Die Probleme sind viel größer

Kommentar Beim Thema Wolf geht es um weit mehr als Herdenschutzhunde. Es geht um die Existenz der Schäferei
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community
Die Probleme sind viel größer
Der Wolf ist bei weitem nicht das einzige Problem für Schafe und ihre Schäfer
Foto: Morris MacMatzen/Getty Images

Svenja Beller hat in ihrem Artikel „Die Feinde des Schäfers“ in der aktuellen Ausgabe des Freitag 33/2017 über die Probleme im Zusammenhang mit dem Schutz von Weidetieren vor dem Wolf in Baden-Württemberg geschrieben. Die Probleme sind aber weit größer und es ist wichtig auch die Hintergründe zu kennen.

Bleiben wir zunächst beim Thema Wolf. Mit der Rückkehr der Wölfe kehrt gefühlt auch ein Stück Wildnis zurück nach Deutschland. Während das einigen Menschen Angst macht, ist ein überwiegender Teil der Bevölkerung erfreut über diesen Umstand.

Schnell ist eine heiße Diskussion entbrannt, die mit der zunehmenden Ausbreitung der Wölfe immer weiter an Fahrt aufnimmt. Auf der einen Seite stehen da Menschen die jede bestätigte Nachricht über ein weiteres Rudel bejubeln und immer wieder betonen, wie heilsam und wichtig die Wiederkehr der Wölfe für unsere wohl aus dem Gleichgewicht geratene Natur ist.

Auf der anderen Seite sind aber auch schnell Stimmen laut geworden, die Fordern, die Ausbreitung der Wölfe in Deutschland durch Abschuss zu verhindern oder zumindest einzudämmen. Diese Stimmen stammen vor allem von Weidetierhaltern, oft Schäfern und inzwischen kann man ohne zu übertreiben von einem Krieg zwischen den Gegensätzlichen Parteien sprechen.

Es gibt Morddrohungen, wüste Beschimpfungen auch Handgreiflichkeiten. Es werden tote Schafe am Rande von Weihnachtsmärkten aufgehäuft und überall in Deutschland Mahnfeuer abgehalten. Wer die Kommentare in den sozialen Netzwerken liest, spürt den tiefgreifenden Hass und die Verachtung der Schreiber für einander.

Wie bei allen extrem emotional geführten Diskussionen fehlt es leider meist irgendwann an der Fähigkeit das Problem differenziert und sachlich zu betrachten. Sogenannte Abweichler der jeweiligen Gruppen werden diffamiert, isoliert und nicht selten unter Druck gesetzt.

Ich bin selbst Schäfer und wenn ich auch nur spekulieren kann warum die Befürworter der Wölfe diesen Kampf so hitzig führen, kann ich doch wenigstens zum Teil verstehen, warum die Diskussion seitens der Schäfer manchmal aus dem Ruder läuft.

Die Schäferei in Deutschland steht unter enormen Druck. Auch wenn in einigen Bundesländern vor allem auch in Baden-Württemberg die Probleme erkannt wurden und man erste Maßnahmen ergriffen hat, steht es enorm schlecht um die Wirtschaftlichkeit fast aller Betriebe. Zudem muss man sich auch die Struktur der Betriebe anschauen. Während die wenigen größeren Betriebe noch von den ergriffenen Maßnahmen profitieren können, gehen vor allem die Nebenerwerbsschäfereien weitestgehend leer aus. Nebenerwerb heiß nicht, dass die Schäfereien einfach nebenher geführt werden, sondern sie erfordert ein ebenso großes Engagement der Betriebsleiter, wie es auch in der Vollerwerbsschäferei erforderlich ist. Nicht selten sind Nebenerwerbsbetriebe zuschussgeschäfte, in denen an anderer Stelle verdientes Geld neben vielen Stunden kostbarer Zeit noch in den Erhalt der Betriebe gepumpt werden muss.

Von der Landwitschaft abgehängt und die Sache mit den Märkten

Die Schäferei ist insgesamt und in besonderem Maße vom drohenden Strukturbruch in der Landwirtschaft betroffen. Auch die Landwirtschaft ist ein Wirtschaftsbereich in dem es inzwischen in erster Linie auf Effizienz ankommt. Zwar werden landwirtschaftliche Betriebe mit großen Summen durch die europäischen Ausgleichzahlungen im Agrarsektor (Agrarsubventionen) gefördert aber die eingeschlagene Richtung, Pacht- wie Produktpreise werden von hocheffizienten Betrieben am Produktivitätsmaximum und dem Weltmarkt bestimmt.

Die Praktiken der besonders effizienten Betriebe und die Produktionsbedingungen des Weltmarkts entsprechen dabei nicht den Vorstellungen der Verbraucher aber alle bisher gestarteten Initiativen wie Tierwohllabel oder Regionalvermarktungskampagnen zeigen nur eine begrenzte und im Vergleich zur Größe der Märkte eigentlich fast völlig zu vernachlässigende Wirkung. Einzig der Markt der Bioprodukte hat es geschafft, sich zu platzieren. Er untersteht aber den gleichen Bedingungen und Voraussetzungen wie der Markt der konventionellen Produkte. Biobetriebe bekommen eine höhere Förderung aus den Töpfen der europäischen Union und höhere Produktpreise fangen die höheren Produktionskosten auch weitestgehend auf. Auch ist die Bereitschaft der Biokunden größer, auf regionale Produkte zu setzen und es handelt sich im Durchschnitt um Kunden, bei denen höhere Ausgaben für Lebensmittel weniger an der Haushaltskasse zehren als im bundesweiten Durchschnitt.

Die Strukturen und Bedingungen am Biomarkt sind aber die gleichen, wie am konventionellen Markt, nur dass viele Bereiche eher den Vorstellungen und Wünschen der Verbraucher entsprechen. Trotzdem sind viele, vor allem junge Landwirte und Idealisten unzufrieden und am Rande des ohnehin nur bedingt verbreiteten Biomarktes entwickeln sich Initiativen wie die SoLaWi (solidarische Landwirtschaft) die im Vergleich zum gesamten Markt aber eigentlich noch überhaupt gar keine Rolle spielt.

Der Schäferei ist es bisher nicht gelungen, sich auf einem dieser Märkte zu platzieren. An die Effizienz der konventionellen Märkte ist nicht zu denken. Schafhaltung ist und bleibt ein extensiver Landwirtschaftsbereich. Zwar gibt es es Bestrebungen bei der Herstellung von Ziegenmilch und Ziegenkäse etwas zu intensivieren, da Ziegen auch im Vergleich zu unseren heutigen Milchkühen noch immer erstaunlich leistungsfähig sein können, aber spätestens beim Schaf und erst recht in der Fleischproduktion hört es auf mit der Effizienz. Die Schafhaltung in Deutschland lässt sich nicht weiter intensivieren und die Produktionskosten steigen weiterhin und stetig an.

Der Biomarkt bleibt vor allem vielen großen Schäfereien verschlossen dabei liegen die Standards in Sachen Tierwohl auf einem Niveau, das an denen des Biomarkts in vielen Bereichen noch vorbei ziehen kann. Vor allem die Wander- und Hüteschäfereien bieten Schafen einen Lebensraum, der den Wünschen der Verbraucher nach einer artgerechten Haltung eigentlich in vollem Umfang entsprechen. Problematisch sind andere Punkte. Es gehört zur Tradition der Wanderschäfereien im Spätherbst und Winter mit den Herden über Fremdflächen also Flächen anderer Bauern zu ziehen und noch stehende Restbestände im Grünland oder Zwischenfrüchte und Auswüchse auf Ackerflächen abzuweiden. Das spart Futterkosten im Winter, Einstreu und ermöglicht es vielen Schafen einen Großteil des Jahres unterwegs zu sein. Eine wichtige und meist existentielle Kostenfrage für viele Schäfereien in Deutschland.

Der Anteil an Bioflächen ist je nach Region aber viel zu gering, um sicherzustellen, dass es sich bei den Wiesen über die wir mit unseren Schafen laufen auch biologisch bewirtschaftete handelt. Zwar sieht die EU-Ökoverordnung eine Ausnahmegenehmigung für Wanderschäfereien vor, nur reicht diese einfach nicht aus und ist mit einem großen bürokratischen Aufwand verbunden. Bestrebungen die Quote zu erhöhen sind bei den kürzlich abgeschlossenen Verhandlungen zur Neufassung der EU-Ökoverordnung leider gescheitert. Der auf dem Biomarkt erzeugte Preis für Lammfleisch ist zudem nur gering höher als der auf dem konventionellen Markt.

Bliebe den Schäfern also dann noch die Möglichkeit der SoLaWi. Zwar sind Kooperationen mit anderen Betrieben möglich und man müsste nicht gleich ein ganzes Lamm in der Tiefkühltruhe einlagern aber der Markt ist eben sehr klein. Sowohl der der solidarischen Landwirtschaft als auch der für Lammfleisch und Produkten vom Schaf. Eine Lösung vielleicht für Einzelne. Keinesfalls für alle Schäfereien.

Uns bleibt wohl nur einen eigenen Markt aufzubauen. Supermärkte haben Schwierigkeiten heimisches Lammfleisch zu verkaufen, da der Preisdruck aus Neuseeland und England zu groß ist. Auch hier liegt das in den Haltungsbedingungen begründet. Weltweit werden Schafe in der Regel sich selbst überlassen. Im Frühjahr in Koppeln ausgesetzt und nur gelegentlich kontrolliert, ist die Zahl der gehaltenen Schafe pro Arbeitskraft in anderen Ländern um ein vielfaches höher. Das dabei unzählige Schafe an Fligenbefall und Krankheit oft jämmerlich verenden, erfährt der Verbraucher beim Kauf nicht. Während solche Haltungsformen in anderen Ländern großteils akzeptiert werden oder von der breiten Masse unbemerkt bleiben, verbietet uns schon das Tierschutzgesetz, die dichte Besiedelung, die Struktur und Nutzung unserer Agrarflächen aber auch das Gewissen und die Prägung unserer Schäfer ähnliche Praktiken.

Was uns also bliebe, ist die Selbstvermarktung. Auf den Dörfern versuchen vor allem Hobby- oder Nebenerwerbsschäfereien diesen Weg zu gehen aber die Selbstvermarktung ist zeitaufwändig, die Erträge ja ohnehin gering und die Bereitschaft viele Kilometer für eine Lammkeule zu fahren auch nur begrenzt. Inzwischen gibt es Initiativen, die eigenen Produkte in gekühlten Paketen per Post zu verschicken aber dass Misstrauen ob das Fleisch uns dann immer frisch erreicht ist groß. Zudem sind die Investitionen in ein eigenes Schlachthaus nach EU-Vorgaben riesig und richtig, wieder muss sich auch jemand hinstellen, der die Tiere schlachtet, zerlegt und in Pakete packt.

Wir stehen in Sachen Märkte mit dem Rücken zur Wand. Ohne Investitionen und zusätzliches Personal werden sich neue Strategien kaum entwickeln lassen. Die finanziellen und personellen Möglichkeiten sind aber erschöpft. Mitte Oktober findet die erste internationale Schäfertagung im Baden-Württembergischen Münsingen statt. Ob ein solches Treffen ein Anfang zu einer neuen Marktpositionierung sein kann und ob das Potential der bestehenden Märkte groß genug ist. Wird sich zeigen müssen.

Im Dienste unserer Natur

Tatsächlich erwirtschaften viele große Schäfereien ihre Erträge nicht mit den eigenen Produkten sondern mit der Landschaftspflege. Bis zu 60% der Erträge stammen aus Fördermitteln zum Erhalt unserer Kulturlandschaften. Naturschutzvereine und auch die Umweltministerien und -Behörden betonen beim Thema Schäferei ständig deren unschätzbaren Wert für die Biodiversität durch den Erhalt selten gewordener Biotope. Ob die schwäbische Alb, die Lüneburger Heide, oder die Rhön. Die biologische Vielfalt und die Qualität diser Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere und auch der damit verbundene Wert für Tourismus und Naherholung wäre ohne die Schäferei weder technisch noch finanziell zu leisten.

Gleiches gilt beim Schutz unserer Deiche. Der Klimawandel erfordert es, dass unsere Deiche mehr denn je gepflegt werden. Deiche können die Wassermassen aber nur aufhalten, wenn sie mit einer dichten Grasnarbe bewachsen und ständig an der Oberfläche verdichtet werden. Wieder gibt es finanziell und technisch keine bessere Alternative als unsere Schäfereien und die Beweidung mit deren Schafen.

Also ließe sich doch die Schäferei wunderbar über eben diese Maßnahmen im Umwelt und Naturschutz wieder auf feste Beine stellen und auch nachhaltig fördern. Der Verlust unserer Schafe in diesem Bereich ließe die Kosten explodieren oder wertvolle Kulturlandschaften und deren Artenreichtum würden einfach verschwinden.

Jetzt kommt aber die Krux an der Sache. In der Regel werden diese Maßnahmen nämlich aus dem Agrarhaushalt finanziert und zum einen ist dieser in seiner Höhe begrenzt zum Anderen ist es nicht erlaubt, einige Betriebsformen über die Maßen zu fördern um den Wettbewerb nicht zu verzerren. Schäfer aus anderen Bereichen zu fördern und ihre Leistungen dann als einfache Dienstleistung zu bezahlen. Sie also nicht als umweltfreundliche Form der Landwirtschaft durch Zuschüsse aus dem Agrarhaushalt zu finanzieren wäre vermutlich eine gute Lösung.

Allerdings gefällt dieser Gedanke den zuständigen Behörden in Kommunen, Ländern und dem Bund nur wenig. Der Etat für Naturschutz und Erhalt unserer Wasserstraßen ist bereits gut angelegt und man fordert lieber die Landwirtschaftsministerien auf, endlich zu handeln, anstatt selbst die Verantwortung zu übernehmen. Somit stehen wir mit unseren Schäfereien immer wieder an dem selben Punkt. Der Naturschutz, die Verbraucher, eigentlich fast die gesamte Öffentlichkeit findet es ganz wunderbar dass es uns gibt und überall wird uns versichert wie wichtig der Erhalt der Schäferei für Deutschland ist. Verantwortlich fühlt sich aber kaum jemand und unseren Ansprechpartnern in den Landwirtschaftsbehörden sind durch die gesetzlichen Vorgaben der Agrarsubventionen oft einfach die Hände gebunden.

Also sitzen wir auf unseren Höfen und schauen in eine denkbar düstere Zukunft. Die Systeme zur Rationalisierung auf unseren Betrieben sind ausgeschöpft. Die Arbeitszeiten bis an die Grenzen jedes einzelnen ausgereizt und der Verdienst angestellter Schäfer auf ein minimum dessen festgelegt, was man einem Menschen noch zumuten kann.

Der Wolf

Vor diesem Hintergrund erwartet uns nun mit dem Wolf ein neues Problem. Eines bei dem in erster Linie die Schäfer und unsere Schafe die Leidtragenden seien werden. Wir müssen jetzt Sorge dafür tragen, unsere Herden zu schützen und die erforderlichen Investionen dafür sind riesig. Ob hohe Zäune mit untergrabeschutz, Herdenschutzhunde, dauerhafte Nachtwachen oder Neubauten auf unseren Sommerweiden zur Unterbringung unserer Schafe während der Nacht. Nahezu jeder Betrieb in Deutschland gleich welcher Größe und Tieranzahl steht vor dem Problem investieren zu müssen und gleichzeitig kein Geld mehr zu haben. Die Versprechen, verlorene Tiere zu ersetzen, sind zwar gegeben aber das ist nur ein Teil der Lösung. Zum einen ist es nur schwer erträglich, ständig tote Tiere von der Weide zu sammeln. Zum Anderen ist der Wert der Tiere nicht nur an ihrem Fleischanteil also Marktwert zu bemessen. Fehlgeburten werden nicht erstattet. Teure und für die Entwicklung der Herde wichtige Zuchttiere werden nicht anders berechnet. Der zusätzliche Aufwand im Alltag mit den verängstigten Tieren wird nicht erstattet. Das Ausfüllen der Formulare, die unzähligen Gespräche, zerstörte Pferche, schlaflose Nächte voller Sorge, all das wird nicht erstattet. Zudem sind alle Zahlungen eben an einen sinnvollen Herdenschutz gebunden. Selbst wenn die Länder Förderprogramme zur Anschaffung von Herdenschutzhunden und Zäunen auflegen und die werden flächendeckend noch überhaupt nicht angeboten, sind doch die vielen damit verbundenen Folgekosten, Arbeitszeit und Personal von den Schäferinnen und Schäfern selbst zu tragen. Das erklärt vielleicht auch warum die wenigen bestehenden Förderungen für Herdenschutzhunde zum Teil nicht abgeschöpft werden. Die Folgen einer Anschaffung auch mit Förderung, sind finanziell nicht zu leisten.

Ich habe neulich einen Artikel mit einem Schäfer gelesen, der die Probleme in denen wir stecken ganz gut zusammengefasst hat. Die Schäferei besteht schon lange nicht mehr, weil sich die Arbeit finanziell lohnen würde. Es gibt keine Arbeit bei der wir nicht am Ende finanziell besser dastünden oder wenigstens unserer Gesundheit mit den viel zu hohen Arbeitszeiten weiterhin so massiv aufs Spiel setzen würden. Die Schäferei besteht weil uns die Arbeit eigentlich doch immer Spaß gemacht hat und wir auch stolz sind, einem so traditionsreichen Beruf nachzugehen.

Viele Schäferinnen und Schäfer sind am Ende ihrer Kräfte, sind es leid zu kämpfen, haben es satt bei den Ämtern betteln zu müssen und auch den Schafen geht es aufgrund der Belastungen in unserer Obhut nicht mehr so gut wie noch vor 30 Jahren.

Die Angst vor dem Wolf, die zu erwartenden Folgen und die Machtlosigkeit an unserem Zustand etwas zu ändern lässt die Erkenntnis weiter reifen, dass es jetzt dann doch an der Zeit ist, für jeden ganz persönlich, darüber nachzudenken die Schäferei endgültig an den Nagel zu hängen.

Wer will uns denn da bitte vorwerfen, dass auch immer wieder Stimmen aus unseren Reihen laut werden, die den Abschuss der Wölfe fordern. Ich kann diese Menschen verstehen. Mir wäre auch lieber, wir müssten uns mit diesem Problem nicht auch noch beschäftigen.

Eine einfache Lösung gibt es nicht. Leider. Wenn eine nachhaltige Zukunft für unsere Schäfereien gefunden werden soll, müssen Dinge neu gedacht werden. Wir brauchen nicht länger nur Bekenntnisse sondern politisch jemanden der Verantwortung übernimmt. Wir brauchen den Verbraucher, kommunale Entscheider und die Naturschutzvereine.

Gräben zu graben in denen wir für einen Kampf in Sachen Wolf in Stellung bringen, nützen am Ende weder der Schäferei noch der Sache des Naturschutzes. Am Ende stehen wir alle als Verlierer da. Wir brauchen eine Öffentlichkeit. Eine Öffentlichkeit, die es politischen Entscheidern ermöglicht, sie dazu zwingt, mutige Entscheidungen zu treffen. Wir liefern hervorragende landwirtschaftliche Produkte und wir sind agrarökologische Dienstleister die einen wertvollen Dienst für unsere Natur abliefern. Für diese Dienstleistungen möchten wir bezahlt werden. So bezahlt werden, dass große und kleine Betriebe davon leben können und so bezahlt werden, dass wir neuen Herausforderungen angemessen begegnen können.

Das erwähnt Selbstvermarktungsprojekt bei dem SchäferInnen gekühlte Pakete verschicken finden Sie unter: genuss-vom-schaefer.de

1. internatonale Schäfertagung am 17.10.2017 in Münsingen.

Sven de Vries ist Wanderschäfer und berichtet bei Twitter und Facebook über seinen Beruf und seinen Alltag.

15:54 19.08.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare 15