siegstyle
18.12.2012 | 15:42 13

Jahresvorschau 2013: Klaus Wowereit und BER

Satire Auch 2013 wird der Berliner Großflughafen BER mindestens einmal eröffnet.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied siegstyle

Jahresvorschau 2013: Klaus Wowereit und BER

Foto: Sean Gallup/ AFP/ Getty Images

3. Januar: Das Berliner Abgeordnetenhaus geht mit frischem Schwung ins Jahr und benennt den 30. Februar zum endgültigen Eröffnungstermin für den Berliner Großflughafen BER. Wowereit: „Der internationale Kreativstandort Berlin soll endlich ein modernes Eingangstor bekommen. Daher haben wir uns auch für ein sehr ausgefallenes Datum entschieden. Eines, dass es in dieser Form noch nicht gibt.“ Vize-Regierungschef Frank Henkel: „Bei der Eröffnung bleibt bestimmt kein Henkel trocken.“ Übrigens: Er ist der einzige, der dieses Wortspiel reißen darf.

30. Februar: Der Senat stellt voller Überraschung fest, dass es keinen 30. Februar gibt. „Wir wurden von diesen Entwicklungen völlig überrollt, wer hätte das ahnen können?“, so Klaus Wowereit. „Das Datum sollte ausgefallen sein, aber doch nicht so ausgefallen.“ Wowereit greift durch: Eine mit Experten gespickte Expertenkommission soll einen neuen Termin finden: „Das soll verhindern, dass es nicht der 35. Mai oder der 0. Oktober werden“, so der Regierungschef mit der ihm eigenen Forschheit.

23. April: Die Fachleute der Expertenkommission legen den Termin nach eingehenden Beratungen auf einen Samstag. „Wir sind der Meinung ein Samstag ist ideal, außerdem gibt es den ja öfters.“ Auch Klaus Wowereit ist angetan: „Samstag ist toll, weil man da richtig feiern kann. Jetzt brauchen wir nur noch ein Datum.“ Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, ist man im Senat sehr zuversichtlich ein Datum in „absehbarer Zeit“ zu finden.

16. Mai: Es wird bekannt, dass auf dem Großflughafen BER Flugzeuge landen sollen. Wowereit: „Wer hätte das vorhersehen können? Der Bahnhof war ja schon fertig, wir dachten es könnte jeden Samstag losgehen. So stehen weitere Verzögerungen im Raum.“

22. Juni: Die internationale Expertenkommission legt den Termin für die Eröffnung des Großflughafens BER fest: Es bleibt bei einem Samstag, zusätzlich wurde der 26. Oktober 2014 als endgültiger Endtermin festgelegt. Zu den Gästen, die für die Eröffnung zusagten gehört auch das Sams. „Das Sams kommt ja sowieso immer am Samstag, dann kann es auch nach Schönfeld kommen.“

6. Juli: Das Sams sagt ab. „Bin ich hier bei ‚Wünsch dir was?“ soll im Absageschreiben gestanden haben.

12. August: Der Senat hat nach wochenlangen Recherchen festgestellt: es gibt Samstag und es gibt den 26. Oktober 2013. „Es sei denn, am 21.12.2012 geht die Welt unter“, so Innensenator Henkel. Im Senat ist man – auch aufgrund der Überraschung mit dem 30.Februar – vorsichtig geworden.

13. August: Tag des Mauerbaus: Im Großflughafen BER wird eine (Willy) Brandschutzmauer hochgezogen. So will man den Auflagen genüge tun.

13. September: Man findet die Idee einer Eröffnung des Großflughafens BER prinzipiell immer noch interessant. Klaus Wowereit: „Andererseits habe ich während meines Urlaubs in Barcelona erlebt, wie ein nie fertig werdendes Bauwerk wie die Gaudi-Kirche, Massen von Touristen anzieht.“ Im Senat kursieren daher Pläne BER niemals zu eröffnen. „Schließlich ist der Tourismus ein wichtiger finanzieller Faktor für Berlin“, so der Finanzsenator.

15. September: Es soll doch keine Thilo-Sarrazin Statue die ausländischen Gäste vor dem Großflughafen begrüßen. Dafür wird Heinz Buschkowsky diskutiert.

3. Oktober: Tag der deutschen Einheit. Die Arbeit auf der Großbaustelle ruht (wie an den meisten anderen Tagen auch).

1. November: BER braucht weitere 400 Millionen. „Nicht Gäste, die können ja nicht landen, sondern Euro“, so der Finanzminister (Henkel) trocken.

30. November: Der Termin der Eröffnung am 26. Oktober 2013 wackelt. „Berlin zeichnet sich durch kreative Spontanität aus“, so Klaus Wowereit, „wer will sich da schon so lange im voraus festlegen?“

6. Dezember: Der Weihnachtsmann wedelt mit dem Routen: für An- und Abflüge.

28. Dezember: Der Senat legt den 3. Juni 2012 als Eröffnungstermin fest. Klaus Wowereit: „Mit Hilfe von ausgewiesenen Eröffnungs-Experten haben wir festgestellt: es gibt einen 3. Juni und bei 2012 ist es noch sicherer: das gab es ja schon mal.“

Also kann sich Berlin auf BER spätestens 2012 freuen!

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (13)

oldman 18.12.2012 | 20:13

Wer soll das bezahlen - Warum? Die Mär vom leistungslosen Grundeinkommen ist Realität. Ich hab nicht die geringste Vorstellung von Kontrollmechanismen und Projektsteuerung, vielleicht sollte man McKinsey oder Roland Berger konsultieren:

Volksschule 1960:

Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 50 DM. Die Erzeugerkosten betragen 40 DM. Berechne den Gewinn.


Realschule 1970:

Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 50 DM. Die Erzeugerkosten betragen vier Fünftel des Erlöses. Wie hoch ist der Gewinn?


Gymnasium 1980:

Ein Agrarökonom verkauft eine Menge subterraner Feldfrüchte. Die Menge Geld (G) hat die Mächtigkeit 50. Für die Elemente G gilt: G ist 1. Die Menge der Herstellerkosten (H) ist um 10 Elemente geringer als die Menge G. Zeichnen Sie das Bild der Menge H als Teilmenge der Menge G und geben Sie die Lösungsmenge L für die Frage an: Wie mächtig ist die Gewinnsumme?


Gesamtschule 1990:

Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 50 DM. Die Erzeugerkosten betragen 40 DM und der Gewinn 10 DM. Unterstreiche das Wort Kartoffel und diskutiere mit Deinem Nachbarn darüber.


Autonome Erlebnisschule 1995:

Ein Bauer bietet auf dem Öko-Markt Biokartoffeln an. Nehme eine Kartoffel in die Hand. Wie fühlt sie sich an? Wie riecht sie? Schabe etwas Erde ab, zerreibe sie zwischen Deinen Fingern. Atme den Geruch tief ein. Schließe die Augen und versetze Dich in die Kartoffel. Du bist die Erde. Fühle die Feuchtigkeit, die Dunkelheit... Komme jetzt zurück. Öffne die Augen. Erzähle Deinem Nachbarn von Deinen Erfahrungen.


Schule 2000 (nach der Rechtschreibreform):

Ein kapitalistisch priweligierter bauer bereichert sich an einem sack kartoffeln um 10 euros. Untersuch das tekst auf inhaltliche feler. Korrigiere die aufgabenstellung und demonstrire gegen die lösung.


Schule 2010:

Es gipt keine kartoffeln mer, nur noch pomm frizz bei McDonalds.

BER 2012: Da die Feuerlöschdingsdabumsda nach wissenschaftswissenschaftlicher Nachüberberechnung nicht kompetenzfachgerecht usw. kommt von komponenter Saite der Schlagvor, Löschpapier einzusetzen. Untergang oder Barbarei, wo ist der dritte Weg ...

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Ehemaliger Nutzer 19.12.2012 | 19:09

@D.A.F.

lustig wolfram. bei uns im norden erzählt man sich andere geschichten. z.b. die vom rechtskräftig verurteilten adolf h., der - hätten ihn seine bayrischen fans nicht aus dem münchner knast geholt - vermutlich nicht so eine tolle karriere als führer gemacht hätte.

Was für Fans haben ihn wann aus dem Gefängnis geholt? Ihn, den braunschweigischen Regierungsrat, der mit dieser Ernennung automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft bekam.

Ciao

Wolfram