Wladimir Jabotinsky - Die eiserne Wand (Wir und die Araber)
Menorah Journal November 1923
Entgegen der guten Regel – einen Vortrag direkt mit dem Wichtigsten zu beginnen – bin ich gezwungen, diesen Aufsatz mit einem Vorworte, und noch dazu mit einem persönlichen Vorworte einzuleiten.
Der Verfasser dieser Zeilen gilt als Feind der Araber, als Anhänger ihrer Vertreibung aus Palästina usw. Das ist unrichtig. Mein gefühlsmässiges Verhalten zu den Arabern ist dasselbe wie zu allen anderen Völkern; höfliche Gleichgültigkeit. Das politische Verhalten wird durch zwei Prinzipien bestimmt. Ich halte erstens eine Verdrängung der Araber aus Palästina in jeder Form für unmöglich; Palästina wird immer ein Nationalitätestaat bleiben, was mir vollständig genügt, unter der Bedingung, dass die Juden die Mehrheit werden.
Zweitens: Ich gehöre derjenigen Gruppe an, die einmal das Helsingforser Programm formuliert hat. W ir formulierten es nicht nur zugunsten der Juden, sondern zugunsten aller Völker, seine Basis ist die Gleichberechtigung der Nationalitäten. Wie auch alle anderen, bin ich bereit, auf dieser Basis für uns und unsere Nachkommen diesen Eid zu leisten. Das scheint mir ein ziemlich friedliches Credo. Aber ganz anders gestaltet sich die Frage , ob friedliche Absichten auch auf friedlichem Wege erreicht werden können, da die Antwort auf diese Frage mit unserer Beziehung zu den Arabern nichts zu tun hat: sie wird ausschliesslich bestimmt von der Beziehung der Araber zum Zionismus. Nach dieser Vorrede können wir zum eigentlichen Thema kommen.
I
Von einer freiwilligen Versöhnung der palästinensichen Araber mit uns kann keine Rede sein, weder jetzt, noch in absehbarer Zukunft. Diesen Überzeugung äussere ich in derart scharfer Form, nicht aus dem Grunde, weil es mir gefällt, gutherzige Leute zu kränken. Übrigens glaube ich nicht, das sie sich darüber kränken werden, da sie alle, mit Ausnahme der Blindgeborenen, schon lange aus Eigenem begriffen haben, dass es ganz unmöglich ist, eine freiwillige Einwilligung der Araber Palästinas zur Umwandlung dasselben Palästinas aus einem arabischen Land in ein Land mit jüdischer Majorität zu erlangen.
Jeder Leser hat einen gewissen allgemeinen Begriff über die Kolonisation anderer Länder. Ich empfehle dem Leser, sich an alle bekannten Beispiele zu erinnern – und dann zu versuchen, die ganze Reihe überblickend, einen einzigen Fall zu finden, wo eine Kolonisation sich unter der zustimmung der Eingeborenen vollzogen hat. Ein solcher Fall ist nicht vorgekommen.
Eingeborene, gleichgültig ob zivilisiert oder unzivilisiert, haben immer hartnäckig gegen Kolonisatoren, gleichgültig ob zivilisiert oder unzivilisiert, gekämpft.
Dabei hat das Verhalten der Kolonisatoren gar keinen Einfluss auf das Verhalten der Einheimischen gehabt. Die Gefährten eines Cortes oder Pizarro oder ( wird man vielleicht behaupten ) auch unsere Vorfahren unter Joshua ben Nun benahmen sich wie Räuber; aber die englischen und schottischen Pilgrim-Fathers, die ersten wirklichen Pioniere Nordamerikas, waren ausgesuchte Leute von hohem ethischem Pathos, Leute, die die Indianer nicht nur nicht übervorteilen, ja nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun wollten, und aufrichtig glaubten, dass in den Prärien genügend Platz für die Weissen un die Roten vorhanden sei. Und doch haben die Einheimischen mit derselben Wut die guten und gegen die bösen Kolonisatoren gekämpft. Dabei spielt die Frage auch gar keine Rolle, ob in dem Land viel Boden vorhanden ist. Man zählte im Jahre 1921 340.000 Indianer; ihre Zahl war aber auch in ihren besten Zeiten nicht höher als ¾ Millionen auf dem ganzen Gebiete von Labrador bis zum Rio Grande. Es gab damals keinen auf der ganzen Welt, der eine derart rege Phantasie gehabt hätte, um sich ernst die Gefahr einer wirklichen „ Verdrängung „ der Eingeboren durch die Fremdlinge vorstellen zu können. Die Eingeboren haben gekämpft, nicht etwa, weil sie sich bewusst vor der Verdrängung fürchteten, sondern ganz einfach darum, weil Kolonisation dem Eingeborenen niemals, nirgends und unter keinen Umständen annehmbar erscheinen kann. Jedes einheimische Volk, gleich ob es zivilisiert oder wild ist, betrachtet sein Land als sein nationales Heim, wo es der einzige Herrscher ist und immer bleiben will: nicht nur neue Wirte, auch neue Mitbeteiligte oder Partner in der Wirtschaft wird es nicht freiwillig zulassen.
Dies bezieht sich auch auf die Araber. Die Friedensstifter in unseren Reihen versuchen uns zu überzeugen, dass die Araber entweder Narren sind, die man mit einer „ milderen „ Formulierung unserer wirklichen Ziele täuschen kann, oder dass sie eine bestechliche Bande sind, die gegen kulturelle und ökonomische Vorteile uns den Vorrang in Palästina abtreten wird. Ganz entschieden bin ich mit dieser Ansicht übrer die palästinensichen Araber nicht einverstanden. Kulturell sind sie um Jahre hinter uns zurückgeblieben; in geistiger Hinsicht besitzen sie weder unsere Widerstandfähigkeit noch unsere Willensstärke, damit ist aber der ganze innere Unterschied erschöpft. Sie sind nämlich genau so scharfsinnige Psychologen wie wir und sind wie wir seit Jahrhunderten durch schlaue „ Pilpul „ erzogen. Wir können ihnen erzählen, was wir wollen, sie verstehen doch die Tiefe unserer Seele genau so gut, wie wir die Tiefe ihrer Seele erfassen. Und zu Palästina hegen sie dieselbe instinktive Liebe und organische Eifersucht wie die Azteken zu ihrem alten Mexico und die Sioux zu ihren Prärien. Die Einbildung unserer Arabophilen, dass dieses Volk freiwillig in eine Verwirklichung des Zionismus einwilligen wird, als Gegenwert für die moralischen und materiellen Bequemlichkeiten, die ihm der jüdische Kolonisator mitbringen wird – diese kindische Phantasie stammt aus einer Art voreingenommener Verachtung des arabischen Volks, einer Art Pauschalvorstellung der arabischen Rasse als einem bestechlichem Gesindel, das bereit ist, sein Vaterland für ein gutes Eisenbahnnetz abzutreten. Diese Vorstellung entbehrt jeder Grundlage. Man sagt, dass einzelne Araber oft bestechlich sind. Daraus folgt aber nicht, dass das palästinensische Arabertum als Ganzes fähig wäre, seinen eifersüchtigen Patriotismus zu verkaufen, etwas, dass nicht einmal die Papuas verkauft haben. Jedes Volk kämpft gegen die Kolonisation, solange es noch die geringste Hoffnung hat, sich von der Gefahr der Kolonisation zu befreien. So handeln die Araber von Palästina und so werden sie auch handeln, solange sie noch einen Funken solcher Hoffnung haben.
II.
Viele von uns glauben immer noch naiv, dass hier nur ein Mißverständnis vorliegt: die Araber hätten uns nur nicht verstanden und deshalb seien sie gegen uns; und nun, wenn wir ihnen erläutern könnten, was für bescheidende Absichten wir haben, so würden sie uns die Hand reichen. Dies ist ein wiederholt nachgewiesener Irrtum. Ich will nur an e i n e n Fall von vielen erinnern. Vor ungefähr drei Jahren hat Herr Sokolow während seines Aufenthalts in Palästinaüber dieses „ Mißverständnis „ eine grosse Rede gehalten. Er hat klar bewiesen, wie sehr sich die Araber irren, wenn sie glauben, dass wir ihnen ihr Eigentum wegnehmen oder sie zum Auswandern oder unterdrücken wollen. Wir wollen nicht einmal eine jüdische Regierung, wir wollen nur eine Regierung als Mandatarin des Völkerbundes. Diese Rede hat damals die arabische Zeitung „ El Carmel „ mit einem Leitartikel beantwortet, dessen Sinn ich zwar aus dem Gedächtnisse, aber genau widergebe: Die Zionisten regen sich unnötig auf; es liegt gar kein Mißverständnis vor. Herr Sokolow sagt die Wahrheit, aber die Araber verstehen sie auch ohne ih sehr gut. Gewiß träumen die Zionisten jetzt weder von einer Verdrängung der Araber noch von ihrer Unterdrückung noch von einer jüdischen Regierung. Derzeit wollen sie nur eines, dass die Araber sie ungehindert einwandern lassen sollen. Die Zionisten versichern, dass sie nur in denjenigen Quoten immigrieren werden, die nach der wirtschaftlichen Tragkraft Palästinas zweckmäßig erscheinen. Die Araber haben das auch niemals bezweifelt: das ist doch ein T r u i s m u s, in einer anderen Weise ist es doch nicht denkbar, zu immigrieren. Der arabische Redakteur ist sogar gerne bereit, zuzugeben, dass die potentielle Fassungskraft Palästinas sehr gross ist, das heisst, daß man im Lande beliebig viel ansiedeln kann, ohne einen einzigen Araber zu verdrängen. „ Nur das „ wollen auch die Zionisten und eben dasselbe wollen die Araber nicht. Weil nämlich dann die Juden die Majorität erhalten werden, woraus schon automatisch eine jüdische Regierung entstehen wird; und dann wird das Schicksal der arabischen Minorität vom guten Willen der Juden abhängig sein; und das die Lage einer Minorität nicht sehr vorteilhaft ist davon erzählen doch die Juden selbst mit ganz besonderer Beredsamkeit. Es sind daher keine Mißverständnisse vorhanden. Die Juden wollen nur eins, die Freiheit der Immigration; aber eben die jüdische Immigration wollen die Araber nicht.
Die Erwägung des arabischen Redakteurs ist so klar und unwiderlegbar, daß man sie auswendig lernen und allen unseren weiteren in der Araberfrage als Leitsatz zugrundelegen sollte. Es handelt sich nicht darum, welche Worte, ob Theodor Herzl`s oder Herbert Samuel`s, wir für die Aufklärung unserer kolonisatorischen Bemühungen benützen werden. Die Kolonisation trägt in sich selbst ihre einzige, unveräußerliche, jedem Juden und jedem Araber verständliche Erklärung. Die Kolonisation kann nur ein Ziel haben; für die palästinensischen Araber ist dieses Ziel unannehmbar; das liegt alles in der Natur der Dinge, und leider läßt sich diese Natur nicht ändern.
III.
Vielen scheint folgender Plan verlockend zu sein: die Einwilligung für den Zionismus nicht von den palästinensischen Arabern zu erlangen, da dies unmöglich ist, sondern von der übrigen arabischen Welt – Syrien, Mesopotamien, Hedschas und sogar Ägypten.
Falls etwas derartiges denkbar wäre, so würde dies im Grunde nichts ändern. In Palästina selbst wäre das Verhältnis zu uns dasselbe geblieben. Seinerzeit sind als Preis für die Einigung Italiens das Trento und Triest unter österreichischer Herrschaft geblieben. Die italienischen Bewohner des Trento und von Triest haben sich damit aber nicht befriedigt, sondern setzen im Gegenteil mit einer verdreifachten Energie den Kampf gegen Östereich fort. Falls es auch gelänge ( woran ich zweifle ), die Araber von Bagdad und Mekka zu überreden, daß Palästina für sie nur ein kleines, unbedeutendes Grenzgebiet ist, so würde auch Palästina für die palästinensischen Araber nicht ein Grenzgebiet, sondern ihr einziges Vaterland, der Mittelpunkt und die Stütze ihrer eigenen nationalen Existenz bleiben. Deshalb wäre man auch dann gezwungen, die Kolonisation gegen den Willen der palästinensischen Araber zu unternehmen, das heißt unter denselben Verhältnisse wie jetzt.
Aber auch ein Übereinkommen mit den Arabern außerhalb Palästinas ist für uns eine unrealisierbare Phantasie. Für eine Konzession von deratiger Bedeutung, wie Verzicht auf den arabischen Charakter Palästinas ( eines Landes, das gerade in der Mitte der „ Federation „ liegt ) - müßten wir den Nationalisten in Baghdad, Mekka und Damaskus ein sehr grosses Äquivalent anbieten. Es ist klar, dass nur zwei Formen für dieses Äquivalent denkbar sind: entweder Geld oder politischen Beistand oder beides zusammen. Wir können aber weder das eine noch das andere anbieten. Was Geld anbelangt, so ist es lächerlich, zu denken, dass wir imstande sind, Mesopotamien und Hedschas zu finanzieren, nachdem es uns sogar für Palästina nicht langt. Für jedes Kind ist es klar, dass jene Länder, mit ihren billigen Arbeitskräften, die nötigen Kapitalien einfach am Markte finden werden, ja vielleicht sogar, als wir sie für Palästina finden werden. Alles Gerede von einer materiellen Unterstützung ist entweder kindliche Selbsttäuschung oder gewissenloser Leichtsinn. Und besonders gewissenlos wäre es unsererseits, ernst von einer politischen Unterstützung des arabischen Nationalismus zu sprechen. Der arabische Nationalismus strebt nach demselben, nach dem der italienische 1870 gestrebt hat: nach Einigung und staatlicher Sebstständigkeit. Mit einfachen Worten bedeutet dies eine Vertreibung Englands aus Mesopotamien und Ägypten, die Verjagung Frankreichs aus Syrien und später vielleicht auch aus Tunis, Algerien und Marokko. Dabei mitzuhelfen, wäre unsererseits Selbstmord und Verrat. Wir stützen uns auf das englische Mandat; die Deklaration von San Remo hat auch Frankreich unterzeichnet. Wir dürfen nicht an einer politischen Intrige teilnehmen, die auf eine Vertreibung Englands vom Suezkanal und vom Persischen Golf und eine vollständige Vernichtung Frankreichs als Kolonialmacht im Orient bezweckt. Ein derartiges Doppelspiel ist nicht nur unstatthaft; es schickt sich auch nicht etwa daran zu denken. Man wird uns zerdrücken – und mit wohlverdienter Schmach – bevor wir noch die geringste Bewegung in diese Richtung machen können.
Die Schlußfolgerung: weder den palästinensischen Arabern noch den übrigen Arabern können wir eine in ihren Augen genügende Kompensation für Palästina anbieten. Eine freiwillige Übereinkunft ist deswegen undenkbar. Und deswegen können diejenigen, die eine derartige Übereinkunft als Conditio sine qua non des Zionisumus ansehen, schon jetzt „ non „ sagen und vom Zionismus abschied nehmen. Die zionistische Kolonisation muß man entweder einstellen oder sie gegen den Willen der einheimischen Bevölkerung weiterführen. Sie kann dabei nur unter dem Schutze einer von der einheimischen Bevölkerung unabhängigen Macht – einer eisernen Wand – die die einheimische Bevölkerung nicht durchbrechen kann, weitergeführt und entwickelt werden.
Darin besteht auch unsere ganze arabische Politik; nicht nur „ sollte bestehen „ , sondern sie besteht auch tatsächlich darin, wenn wir es auch mit noch so viel Redensarten verhüllen würden. Wozu die Balfour – Deklaration? Wozu das Mandat? Ihr Sinn und Bedeutung besteht für uns darin, daß eine fremde Macht sich dazu verpflichtet hat, solche Verwaltungs- und Sicherheitsverhältnisse im Lande zu schaffen, daß der einheimischen Bevölkerung ohne Rücksicht auf ihre Wünsche die Möglichkeit genommen wäre, die jüdische Kolonisation administrativ oder politisch zu verhindern. Und wir alle, ausnahmslos alle, treiben täglich diese äußere Macht an, damit sie diese Rolle fest und ohne Nachsicht ausführen soll. In dieser Hinsicht gibt es keinen wirklich Unterschied zwischen unseren „ Militaristen „ und unseren „ Vegetariern „. Die einen ziehen eine Wand aus jüdischen, die anderen aus irländischen Bajonetten vor; die dritten, die Anhänger eines Übereinkommens mit Baghdad, sind bereit sich mit baghdadischen Bajonetten zu begnügen ( ein sonderbaren und gefährlicher Geschmack ); wir alle aber bemühen uns Tag und Nacht um die eiserne Wand. Dabei aber, mit unserer Deklaration von der Übereinkunft, verderben wir selbst unsere Sache, indem wir der Mandatatmacht zu verstehen geben, daß es sich nicht um die eiserne Wand, sondern um immer neue und neue Redereien handelt. Es sind diese Deklarationen, die unsere Sache zugrunde richten. Sie zu diskreditieren, zu zeigen, daß sie ebenso phantastisch wie auch objektiv - unehrlich sind, ist daher nicht nur ein Vergnügen, sondern auch eine Pflicht.
III.
Noch zwei kurze Bemerkungen:
Erstens: Auf den abgenützten Tadel, als ob der oben erwähnte Standpunkt unethisch wäre, antworte ich: nicht wahr. Eins von beiden: entweder ist der Zionismus moralisch oder er ist unmoralisch. Es war unsere heilige Pflicht, diese Frage für uns selbst schon früher entschieden zu haben, noch bevor wir den ersten Schekel genommen haben. Und wir haben sie doch im positiven Sinne entschieden. Ist aber der Zionismus moralisch, daß heißs gerecht, so muß die Gerechtigkeit ins Leben geführt werden, ohne Rücksicht, ob A, B oder C damit einverstanden sind oder nicht. Und falls A, B oder C die Verwirklichung der Gerechtigkeit mit Gewalt verhindern wollen, weil sie sich dadurch benachteiligt sehen, so muß man ihnen auch mit Gewalt die Möglichkeit dazu nehmen. Das ist Ethik, eine andere Ethik gibt es nicht.
Zweitens: Das alles bedeutet nicht, daß mit den palästinensischen Arabern überhaupt k e i n e Verständigung denkbar wäre. Nur eine f r e i w i l l i g e Übereinkunft ist unmöglich. Solange die Araber noch die geringste Hoffnung haben, uns los zu werden, werden sie diese Hoffnung werder für süßs Worte noch für nahrhafte Butterbrote verkaufen, eben weil sie kein Gesindel, sondern ein lebendiges, wenn auch zurückgebliebenes Volk sind. Ein lebendiges Volk gibt nur dann in solchen gewaltigen, schicksalsschweren Fragen nach, wenn kein einziges Schlupfloch in der eisernen Wand zu finden ist. Nur dann verlieren die radikalen Gruppen, deren Parole „ Niemals !„ lautet, ihr Prestige, nur dann beginnen die gemäßigten Gruppen an Einfluß zu gewinnen. Nur dann werden diese gemäßigten Gruppen an uns mit Vorschlägen über gegenseitige Nachlässe herantreten, nur dann werden sie anfangen, mit uns über praktische Fragen, wie die Garantie gegen eine Verdrängung oder für die Gleichberechtigung oder nationale selbstständigkeit ehrlich zu feilschen. Der einzige Weg zur Einigkeit ist die eiserne Wand, das heißt, Befestigung einer den arabischen Einflüssen unzugänglichen Macht in Palästina; und das ist eben dasjenige, was die Araber bekämpfen. Mit anderen Worten: Der einzige Weg für uns zu einer Übereinkunft in der Zukunft besteht in dem absoluten Verzicht auf irgendwelche Versuche, eine Übereinkunft in der Gegenwart zu erzielen.
Kommentare 25
Vielleicht könnte der Blogautor mal zusammenfassend, in eigenen Worten und in wenigen Sätzen aufschreiben, was diese Ausführungen von Jabotinsky (Meir Kahane wäre in dem Kontext vielleicht auch zu zitieren) für die aktuelle Entwicklung dort in Palästina bedeuten (mögen).
Und, bitte konkret, wie sich die Position des Blogautors dahingehend darstellt. Hier vermeintliche "Perlen" vor die Säue zu werfen, das scheint mir etwas zu wenig, nicht substantiell genug.
Ganz kurz: zum ersten ist das sehr realistisch, genauso funktioniert es auch.
Wenn man aber den Definitionen Jabortinskys folgt, heißt das: die besonders im linken Lager geforderte Toleranz bedeutet Gesindel zu sein: die Ernsthaften verteidigen ihre Heimat und wollen nicht unter zu viel Fremden sein. Es gibt aber Relativierungen: Preußen nahme eine Menge Hugenotten auf, die Namen auf -ski im Ruhrgebiet kommen von polnischen Einwanderern, und Nachkriegsdeutschland nahm einige Millionen Vertriebene auf.
Weiterhin bedeutet das aber auch, daß die Palästinenser noch lange nicht die Hoffnung aufgegeben haben, ihr früheres Gebiet wieder zurückzubekommen, vollständig zurückzubekommen, und daß es immer Gruppierungen geben wird, die dies auch auf mit Gewalt erreichen wollen. Dazu kommt auch eine Unterstützung mindestenes in der übrigen arabischen Welt, wenn nicht gar aus der gesamten islamischen.
@ebertus vielen dank für deinen kommentar. meine gründe für die veröffentlichung der übersetzung, siehe bitte links neben den text. eine zusammenfassung oder gar meine eigene position zum text ist in diesem beitrag nicht angedacht. vielmehr soll die veröffentlichung als datenbank, cloud für eine deutsche übersetzung dienen.
"...datenbank, cloud..."
Hhm... Möglicherweise ist der Freitag mit seiner offensiven, gern auch kontroversen Diskurskultur dann nicht so wirklich die richtige Adresse für dieses, eher als historisches Antiquariat dargebotene Wissen der Welt, was den Palästinakonflikt betrifft.
Soweit jenseits der Küste ist der Freitag ja noch nie gesegelt, um mal ein Wort des Herrausgebers hier etwas zu verfremden.
Sorry also für meine Fragen nach Aktualität, möglicher Bezüge und überhaupt der Realitätsnähe. Ansonsten, teilen Sie dann bitte zeitnah die Adresse der mit Sicherheit partiell interessanten "datenbank in der cloud" mit...
Nein, Herr Maxwell, so geht das nich! Sie können doch nicht einfach so HIER, at home of the german antizionism, sry, ntl. im Zentrum der seriösen deutschen Israelkritik, DEN zionistischen Text schlechthin, den die Antizionisten so hassen wie sie die arabs lieben, einstellen und ihn dann nicht wütent verdammen... EBERTUS schäumte sicher schon vor Wut und hat doch gleich Ihr Anliegen übersehen? ;-))
Zu Ihrer Übersetzung: Agreement with Arabs Impossible at present, Ihr Eine Vereinbarung mit den Arabern zu dieser Zeit würd ich schon ein "ist unmöglich" dransetzen. Ich meine auch, es fehlt der letzte Abschnitt, weil ich kenn den Text eigentlich:
But the only way to obtain such an agreement, is the iron wall, which is to say a strong power in Palestine that is not amenable to any Arab pressure. In other words, the only way to reach an agreement in the future is to abandon all idea of seeking an agreement at present.
Können Sie noch nachreichen udn übetragen, weil wichtig und mein Deutsch ist nicht so druckreif...
Eigentlich wollt ich was andres: Ze'evs Aufsatz dient immer wieder den Israelhassern als Grundlage, um Zionismus zu verteufeln. Es wird deswegen auch gern daraus zitiert und der Aufsatz als einzige, erste Handlungsanleitung gegen die arabs missbraucht.
O Zheleznoi Stene, so im Original, wurde fortgesetzt durch Etika Zheleznoi Steny, erschinen in selber Zeitung an 11.11.1923. Beide Aufsätze sind zusammenhängend/sollen nie einzeln gesehen sein und pulverisieren im Paket die üble Nachrede der Antizonisten gegenüber Ze'ev, einem großen Denker und Vorarbeiter für Israel. Ich mag ihn sehr!
Also allmählich finde ich Ihre Einlassungen nicht mehr gut.
Sie und einige andere, weiß die Namen gerade nciht mehr, haben mit mit Ihrer Information über die Lage gut gefallen.
Einerseits die Tatsache, daß über drei Millionen Israeli aus den islamischen Gebieten aus dieser Gegend "nach Hause" kamen, die vorher über tausend Jahre lang rechtlos in der islamischen Scharia lebten.
Dann auch die Tatsache, daß es keine direktes palästinensiches Volk gibt, sondern dies eine Art Kampfkonstruktion der Araber ist.
Aber dieser Text hier ist doch realistisch: Jabotinsky hat die Lage genau erkannt und beschrieben, und genau so läuft es doch ab: Israel versucht, so viele palästinensiche Gebiete mit illegalen Siedlungen wie möglich zu besetzen, um die arabische Position zu schwächen und verschiebt den endgültigen show-down so weit hinaus wie es nur geht.
Sie können kein Recht aus der Vertreibung ableiten, nur den Status quo als gewordenen Anspruch geltend machen: da der Staat seit 50 Jahre existiert, hat er inzwischen auch ein Recht, auf Existenz & Sicherheit, das aber im Nachhinein ein Unrecht an der arabischen Bevölkerung in Palästina darstellt, und fertig.
Die palästinensische Vertretung wird das Recht auf Sicherheit wenn überhaupt, in ferner Zukunft garantieren könne, und bis dahin geht die Machtpolitik weiter.
Sie können sich nicht so reinwaschen.
@ebertus
vielen dank für den kommentar.
zugegeben, die veröffentlichung der blanken übersetzung ist nicht originell, aber immerhin scheint es mir die erste deutsche version im netz zu sein.
wie sie treffend bemerkten, bin ich kein autor und will auch keiner sein.
wie wäre es, wenn sie einen beitrag zur aktualität und realitätsnähe des textes auf grundlage der übersetzung verfassen würden?
ich würde mich freuen diesen zu lesen.
@watchdog
vielen dank für den kommentar.
natürlich muss es " unmöglich " heissen, vielen dank dafür.
zum inhaltlichen vergleich verweise ich auf die im titel angeführten quelle. zu meinem anliegen, siehe neben dem text links.
Warum sollte ich schäumen?
Für eine seriöse Diskussion, was aktuelle und erwartbar zukünftige Optionen von Realpolitik betrifft, da brauche ich kein historisches Seminar zu Jabotinsty, auch keine deutsche Übersetzung.
Da geht es eher hier entlang, wobei mein Mitlesen dort eher lernenden Charakter hat, mein Einwurf mit Sicherheit nicht die Relevanz anderer Kommentare dort zeitigt; und dennoch zu Beinart et al. eben nicht auf den Freitag beschränkt ist.
Ist klar, interessiert Sie nicht. Haben Sie ja schon mal anderweitig mitgeteilt. Ist erheblich zu weit über den (anti)deutschen Tellerrand hinaus so ein nordamerikanisch-jüdischer Blog.
Also, hier weiter gut aufpassen...!
@WATCHDOG
Wenn Sie den Text doch kennen, dann dürfte Ihnen doch aufgefallen sein, dass in der Übersetzung einige Absätze fehlen.
Warum man sich auf jabotinsky.org dafür entschieden hat eine „entschärfte“ Version zu nehmen dürfte klar sein: zionistische (Selbst-)Zensur.
„sie sind kein Gesindel, sondern lebende Menschen.“ klingt ja auch besser als „sie sindkein Gesindel, sondern ein lebendiges, wenn auch ein zurückgebliebenes Volk“, oder?
Daher hier mal der Text auf Deutsch beginnend ab „Zionismus Moral und Gerechtigkeit“:
Zionismus Moral und Gerechtigkeit
Noch zwei kurze Bemerkungen.
Erstens: Auf den abgenützten Tadel, als ob der oben erwähnte Standpunkt unethisch wäre, antworte ich: nicht wahr. Eins von beiden; entweder ist der Zionismus moralisch oder er ist unmoralisch.
Es war unsere heilige Pflicht, diese Frage für uns selbst schon früher entschieden zu haben, noch bevor wir den ersten Schekel genommen haben. Und wir haben sie doch im positiven Sinne entschieden.
Ist aber der Zionismus moralisch, das heißt gerecht, so muss die Gerechtigkeit ins Leben geführt werden, ohne Rücksicht, ob A, B und C damit einverstanden sind oder nicht. Und falls A, B oder C die Verwirklichung der Gerechtigkeit mit Gewalt verhindern wollen, weil sie sich dadurch benachteiligt sehen, so muss man ihnen auch mit Gewalt die Möglichkeit dazu nehmen. Das ist Ethik; eine andere Ethik gibt es nicht.
Zweitens: Das alles bedeutet nicht, dass mit palästinensischen Arabern überhaupt keine Verständigung denkbar wäre. Nur eine freiwillige Übereinkunft ist unmöglich.
Solange die Araber nur die geringste Hoffnung haben, uns los zu werden, werden sie die Hoffnung weder für süße Worte noch für nahrhafte Butterbrote verkaufen, eben weil sie kein Gesindel, sondern ein lebendiges, wenn auch ein zurückgebliebenes Volk sind.
Ein lebendiges Volk gibt nur dann in solchen gewaltigen, schicksalsschweren Fragen nach, wenn kein einziges Schlupfloch mehr in der eisernen Wand zu finden ist. Nur dann verlieren die radikalen Gruppen, deren Parole „Niemals!“ lautet ihr Prestige; nur dann beginnen die gemäßigten Gruppen an Einfluss zu gewinnen. Nur dann werden diese gemäßigten Gruppen an uns mit Vorschlägen über gegenseitige Nachlässe herantreten; nur dann werden sie anfangen, mit uns über praktische Fragen, wie die Garantie gegen eine Verdrängung oder für die Gleichberechtigung oder nationale Selbstständigkeit ehrlich zu feilschen.
Der einzige Weg zur Einigkeit ist die eiserne Wand, das heißt, Befestigung einer den arabischen Einflüssen unzugänglichen Macht in Palästina; und das ist eben dasjenige, was die Araber bekämpfen.
Mit anderen Worten: der einzige Weg für uns zu einer Übereinkunft in der Zukunft besteht in dem absoluten Verzicht auf irgendwelche Versuche, eine Übereinkunft in der Gegenwart zu erzielen.
ENDE
Quelle: Menorah, Jahrgang 1 (1923) Nr. 5, Seite 3
"In diesem Buch geht es nicht um Geschichte. Ich bin kein Interpret der Vergangenheit, sondern lediglich Konsument der Nachrichten, die sie produziert. Mit der Vergangenheit befasse ich mich nur, um die Gegenwart zu verstehen."
Auch ein Zitat (die Quelle folgt auf entsprechend qualifizierte Nachfrage gern), und mein Verständnis dahingehend, dass sich eine aktuelle Auseinandersetzung mit Rassisten und Bellizisten wie Vladimir Jabotinsky oder eben Meir Kahane nur in soweit lohnt, wie diese die aktuelle Politik der israelischen Regierung bereits vorweg genommen haben.
@Ebertus
Wenn Avraham Burg das über sein Buch "Hitler besiegen" sagt, dann hat das doch eher was mit der israelischen Holocaust-Industrie zu tun und eher weniger mit dem Rassismus den Jabotinsky in die zionistische Ideologie, welche heute Grundlage der israelischen Politik ist, eingewoben hat.
Kahane ist für mich kein ein Rassist im Stil von Jabotinsky sondern eher von Broder ("Es ist einfach geiler Täter als Opfer zu sein"), diesen israelischen Neonazis die Hakenkreuze an Wände schmieren obwohl sie von Holocaust-Überlebenden abstammen und den Kahanisten die "Araber in die Gaskammer" an Wände schmieren.
Vielleicht hat Broder mit seiner Losung "Vergesst Auschwitz" ja recht und die permanente Beschäftigung mit dem Holocaust verursacht bei weiten Teilen einer Bevölkerung (gilt für Deutschland wie für Israel) nur neue Antisemiten (auf Israel bezogen müsste man dann von simplen Rassisten sprechen).
Verusacht die israelische Holocaust-Industrie und das israelische Staatsverständnis, nach dem Israel als Reaktion auf den Holocaust gegründet worden sein soll, in der israelischen Bevölkerung vielleicht eine Art Stockholm-Syndrom?
Wie kommt es, dass ausgerechnet die jüdischen Professoren, welche als weltweite Fachleute für die nationalsozialistische Propaganda gelten und jede Göbels-Rede auswendig kennen, die Personen sind, die die verachtenste Zionisten-Propaganda absondern ("sich-selbst-hassende Juden" etc.)?
Vielleicht hätte Broder schreiben sollen: "Es ist einfach geiler Täter als Opfer zu sein und daher vergesst Auschwitz".
Für Details müsste ich nach mehr als einem Jahr nochmals nachschlagen bzw. nachlesen, aber Avraham Burg geht neben dem, was man als staatsräsonal verordnetes Holocaust-Business verstehen kann durchaus konkret auf den latenten Rassismus der aktuellen israelischen Gesellschaft ein und benennt diesen an verschiedenen Beispielen und (nicht nur) historischen Figuren.
Soweit, es Stockholm-Syndrom zu nennen, würde ich nicht gehen. Weil es a) in substantiellen Größenordungen weder Täter noch Opfer geben wird, die dem dann real anheim fallen und b) dieses "Syndrom", wenn man es so nennen wollte eine politische und wie gesagt, eine quasi staatsräsonale Top-Down Zurichtung der Gesellschaft beinhaltet; eben nicht der individuelle von Opfer zu Täter. Der Dokumentarfilm "Defamation" von Yoav Shamir macht dies optisch und akustisch noch viel deutlicher, als es Burg in einem Buch je könnte.
Btw. Dass Opfer zu Tätern werden können, das wurde mir als beinahe philosophische Metapher erstmals bei Fassbinders (dessen Fan ich ein Stück weit bin) Theaterstück "Der Müll, die Stadt und der Tod" zur Reflektion anempfohlen. Und Fassbinder, damals sofort und reflexartig als Antisemit diffamiert, wurde dahingehend später gar von Broder rehabilitiert.
hallo daniel,
vielen dank für deinen kommentar.
wie ich oben links eingestehe, ist meine übersetzung etwas holprig. mit dem " sokolow " abschnitt bin ich nicht wirklich zufrieden. daher begrüsse ich jegliche verbesserung.
der von dir zitierte abschnitt differiert in der wortwahl, aber auch inhaltlich ( z. b. ethik statt moral ).
da im netz mehrere englische versionen zu finden sind, habe ich mich für die version des jabotinsky instituts entschieden.
es würde mich freuen, die von dir zitierte version zu erhalten ( meine adresse findest du in meinem profil ), um sie mit der von mir verwendeten version in gänze zu vergleichen.
vielen dank im voraus.
hallo ebertus,
vielen dank für den kommentar.
ein zitat ohne quellenangabe ist, um dich zu zitieren: " ...perle vor die säue...". ohne belastbare quelle ist es für mich nicht veröffentlichungsreif. deshalb meine bitte an dich mit quelle zu zitieren. ohne nachfrage.
der von dir verlinkte peter beinhart hat sein buch " the crisis of zionism " im juni in berlin vorgestellt.
sicher kennst du seinen blog " open zion " http://www.thedailybeast.com/openzion.html
wie denkst du nun über einen beitrag zum wirken des artikels bis heute?
Hallo P.Maxwell,
hier der komplette Text "Die eiserne Wand" sowie der von WATCHDOG angesprochene Nachfolge-Text "Die Ethik der eisernen Wand".
Ich benutze grundsätzlich zuerst compactmemory.de zur Recherche zum Thema Zionismus, damit ich immer nur müde lächeln kann, wenn so Typen wie WATCHDOG mich als Antisemiten diffamieren wollen, wenn ich z.B. "behaupte", dass deutsche Zionisten im 3. Reich von der Rassentrennung, den Nürnberger Rassegesetzen etc. sehr begeistert waren.
Ich lese dann einfach dort, was Zionisten in den Jahren 1933-1939 "wirklich" veröffentlicht haben.
Zur englichsprachigen Recherche zum Thema Zionismus (insbesondere zur Nähe des Zionismus zum Faschismus) empfehle ich das Archiv der Jewish Telegraphic Agency welches so ziemlich jeden Zeitungsartikel zum Thema Zionismus ab 1917 enthält .
Dort lese ich dann z.B. wie begeistert die Zionisten in Palästina vom Antrittsbesuch des Außenministers des faschistischen Italien waren, wie geistert sie von der Tatsache waren, dass im Großfaschistischen Rat ein Jude saß und was doch für ein netter Typ der jüdische Verleger der Parteizeitung Mussolinis war sowie wie allgemein die Grundhaltung zum Thema Faschismus unter den Zionisten offiziell "bis Auschwitz" war.
Um zu sehen wie weit sich die Zionisten vom Faschismus nach dem Holocaust und der Gründung Israels "losgesagt" haben, schaue ich mir einfach die Ideologie, der "faschistischen Partei" (Zitat Albert Einstein et al.) Cherut an, welche die Vorgängerpartei des heute in Israel regierenden Likuds ist und kann dann einfach nur zu dem Schluß kommen, dass Zionismus schon immer jüdischer Faschismus war und auch immer geblieben ist.
"alalue 18.09.2013 | 22:40@watchdog
zionistischer Blödsinn
Aber dieser Text hier ist doch realistisch: Jabotinsky hat die Lage genau erkannt und beschrieben, und genau so läuft es doch ab: Israel versucht, so viele palästinensiche Gebiete mit illegalen Siedlungen wie möglich zu besetzen, um die arabische Position zu schwächen und verschiebt den endgültigen show-down so weit hinaus wie es nur geht.
Sie können kein Recht aus der Vertreibung ableiten, nur den Status quo als gewordenen Anspruch geltend machen: da der Staat seit 50 Jahre existiert, hat er inzwischen auch ein Recht, auf Existenz & Sicherheit, das aber im Nachhinein ein Unrecht an der arabischen Bevölkerung in Palästina darstellt, und fertig."
@ALALUE
Die Palästinenser können sehr wohl ein Recht aus Ihrer Vertreibung ableiten und sie könnten sich dabei sogar auf den Text von Jabotinsky bzw. den laut WATCHDOG dazu notwendigen Folgetext berufen.
Die Ethik der eisernen Wand
"
...
Die menschliche Gemeinschaft ist auf Gegenseitigkeit aufgebaut; entfernt sie die Gegenseitigkeit, so wird das Recht zu einer Lüge. Jener Mann, der jetzt unter meinem Fenster auf der Straße vorübergeht, hat ein Recht auf Leben nur so weit, als er auch mein Recht auf Leben anerkennt; falls er aber mein Leben antasten will, so kann ich ihm kein Recht auf Leben zugestehen.Das gleiche gilt auch für Völker. Denn sonst würde die Welt zu einem babarisch-tierhaften Wettrennen werden, in dem nicht nur der Schwächere, sondern auch der Sanftmütigere zugrunde gehen würde.
Die Welt muss auf gegenseitiger Bürgschaft begründet sein. Alle sollen in gleicher Weise leben können und alle sollen in gleicher Weise umkommen müssen. Aber es gibt keine Ethik, die dem Gierigen das Recht zusteht, sich bis zum Übermaße sattzuessen, während der Bescheidene hinter dem Zaun verenden muss.
..."
http://www.bostonglobe.com/rf/image_r/Boston/2011-2020/2012/11/23/BostonGlobe.com/National/Images/515540426.r.jpg
"...ohne belastbare quelle"
@Daniel Schneider ist da wohl besser informiert, hat im Eintrag nach meinem Zitat sofort erkannt, dass dies aus dem Buch "Hitler besiegen" von Avraham Burg stammt.
Zu Peter Beinart habe ich bereits viel geschrieben, hier beim Freitag und auf dem eigenen Blog. Insofern kann ich mich mit Avraham Burg nur wiederholen, reicht es (mir), um das Denken eines Jabotinsky oder Kahane -rudimentär- zu wissen und ansonsten bich ernsthaft mit dem zu beschäftigen, was aktuell oder perspektivisch möglich ist, sich entwickeln kann.
Natürlich, OpenZion ist neben Mondoweiss, neben +972mag und auch Haaretz eine der Quellen fundamentaler Informationsbasis, was aktuelle Medien zu Israel betrifft.
"... diesen israelischen Neonazis die Hakenkreuze an Wände schmieren obwohl sie von Holocaust-Überlebenden abstammen und den Kahanisten die "Araber in die Gaskammer" an Wände schmieren...."
Von wem diese Verbrecher tatsächlich abstammen ist noch die Frage. Es hat nachweislich (siehe Protokolle der Nürnberger Prozesse) genügend SS-Leute gegeben, die die Identität ermordeter Juden angenommen haben.
Fakt ist, dass auch israelische Nazis, die sich möglicherweise Juden nennen - warum auch immer - die geistigen Nachkommen von Sadisten und Mördern sind.
Eine ganz andere Frage ist, was mit der Psyche von Menschen passiert, die immer wieder und immer wieder die Bilder von Alten, Jungen, Männern, Frauen, Kindern, ansehen müssen (auch jetzt durch die Giftgasangriffe wach gerufen) oder vor ihrem geistigen Auge haben, die in Kammern getrieben werden, weinen und schreien bis sie elendlich erstickt sind.
Möglicherweise werden sie selbst zu Menschenhassern, möglicherweise empfinden sie angesichts des Grauens kein Mitleid mehr mit anderen Menschen.
Wie sonst kann man, wie ein Herr B. sagen: "Lieber Täter als Opfer."
Sie sind und bleiben bemitleidenswerte Opfer ihrer eigenen Vergangenheit. Gelernt haben sie aus der Geschichte nichts.
Vielleicht wären sie als Nichtjuden damals auch lieber Täter als Opfer gewesen. Vielleicht wären sie auch als Juden, wenn diese nicht nur aufgrund ihres tatsächlichen oder vermeintlichen Judeseins, verfolgt worden wären, zu Nazis, Folterern und Henkern der politischen Gegner geworden.
Jude und Nazi in einer Person das ist nicht nur ein Paradox, das ist krank!
Ich habe den Satzbau umgestellt, damit es hoffentlich besser zu verstehen ist:
"Eine ganz andere Frage ist, was mit der Psyche von Menschen passiert, die immer wieder und immer wieder die Bilder von Alten, Jungen, Männern, Frauen, Kindern, ansehen müssen ( oder auch jetzt durch die Giftgasangriffe wach gerufen vor ihrem geistigen Auge haben), die in Kammern getrieben werden, weinen und schreien bis sie elendlich erstickt sind."
"Jude und Nazi in einer Person das ist nicht nur ein Paradox, das ist krank!"
Es mag gefühlt, emotional oder auch was die natürlich interpretierbare Historie des 20. Jahrhunderts betrifft ein Paradox, gar "krank" sein; da gebe ich Ihnen gern recht. Ihren Nachtrag eingeschlossen, weil das ist es ja, was Avraham Burg an dieser staatsräsonalen Top-Down Sozialisierung zum Thema Holocaust in Israel kritisiert.
Nur auf biologische, gar skurril-sarrazinesk unterstellte gentechnische Prozesse heruntergebrochen sind Menschen jüdischen Glaubens keinesfalls anders als alle anderen Menschen dieser Erde. Nur einige wenige Ultrarechte dort (ein ehemaliger israelischer Minister war nach meiner Erinnerung auch darunter) meinten dahingehend "jüdische Gene" entdeckt zu haben.
Was dann bei Konvertiten wirklich ein Paradox sein dürfte.
Sie können sich nicht so reinwaschen.
Muss ich nicht! Während der Israelhasser "SCHNEIDER" hier gegen Israel was er jüdischen Faschismus nennt hetzt und sein Schatten EBERTUS wieder Paliwood verlinkt, haben die Arabs zwei "Zionisten" ermordet So sehen "Friedensgespräche" mit Arabs aus den Gebieten aus! Die Gaza-Terroristen haben gerade eine Rakete auf Israel abgeschossen... Soll wohl Solidarität mit den Mördern bezeugen.
Die Mauer ist also zu niedrig, zu offen und zu nah am LAND!
Ich bestreite nicht, daß die P ein Recht aus ihrer Vertreibung ableiten können, im Gegenteil.
Aber, wei bereits mehrfach erwähnt ( in ähnlichen Beiträgen ): die Israeli haben inzwischen auch ein Recht, nach über 50 Jahren.
Da gibt es den Grundsatz der Rechtsgüterabwägung: da beide unvereinbar sind, muß ein Kompromiß gefunden werden.
Die Palästinenser können mit einiger Sicherheit keinen Kompromiß garantieren: siehe der dauernde Raketenbeschuß.
Die Israeli haben ein Recht auf sicheren Alltag, das eigentlich Vorbedingung für andere Forderungen wäre.
"...many Israelis saying that if their country comes under pressure from the outside world, it should “go North Korea” but with the power of real nukes, not fake nukes."
Yossi Gurvitz sprich u.a. über die Allmachtsfantasien der israelischen Rechten. Und genau das, diese Asymetrie macht den Konflikt so einzigartig und faktisch unlösbar.
Ja, mehr noch und im Sinne des atomaren Patt nach 1945 müsste der Iran wohl nun ebenfalls "die Bombe" besitzen, immer in der Hoffnung, dass die Hardliner, die (auch religiösen) Extremisten auf beiden Seiten nicht die Oberhand gewinnen.
Nur dann wäre wohl zumindest perspektivisch ein gewisses "Ende der Geschichte" möglich, wie damals 1989/90 in globalem Maßstab.
20WATCHDOG13 / 20HERON13
"haben die Arabs zwei "Zionisten" ermordet So sehen "Friedensgespräche" mit Arabs aus den Gebieten aus!"
Ach, "die Arabs" waren das? Ist wohl das Gegenstück zu "den Juden".
Freut man sich als Zionist eigentlich nicht insgeheim, wenn "die Arabs" so agieren? Immerhin kann man dann schnell wieder deutlich machen, dass man an Friedensgesprächen kein Interesse hat.
Warum schreiben Sie eigentlich, dass "zwei Zionisten" ermordet wurden und nicht, dass zwei Soldaten ermordet wurden?
Sie unterscheiden doch wohl nicht insgeheim zwischen Terroranschlägen auf Zivilisten und Attentaten auf Soldaten (welche laut der israelischen Justizministerin Tzipi Livni keine Terroranschläge sind), oder?
Oder waren Sie nur etwas verwirrt, weil einer der beiden ermordeten "Zionisten" gleichzeitig Soldat und Arbeitskollege seines Mörders war?
Der stellvertretende Verteidigungsminister Israels Danny Danon behaupetet jetzt, dass die Familie des Mörders zu einer Terrororganisation gehört: „Seine Familie ist mit der Tansim-Terrorgruppe verbunden. Sein Bruder ist in Haft.“
Sollte man jetzt eher die Familie in Sippenhaft nehmen oder sollte man sich fragen, warum "Terroristen" und israelische Soldaten gemeinsam in Tel-Aviver Restaurants arbeiten können/dürfen/müssen?