Lange Dinger Volume 2

Songs mit Überlänge, die zu modernen Musik-Klassikern wurden
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Wie bereits in ‚Lange Dinger’ Volume 1 erläutert, hatten in der pre-digitalen Zeit Songs, die wegen ihrer Überlänge das Format der Vinyl-Single sprengten (üblich und technisch möglich waren zunächst 2 - 3 Minuten pro Seite und als man die Rillen schmaler und enger presste, kam man auf etwas mehr Laufzeit, doch darunter litt die Klangqualität) Konjunktur.

Diese Songs, die sich nicht in das Zeitlimit einer Vinyl-Single fügen mussten, wurden immer beliebter, sie füllten häufig die komplette Seite einer LP (Langspielplatte) und einige dieser langen Dinger erreichten schließlich regelrechten „Kultstatus“ bei den Fans. Sie waren auch bei DJs beliebt, weil die sich in der Zeit schnell mal auf’s WC begeben konnten und sich auf dem Rückweg zum DJ-Pult noch schnell an der Bar etwas zu trinken holten, während so ein 10- oder 20-Minuten Song lief :-)

Nachstehend sind, als Ergänzung zu ‚Lange Dinger Volume 1’, weitere Beispiele eingebettet, die auch nach Jahrzehnten bei den Fans noch wohlige Schauer auslösen, weil sie mit schönen Erinnerungen verbunden sind …

Booker T. & The M.G.’s - ‚Melting Pot’

Es handelte sich um die Hausband des legendären Soul-Labels ‘STAX-Records’, die auf vielen berühmten Soul-Aufnahmen der STAX-Gesangsstars für das Klanggerüst sorgte und das Pendant zu MOTOWNs ‘Funk Brothers’ darstellte. ‚Melting Pot’ machte die Musiker weltberühmt und ist auch im Jahre 2015 kaum gealtert.

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David Porter ‚Hang On Sloopy’

Auch David Porter, war bei ‚STAX-Records’ unter Vertrag und wurde zusammen mit seinem Kollegen und engen Freund Isaac Hayes zur Soul-Legende, vor allem weil er (wie auch Hayes) ein genialer Komponist, Arrangeur und Produzent war. Viele der von ihm geschriebenen und von seinen STAX-KollegInnen gesungenen Songs wurden Welterfolge, was die Firma ihm mit dem Posten des Vizepräsidenten dankte. David Porter war aber auch ein Sänger mit unverwechselbarer Stimme und landete mit der tiefschwarzen Cover-Version des Songs ‚Hang On Sloopy’ einen Kult-Titel, der langsam beginnt und sich in der zweiten Hälfte (ab 7:15 Minuten) zu einem geradezu magischen Midtempo-Groove steigert.

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The Temptations ‚Smiling Faces Sometimes’

Die Temptations muss ich sicher nicht vorstellen; sie waren über Jahrzehnte eine der berühmtesten Gesangsgruppen des Detroiter Soul-Labels ‚MOTOWN-Records’ und haben - besonders während der Jahre ihrer Zusammenarbeit mit dem schwarzen Songschreiber und Produzenten Norman Whitfield - für Millionen Fans in aller Welt gesungen. Der Titel ‚Smiling Faces Sometime’ wurde von Norman Whitfield zusammen mit seinem Motown-Partner und Freund Barrett Strong geschrieben und erschien, als 12:40 Minuten Version auf dem Album ‚The Temptations Sky’s The Limit’ im April 1971. Als Whitfield den Song, in einer kurzen (3:15 Minuten) Version, auch mit der Motown-Gruppe ‚Undisputed Truth’ aufnahm, wurde er zu einem Welterfolg. Die Temptations jedoch hatten die Original-Version aufgenommen, die nachfolgend zu hören ist.

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Nina Simone ‚Flo Me LA’

Die große „Magierin“ der 1960er und 1970er Jahre Nina Simone trat im Juni 1960 beim legendären Newport Jazz Festival auf und versetzte das Publikum in regelrechte Trance, als sie während der zweiten Hälfte ihres Auftritts das hypnotische ‚Flo Me LA’ am Klavier spielte und dazu mit ihrer unverwechselbaren brüchigen Stimme sang. Das Album ‚Nina Simone At Newport’ zählt daher zu den großen Live-Alben der Künstlerin und macht auch heute noch jede Menge gute Laune.

'Lange Dinger' (Volume 1)

https://www.freitag.de/autoren/saul-rednow/lange-geile-dinger

11:49 04.11.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Saul Rednow

Meine Themen: Rechtsextremismus - Rassismus - Homophobie - Politik - Musik u.a.
Saul Rednow

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