroliert fallen, mit allen Konequenzen, oder legt man das Geld in einen dunklen Raum. Keiner vertraut einer griechischen Regierung. Nicht einmal die Griechen. Mit recht. Frau Merkel brauch mehr Fakten. So scheints.
Wer von den anderen Zahlern in Europa steigt als erstes aus, weil er nicht mehr kann? Was dann? Wer übernimmt den Teil? Fällt die ganze Aktion zusammen, müsste doch eine "andere" Lösung her.
Also, ein Vorteil hätte ein ausscheiden des Landes aus der Zone (mit allen Konsequenzen), man hätte das dann mal an einem "kleinen" durchgemacht. Es wird in der weiteren Geschichte Europas noch öfters vorkommen: Sich friedlich von dem einen oder anderen verabschieden bis die Bedingungen wieder stimmen. Griechenland hätte dann eine Initiationssituation, eine kleine "Stunde null" die es sehr gebrauchen kann in der Zukunft. Zahlen wäre das Gegenteil.

Freitagleser, Schaut ZDF! Nicht immer nur Capu und Latte und Freitagbloggen..

www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1029930/Sinn-Wir-sollten-nicht-zahlen%2521?setTime=47#/beitrag/video/1029930/Sinn-Wir-sollten-nicht-zahlen

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hibou 27.04.2010 | 09:06

nix gegen mh und auch seinen artikel: griechenland - ein bericht. aber ich frage aehnlich wie magda: was soll eigentlich der egoistische deutschmief der meisten beitraege hier? gehört der net eher in die bildzeitung? wir "helfen" den griechen nicht - wir sind sauer auf sie. die haben hohe löhne UND sind faul.........

Lutz Herden 27.04.2010 | 09:36

Da haben Sie mich aber gründlich missverstanden, ich habe nur versucht darzustellen, weshalb es eine absolute Irreführung der Öffentlichkeit ist, wenn die Bundesregierung so tut, als hätte sie viel Zeit, das griechische Begehren abzuwägen und unter Umständen auch abzulehnen. Die ungeschriebenen, aber wirksamen Gesetze des internationalen Finanzmarktes verbieten das. Übrigen auch ein Indiz dafür, wie wenig tatsächlich seit 2008 geschehen ist, dieses Metier zu "regulieren". Mich stört dieses wieder einmal auf das gesunde Volksempfinden abgestellte Gebaren der Regierung, die natürlich kein Geld zum Fenster hinauswirft, schon gar nicht in den unersättlichen Schoß der Griechen. Dabei spielte diese Redlichkeit des sparsamen Haushälters überhaupt keine Rolle, als deutsche Banken aus dem Sumpf ihrer eigenen Spekulationsgier geholt wurden.

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Ehemaliger Nutzer 27.04.2010 | 11:01

Ein löblicher Artikel. Europa taumelt, Schäuble und Merkel treten noch nach, offensichtlich erst zufrieden, wenn das europäische Projekt am Boden liegt, k.o. Die Weltliga ist ihnen näher als regionaler Zusammenhalt.

Dabei ist den Griechen nur der Vorwurf zu machen, dass sie, aus welchen historischen Gründen auch immer, es zu keiner Mafia brachten, welche die Regeln des internationalen Kapitalmarkts setzen oder unterlaufen könnte. Italien wird nie die Probleme bekommen wie Griechenland. Die Paten haben sich längst positioniert und wissen, wie man Kapital zu günstigen Konditionen aquiriert. Das wissen oder können die Griechen leider noch nicht. Also Ausverkauf. Zugreifen ihr Schnäppchenjäger. Da ist was zu holen.

SchmidtH. 27.04.2010 | 11:23

Da muss ein EU-Abgeordneter der FDP,
Jorgo Chatzimarkakis, in einem Interview
darauf hinweisen, was eigentlich von Griechenland verlangt wird:

Kann es Griechenland tatsächlich gelingen, die Neuverschuldung bis Ende 2012 unter die erlaubte Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu drücken?

Es hat in der jüngeren Geschichte nur eine Phase gegeben, in der ein derartiges Sparpaket in einer Rezession ausprobiert wurde. Das war die Politik des Reichskanzlers Heinrich Brüning in der Weimarer Zeit – wir in Deutschland kennen die Folgen. Es ist gewagt, was den Griechen zugemutet wird. Wie sollen sie in der Rezession, in der sie sich befinden, allein mit dem Sparplan Wirtschaftswachstum schaffen? Unter rein wirtschaftstheoretischen Gesichtspunkten wird es verdammt schwer sein, dies zu schaffen."

www.tagesspiegel.de/zeitung/es-ist-gewagt-was-den-griechen-zugemutet-wird/1809282.html

SchmidtH. 27.04.2010 | 11:57

Eigentlich beschreibt er nur den immer wiederkehrenden Irrsinn in eine Krise hineinsparen zu wollen, koste es, was es wolle.
Wie wollen sie denn Wachstum generieren? Wachstum, was Griechenland nun einmal dringend braucht.
Im Gegensatz zum "deutschen Michel" wird sich der Grieche nicht so "pflegeleicht" geben.

Übrigens. Ob "billige Polemik" oder "Spiel mit deutschen Ängsten", viel schlimmer und verheerender ist das deutsche "Klugscheißertum" und das "Rühren der nationalen Trommel".
Vieles kann man Helmut Kohl vorwerfen, aber Europa hat er nie aus dem Auge verloren. Umso befremdlicher die Äußerungen eines Theo Waigel in der "Welt". Denn er, gerade er war maßgeblich an dieser Fehlkonstruktion beteiligt.

Lutz Herden 27.04.2010 | 12:35

Die griechische Tragödie ist zwar auch eine EU-Tragödie, aber einen möglichen Zusammenbruch des Euro-Systems kann sich Deutschland am wenigsten leisten. Es braucht die damit garantierten Stabilitäten im EU-Handelsverkehr mit den Hauptabnehmern deutscher Ausfuhren. Es gibt freilich die allgemeine "Lebenslüge Euro" und die lautet: ein einheitlicher Währungsraum werde schon dafür sorgen, dass die Disproportionen der wirtschaftlichen Leistungskraft, vor allem der Produktivität, ausgeglichen würden.

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Ehemaliger Nutzer 27.04.2010 | 13:03

Nu, wer weiß, vielleicht gibt es im einen oder anderen "ThinkTank" Träumereien mit einer wieder eingeführten superspuperspuperstarken DM die Hauptabnehmer gleich ganz aufzukaufen und Stabilitäten im Handelsverkehr auf diese Weise herzustellen. Die Disproportionen ließen sich so leichter verordnen und durchsetzen, die eigene Handlungsfähigkeit stärken.

(Ist zwar nicht ganz ernst gemeint, könnte aber doch irgendwie so sein, deutschen Elitestrategen traue ich jeden Unsinn zu.)

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Ehemaliger Nutzer 27.04.2010 | 14:19

"Freitagleser, Schaut ZDF!" Mir scheint du solltest weniger fernsehen und mehr lesen. Der ganze obige Text ist nur gelaber. Der Freitagblogger, sollte es ihn verallgemeinert als eigene Art geben, postet hier sein Wissen (so meine Erfahrung). Dieses haben sich viele erarbeitet durch LESEN und nicht glotzen.

An dem Link sehe ich schon, welche Koryphäe das ZDF geladen hat. Hans Werner Sinn! Das ist hier nicht dein Ernst diese Marionette der Privatwirtschaft zu posten oder?

Dieser Typ der das abschaffen des Umlage finanzierten Rentensystems vor 5 Jahren gefordert hat und mit Raffelhüschen zusammen auf den Parties der Versicherungen getanzt hat, weil die auf einmal so super viel Kapital in die Kassen gespült bekommen haben.

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tomgard 27.04.2010 | 15:52

"Die griechische Tragödie" - Göller und Herden im Duett.

Hibou sprach vom "Deutschmief", man könnte auch "Eichelianismus" sagen und von Milchmädchenrechnungen sprechen, mit denen Deutschnationale den alten DM-Patriotismus in die EWU hinüberretten, weil der sie auf paradoxe Weise mit der neoliberalen Finanz-, Währungs- und Arbeitsmarktpolitik der Regierungen der letzten 15 Jahre versöhnt.

Ich lehne mich des Streites um dies Thema halber weiter aus dem Fenster, als ich es andernfalls tun würde, ich bin, wie schon gesagt, in dieser Materie nicht auf dem neuesten Stand.
Dennoch scheint mir eines klar:
Für einen Staat der EWU, der nach wie vor mit aller ökonomischer Macht, die ihm zur Verfügung steht, gegen die Partnerländer konkurriert und versucht, die Sahne aller in Europa stattfindenden lukrativen Geschäfte abzuschöpfen, sei es mittels auf Billiglöhne gegründeter Exportmacht, sei es mittels der auf dieser Exportmacht gründenden Kreditfähigkeit, ist eine "Rettung" der darüber prekär werdenden Kreditfähigkeit und Budgetpolitik der benutzten Staaten ein gewinnträchtiges Geschäft.
Ich verfüge jetzt nicht über Zahlen, aber ich schätze - um einen Punkt heraus zu greifen - der deutsche Markt ist für griechische Agraranbieter nahezu vollständig zu, weil Massenarbeitslosigkeit, Lohnverfall und Deflation kein lohnendes Geschäft mehr zulassen, das nicht auf die Sklavenarbeit afrikanischer Verlagsarbeiter auf spanischen und italienischen Plantagen gründet. Wenn sich zugleich deutsche Anbieter aller Branchen an dem teilweise deutlich höheren Preisniveau auf griechischen Märkten gütlich tun, woher sollen dann die Staatseinnahmen kommen, die nötig wären, den griechischen Etat zu konsolidieren? Der schon vor der EWU teilweise konkurrenzlosen deutschen Exportwirtschaft wurde auf der Basis der Vorgaben der Bundesbank für die europäische Geldpolitik ein sicheres Einzugsgebiet geschaffen, von dem seither zahlreiche Branchen zehren oder profitieren. Es handelt sich um eine Sonderform des Neokolonialismus in einem Kerngebiet der imperialistischen Metropolen selbst. Die Refinanzierung der dabei ausblutenden Staatshaushalte ist notwendige Folge und Bedingung dieses Geschäftes zugleich. Der User "Pferde" nahm oben die unterschiedlichen Verhältnisse zwischen französischen Forderungen und Bürgschaften einerseits, deutschen Forderungen und Bürgschaften andererseits, zum Beleg für einen "Zahlungstransfer" Richtung Frankreich. Bilanztechnisch wäre das korrekt, wenn man von einer gleichmäßigen Tilgung der verbürgten Schulden ausgeht, doch "realwirtschaftlich" ist aufgrund der obigen Überlegung das Gegenteil der Fall: In den Verhandlungen um Anteile an der Refinanzierung griechischer Schulden und die Beiträge des griechischen Staates zu seiner Konsolidierung bedient sich die deutsche Wirtschaft aus allen verfügbaren Töpfen, angefangen vom IWF. Sollte das Verfahren tatsächlich dazu führen, daß ein paar Mrd. zusätzlicher Zinsen zu zahlen sind, profitiert unterm Strich immer noch der Finanz- und Wirtschaftsplatz Deutschland im Verhältnis zu seinen Konkurrenten.

Die "griechische Tragödie" ist eine "deutsche Tragödie", nämlich die des deutschnationalen Konsens, genannt "sozialer Friede", der den Regierungen alle denkbaren Spielräume gibt, imperiale, kolonialistische Verarmungspolitik nach Innen wie Außen zu betreiben, zugunsten des "Standorts" für Global Player aller Sektoren, zunehmend auch wieder Rüstungsproduzenten.
Soweit mein unzureichender Kommentar. Allerdings gibt mir die hier versammelte "Weisheit" auch nicht grad einen Anreiz, mich genauer kundig zu machen.
Für wen.

mh 27.04.2010 | 16:10

wenn wir jemandem 8,4 mrd geben, dann können wir auch über die verwendung mitbestimmen. wenn griechenland unsere forderungen nicht gefallen, können sie selbstbestimmt aus dem euro austreten und die drachme wieder einführen, nen haircur machen etc...

die optionen liegen auf dem tisch. scheinbar sind die alternativen etwas weniger attraktiv... und herje, verdammt nochmal. die politik hat die pflicht es den geldempfängern schwer zu machen.. es muss und soll hart werden, damit alle anderen länger künftig lieber selbstbestimmt sparen und gescheit haushalten. das gilt für uns genauso wie für portugal.

hier gehts um hilfe mit gleichzeitiger zeichensetzung und die banken setzt man auch noch unter druck. wenn die einigung dann rechtzeitig steht und wundersamerweise alles funktioniert, dann isses keine rede mehr weit... nur jetzt, da muss jeder depp seine meinung daherplappern.^^

mfg
mh

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Ehemaliger Nutzer 27.04.2010 | 16:26

@TomGard
dein Kommentar ist nicht unzureichend,
außerdem wurde und wird das Thema Griechenland schon vor diesem Artikel bei mh diskutiert. warum soll man ständig alles doppelt schreiben?
Scheinbar hast du die "versammelte Weisheit" der Freitag Gemeinschaft zu diesem komplexen Thema gar nicht gelesen.

Zu viele Blogs die sich um das gleiche Thema drängeln werden einfach zu unübersichtlich, zumal sich innerhalb eines Blogs oftmals Diskussionspartner finden, die ihre Argumentationsketten sinnvoller weise auch dort ausstauschen.

Fritz Teich 29.04.2010 | 04:13

Bei England dachte ich daran, dass die ihre Waehrung frei auf und abwerten koennen. Und das haben sie kraeftig getan. Siehe auch


Luc Toma (28. April 2010, 18:43)
Warum beteiligt sich die Schweiz nicht?
Ich frage mich ehrlich gesagt, warum niemand darüber spricht, dass sich die Schweiz mit Hilfspaket für Griechenland beteiligt? Schließlich halten schweizer Banken rund 64 Mrd. EUR an griechischen Staatsanleihen, was 21,2 % der Gesamtschulden Griechenlands entspricht?
Es wäre doch mehr als fair, den anderen Staaten entgegen zukommen. Schließlich würde die Schweiz ebenso wieder die UBS und wahrscheinlich auch die Credit Suisse stützen müssen, sobald eine Umschuldung unumgänglich wäre.
>>

Und warum beteilgen sich die Englaender nicht? Ok, ueber den IWF sind beide dann doch beteiligt.

Mir ist nicht klar, wieso der Euro leiden wuerde, wenn einige Laender pleite gehen, kein Geld haben sie auch so, und was ein schwacher Euro hiesse. Teures Oel, weniger Macht auf dem Weltmarkt, mehr Exporte.

SchmidtH. 29.04.2010 | 12:32

Nur drehen dieses beiden "Akteure" jetzt den Spieß um und gerieren sich so, als seien sie es gewesen, die hier aufs Tempo gedrückt haben.

Eine Meldung sollte jedoch nicht unbeachtet bleiben:

"Merkel telefonierte mit Obama"

"Mit US-Präsident Barack Obama erörterte Kanzlerin Angela Merkel die Griechen-Krise noch in der Nacht zum Donnerstag in einem Telefonat. In einer Mitteilung des Weißen Hauses hieß es knapp, Obama und die Kanzlerin hätten die "Bedeutung entschlossenen Handelns Griechenlands und einer rechtzeitigen Unterstützung" seitens des Internationalen Währungsfonds und Europas erörtert."

Was hat wohl Barak Obama dieser Dame aus der Uckermark tatsächlich "geflüstert" oder sollte man besser sagen, um die Ohren gehauen?

Frank Linnhoff 29.04.2010 | 12:48

Es hört sich bei den meisten Kommentaren an, als ob zum jetzigen Zeitpunkt aus dem deutschen Steuertopf Zahlungen an Griechenland zu leisten sind. Dies ist nicht der Fall. Es geht um eine Kreditbürgschaft. Selbstverständlich muss auch eine Bürgschaft an einen Schuldner an Bedingungen geknüpft werden, was der Fall ist.

Es ist allerhöchste Zeit, dass eine Finanztransaktionssteuer auf europäischem Niveau zu Stande kommt, welche einen europäischen Hilfsfond alimentiert.

Lutz Herden hat völlig recht damit, dass Deutschland eine Bürgschaft nicht versagen kann. Es kann auch nicht allein die Bedingungen hierfür diktieren. In der Tat wird von Seiten der CDU/CSU und FDP ein Sturm im Wasserglas entfacht aus dummen, populistischen Überlegungen. War dies anders zu erwarten?

Lutz Herden 29.04.2010 | 13:13

Nein, war es natürlich nicht, nach allem, was diese Regierung seit Herbst nicht getan, sondern abgeliefert hat. Einen solchen Sittenverfall im politischen Gewerbe hat es selten gegeben, zuletzt vielleicht in der zweiten Regierungsphase des Kanzlers Schröder bis 2005. Merkel treibt in einem Meinungsstrom, dem sie selbst Richtung und Geschwindigkeit zu geben versucht, allerdings mit höchst bescheidenen Mitteln. Das ist in der Afghanistan-Politik nicht anders als bei der Griechenland-Hilfe.

SchmidtH. 29.04.2010 | 13:36

Eine Frage bleibt völlig ausgeklammert. Selbst wenn sich alle>/strong> - so wie angedacht - solidarisch an dieser Rettungsaktion beteiligen, beteiligen wollen, wer kann es eigentlich verantworten, dass die anderen Wackelkandidaten "PI-G-S" sich weiter verschulden, um den "Bankrott" von Griechenland zu verhindern?

Diese nicht gelöste Frage beschreibt einmal mehr, wie verfahren sich die ganze Lage überhaupt schon darstellt.

SchmidtH. 29.04.2010 | 13:36

Eine Frage bleibt völlig ausgeklammert. Selbst wenn sich alle - so wie angedacht - solidarisch an dieser Rettungsaktion beteiligen, beteiligen wollen, wer kann es eigentlich verantworten, dass die anderen Wackelkandidaten "PI-G-S" sich weiter verschulden, um den "Bankrott" von Griechenland zu verhindern?

Diese nicht gelöste Frage beschreibt einmal mehr, wie verfahren sich die ganze Lage überhaupt schon darstellt.

Fritz Teich 29.04.2010 | 14:03

Es ist in jedem Fall eine bodenlose Unverschaemtheit, wie da SYSTEMATISCH und VON ANFANG AN in England gegen Deutschland gemobbed wird. Dass Firmen pleite gehen koennen und der sogenannte Kapitalismus siegt, ist genau das System EU. Das betrifft auch Griechenland, das in der NZZ als Land mit 13. und 14. Monatsgehalt und Rente mit 80 bis 95 % dargestellt wird. Im Guardian macht man sich in entsprechender Weise ueber den deutschen Sozialstaat lustig, nach dem Motto, sie koennen doch noch:

www.guardian.co.uk/business/blog/2010/apr/29/greece-financial-crisis

In der NZZ fragt man wenigstens noch, warum denn der deutsche Arbeiter die Griechen aus dem Sumpf ziehen sollte, demnaechst jedes Jahr, wie das WSJ sagt.

Die Englaender picken sich bei der EU nur die ROSINEN raus. Ich moechte jedenfalls mal eine Zahl sehen, welche Kredite an Griechenland in London gehalten werden.

"Die Englaender sind kein Euroland", so der offizielle deutsche Standpunkt, geht an der Sache vorbei. Entweder huaben wir eine EU oder nicht.

Fritz Teich 29.04.2010 | 14:15


als ob zum jetzigen Zeitpunkt aus dem deutschen Steuertopf Zahlungen an Griechenland zu leisten sind.
>>

So war das mit den "500 Milliarden fuer die Banken", Griechenland ist aber Griechenland, da kommt nach allgemeinem Urteil nichts zurueck. Allenfalls ein paar Banken wird etwas zureuckgezahlt, der Hektik nach erstmal englischen, deren Kredite vielleicht als erste faellig sind. Wer haelt denn die Kredite vom 19. Mai??? Das muesste doch herauszufinden sein.

Fritz Teich 29.04.2010 | 14:25


Die ungeschriebenen, aber wirksamen Gesetze des internationalen Finanzmarktes
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Das halte ich fuer ein Geruecht. Nehmen wir an, Griechenland, das soweiso keinen Kredit mehr bekommt, zahlt die am 19. Mai faelligen Kredite Londoner Banken, vermutlich, nicht zurueck. Was passiert? Sie kriegen einfach nichts. Niemand in London kann das aendern. Und das Leben in Griecdhenland geht weiter.

Fritz Teich 29.04.2010 | 14:31


Deutsche Banken möchten mindestens 31 Mrd € zurück bekommen. Und so startet die Bundesregierung mit einer Bürgschaft von 8,4 mrd.€, Frankreichs banken wollen sogar mind. 51 Mrd € wieder haben. Die französische Regierung bürgt aber nur mit 5,5 mrd.€.
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Und die Englaender? Engagement in der EU gleich Null, Aussenstaende gegenuber Griechenland und Faelligkeit? Faelligkeit ist wegen der Hektik in London am interessantesten.