Zeitoun-Katrina kommt ganz sicher (S.1-52)

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

An manchen Tagen möchte ich nach der Arbeit eigentlich nur noch ins Bett und schlafen. Nach meiner heutige Frühschicht ging es es mir eigentlich so.

Zuhause habe ich dann doch icht schlecht gestaunt. Ein dicker Umschag vom Freitag, womit die irgendwie linke Berliner Wochenzeitung und nicht der gestrige Tag gemeint ist, im Briefkasten.

"Zeitoun" von Dave Eggers vom Kiwi-Verlag ist da.

Als einer Bruchpiloten aus dem Pynchonprojekt war es vielleicht gewagt sich nach der zweiten Mail von Maike Hank doch für das Projekt zu melden.

Ist das meine ganz persönliche Leidenschaft zum Scheitern oder kriegen wir von dieser Lese-Projektgruppe diesmal hin?

Nach oben ins Dachgeschoß. Das Buch auspepackt.

Das Cover war echt keine wirkliche Überraschung weil ich es vom Buchhandel kannte.

Ehrlich gesagt war das mein Motivation mich doch noch für dieses Projekt zu melden.

Für mich stellt es eine Zeichnung im etwas anspruchsvolleren Comic -Stil für Erwachsene da.

Ich mag den Comic-Stil und habe in meinen Blogs schon Comics beschrieben ( z.B Haarmann vom Carlsen Verlag).

Hier habe ich aber keinen graphic novel sondern einen dokumentarischen Roman vorliegen, der auf wahren Bebenheiten basiert.

Im Groben wird in den Vorbemerkungen schon Einges zur Handlung beschrieben.

Um nicht die ganze Spannung rauszunehmen , will ich hier nicht zuviel darüber schreiben.

Das Cover stellt aber einen Bezug zur aktuellen Katastrophe in Japan her, dass ja leider wieder die böse Erfahrung mit der ins Land gespülten Tsunami-Welle neben vielen anderen schmerzvollen Erfahrungen machen musste.

Zeitoun spielt aber nicht in Japan sondern in den USA.

Als Leser/innen sind wir im Jahr 2005. Der Ort ist New Orleans.

Der August geht zu Ende.

Hurrikanes jagen an den amerikanischen Küsten entlang.

Eigentlich nichts Besonderes für diese Jahreszeit, aber das Cover gibt einen Hinweis darauf, dass es anders kommen wird.

Ein Mann paddelt in einem Kanu eine Strasse voller Wasser entlang.

Es sind prekäre Zeiten. Das Klima wandelt sich und all diese Entscheidungen der Menschen auf der Erde für bestimmte Lebensstile und den damit verbundenen Schadstoffausstossen, spiegeln sich auch im Wetter wider

. ...und das Wetter wird chaotisch, doch wie chaotisch es wird, wissen die Menschen im Vorherin nicht . -Ob sie sonst etwas anders machen würden?

In bestimmten Regionen der Erde ist man leidgeprüft und man / frau flieht ins sichere Hinterland,wenn es zu gefährlich wird.

Bei Hurrikanes gibt es da wohl noch eine größere Vorwarnzeit als im Internet. Es geht um eine reale amerikanische Familie in diesem Buch.

Der Schreibstil von Eggers gefällt mir sehr .

Ich verschlinge die ersten 52 Seiten nach der Arbeit in einem Haps.

Der Fernseher muss heute mal zurückstehen. Heute ist mein Kopf gefordert.

Die Müdigkeit verschwindet. Eine reale amerikanische Familie. Der Vater Zeitoun kommt aus Syrien.

Er ist sehr tüchtig und hat ein eigenes Unternehmen.

Er geht gut mit seier Familie um und kümmert sich. Er ist ein Muslim.

Quasi aus dem Nichts hat er sich mit seiner Frau Kathy viel aufgebaut.

Drei nette Mädchen.

Eine tolle Frau, die seinen Glauben hat und im Unternehmen mithilft.

Er ist in der Stadt verankert.

Kunden in ganz New Orleans.

Und Katrina kommt näher.

Kathy beobachtet den dohenden Sturm durch das Internet.

Endlich mal ein Buch , in dem Welt so beschrieben wird , wie sie ist.

Eben mit modernen Kommuniktionsmethoden.

Sein Unternehmen führt Malerarbeiten durch und auch Arbeiten für den Innenausbau.

Zwischen durch die ganz normalen Geschichten, wie sie eben in Familien passieren.

Seine älteste Tochter hat er mal vergessen als sie nach der Entbindung aus dem Krankenhaus kamen und er seiner Frau geholfen hatte.

Ganz geknickt war er danach gewesen , obwohl alles gut gegangen ist und dem Baby damals nicht passiert ist.

Seine Frau zieht ihn bis heute damit auf.

Da hat er was gemacht, aber ein gute Paar sind sie doch und er liebt und achtet sie .

Sein Betrieb hat ein Logo mit einem Regenbogen.

Ich kenne mich eigentlich ganz gut mit Symbolen aus, aber mir war bis heute nicht klar, dass das auch ein Zeichen für Homosexuelle ist.

Zeitoun wusste das offensichtlich auch nicht, als er das Zeiche für seinen Betrieb kreierte.

Manche Kunden nahmen das nicht gut auf.

Zeitoun sprach mit seiner Frau darüber .

Ob sie sich nicht was Anderes einfallen lassen sollten?

Zeitoun verzichtet darauf.

Wenn jemand seine Arbeit wegen diesem Zeichen ablehnen würde, meint er , der nicht schwul ist, dass man ihn dann als ein Menschen der ein Muslim ist, ablehnen würde.

Diesen Kundenverlust nimmt Zeitoun dann doch in Kauf.

Er hat Charakter.

Er betet oft und ist religös.

Wunderschöne Suren kennt er.

Zeitoun ist wie er ist .

Eigentlich ein ganz normaler amerikanischer Dad nicht nur für seine Familie , sondern auch für seine jungen Angestellten, die sich oft unreif und unzuverlässig darstellen.

Zeitoun und Kathy handeln fürsorglich für die Ihren.

Die Kinder haben etwas Theatralisches .

Sie haben Jane Austen gelesen und sind hin und weg.

Sie machen Knickse und leben ihre plötzliche Begeisterung für aristokratische Frauen aus.

Wenigstens singen sie nicht, denkt Zeitoun, der noch von der letzten Begeisterungwelle seiner Kinder etwas genervt ist.

Die Kinder kommen nach Kathy, die noch jung geblieben ist. Kathy und Zeitoun haben einen Altersunterschied von 13 Jahren. Er ist älter.

Kathy hatte sich ihren Mann früher einmal jünger vorgestellt, aber jetzt ist sie zufrieden.

Katrina der Wirbelsturm wrid langsam wieder zum Hurrikan.

Was sollen sie nur machen ?

Kathy schaut immer wieder ins Netz.

Für dieses Buch weihe ich sogar mein neues heissgliebtes holographisches Lesezeichen, dass ich letztes Wochenende am Düsseldorfer Flughafen gekauft habe ein.

Darauf ist ein hinreissender Pandabär mit einer Tiefenwirkung abgebildet.

Zudem gibt es auch einen Spruch von einem amerikanischen Schriftsteller darauf, der 2001 gestorben ist.

Dieser Lesezeichenspruch interessiert mich aber weniger als das schön neue Buch.

Danke schön für das schöne Buch.

Im Augenblick habe ich meinen roten Faden verloren. Bei diesem spannden Buch , habe ich aber keinen Zweifel daran, dass ich ihn recht bald wieder finden werde.

Dieser Text ist Teil eines Projekts:
Wir lesen gemeinsam "Zeitoun" von Dave Eggers
www.freitag.de/community/blogs/themen/zeitoun

21:19 19.03.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

poor on ruhr

Vielseitiger interessierter Arbeiter und ziemlich stark in die in die in aller Welt bekannten Pandabären vernarrt. 🐼
poor on ruhr

Kommentare 32

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