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Alltags-Lektüre Diese Woche liest unser Kolumnist ein Buch von Keri Smith, das er seinem Sohn zu Weihnachten geschenkt hat – und stellt fest, dass sträwkcür ebierhcS immer noch Spaß macht

Was habe ich gelesen?
Mach dieses Buch fertig von Keri Smith.

Seitenzahl: 192 Seiten.

Amazon-Verkaufsrang: 336.265 – das Buch erscheint am 1. März 2010.

Warum habe ich es gelesen?
Bin ein Freund von Büchern, die Regeln brechen. Dieses machte es radikaler als alle anderen. Ich schenkte es meinem 8-jährigen zu Weihnachten. Er liebt es.

Worum geht es?
Mit diesem Buch soll man all das machen, was eigentlich verboten ist. Jede Doppelseite im Buch ist weiß, nur oben (oder unten) steht eine klare Anweisung: Zeichne mit einem Filzstift Linien, verschmiere die Linien mit Spucke. Krame die Fuseln aus deiner Hosentasche und klebe Sie hier ein. Schließe die Augen und verbinde die einzelnen Punkte miteinander. Nimm das Buch mit unter die Dusche. Setze diese Seite in Brand (der Favorit meines Sohnes). Schreibe deinen Namen unleserlich (mein Favorit). .sträwkcür ebierhcS. Reiß die Seite aus, stecke Sie in deine Hosentasche, wasche sie mit, klebe sie wieder ein.

Was hängen bleibt:
Mein Sohn war begeistert. Und es macht ja auch wirklich Spaß, verbotene Dinge zu tun wie Buchrücken brechen, so fest mit dem Schreiber aufdrücken, dass man das Papier beschädigt oder Seiten herausreißen. Es wirkt alles sinnfrei und konzeptionslos und hebt sich damit angenehm ab von der Flut von Kreativ-Büchern. Und die Tatsache, dass sich das Buch in den USA 250.000 Mal verkauft hat, wirft ein interessantes Licht auf dieses Volk, von dem man glaubt, schon mehr als alles zu wissen. (Natürlich, das merkt man dann auf Seite 110, wenn es plötzlich heißt: „Seite für gute Ideen“, ist die Autorin Keri Smith nicht nur Vorreiterin der Guerilla-Art-Bewegung, sondern irgendwie auch dem Gedanken verhangen, dass jeder ein Künstler ist, Kreativblockaden sich lösen lassen und anderen Ratgeber-Kokolores. Interessanterweise war es auch die einzige Seite, die mein Sohn ausließ).

Wie liest es sich?
Die Anweisungen sind handschriftlich verfasst mit in neckischen, sich ständig verändernden Kinderschrift. Liest sich prima.

Das beste Zitat:
„Hast du etwas Stinklangweiliges erlebt? Beschreibe es hier bis ins kleinste Detail.“

Wer sollte es lesen?
Schrank-Anarchisten, die sich heimlich austoben wollen.

Was lese ich als nächstes?
Nackt von Diablo Cody.

Die Alltagslektüre: In seiner Kolumne unterzieht Freitag-Autor Mikael Krogerus jede Woche ein Buch seinem persönlichen Lese-Check. Zuletzt las er die Autobiografie des finnischen Skispringers Janne Ahonen

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