Irgendwie Links: London, Trojanische T-Shirts und Castingagenturen

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Dienstag, 09.08.11

London Riots, The Big Picture

"Two nights of rioting in London's Tottenham neighborhood erupted following protests over the shooting death by police of a local man, Mark Duggan. Police were arresting him when the shooting occurred. Over 170 people were arrested over the two nights of rioting, and fires gutted several stores, buildings, and cars. The disorder spread to other neighborhoods as well, with shops being looted in the chaos. Collected here are images from the rioting and the aftermath.(26 photos total)"


Blackberry kündigt an Londoner Plünderer auszuliefern, Netzpolitik

"Von den riots mag man halten, was man möchte. Darüber aber, dass Blackberry die Verschlüsselung, auf die sich seine Nutzer verlassen, bricht, kann man aber nur ein eindeutiges und strenges Urteil fällen: Das. Geht. GAR. Nicht. Ich predige es immer wieder: Verschlüsselung ist’s nur, wenn es Ende-zu-Ende ist und keine eingebaute Hintertür hat, und nicht von dem moralischen Empfinden eines Anbieters abhängt."


Castingagenturen: Möglichst Asozial, Christin Müller, Süddeutsche

"Man habe für die Recherche in Eigeninitiative wahllos in verschiedenen Dörfern angerufen, und im besten Fall sein man dann eben zu einem fernsehtauglichen Schicksal, dass sich quotenstark ausschlachten lässt, weitergeleitet worden, erläutert Kathrin. Auch wenn die betroffenen Personen zu Beginn weder etwas von sich preisgeben wollten noch einen besonderen Wunsch gehegt haben, damit ins Fernsehen zu kommen. So geschehen bei einer Frau, die ein Familienunternehmen betreibt, und deren Mann eine Woche vor dem Anruf einem Herzinfarkt erlag. Ins Fernsehen schafften sie es trotzdem."

Trojanisches T-Shirt auf Rechtsrockfestival in Gera geschmuggelt, Thüringer Allgemeine

"Exit ließ 250 T-Shirts mit einem abwaschbaren Aufdruck herstellen, der einen Totenkopf und die Aufschrift "Hardcore Rebellen" sowie die geschwenkten Fahnen der so genannten freien Kräfte zeigt. Darunter befand sich ein nichtabwaschasrer Aufdruck mit der Botschaft "Was Dein T-Shirt kann, kannst Du auch - Wir helfen Dir, Dich vom Rechtsextremismus zu lösen". Der Clou: Erst beim Waschen in der Waschmaschine kam die wahre Botschaft zum Vorschein. Unter dem Vorwand der anonymen Unterstützung des Rechtsrock-Festivals wurden die T-Shirts als Spende angeboten. Am Sonnabend wurden sie dann an die ersten Festivalbesucher verteilt. "


Der Fehler der Julia Schramm, Lars Reineke

"Wäre eine Welt nicht besser, in der wir uns Fehler erlauben können? In der Lebensläufe nicht immer glattgebügelt und lückenlos sein müssen, damit man einen Job bekommt? In der es selbstverständlich ist, dass niemand von uns perfekt ist? Wir tun im Moment so, als müssten wir lediglich dafür sorgen, dass unsere Unvollkommenheiten niemandem bekannt werden, und schon ist alles prima geregelt. Hauptsache, die Fassade stimmt. Julia Schramm hat lediglich gesagt, dass die Denkweise, Perfektion durch Datenschutz vorzutäuschen, zu kurz greift. Dass wir für eine andere Welt kämpfen sollten. Da gebe ich ihr uneingeschränkt Recht. Ihr Fehler war nur, es viel zu aufgebläht zu formulieren."

12:38 09.08.2011
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Geschrieben von

Sarah Rudolph

neugierig, laut, wirr. // chaotic as usual
Sarah Rudolph

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