Paul Mason
10.11.2016 | 17:08 64

Bildet Banden

US-Wahlen Trump ist der Sargnagel für den Neoliberalismus, wie wir ihn kannten. Gerade jetzt muss die Linke neue Koalitionen bilden, anstatt auf rechte Schreihälse zuzugehen

Bildet Banden

Nach Trump und Brexit ist das Ende nah

Foto: Chip Somodevilla/AFP/Getty Images

„Ich sitze in einer Spelunke ... unsicher und ängstlich", schrieb der englische Schriftsteller WH Auden 1939 in den Tagen vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Heute sind die Linken, die Humanisten und Liberalen der Welt an der Reihe, in ihren modernen Spelunken zu sitzen – Kaffeebars, die durch globale, prekäre, junge Leute bevölkert werden – und sich einer Wahrheit zu stellen: Die Globalisierung ist tot. Die amerikanische Supermacht wird sterben.

Donald Trump ist Präsident. Das liegt nicht an der viel beschworenen weißen Arbeiterklasse, sondern daran, dass Millionen von bürgerlichen und gebildeten US-Amerikanern in ihr Innerstes blickten und dort, nachdem sie sich aller Gaukelei entledigt hatten, einen grinsenden, weißen Rassisten fanden. Inklusive bis dato unerschlossener Reserven für Frauenfeindlichkeit.

Die akademische Debatte darüber, was den Erfolg Ultrarechter in liberalen Demokratien antreibt – Migration oder wirtschaftliche Not –, war in den USA schon immer zu steril. Hohe Zuwanderung in Volkswirtschaften, in denen Wachstum nur schlecht bezahlte Jobs generiert, wird immer die Rechte begünstigen – wenn es keine starke und fortschrittliche Arbeiterbewegung gibt. Aber das ist in den USA nicht der Fall.

Die USA standen nach der Finanzkrise 2008 auf der Gewinnerseite. Erst stabilisierte man die eigenen Banken und entschied sich dann frühzeitig für eine deutliche Expansion der Geldmenge. Das Reallohnwachstum schwankte in den letzten fünf Jahren um die vier Prozent.

Stille Reserven für Angst und Hass

Das allein war nicht die einzige Grund, der für Optimismus in Hillary Clintons Lager sorgte. Ihre Analysten wiesen auf einen unaufhaltsamen demographischen Anstieg hin, der ihren liberalen Kurs zu untermauern schien: eine große Anzahl an Single-Frauen-Haushalten, wachsende schwarze und hispanische Communities, Homosexuellen-Ehen und eine noch nie dagewesene Zahl von College-Absolventen. Was sie unterschätzten, war die Anfälligkeit ihrer eigenen Ideologie und die stillen Reserven für Angst und Hass – auch unter gebildeten Männern in gut geschnittenen, weißen Hemden.

Sollte es sich tatsächlich um eine Veränderung des Status quo für eine bis dato dominante Gruppe handeln – die die Wähler nach rechts außen treibt, wie der Politikwissenschaftler Roger Petersen argumentiert –, dann müssen wir mit der größten Veränderung aller Zeiten beginnen. Das ist der reproduktive Schock, der vor 50 Jahren begann. Mit der Pille, die Frauen in Vorstandsetagen und an die Front brachte und ihnen die Kontrolle darüber gab, mit wem sie wann und wie Sex haben.

Das massenhafte Vorkommen von Vergewaltigungs- und Todesdrohungen gegen Frauen des öffentlichen Lebens, angeführt von Schlüsselfiguren der alternativen rechten Medien, ist nur die Schaumkrone auf der See des Zorns, die von einigen Männern in Wallung gehalten wird. Man gibt schließlich nicht 40.000 Jahre biologisch gesteuerte soziale Kontrolle auf, ohne dass es einen Backlash gibt. Bevor wir uns also dem Verrat, den das weiße Amerika letzte Nacht an den übrigen ethnischen Gruppen begangen hat, zuwenden, müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass der Gender-Verrat noch schwerer wiegt.

Als Trump seine „Grab her by the pussy“-Ausbrüche als Kabinengequatsche abtat, meldeten sich sogleich gegen Sexismus engagierte Sportler zu Wort und behaupteten: "Nicht in meiner Umkleide." Aber Trump hat Recht. In den Umkleideräumen der entwickelten Welt gibt es eine tief sitzende Angst vor der wirtschaftlichen und sexuellen Befreiung der Frau. Wenn auch nicht bei allen Männern, so doch bei vielen.

Das Talent der Rechten für Subtext

Lässt man einmal die Wall Street-Abendessen, die Emails und ihre Lungenentzündung außen vor, so war es schlussendlich Hillary Clintons Geschlecht – symbolisiert durch ihren Hosenanzug –, welches für einige der männlichen Wähler einfach zu viel war, College-Abschluss hin oder her.

Was Ethnizität und Migration angeht, sind die Dynamiken dessen, was Trump zur Macht verhalf, ziemlich einfach nachzuvollziehen, wenn man das Talent der Rechten für Subtext versteht. Jedes Mal, wenn Trump sagte "Wir bauen eine Mauer, um die Mexikaner zu stoppen", vernahmen die Menschen auch den unausgesprochenen zweiten Teilsatz: "... und wir werden die Segregation für das schwarze Amerika wieder einführen." Die ersten Opfer des nun entfesselten Zorn der „weißen Vorherrschaft“ werden die kühnen schwarzen College-Studenten sein, die Black Lives Matter zu einem Alltagsbegriff machten.

Es handelt sich also um keine zweidimensionale Revolte gegen Armut und Lohnstagnation. Es ist vielmehr eine dreidimensionale Revolte gegen die Auswirkungen des Neoliberalismus – im Guten wie im Schlechten. Die Ökonomie des freien Marktes entfesselt zwei Kräfte, die jetzt kollidieren: die rasche Zunahme an Ungleichheit auf der einen und Aufstiegschancen für talentierte weibliche, schwarze oder schwule Menschen auf der anderen Seite. Solange der Neoliberalismus nicht nur Wachstum, sondern dazu auch eine Wachstumsversprechen, eine vorhersehbare bessere Zukunft, lieferte, war er für die Abgehängten ertragbar.

Aber der Neoliberalismus funktioniert nicht mehr. Er ist kaputt. Sollte er überleben, würde er im besten Fall durch Zentralbank-Geld befeuertes Zombie-Wachstum und im schlechtesten Fall Stagnation produzieren. Aber er wird nicht überleben. Im letzten Sommer habe ich vorausgesagt, dass, wenn wir nicht endlich mit der Ökonomie der hohen Ungleichheit, der hohen Verschuldung und der niedrigen Produktivität brechen, die Bevölkerungen weltweit für ein Ende der aktuellen globalen Ordnung votieren werden. Aufgrund des Brexit und Trump ist dieser Prozess nun unaufhaltsam. Die nächste Welle dieses Tsunamis wird Italien und Österreich pünktlich zu den jeweiligen Abstimmungen am vierten Dezember treffen.

Verleugnungsreflexe auf Hochtouren

In den nächsten Wochen werden unsere Verleugnungsreflexe auf Hochtouren laufen. Wie Audens Generation werden wir uns an unseren Alltag klammern. Aber eine bestimmte Gruppe von Menschen hat an einem Punkt erreicht, an dem nur mehr Ehrlichkeit weiterhilft. Es sind die Ökonomen und Journalisten, die Beamten, Bankiers und Politiker, die die Idee einer Existenzkrise verleugnet haben.

Sie behaupteten, der Kapitalismus der vergangenen 30 Jahre sei lediglich der Kern eines Systems, das solange nicht verbesserungsfähig ist, bis nicht auch das letzte Krankenhaus privatisiert sei und die Gewerkschaftsdichte gegen Null laufe. Sie lagen falsch. Sie müssen nun ihre intellektuelle Feuerkraft und ihre Ressourcen – wie es schon ihre Kollegen in den Zeiten von Keynes und Roosevelt taten – auf die Gestaltung eines alternativen Systems verwenden.

Man wird von links eine Menge Wehklagen über unsere Loslösung von den Werten des „kleinen Mannes“ hören. Das ist Blödsinn, sowohl als Umstand als auch als Erklärung für das, was passiert ist. In jedem Staat der USA gibt es Mitglieder der Arbeiterklasse, die in überfüllten Abtreibungskliniken arbeiten und Gewerkschaften für Reinigungskräfte mit Migrationshintergrund oder Walmart-Personal organisieren.

Wer jetzt fordert, die Linke müsse sich wieder mit Menschen, deren Köpfe voll von „weißer Vorherrschaft“ und Misogynie sind, in Verbindung setzen, sollte das auch zu Ende denken. Mit welchen Mitteln? Indem wir unsere schwarzen Mitmenschen vor die Hunde gehen lassen? Vor achtzig Jahren marschierten Dichter und Bergleute der Internationalen Brigaden auch nicht in die Schlacht und verkündeten: „Man muss schon sagen, die Faschisten haben da einen Punkt."

Mut finden

Es geht dementsprechend nicht um die Wiederherstellung einer Verbindung. Wie auch in Großbritannien ist die rassistische Rechte in den USA eine Minderheit, die besiegt werden kann und muss. Ganz im Gegenteil, es muss darum gehen, die politischen Koalitionen neu zu bilden, die sowohl den New Deal erstritten als auch den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben. Die Linken, die Gewerkschaften, die ethnischen Minderheiten, die liberale Mittelschicht und der Teil der Wall Street und der amerikanischen Vorstandsetagen, der nicht bereit ist, mit anzusehen, wie Möchtegern-Trumps ihr Kabinengequatsche in die Tat umsetzen.

Es dürfte nicht schwer sein, eine gemeinsame Geschichte zu schreiben, in deren Mittelpunkt die Verteidigung der globalen Vernetzung, der Toleranz und der Gleichstellung der Geschlechter steht. Wir müssen sie nur überzeugend erzählen. Und dazu müssen die Demokraten in den USA den Mut finden, aus dem zu lernen, was etwa Labour in Großbritannien – in einem enormen und noch unvollendeten Kraftakt – lernen musste: Hört auf, diskreditierte Repräsentanten der Elite an eure Spitze zu stellen.

Paul Mason ist ein englischer Pädagoge, Hochschullehrer, Autor, Journalist und Fernsehmoderator. Er gewann den Wincott-Preis für Wirtschaftsjournalismus und bezeichnet sich selbst als "radikalen Sozialdemokraten"

Übersetzung: Jan Jasper Kosok

Kommentare (64)

janto ban 10.11.2016 | 19:06

|| Trump ist der Sargnagel für den Neoliberalismus, wie wir ihn kannten. ||

Bis da hin bin ich gekommen - und muss direkt mal fragen: Der Trump, der das US-Fianzkasino weiter deregulieren, die Totalüberwachung ausweiten, Obamas Krankenversicherung wieder abschaffen, Steuern senken und die Staatsverschuldung so in noch höhere Höhen treiben will..? Reden wir über diesen Trump..??

Richard Zietz 10.11.2016 | 19:14

Leider enthält der Beitrag keinerlei Belege für seine beiden wichtigen Hoffnungs-Thesen: a) dass der Neoliberalismus am Ende wäre, b) es lediglich einer neuen New-Deal-Koalition bedürfe, um die Sache zum Besseren zu wenden.

Im Gegenteil: Die nächsten möglichen Stationen des rechten Backlashs malt er – meiner Meinung nach durchaus realistisch eingeschätzt – zutreffend an die Wand. Nun verstehe ich weder, was an rechtspopulistischen Durchmärschen in Europa gut sein soll. Ebenso wenig, inwiefern sie oder ihr US-Pendant Trump dem Neoliberalismus sein verdientes Grab graben. Noch weniger verstehe ich in dem Kontext den dialektischen Schlenker, demzufolge nicht die soziale Abgehängtheit der Trump-Anhänger für den Trump-Erfolg gesorgt hat, sondern deren grenzenlose Misogynie und Rassismus. Über letzteres kann man sich zwar streiten (ich beispielsweise bin gegenüber dieser besonders im »durchgegenderten« Bildungsmilieu gängigen Erklärung nach wie vor skeptisch). Wenn diese Leute allerdings charakterlich so hoffnungslose Fälle sind wie der Beitrag behauptet, wäre doch eher Barbarei das Ergebnis – und nicht ein Ende des Neoliberalismus.

Kann es sein, dass ein (akademisch) gescheiter Mann hier etwas zu sehr um die Ecke gedacht hat? Mich überzeugen die dargebotenen Erklärungsansätze jedenfalls nicht.

Alter Linker 10.11.2016 | 19:41

"Die Linken, die Gewerkschaften, die ethnischen Minderheiten, die liberale Mittelschicht und der Teil der Wall Street und der amerikanischen Vorstandsetagen"

Was für ein unsäglicher Artikel, was für eine dumme Idee. Die Linken und die Gewerkschaften sollen also jetzt noch stärker der liberalen Mittelschicht, der Wall Street und den Konzernetagen bei der Rettung des Neoliberalismus helfen. Wenn die Linke noch einen Funken Verstand hat macht sie genau das Gegenteil oder sie wird nicht mehr benötigt. Siehe dazu den Artikel von Riexinger letzte Woche.

Und nächste Woche werden der Guardian und der Freitag dann wahrscheinlich Umerziehungslager für weiße heterosexuelle Trump-Wähler fordern, sagen wir mal, zur besseren Konzentration.

Prinz 10.11.2016 | 20:37

"Die Linken, die Gewerkschaften, die ethnischen Minderheiten, die liberale Mittelschicht und der Teil der Wall Street und der amerikanischen Vorstandsetagen"

Ich dachte das war Clintons Bündnis, das hat aber verloren!

Nur der Klassenkampf erlaubt es potentiel wirklich 99% der Bevölkerung zu mobilisieren. Wenn ihm mehr Konsum und Freizeit winken lässt sich vermutlich auch der ein oder andere Rassist und Sexist für eine progressive Politik gesellschaftlicher Erneuerung gewinnen.
Die Dämonisierung der Trumpwähler macht das Lager der Gegner unnötig groß.
Auf keinen Fall darf sich die Linke auch nur mit Teilen des sterbenden Establishments verbünden und identifizieren. Ganz egal wie progressiv diese in Minderheitenfragen sind. Öknomisch sind sie der Feind. Hinter einem progressiven Feigenblatt produzieren sie bewusst und unbewusst die Verbitterung, die sich dann rassistisch und sexistisch entladen mag, ohne dass dies die Rassisten und Sexisten entschuldigen soll.

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Ehemaliger Nutzer 10.11.2016 | 22:51

halten wir es mit dem alten Märchen vom Fischer und sin Fru:

Newt Ginrich wird als Außenminister gehandelt

und auch Sarah Palin soll ein Ministeramt erhalten:

Und Trumbo soll als antie-establisher angetreten sein?

Wie ?

Trumbo verfügt über eben jene Bindungskräfte, die für den Bible Belt und Das Finanzkapital als geboten scheinen:

Der Nigger is endlich weg: nun haben sie ihn: ihren trumbo.

Und Trumbo wirkt doch komfortabel ausgestattet aus dem Kongress:

endlich werden die Reps keine Ausrede mehr haben, weshalb sie ihr eigenes Land an die Wand gefahren haben werden!

Man sollte Idioten auf den Punkt bringen?

Gemach gemach: das inzwischen machen sie hochnobilitiert selbst.

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Ehemaliger Nutzer 10.11.2016 | 22:58

Marine le Pen, der faschistischen Schweflerin, entglitt unvershends folgender Bonmot in irer vollendeted geistigen Verschlichtheit: die Wahl von Trumbo soll ihrer veröffentlichten Meinung ein "Sieg der Freiheit" gewesen sein.

Ja wenn schon Faschisten wieder von Freiheit herumschwefeln...

miauxx 10.11.2016 | 23:09

Ich sehe den Text als eine Art Essay und recht persönlichen Kommentar; keine ganz prosaisch-trockene Analyse. Dabei ein vielleicht noch leicht, aber freilich mit voller Absicht, überzeichnetes Szenario des turns nach Rechts dies- und jenseits des Atlantiks, das eben ein bisschen mehr in eine mögliche nahe Zukunft ausgreift. Aber in all' dem hat Mason mehr als einen Punkt, finde ich. Die flotte und pointierende Schreibe erinnert mich an die Mittel des Kabaretts. Und konzentriert uns dieses nicht recht oft die politischen und gesellschaftlichen Realitäten deutlicher vor dem geistigen Auge; lässt weiter ausblicken - auch oder gerade mit seinen Überzeichnungen ...?!

Und, da Sie das "»durchgegenderte« Bildungsmilieu " "skeptisch" ansprechen: Ich stimme Ihnen zu, dass dieses sich allzu sehr auf Randaspekte kapriziert und sich mit diesen allein als progressiv begreift, dabei aber eigentlich zutiefst im neoliberalen Mainstream hängt. Ich denke aber, dass Mason hier gar nicht so verschieden denkt. Man sehe dazu seine Feststellung: "Die akademische Debatte darüber, was den Erfolg Ultrarechter in liberalen Demokratien antreibt – Migration oder wirtschaftliche Not –, war in den USA schon immer zu steril." Und das gilt für Europa, für Deutschland wohl ganz genauso. Es sind eben diese bestimmten Milieus, die, wenn es darauf an und hart kommt - wie eben mit Wahlerfolgen von rechts und nun einem Trump - ihre tatsächliche Ferne zur sozialen Realität nicht besser - schlechter - demonstrieren könnten, als im verächtlichen Verweis auf die halt ungebildete und fette weiße "Unterschicht".

Unterm Strich, und vor allem sehend die Art der Debatten - auch hier auf freitag.de, wie jetzt zum Trump-Sieg -, kann jedenfalls die Festellung Masons, eine Linke dürfe auf keinen Fall der Rechten zugestehen, sie habe hier oder dort "einen Punkt", nicht hoch genug eingeschätzt werden.

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Ehemaliger Nutzer 10.11.2016 | 23:15

btw: trumbo will 1 Billion Euro an Infrastrukturmaßnahmen mit Steuersenkungen finanzieren:

Das wird aber ein Spaß: seinem designiert wirkenden Außenminister wird das Wort Haushaltsdisziplin vermutlich wie altpräpositorisch erscheinen: Gingrich in Syrien - was für ein Spass, wenn einer der Drahtzieher dieses FRiaskos öffentlich in Erscheinung treten sollte: Nur voran Ladies: Ihr habt jetzt die Weltmacht.

karamasoff 10.11.2016 | 23:53

Daß Trump ein Sargnagel der Neolibs ist, halte ich für ein Gerücht. Daß echte Linke jemals auf rechte Schreihälse zugingen ebenfalls. Daß man sich jetzt aus jeder Verantwortung stehlen und reinwaschen will ist eher wahrscheinlich.

Gab mal n Spruch früher:

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten.

Der ist jetzt auch in den USA neu anwendbar:

Wer hat uns verraten? US-Demokraten.

Dumbass Democrats , "Congratulations, you played yourself!..."

Counterpunch

Trumps Sieg ist die Rache für Clintons Krieg gegen Sanders

Telepolis

Und wenn ich mir so anlese, was sich da nun in letzter Konsequenz endlich zusammenbraut und anbahnt, wird sogar mir blümerant:

Trump will roll back Obama’s LGBT rights protections, Mike Pence confirms (PinkNews)

League Of The South Hails Trump, Wants ‘No Mercy’ Towards ‘Jews, Minorities And Anti-White Whites’ (RightWingWatch)

Ein Russe in Ankara (JungeWelt)

Ein »Eurasier« und ein türkischer Exmaoist werben für eine Allianz zwischen Russland und der Türkei

"Mit dem russischen Vordenker der »Eurasier«-Bewegung, Alexander Dugin..."

Ob der demnächst auch in die USA fliegen wird? Ich verwette meinen Arsch (mehr besitz ich eh nicht mehr).

Alter Linker 11.11.2016 | 00:22

Normalerweise finde ich Ihre Kommentare sehr lesesenswert und erhellend - wie auch bei diesem Kommentar von Ihnen - aber zu Ihrer Schlussbemerkung muss ich leider Einspruch erheben.

"Unterm Strich, und vor allem sehend die Art der Debatten - auch hier auf freitag.de, wie jetzt zum Trump-Sieg -, kann jedenfalls die Festellung Masons, eine Linke dürfe auf keinen Fall der Rechten zugestehen, sie habe hier oder dort "einen Punkt", nicht hoch genug eingeschätzt werden."

Wenn die Rechten "einen Punkt" haben und die Linke diesen "Punkt" einfach weiter ignoriert wird das nichts. Die Augen fest zuzudrücken ist nie eine gute Reaktion.

Wenn sich die Linke darauf beschränkt, "Seit an Seit" mit dem liberalen Bürgertum, den Konzernzentralen und der Wall Street Identitätspolitik für (gefühlte) Minderheiten zu machen werden die Mehrheiten eben bei anderen landen.

Und dann muss man eben auch zugeben, dass Rechte manchmal "Punkte" thematisieren die Linke, liberales Bürgertum und Konzernzentralen lieber nicht so gerne erwähnen.

Richard Zietz 11.11.2016 | 09:21

»Unterm Strich, und vor allem sehend die Art der Debatten - auch hier auf freitag.de, wie jetzt zum Trump-Sieg -, kann jedenfalls die Festellung Masons, eine Linke dürfe auf keinen Fall der Rechten zugestehen, sie habe hier oder dort "einen Punkt", nicht hoch genug eingeschätzt werden.«

Zugestehen oder nicht? Anders gefragt: Hat die Linke Anlass zur Selbstkritik oder nicht? Ich persönlich denke zwar, Ja (und speziell auch im Hinblick auf den »Poor White Trash« – hier spricht die Landkarte der republikanischen Zugewinne eine unwiderlegbare Sprache). Umgekehrt sind mir die »Analysen«, das Beharren auf den eigenen Positionen und auch der »Trumpismus«, der in der dFC offensichtlich zahlreiche Sympathisanten gefunden hat, einfach suspekt. 48 Stunden nach diesem Maximaldesaster (behaupte ich) kann niemand eine durchreflektierte Analyse abliefern – und schon gar nicht eine Strategie, wie es linksseitig nun weitergehen soll (auch hier gesetzt der Fall, zuvor habe zumindest ansatzweise eine solche existiert).

Wie geht es rechtsseitig weiter? Ist Donald Trump der neue Messias? Sicher spricht einiges für die Annahme, dass Trump (zusammen mit der Fraktion, die in den USA nunmehr die Macht übernommen hat) außenpolitisch Druck rausnehmen wird. Die Parameter – Russland, Syrien-Krieg, NATO & Old Europe – sind allseits bekannt. Was mich etwas verwundert ist die Tatsache, dass der durch und durch reaktionäre Charakter dieser Bewegung auch linksseitig teils grundlegend verkannt oder ignoriert wird. Dabei zeichnet sich bereits seit gestern ab, in welche Richtung die Reise gehen wird. Gehandelte Kabinettsmitglieder – mit das Reaktionärste, was die US-Politik derzeit aufzubieten hat: Pence, Giuliani, Ginrich, eventuell Christie, eventuell Palin.

Falken, Hardliner, Old Boys, Marktradikale und Tea Party, wohin man blickt. Wie mit dieser Truppe die malade untere Hälfte der US-Gesellschaft wieder eingegliedert werden soll, steht in den Sternen. Was haben wir? Vorsichtig formuliert würde ich mal sagen: die traditionelle, bodenständige Schwerreiche-Fraktion hat einen Platzsieg errungen gegen die Globalistas in Banken, Medien und IT-Wirtschaft. Wird das gut gehen? Ich prognostiziere mal, bereits zur Halbzeit von Trumps Präsidentschaft werden sich die sozialen Widersprüche auf eine Art verschlimmert haben, die wir uns heute noch gar nicht ausmalen können.

Ist das gut, ist das schlecht? Für Schüttelfrost-Therapieempfehlungen, durch die der Patient durch muß vor seiner Gesundung, fehlt mir – auch als Linker – der nötige Zynismus. Ich persönlich denke, es werden noch einige Überraschungen auf uns zukommen. Und zwar unterschiedlichster Natur.

struppi_X 11.11.2016 | 09:41

Ich hab den Artikel nicht gelesen, da schon im ersten Absatz absehbar wohin die Reise geht. Es ist dieser selbstgefällige Gusto, dort die bösen weissen Männer und wir die moralisch überlegenen. Hat der Autor sich das Wahlergebnis mal genau angeschaut? Trump (59.821.874) hat nahezu exakt soviel Stimmen bekommen, wie Republikaner 2012 (Romey 60.932.795) und 2008 (McCain 59.934.786), mit denen die deutlich gegen Obama verloren haben. Das heißt da wurden nicht Massen von rassistischen, weissen Untermenschen aktiviert, es sind nahezu die Gleichen die die letzten 10 Jahre immer die Republikaner gewählt haben. Sondern Clinton hat massiv Stimmen verloren. Das Problem sind also nicht die blöden Rechten, sondern die noch blöder Linken. Gerade Clinton ist ein zutiefst abartiges Symbol dieser Dummheit. Kriegsklüstern in Union mit Saudi Arabien und Geldgeil von der Wallstreet bezahlt, wurde sie in die Kandidatur gehievt. Die Unterstützung der Kriegs- und Finanzindustrie war ihr sicher und damit auch den grossen Medien in den USA. Dann hat sie mit ihren "Frauenssein" und dem Fingerzeigen auf Trumpanhänger die "Wohlfühlpolitiker" überzeugt. Denen geht es darum, dass sich Menschen wohlfühlen, niemand diskriminert wird und auf keinen Fall mit irgendjemanden redet, der einmal als das Böse stigmatisiert wurde. Das es aber in der Politik nicht darum geht das jemand sich "wohlfühlt" ist denen nicht klar. Und diese Wohlfühl Pseudopolitik ist auch bei uns in weiten linken Teilen das Maß der Dinge und sorgt dafür, dass es mit Sicherheit in naher Zuknft keine Chance für eine linke Politik gibt. Die auch Dinge verändert, die die Menschen betrifft. So wird es 2017 darauf hinauslaufen das es eine neue extrem starke neoliberale, konservative Partei geben wird, die den Eindruck erweckt sie würde etwas für die Menschen tun, aber in erster Linie die Ignoranz der "Realpolitiker" ausnutzt. Das was Trump auch geschafft hat. Das "ihr seit die Opfer und wir müssen uns wehren"-Gefühl. Gebt den Menschen, das was sie brauchen und alles wird gut! Aber dazu müsste jemand den Menschen zuhören wollen und nicht nur seine eigene Blase wahrnehmen.

res heiligensee 11.11.2016 | 09:59

"Hört auf, diskreditierte Repräsentanten der Elite an eure Spitze zu stellen. "

Das ist für mich die entscheidende Aufforderung von Paul Mason. Und das zeigt auch die Bedeutung des Siegs Corbyns im leadership contest der Labour Party. Corbyn ist vor allem eines - eine ehrliche Haut. Und eine solche Persönlichkeit brauchen wir an der Spitze einer progressiven Allianz, die der EU den Weg zu mehr Demokratie und sozialer Sicherheit und dem Ende des Bellizismus offen hält. Ja, und dazu gehören auch verständige Kapitalisten, die nicht eines Tages an den Laternen enden wollen.

Politiker wie Steinmeier oder Gabriel sind dafür nicht geeignet. Ihr unehrlicher Opportunismus der vergangenen Jahre disqualifiziert sie genauso wie Clinton.

Leider ist es zu spät, um für die nächste BT-Wahl einen Auswahlprozess für eine überzeugende Persönlichkeit einer progressiven Allianz zu starten.

Querlenker 11.11.2016 | 10:43

<<Vor achtzig Jahren marschierten Dichter und Bergleute der Internationalen Brigaden auch nicht in die Schlacht und verkündeten: „Man muss schon sagen, die Faschisten haben da einen Punkt.">>

Auf der Seite der anarchistischen POUM-Verbände in Katalonien kämpfte ein Brite namens Eric Blair, besser bekannt unter seinem Künstlernamen George Orwell, gegen die faschistischen Truppen des Generals Franco. Orwells Leben hing nach einem Halsdurchschuss am seidenen Faden. Später entkam er in Barcelona nur mit Glück den stalinistischen Schergen, die sich die Ausschaltung der POUM zum Ziel gesetzt hatten, so wie übrigens auch ein gewisser Willi Brandt, der zur gleichen Zeit als Auslands-Korrespondent über die Unruhen in Barcelona berichtete, während ein gewisser Erich Mielke die spanischen Stalinisten in effizienten Verhörmethoden beriet.

Nachdem die USA im Krieg gegen den Hitler-Faschismus große Opfer gebracht hatten, kam es zu Beginn des Kalten Krieges zwischen 1947 und 1956 in der nach einem republikanischen Senator benannten McCarthy Ära zu einer Hexenjagd auf links gerichtete Amerikaner, an der sich unter anderen der spätere US-Präsident Richard Nixon beteiligte. McCarthy führte schwarze Listen über Personen, die verhaftet oder ausgewiesen werden sollten. Den amerikanischen Freiwilligen, die auf Seite der spanischen linken Volksfront-Regierung am Spanischen Bürgerkrieg teilgenommen hatten, wurde verfrühter Antifaschismus vorgeworfen, was ja wohl bedeutet: Ab 1942 war der bewaffnete Kampf gegen den Faschismus ok, 1936 aber noch eine kriminelle Tat. Etliche amerikanische Spanienkämpfer wurden ins Gefängnis geworfen und mit Berufsverboten belegt. Wäre George Orwell amerikanischer Staatsbürger gewesen, hätte ihm dieses Schicksal ebenfalls gedroht.

Im Wikipedia-Artikel über die Mc-Carthy Ära lesen wir:

Das Vorgehen McCarthys und des HUAC stieß bei einem großen Teil der amerikanischen Bevölkerung auf breite Zustimmung. Der Soziologe Samuel A.Stouffer attestierte in einer 1954 durchgeführten Studie eine weite Verbreitung von Verschwörungsdenken, unkritischem Antikommunismus und Intoleranz gegenüber abweichendem Denken und Verhalten insbesondere in ländlichen und kleinstädtischen Schichten des mittleren Westens. Da sich die Verhöre vor allem gegen Intellektuelle, hochgestellte Regierungsbeamte und andere Privilegierte richteten, glauben Jürgen Heideking und Christof Mauch , dass sich in ihnen „der Drang der Mittelklassegesellschaft [manifestierte], ihre eigenen Normen allgemein verbindlich zu machen und politisch-kulturelle Abweichungen vom akzeptierten Meinungsspektrum in möglichst engen Grenzen zu halten.“

Also: Nichts Neues bei den Republikanern in den USA. Außer dass die Listen jetzt von der NSA weltweit über das Internet zusammengestellt werden.

Magda 11.11.2016 | 11:17

Das liegt nicht an der viel beschworenen weißen Arbeiterklasse, sondern daran, dass Millionen von bürgerlichen und gebildeten US-Amerikanern in ihr Innerstes blickten und dort, nachdem sie sich aller Gaukelei entledigt hatten, einen grinsenden, weißen Rassisten fanden. Inklusive bis dato unerschlossener Reserven für Frauenfeindlichkeit.

Dafür muss man nicht mal bis in die USA gucken.

Come back der Frauenverachtung

Aber Trump hat Recht. In den Umkleideräumen der entwickelten Welt gibt es eine tief sitzende Angst vor der wirtschaftlichen und sexuellen Befreiung der Frau. Wenn auch nicht bei allen Männern, so doch bei vielen.

sch123 11.11.2016 | 20:06

Ich finde die Erklärungsansätze auch sehr spekulativ.

Man muss doch erstmal feststellen, dass es nicht DEN Trump-Wähler gibt. Auch Frauen, Latinos, Schwarze etc. haben Trump gewählt.

Es gibt hinsichtlich Bildung gewisse signifikante Tendenzen, wie sie zu erwarten waren (je gebildeter, desto weniger haben Trump gewählt), aber auch viele Akademiker haben Trump gewählt. Dass aber "angry white men" Trump an die Macht gewählt hätten, nur Verlierer, nur Arbeiter, nur Statuspaniker aus dem Mittelstand etc. pp. - so einfach ist es nun mal nicht.

Aber diese Art von Selbstvergewisserung wird man in nächster Zeit wohl noch viel hören und lesen.

Zack 11.11.2016 | 20:46

Die spanische POUM war eine relativ kleine und streitbare, aber in der anarchistischen Gewerkschaftsbewegung repektierte und angesehene (Räte)kommunistische Kaderpartei. Keine Anarchisten, sondern "Trotzkisten", von denen der Herr Trotzki aber nichts wissen wollte.

Beide vereinte die Überzeugung, dass ausschließlich die Zerschlagung des Staates inkl. seiner bürgerlich-demokratischen Variante, der kapitalistichen Ökonomie und der institutionellen Religion, notwendige Vorraussetzungen für den Kommunismus seien.

Was mit Revolutionären passieren kann, wenn sie sich aufgrund partieller und zeitlich begrenzter Gemeinsamkeiten mit Sozialdemokraten, Rechts-Liberalen und Nationalbolschewisten verbünden und dabei nicht aufpassen, genau dass könnte man am tödlichen Schicksal Tausender Kommunisten und Anarchisten lernen.

Die Faschisten vollendeten dann den von bürgerlich-demokratischen und stalinistischen Republikverteidigern begonnenen Klassenkrieg gegen die spanische Arbeiterklasse, in einem fulminaten und nicht endend wollenden Blutbad.

hakufu 11.11.2016 | 20:47

Sind Sie da sicher ?

>> Trump des Willens

Donald Trumps Sieg bedeutet das Ende des Westens. Die Ära des Liberalismus ist vorüber. Ein neuer Faschismus kommt an die Macht. Ob sie wollen oder nicht: Die Deutschen werden ihr Heil in den Grenzen der Nation suchen müssen.<<

Sie wissen sicher, wer das geschrieben hat.

Gerade hat L. Cohen sein Lied beendet : democracy is coming to the USA, kein Wunder, dass er sich gerade jetzt verabschiedet hat.

Verrückte Zeiten, die Linken und die Neocons wollen ihre Ziele mit den gleichen Methoden erreichen.

miauxx 11.11.2016 | 22:10

"Sind Sie da sicher ?"

Ich habe einen wichtigen Nachsatz vergessen, den ich im Kopf, den Kommentar dann aber doch schon abgeschickt hatte. Das Ziel der Linken ist eigentlich ein grundverschiedenes von dem Rechter. Zuzugeben ist, dass gerade angesichts der Geländegewinne Rechter von "Linken" zumindest unscharf zu nennende Reaktionen zu vernehmen sind, welche die Grenzen verschwimmen lassen. So ist auch Augsteins "Die Deutschen werden ihr Heil in den Grenzen der Nation suchen müssen" zumindest zweideutig. Ich denke allerdings, dass er meint, dass mit Trump das deutsche Anlehnen an die USA vorbei sei: "In den Grenzen der Nation suchen" = Wir müssen nun allein zurecht kommen. Aber, klar, das ist auch alles andere als ein linkes Statement. Augstein beweint hier mehr, dass die Zeiten eines libertären Westens unter US-amerikanischem Vorbild vorbei seien. Vor kurzem hat hier auch ein Blogger geschrieben, die Grenzen verliefen heute nur noch zwischen "Wutpatrioten" und "Globalliberalen". Unter letztere subsumierte er dabei gleichermaßen den global-wirtschaftsliberalen Nichtrassisten wie den antirassisistischen, global denkenden Linken. Und Sie haben recht, dass es auch jetzt angesichts eines Trump-Schocks den Anschein hat, als heulten auch Linke dem kleineren Übel neoliberale Welt hinterher - so, wie auch viele "Linke" Clinton für das kleinere Übel hielten.

Ich war zwar auch erstaunt über den Ausgang der US-Wahl (obwohl, bei dem Wahlsystem ...) - jedoch konnte sie für mich so oder so kein gutes, oder besseres, Ergebnis haben.

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Ehemaliger Nutzer 11.11.2016 | 22:15

"die Jugend" hat wenig mehr als den rituellen Vatermord im Kopf und jede Menge Hormone: und wieviele junge Fachisten beim Abklatschen von Mitbürgern auf dicke Welle machen ion FB - das kuriert von wohlfeilen Annahmen "die Jugend wird es richten": zumeist ist die Jugend genauso bekloppt, wie die Alten, die sie erzogen haben. Und Ausländerklatschen ist dabei weißgott kein Privileg sogenannt anvanciert wirkender Gemeinwesen:

is halt zumeist Samenunflat, wie die Alten, die auf eine Jugend hoffen, die sie selbst lediglich zu reminszieren vermögen: ein Smartphone halt und man wird grenzdebil

nicht neu

aber auch nicht grad besonders spannend - weil vulgär

Che Nie 11.11.2016 | 23:10

Irrsinn, was jetzt alles in den Wahlsieg hinein- und herausinterpretiert wird. Vermutlich will die gesammte Presse sich nicht eingestehen wie schwach und korrupt die Kandidatin Hillary Clinton war und wie maßlos man dem eigenen Wunschdenken auf den Leim gegangen ist indem man den "bösen, rassistischen Populisten" Donald Trump systematisch runter und die "vollpatentierte Demokratin" Hillary Clinton systematisch in den Himmel geschrieben hat. Warum schrieb sich niemand die Finger daran wund wie "despicable" es war Bernie Sanders systematisch mit Intrigen mittels der Parteiführung auszubooten oder das es ein absolutes Ausschlusskriterium war sich vorweg Fragen aus den TV-Debatten stecken zu lassen? Und als Gipfel wurde, so wie es rauskam, alles auch noch von der Partei und der Presse als russische Propaganda denunziert. Siehe https://de.sputniknews.com/karikatur/20161102313206716-clinton-weikileaks-karikatur/

karamasoff 12.11.2016 | 03:06

"unscharf zu nennende Reaktionen"

bzgl. Haltungen zuTrump war das zum Teil schon gaussian blur maximale Stufe. Trump war da sowas wie die perfekte Minimalversion einer Querfrontinfiltration: er musste nur gg. Clinton sein, bzgl. Clinton und Establishment brüllen. Das war für viele genug, um den gesamten Rest seiner Kampagne völlig zu vergessen, ganz zu schweigen vom völligen Verlust der Fähigkeit die Auswirkungen der Aussagen Trumps in eine mögliche Realität zu projizieren. Daß nicht nur der Mann Tatsachen schaffen wird, sondern auch UND VOR ALLEM etliche seiner anvisierten Wähler.

"so oder so kein gutes, oder besseres, Ergebnis"

Das Problem ist, daß etlichen Minderheiten (und Frauen!) nicht nur psychische Gewalt, die sich ja schon an Tag 1 nach der Wahl manifestierten, droht, sondern körperliche Gewalt.

Nicht umsonst wies auch Chomsky, zusammen mit DiEM25 darauf hin, zur Not mit zugehaltener Nase in den countries Clinton zu wählen, in denen Trump der Sieg droht, ansonsten dann Jill Stein die Stimme zu geben. Noch nichteinmal diese Option war möglich, sie kam eh zu spät und dürfte völlig unsichtbar gewesen sein.

Zum Wegfall der Vorbildfunktion fallen mir die Fragen in ARD/ZDF auf, die, über dem Umweg an US-Experten gestellt, wohl einem alten, nun körperlosen Geist des Westens aus den USA galten: "WIE SOLLEN WIR UNS JETZT VERHALTEN?"

Ich fand die Existenz dieser Frage sehr vielsagend. Das wird dann wohl jetzt die Aufgabe der Eliten in Medien und Politik der EU sein müssen, nun festzulegen, wie man sich verhält. Ohne abgesicherten Anweisungen der Thinktanks. Allerdings droht hier tatsächlich ein Wiedergänger des germanischen Großmachteuropas. Wahlweise aber auch Neuanpassung an Trump, denn pecunia non olet.

So oder so wird links hier wieder leer (+- 2% Toleranz) ausgehen. Denn was dem Ami der Trump als ultima ratio von protest ist dem teutschen sin nachtigall, die AFDP.

Prinz 12.11.2016 | 11:26

Schluss mit der Volksfront!

Trotz extrem polarisiertem Wahlkampfes haben 90 Millionen Wähler in den USA gar nicht gewählt.

Die Linke muss endlich selbst eine glaubhafte Alternative zu dieser kapitalistischen Gesellschaft formulieren und muss aufhören aus Angst vor den Rechten das bestehende System inklusive Kapitalismus zu stützen.

Die Linke muss die Eigentumsfrage stellen. Dann werden die Bürgerlichen selbst erschrecken und nicht mehr Linke als moralisches Feigenblatt vorschieben. Ich verstehe ja, wenn manchen Linken das Hemd flattert, denn das letzte mal als die Rechten an die Macht kamen verschwanden die Linken als erste in den KZ. Diese Angst macht jetzt aber keinen Sinn, denn statt mit Faschisten hat man es bis jetzt wirklich nur mit Rechtspopulisten zu tun, deren extremste Forderungen oft vor 20 Jahren noch als völlig konservativ normal gegolten hätten. Die AfD hat nichtmals ein Beschneidungsverbot in ihr Programm aufgenommen, obwohl vor ein paar Jahren ein solches noch ernsthaft in der SPD diskutiert wurde.

Daher ist es absolut unbegreiflich, warum man lieber den Status Quo stützt als einen eigenen Angriff zu formieren.

Soll eine Linke Bewegung denn wirklich unmöglich sein, wenn selbst D. Trump eine auf die Beine stellt?

Reinhold Schramm 12.11.2016 | 12:43

Bürgerliche Anpassung oder emanzipatorische Umwälzung?

Zur G e w a l t f r a g e
von Clara Zetkin

Gegen den Pazifismus (Auszug)

“Der Pazifismus ist seinem Wesen nach bürgerliche Sozialreform, ist eine spezifische Form der bürgerlichen Sozialreform und ebenso ohnmächtig wie diese, die Widersprüche, Gegensätze und Übel des Kapitalismus zu überwinden.“

“Um sich von der Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien, muss die Arbeiterklasse der Bourgeoisie nicht bloß die Produktionsmittel des Lebens entreißen, sondern auch die Produktionsmittel des Todes. Gewalt lässt sich nicht wegdisputieren und nicht wegbeten. Gewalt kann nur durch Gewalt gebrochen werden. Das sprechen wir Kommunisten offen aus, nicht weil wir ‘Anbeter der Gewalt’ sind, wie sanfte bürgerliche und sozialdemokratische pazifistische Gemüter uns beschuldigen. Nein, wir beten die Gewalt nicht an, jedoch wir
rechnen mit ihr, weil wir mit ihr rechnen müssen. Sie ist da und spielt ihre geschichtliche Rolle, ob wir wollen oder nicht.

Es fragt sich nur, ob wir sie widerstandslos erdulden oder ob wir sie kämpfend überwinden wollen.“

Quelle: Clara Zetkin, Gegen den Pazifismus. Aus der
“Kommunistischen Fraueninternationale“ 1922, S. 13/14.

Gunnar Jeschke 12.11.2016 | 13:46

Okay, das haben hier schon andere bemerkt, aber es kann eigentlich nicht oft genug gesagt werden: Ein logischer Aufbau mit Argumenten, welche die aufgestelltenb Thesen auch stützen würden, ist in diesem Artikel nicht zu erkennen.

Man kann eben nicht von Clintons Redehonoraren absehen und es ist ausgesprochener Unsinn, zu behaupten, das fehlende Y-Chromosom habe diese Wahl entschieden. Vor 8 Jahren und noch einmal vor 4 Jahren hat es für einen schwarzen Präsidenten gereicht, was der These des Autors widerspricht, die wahlentscheidenden Wähler hätten in sich einen weissen, grinsenden Rassisten gefunden.

Nein, haben sie nicht und auch keinen "Chauvi". Sie hatten andere Gründe- und sehr gute Gründe- Hillary Clinton ihre Stimme zu versagen.

Schon die Grundannahme ist falsch, es müsse nun ja mal endlich eine Frau US-Präsidentin werden. Es hätte jemand Vernünftiges und Ehrliches US-Präsidentin oder -Präsident werden sollen, was immer für einen Chromosomensatz, für eine Hautfarbe und für eine Religion diese Person dann gehabt hätte. Meinetwegen ein grünes Neutrum vom Mars, aber kein Trump und eben auch keine Clinton.

Nun ist eines von zwei möglichen schlechten Ergebnissen eingetreten, möglicherweise das schlechtere, möglicherweise längerfristig gesehen das bessere. Wir wissen das nicht.

Wir wissen nur eins: Wenn wir keine Trumps, Hofers und Le Pens wollen, müssen wir, verdammt noch mal, überzeugende Gegenkandidaten aufstellen. Und nein, van der Bellen, Hollande und Sarkozy gehören eher nicht zu dieser Kategorie, obwohl sie sich alle gegenüber Hillary Clinton positiv abheben, selbst Sarkozy (und nicht durch ihr Y-Chromosom).

MaggieStone 12.11.2016 | 14:06

Es ist interessant, dass Sie mir einen herablassenden Blick vorwerfen, und (bewusst oder unbewusst) ignorieren, was der von Ihnen zitierte Goldjunge eigentlich im von Ihnen zitierten Tweet tut. Jedenfalls habe ich explizit den Begriff der jeunesse dorée benutzt, warum sollte ich auch herablassend gegenüber "der Jugend" sein?

Was an seinen Worten/Tweets gibt Ihnen den Eindruck eines politisch wachen, kritischen Geistes? Er reproduziert banalsten Mainstream-Diskurs, nach dem Grenzen, Alter und Geschlecht neuerdings einen moralischen Wert haben müssen.

janto ban 12.11.2016 | 14:08

Hab ich gemacht. Und folgenden Satz gefunden:

|| Die Ökonomie des freien Marktes entfesselt zwei Kräfte, die jetzt kollidieren: die rasche Zunahme an Ungleichheit auf der einen und Aufstiegschancen für talentierte weibliche, schwarze oder schwule Menschen auf der anderen Seite. ||

Deshalb bin ich seit langem schon schwer dafür, zwischen Wirtschafts- und Gesellschafts-(Neo)liberalismus zu unterscheiden. Aber immer wenn ich das fordere, ernte ich in der irgendwie rechten dFC einen Shitstorm. Und rate mal, warum.

Putinismus, genau. Ich kann es nicht ändern. Dazu schrieb ich u.a. schon:

|| Was hier auch nicht beklagt, sondern permanent behauptet wird, ist, dass es individuelle Freiheitsrechte grundsätzlich nur in Tateinheit mit imperialkapitalistischem (Wirtschafts-)Neoliberalismus zu haben gäbe. Ausgehend von dieser so mut- wie böswilligen Annahme müssen Putin, Erdogan, Trump (und wie sie alle heißen) - rückwärts verrechnet - natürlich als Vorzeige-Sozialisten erscheinen. Geht ja gar nicht anders. Zusammengefasst: Je Höcke, desto Marx.

Das finde ich bei Zizek nicht. Der beschreibt ja nur, dass lange Zeit nichts anderes beobachtet wurde, als dass individuelle Rechte und Freiheiten mit 'marktkonformer Demokratie' Hand in Hand über den Globus spazieren. Und da hat er ja auch leider recht. Das Rezept für freiheitlichen, nicht-autoritären Sozialismus auf Menschenrechtsbasis muss ja erst noch gefunden werden. || link

Es gibt schon einen Begriff für streng national gedachten, autoritären, patriarchaischen Sozialismus wider eine Finanz-Wirtschaftskrise:

Nationalsozialismus.

Augstein hat recht, wenn er schreibt: "Trump, Putin, Erdogan, Netanyahu, bald Le Pen - diese Leute werden sich alle gut verstehen." Er vergisst allerdings, dass Hitler und Stalin sich auch mal "gut verstanden" hatten. Und dass solcherlei "Verstehen" endet, sobald eine/r der Genannten feststellt, dass internationale Zusammenarbeit mitunter auch zum eigenen Nachteil gereichen kann, wenn sie unter Hasspredigenden stattfindet. "Das kurze Zeitalter der Globalisierung mündet in eine Rückbesinnung auf das Nahe, die Heimat, die Nation. Was bleibt uns sonst?", schreibt Augstein auch. Aber es ist naiv anzunehmen, die Rechts-Renationalisierung des Westens könnte an D vorbei gehen, auf dass es wie eine friedlich-freiheitliche Insel der Glückseligen aus einem Kloake-Meer herausrage.

Die einzige Antwort auf schlüpfende Nationalsozialismen kann und muss internationaler Sozialismus sein. Aber der funktioniert ja nicht einmal innerhalb der EU (vgl. Griechenland-"Rettung").

Kurz zusammengefasst: Die Rechten haben die Realität auf ihrer Seite - und wir die Utopie. Game over.

sch123 12.11.2016 | 14:25

Ich bin mit dem Begriff nicht tiefgehend vertraut, aber der ist doch nicht wirklich positiv bestzt? Oder war der positiv gemeint von Ihnen? Klang nicht so.

Wer "der Goldjunge" ist und ob er ein kritischer wacher Geist ist, weiß ich nicht, ich kenne weder ihn noch andere tweets von ihm. Ich habe ihn nur wegen der statistischen Signifikanz zitiert, weil viel im thread spekuliert wurde, wer denn nun Trump gewählt hat und wer nicht. Und da spielt neben Bildung offenbar auch das Alter eine Rolle. Da muss man keine generelle moralische Bewertung von Alter herauslesen, es gibt ja auch genügend Alte, die gegen Trump gestimmt haben. Die Äußerung im tweet wollte ich mir also nicht zu eigen machen, sondern nur die Statistik illustrieren.

Als Antworten kamen bisher nur absurde (nicht von Ihnen) bis herablassende Bemerkungen zur Jugend, inklusive moralische Bewertung. Wie gesagt hatte ich auch den Begriff Jeunesse dorée so verstanden (verantwortungslose, genusssüchtige etc... Jugend), nehme aber gern zur Kenntnis, dass Sie es so nicht gemeint haben wollen.

sch123 12.11.2016 | 14:40

Naja, was Hitler an sozialistischen Ideen tasächlich übernommen hat ist doch recht überschaubar. Nur weil jemand sich sozialistisch nennt, ist er nicht gleich Sozialist. Und dass Rechtspopulisten seit jeher -aus offensichtlichen Gründen- behaupten für "das Volk" und "den kleinen Mann" gegen "die da oben" zu kämpfen macht sie weder zu Sozialisten noch zu überzeugenden Kapitalismuskritikern.

Und die Rechten haben nicht die Realität auf ihrer Seite, sie haben einfachere Antworten, die für viele attraktiver sind. Sie werden aber wieder auf die Schnauze fallen und hinterher will's wieder keiner gewesen sein. Was schlimm genug ist.

MaggieStone 12.11.2016 | 14:49

Ich muss Sie enttäuschen, dass ich es ungefähr genauso gemeint habe, allerdings - und das ist mir wichtig - nicht als Pauschalurteil sondern auf solche privilegierten Goldjungen bezogen, denen entweder das Interesse oder etwas anderes fehlt, um einzusehen, dass nicht einfach "die Alten" sondern diejenigen Trump gewählt haben, die nicht die Privilegien besitzen, ein Startup in New York zu präsentieren (damit ist nicht gemeint, dass sie es überhaupt wollen, aber Sie verstehen sicher, was ich meine).

janto ban 12.11.2016 | 15:06

|| Sie werden aber wieder auf die Schnauze fallen und hinterher will's wieder keiner gewesen sein. ||

Nein, wir alle werden auf die Schnauze fallen. Dass es hinterher wieder niemand gewesen sein will, ist allerdings richtig.

Was Hitler an sozialistischen Ideen übernommen hat - und was nicht, spielt keine Rolle. Die Parallele zu den dt. 30ern besteht darin, dass das so angesprochene "arme, entrechtete, geknechtete Volk" in spalterisch-autoritären statt in liberal-einigenden Konzepten ein Erfolgs-Rezept wider den globalisierten Irrsinn der Oberen Zehntausend ausgemacht zu haben scheint.

Was nicht zletzt daran liegt, dass der Kapitalismus unwidersprochen behaupten darf, er sei ein liberal-einigendes Ding, während das genaue Gegenteil der Fall ist. Er ist die größte Spaltungsmaschinerie, die der Mensch je erfunden hat. Der beobachtbare Zustand des Planeten ist sein Werk. So lange (Sozial-)Demokraten uns das als den bestmöglichen (und sowieso unabänderbaren) Zustand verkaufen, gewinnen die Rechten eine Wahl nach der anderen. So sieht es aus.

Zack 12.11.2016 | 15:31

Vor achtzig Jahren marschierten Dichter und Bergleute der Internationalen Brigaden auch nicht in die Schlacht und verkündeten: „Man muss schon sagen, die Faschisten haben da einen Punkt."

Was für ein anmaßender und übergriffiger Bezug.

Die meisten der damaligen Interbrigadisten marschierten im guten Glauben in die Schlacht, den Klassenkrieg der spanischen Arbeiterklasse gegen das organisierte Eigentum und seine derzeitig gewalttätigste „Gesellschaftsformation“, den Faschismus, gewinnen zu helfen.

Die riskierten nicht Kopf und Kragen, um einen demokratischen Kapitalismus zu retten, welches aber genau das wesentliche Anliegen obigen Beitrages ist.

Solch ein herziges Anliegen hat es in der Tat nicht nötig, sich zwangsläufig auch mit einer faschistischen Arbeiterklasse in Verbindung zu setzen.

janto ban 12.11.2016 | 15:32

P.S.: Wenn ich Bundesregierung wäre und wollen würde, dass der Nationalsozialismus vollends ausbricht, erstellte ich heimlich ein Papier zur Privatisierung der Bundesautobahnen - zugunsten privater Daseins-Versicherer. Immer mehr Falsches zur Stützung des Falschesten, das der Wirtschaftsneoliberalismus hervorgebracht hat, anstatt endlich damit zu beginnen, die lebenden Totgeburten rückabzuwickeln; bestes Rezept zur totalen Zerstörung der Demokratie. Aber mich fragt ja immer keine/r.

Reinhold Schramm 12.11.2016 | 17:37

Alle bürgerlichen Parteien, -- es gibt nichts anderes in Deutschland, die Parlamentsmehrheiten und alle Bundesregierungen, sie sind ausschließlich der deutschen Finanz- und Monopolbourgeoisie verpflichtet! Nur sie entscheiden über ihre "Demokratie" und das hierfür ideologisch, medial und bildungspolitisch herbeigeführte Wahlverhalten der Bevölkerungsmehrheit! Nur so funktioniert die "soziale Marktwirtschaft" der gesellschaftspolitischen Sozialarbeiter_innen bzw. "Sozialpartner", im gau(c)klerischen und quantschen Bourgeoissozialismus deutsch-amerikanischer Prägung.

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Ehemaliger Nutzer 12.11.2016 | 22:35

"Der Kapitalismus" behauptet nichts - das braucht "er" auch garnicht angesichts seiner Geltung, die auch hier mitunter unwidersprochen praktiziert wird.

Nehmen wirs einfach als ein Agens von vielen, das derzeit von allen als praktiziert gelten kann bis auf die Knochen - oder so.

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Ehemaliger Nutzer 12.11.2016 | 22:43

ne gute linke gewissenskarriere im real existierenden kapitalismus: auch eines der Produkte "des Kapitalismus".

Marx hatte angefangen das zu bezweifeln, es wurde lediglich kaum weitergedacht bis heute.

warum auch: alles im fett und der Laden läuft sprichwörtlich wie geschmiert - ganz ausgesprochen lecker.

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Ehemaliger Nutzer 12.11.2016 | 23:19

auch, aber eben nicht nur imao.

Jede Ideologie braucht Stiefellecker, die freiwllig wie gezwungen auf eigenständiges Denken verzichten. Entweder weil sie dazu nicht in der Lage sind, was auch immer sie glauben, oder weil sie sich davon einen Vorteil versprechen.

und nicht blöd sein, dafür verkaufte der mediamarkt seine heizdüsen - früher mal.

is halt so: Marine le Pen verkauft ihre Provinzfaschisten halt auch für die große Welt...

Heinz 13.11.2016 | 11:27

In GB versucht Theresa May den Brexit am Parlament und vor allem an den Schotten vorbei zu verhandeln. Das wird Labor sich nicht bieten lassen und vor allem die Schotten lehnen das ab.

Immanuel Wallerstein hat für die kommenden Jahrzehnte das Ende des Kapitalismus der uns bekannten Seilschaften und Diebesbanden vorausgesagt. Ein Krieg dauert nicht ewig und ein Wirtschaftskrieg der Reichen gegen die Armen, wie Buffet das sagte, auch nicht.

Immanuel Wallerstein: Die globale Systemkrise und der Kampf um eine postkapitalistische Welt