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RE: Sigmar Gabriel wird der SPD noch fehlen | 02.02.2020 | 09:35

>>Kritik der "Medien der Mitte" stehen<<

Ich musste einige Zeit überlegen, wie ich die Radikalität dieser Mitte in einem Bild fasse, das das tradierten Politsprektrum von radikal links bis radikal rechts umfasst. Die radikale Mitte, die alles von ihr Unerwünschte mit dem Begriff 'Populismus' aus dem öffentlichen Diskurs aussperrt, betrachtet die Welt von sehr weit oben. So weit oben, dass sie die Individuen, die die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, schon gar nicht mehr wahrnimmt.

Das war all die letzten Jahrzehnte einfach mit einer SPD, bei der die Funktionsapparatschiks nur noch Karrieristen nach vorne ließen, die liebend gern mit den Eliten auf Kuschelkurs gingen, für die auch die Medien der Mitte tätig sind.

Bezeichnenderweise war Spahn (CDU) nach langer Zeit der erste Erste-Reihe-Politiker, der sachte darauf hinwies, dass der Pflegenotstand vielleicht auch mit der schlechten Bezahlung und den oft unzumutbaren Arbeitsbedingungen zu tun hat, während alle anderen - mitten drin die SPD - von Fachkräftemangel fabulieren.

Die ganzen SPD-Karrieristen sind seit Jahren nicht an Sozialdemokratie interessiert, sondern einzig, wie sie an Posten kommen und kuscheln mit wem immer sie können, wenn er nur Pöstchen hat.

Dass die Eliten sie trotzdem nicht an den Fleischtopf lassen (Schröder musste nach Russland, Gabriel zur seit Jahren stürzenden Deutschen Bank, Leute wie Clemens Riester u.A. kamen auch nur mindergut unter) interessiert sie nicht. Sie machen sich für die radikalen Weitweitoben-Mitte-Medien kompatibel und begnügen sich mit einer (meist kurzen) Parteikarriere. Denn sobald sie ihren Radikale-Mitte-Karriere-Booster eingesetzt haben, wird die Immunabwehr von Tante SPD dann doch aktiv und stößt sie als Fremdkörper ab, weil die politische Genetik der Parteibasis schlicht inkompatibel ist.

Die SPD-Funktionsapparatschiks interessiert das nicht. Dann wird einfach der nächste Möchtegern-Karrierist verfeuert. Esken und Walter-Borjans wurden an ihnen vorbei nach vorne gespült. Bei den Partei-Apparatschiks haben sie mehr Feinde als Rückhalt.

RE: Sigmar Gabriel wird der SPD noch fehlen | 01.02.2020 | 09:06

"der brücken-kopf auf der anderen seite ist schadhaft"

Der Kraftstromanschluss für das transatlantische Interventionisten-Netzwerk ist derzeit defekt und die Europäer laufen auf Reserve. Sie setzten derzeit darauf, die schlimme Zeit mit der guten alten Anti-Kommunisten-Notstromversorgung per Venezuela-, Bolivien-Putsch- und Brasilien-Unterstützungspolitik zu überbrücken.

Der Tag muss noch kommen, an dem unsere 120%-Amerikaner im Europäerkleid nichts mehr an den USA finden, an dem sie sich hochziehen und festhalten können.

Ich habe den Eindruck, dass selbst wen Trump sie als erbärmliche Winzlinge beschimpft, die wie China sind, nur kleiner, und mit Zöllen droht, sie innerlich frohlocken "Er hat uns wahrgenommen!"

RE: Sigmar Gabriel wird der SPD noch fehlen | 31.01.2020 | 19:40

"Atlantik-Brücke"

Ja, ohne das Transatlantiker-Netzwerk, das seit WK2 immer tiefer in Politik, Wirtschaft und Medien hineingewachsen ist geht nichts mehr. Das Adressbüchlein Gabriels scheint übervoll mit derartigen Kontakten zu sein.

Die Transatlantiker bestimmen, was sagbar ist und wer ausgegrenzt wird.

Ich zähle die Tage, bis das Willkommen-auf-der-Jagd und dann das Halali auf die neuen SPD-Vorsitzenden geblasen wird.

Wie Schröder konnte auch Gabriel durch Appeasement-Politik gegenüber dem Kapital seine Karriere bewundernswert weit vorantreiben. Esken und Walter-Borjans, als merklich sozialdemokratisch Angehauchte, konnten überhaupt nur so weit vordringen, weil ihre Karriere zum Vorsitz sehr abrupt verlief. Die medialen und politischen Handlanger unserer Oligarchen werden das vermutlich mittelfristig korrigieren.

RE: Es schmerzt so heftig | 06.09.2019 | 20:21

»rotgrünversifft«

Normalerweise steckt das Bürgertum (hauptsächlich deren Medien) das Spielfeld der politisch nutzbaren Verächtlichmachungen ab. Beispiele: öffentliches Vorführen von Unterprivilegierten; argumentfreier Populisten-Schimpf; Beschimpfungen von Staatsmännern wie Putin, Assad, Maduro und anderen. Die Rechten nutzen das Spielfeld dann für ihre Scharmützel.

Wenn die Bürgerlichen Fairness wollen, müssen sie ihr Spielfeld anders abstecken.

Ich habe den Eindruck, dass sich, nachdem die SPD und nun auch die Linke zu den Bürgerlichen übergelaufen sind, die sich genüsslich weiter ihre politisch hohlen Schaukämpfe mit der AfD und den anderen "Populisten" (nicht Neoliberalen) in der EU liefern werden.

RE: Es schmerzt so heftig | 06.09.2019 | 11:42

"Sie haben die soziale Frage zugunsten linksliberaler Inhalte aufgegeben und damit ihre alte Stammwählerschaft in Regen stehen lassen."

Sehe ich auch so. Auch bei der SPD hatte man (abnehmend) die Hoffnung, dass bei den diversen Erneurungsprozessen, die angekündigt waren, was herauskommen könnte.

Letztlich suchten die Neuen dann aber wierder nur straks den Schmusekurs mit den bürgerlichen Medien, inklusive Kriegsbeteiligungen/-Verlängerungen etc.

Ohne Gegenwind der Mächtigen macht Politik scheint's einfach mehr Spaß.

Nachdem sich die Karrieristen bei den Linken nach dem Teilrückzug von Frau Wagenknecht vermutlch eh als Sieger (unbesiegbar?) sehen, wird es auch dort keine Erneuerung geben.

Die Einhietspartei aus Union, SPD, Grüne und Wagenknecht-frei Linke rückt immer näher zusammen. Da die AfD für mich nicht gangbar ist, könnte ich bald zum Nicht- oder ÖDP-Wähler o.Ä. werden.

RE: Kokette Verstiegenheit | 05.08.2019 | 09:10

"Es sind jetzt aber nun mal 5 Jahre ins Land gegangen. Leute wie Girkin haben stolz zugegeben, was sie angerichtet haben. Bewaffnete aus Russland, die in die Ukraine kommen und dort Menschen ermorden, sind halt nun mal Terroristen."

Die Narrative unterscheiden sich eben.

Die einen sehen sich im Recht, weil der Kiewer Putsch und die verfasssungswidrige Absetzung Janukowitschs in ihren Augen Unrecht war und sie sich bis heute im Recht fühlen, dass sie dafür ihren Gegen-Maidan angefangen haben.

Die anderen freuten sich, dass ihr Putsch so weit gelungen war, fühlten sich als die neue Staatsmacht und erklärten diejenigen zu Terroristen und als illegal, die ihre neue Regierung nicht anerkennen wollten.

So. Ich denke, wir haben soweit die wichtigsten Punkte alle besprochen.

Ich fand es nett, mal wieder jemand zu treffen, der in aller Breite demonstriert, dass die offizielle ukrainische Darstellung im Kern nur auf einer einerseits zweckdienlich reduzierten und an anderen Stellen hysterisch übersteigerten Erzählung besteht, die im Kern die empörten Bevölkerungsteile zu Terroristen erklärt und mit dieser Konstruktion einen Krieg im eigenen Land betreibt.

Mal sehen, ob Selenski die Kurve kriegt. Auch Poroschenko hatte 2014 vor seiner Wahl versprochen, dass den Krieg beendet.

RE: Kokette Verstiegenheit | 04.08.2019 | 08:32

"Die Fragen waren doch ganz einfach! Was soll das Past & Copy? Gehört zu ihrem Verwendungszweck unbelegte Meinungen zu verbreiten?"

Die Zitate aus der zeitnahen Presse waren schlicht der Beleg, dass es die Terroristen nicht gab, aber der General sie einfach erfand, damit er – vermutlich auch für sich selbst – eine Rechtfertigung hat, damit der seine Soldaten auf die ukrainische Bevölkerung schießen lassen kann.

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"Eine Kurze Chronologie:

12.4.2014 Russische Terroristen überfallen die ukrainische Stadt Slavjansk."

Genau, um diesen ukrainischen Märchen vorzubeugen, gebe ich die Presseberichte aus der Zeit zum Lesen.

Die "Terroristen" waren ganz normale Bevölkerung inklusive Mütterchen, die für ihre demokratischen Rechte protestierten, weil sie über den Kiewer Putsch empört waren.

Wer von "Terroristen" schwadroniert, hat natürlich wenig Lust auf Belege, die deutlich machen, dass diese "Terroristen" eine Kopfgeburt und Selbstrechtfertigung der Putschisten waren, die auf "einfache" Weise die Opposition aus dem Weg räumen wollten. Nämlich indem sie die Protestierenden tot schießen.

RE: Kokette Verstiegenheit | 03.08.2019 | 10:47

"Beantworten Sie mir doch bitte ganz kurz ein paar Fragen."

Gern auch etwas länger.

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"1. Wann haben russische Söldner die ukrainische Stadt Slawjansk überfallen und dort Menschen ermordet?"

Diese "russischen Söldner" sind wieder dieser ukrainische Märchenonkel-Sprech. Nach dem Februar-Putsch in Kiew waren all jene Leute in der Ukraine ziemlich angesäuert, die an Demokratie glaubten, aber besonders die, die sich nichts von der - in ihren Augen - drohenden West-Angliederung versprachen. (Große Teile der inzwischen stark veramten Bevölkerung in der Westukraine sehen das heute ähnlich.)

Die etwas abgemilderte Sprachregelung ist bis heute "prorussische" Gruppen/Separatisten etc. Der Auslöser der Proteste war aber natürlich der Putsch. Es ist bis heute praktisch ausgeschlossen, dass in deutschen Leitmedien der Kiewer Februar-Putsch thematisiert wird. Schmerzlich für jeden Demokraten.

Aber es gab/gibt durchaus Artikel, die aus der Ukraine im Rahmen des Erträglichen berichten. Bspw. hier konkret zu Charkiw, Slawjansk:

https://www.n-tv.de/politik/Tote-bei-Anti-Terror-Einsatz-in-der-Ukraine-article12652786.html

Zitat:

Nach der Besetzung mehrerer öffentlicher Gebäude in der Ost-Ukraine gehen ukrainische Sicherheitskräfte nach Angaben der Regierung gegen pro-russische Gruppen vor. Dabei gab es dem Innenministerium zufolge "Tote und Verletzte auf beiden Seiten". Ein Geheimdienstagent sei getötet und fünf weitere Menschen seien verletzt worden, bei den "Separatisten" habe es eine unbekannte Zahl an Opfern gegeben, so Innenminister Awakow.

Ein "Anti-Terror-Einsatz" habe begonnen, hatte er zuvor auf seiner Facebook-Seite geschrieben und mit den Worten geschlossen: "Möge Gott mit uns sein."…Journalisten vor Ort sprechen zwar von einer "äußerst angespannten" Lage, doch von dem angekündigten Einsatz in der Stadt sei nichts zu sehen. "Viele Menschen auf den Straßen. Kein Anzeichen eines Angriffs", twitterte ein Reporter. Ein anderer berichtete allerdings später, er höre Schüsse von automatischen Waffen.

Unbestätigten Berichten zufolge haben ukrainische Sicherheitskräfte versucht, von pro-russischen Gruppen errichtete Straßensperren an den Zufahrten zu Slawjansk aufzulösen. Es wird spekuliert, dass die in Slawjansk gehörten Schüsse dabei gefallen sind und es dort die vom Innenminister genannten Opfer gegeben hat. Im Tagesverlauf häuften sich die Berichte, dass zahlreiche weitere Blockaden errichtet wurden.

n-tv-Korrespondent Dirk Emmerich berichtete aus Slawjansk, dass Demonstranten einen menschlichen Schutzschild vor den Barrikaden in der Nähe der besetzten Polizeistation gebildet haben. Bis zu 100 Zivilisten - viele von ihnen ältere Frauen - versammelten sich, riefen Durchhalteparolen und forderten lautstark ein Referendum über die Zukunft der Region.

In Jenakijewo, dem Heimatort des entmachteten und nach Russland geflohenen Präsidenten Viktor Janukowitsch, brachten Menschen am Sonntag mit Polizeizentrale und Stadtrat weitere Gebäude in ihre Gewalt. Auch in der 470.000.Einwohner-Stadt Mariupol soll ein Gebäude besetzt worden sein.

In Charkiw kam es in einer Metro-Station zu Auseinandersetzungen zwischen pro-russischen und pro-ukrainischen Gruppen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

Gruppen in Kampfanzügen hatten am Vortag unter "Russland! Russland!"-Rufen dutzender Zivilisten die Kontrolle über das Polizeikommissariat und den Sitz des Geheimdienstes SBU in Slawjansk übernommen. Die 100.000-Einwohner-Stadt liegt rund 60 Kilometer von der Großstadt Donezk entfernt. Auch in Donezk stürmten pro-russische Gruppen das Hauptquartier der Polizei, indessen es in Kramatorsk und Krasnyi Lyman nach Angriffen "bewaffneter Kämpfer" auf Verwaltungsgebäude Schusswechsel mit den Sicherheitskräften gab.

Die Präsenz uniformierter, bewaffneter und offenkundig gut organisierter Gruppen schürt den Verdacht, dass es sich wie bereits auf der Krim um russische Militärangehörige handelt. Die massive russische Truppenpräsenz an der Grenze schürt zudem die Sorge vor einer Intervention.

Derweil verlangte Außenminister Frank-Walter Steinmeier wenige Tage vor dem Krisengipfel zur Ukraine von Russland Signale der Entspannung. "Das alles kann nur gehen, wenn Russland eigene Entspannungsbeiträge liefert wie zum Beispiel den weiteren Rückzug von Streitkräften entlang der Grenze", sagte der SPD-Politiker, der momentan Japan besucht.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor die sofortige Tilgung von Milliardenschulden der prowestlichen Regierung in Kiew gefordert. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für Gas aus Russland. Wegen unbezahlter Rechnungen hatte Russland der Ukraine 2009 das Gas zeitweilig abgedreht, was zu Engpässen auch in der EU führte. Im Streit mit Russland um drastische Gaspreiserhöhungen zeigt sich die Ukraine weiter unnachgiebig. "Wir sehen keinen Grund für eine Preisänderung", sagte der Chef des Staatskonzerns Naftogas, Andrej Kobolew, dem Magazin "Serkalo Nedeli". Kiew werde die Zahlungen an Moskau bis zu Gesprächen aussetzen. Die Ukraine schuldet Russland etwa 2,2 Milliarden US-Dollar für Gas. Die EU-Außenminister wollen am Montag eine Zahlungsbilanzhilfe von einer Milliarde Euro für die vor dem Staatsbankrott stehende Ukraine billigen.

Zitat-Ende

Interessengeleitet transformierten die enttäuschten Demokraten, die Autonomisten und die prorussischen Separatisten bereits in diesem Artikel zu von den Krim-Beobachtungen beeinflussten "gut organisierter Gruppen" aus denen in der Phantasie der sehr ukrainisch bzw. anti-russisch Intendierten dann schnell "russische Söldner" wurden.

Der Artikel ist trotz kleinerer Schönheitsfehler ein einsamer Leuchtturm in der deutschen Leitmedien-Urkaine-Berichterstattung. Er spricht korrekt nur von einer "Sorge" vor einer russichen Intervention, koppelt es aber leider mit der teils falschen und teils missverständlichen Behauptung der "russsichen Militärangehörigen" auf der Krim.

Zieht man, das von einzelnen stammende Hörensagen und zu "mutig" formulierte Behauptungen ab, fand ab dem Kiewer-Putsch in der Süd- und Ostukraine das statt, was sich die dortige Bevölkerung von den Maidan-Protestlern in Kiew abgeschaut hatte. Eben ein Gegen-Maidan, den die Putsch-Regierung in Kiew zuerst über Twitter und dann, indem sie die Armee losschickte, beantwortete.

Keine Gespräche. Keine Verhandlungen. Keine Ordnungsrufe der EU an die Putsch-Regierung in Kiew, Gewalt gegen die Protestierenden zu vermeiden.

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"2. Wann war der Beginn der Antiterrororganisation?"

Scheint's wurde der Beginn der "Anti-Terror-Operation" (ATO) irgendwann am 13. April 2014 getwittert. Putsch-Präsident Turtschinwo gab den Beginn der ATO am 15. April im Parlament bekannt. Erste Berichte, dass die Armee tatsächlich auf die eigene Bevölkerung zu schießen begonnen hat, gibt es vom 15. April

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/anti-terror-operation-ukrainische-armee-rueckt-in-donezk-region-vor-12896719.html

Zitat:

Die ukrainische Übergangsregierung hat ihren angekündigten Einsatz gegen prorussische Milizen im Osten des Landes begonnen. Zu Schusswechseln zwischen ukrainischen Einheiten und moskautreuen Aktivisten kam es in der Nähe der Städte Kramatorsk und Slawjansk im Verwaltungsgebiet Donezk. Die Doppelstadt ist das nördliche Tor des Donbass, des schwerindustriellen Herzlands der Ostukraine. Das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigte am Abend zunächst, dass es Tote gegeben habe. Andere seriöse Quellen zweifeln dies indes an. Ein endgültiger Beweis steht zur Stunde aus. Interimspräsident Oleksandr Turtschinwo sagte, man habe den Flugplatz unter Kontrolle gebracht. Das russische Staatsfernsehen berichtete von mindestens vier Toten. Turtschinow hatte den Beginn des Einsatzes am Dienstagmorgen im Parlament in Kiew verkündet. Ziel des Vorrückens im Norden des ostukrainischen Gebiets Donezk sei der „Schutz der Bürger vor Terroristen, die das Land zerreißen wollen“. Ein Ultimatum des Präsidenten, die Waffen niederzulegen und besetzte Gebäude zu verlassen, hatten die Aufrührer am Montag verstreichen lassen.

Ein ukrainischer Militärkommandeur drohte den prorussischen Separatisten im Osten des Landes am Dienstag mit ihrer „Vernichtung“. „Sie müssen gewarnt sein, dass sie vernichtet werden, wenn sie ihre Waffen nicht niederlegen“, sagte General Walerij Krotow, der stellvertretende Kommandeur der ukrainischen Spezialkräfte (SBU). Die prorussischen Kämpfer würden von hunderten Soldaten des russischen Militärgeheimdienstes GRU unterstützt, die „große Erfahrung mit Konflikten“ hätten, sagte Krotow. Die ukrainische Übergangsregierung hatte am Dienstag ein erstes Bataillon der Nationalgarde in den unruhigen Osten des Landes entsandt.

In Slawjansk halten prorussische Kräfte seit Tagen mehrere Verwaltungsgebäude besetzt. Auch in mehreren anderen Städten der Region sind öffentliche Gebäude von prorussischen Gruppen besetzt. Sie fordern ein regionales Referendum über eine Angliederung an Russland. …

Zitat-Ende

Auch in diesem Artikel nichts von durch den Kiewer Putsch enttäuschten Demokraten.

Interessant, ist dass der ukrainische General all jenen mit Vernichtung droht, die nicht spuren wollen, und als Rechtfertigung die Behauptung hernimmt, dass die Protestierenden von "hunderten Soldaten des russischen Militärgeheimdienstes GRU unterstüzt" würden.

Wer andere vernichten will, braucht schon immer starke Gründe, die sich bei Bedarf dann immer weiter emotional aufgeladen werden. Das läuft bis heute und die wieder und wieder wiederhloten Vernichtungsrechtfertigungen haben sich in vielen Köpfen als Gewissheit festgefressen.

RE: Kokette Verstiegenheit | 02.08.2019 | 10:34

"<<Die Krim-Bewohner. Die Ukraine hat, nach dem Putsch in Kiew 2014 und dem Folge-Putsch der Krim und dem anschließenden Sezessions-Referendum auf der Krim nichts mehr zu melden. >>Ja und wer sind denn die Krimbewohner? Aber ich habe verstanden. Der Vorschlag noch ein Referendum durchzuführen ist nur ein demokratischer Deckmantel, den Sie sich selbstgerecht umhängen, um eine Annexion schönzureden."

Ein Referndum ist doch super. Besser kann nicht nach dem Volkswillen entschieden werden. Bei allem, was mit sozialen Menschenrechten zu tun hat, bin ich auch eher skeptisch. Aber Land-/Zugehörigkeitsfragen sind doch bstens für sowas geegnet. Umso mehr, wenn wie im Fall der Krim die Entscheidung so überdeutlich ausfällt.

Ich nehme, dass sich manche bei dem Thema Referendum schon so wundgerieben haben, dass sie schlicht nur noch Krach und Unsinn veranstallten wollen.

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"<<die Arme gegen die eigene Bevölkerung schickte, die im Süden und Osten der Ukraine gegen die verfassungswidrige Absetzung ihres demokratisch gewählten Präsidenten mit einem Gegen-Maidan protestierte.>>Wirklich?"

Ja. Die Absetzung hat sie so empört, dass sie die Methoden des Maidan kopiert haben und einen Gegen-Maidan begonnen haben. Darauf schickte die Putschregierung die urkainische Armee in den Süden und Osten und begann den Krieg, der bis heute andauert. Geschockt durch die Kriegserklärung und angefeuert durch das Referendum auf der Krim und die von Russland angenommene Bitte für Aufnahme in Russland, hielt die Ostukraine ebenfalls ein Referendum ab, das mit sehr großer Mehrheit für den Anschluss an Russland ausging. Russland äußerte großes Verständnis lehnte den Anschluss aber schließlich ab.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/referendum-in-der-ostukraine-seperatisten-89-prozent-fuer-abspaltung-a-968824.html

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"<< Inzwischen haben wir geklärt, dass es keine Annexion gab, weil sich lediglich 170 russische Freiwillige vor Kasernen ukrainischer Soldaten postiert hatten,>>Wen meinen Sie mit wir?"

Uns beide.

Ich habe dargelegt, dass die 170 freiwilligen Russen, die nach dem Kiewer Putsch auf die Krim kamen, zwar die ukrainischen Soldaten durch ihre Gegenwart davon abgehalten haben, die Krim-Bevölkerung von der Wahl abzuhalten. Der Sichtweise dass diese 170 freiwilligen Wahlhelfer waren, wollte ich nicht folgen.

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"Ja und versuchen Sie es doch mal mit ein wenig nachdenken. Wie konnten ihre sogenannten Freiwilligen Schiffe der russischen Marine versenken, um ukrainische Schiffe am Auslaufen zu hindern?"

Ich hab das jetzt mal kurz nachgelesen. Nicht nur die Krim bekam nach dem Putsch in Kiew eine neue zivile Regierung, sondern auch der alte Befehlshaber der Seestreitkräfte wurde durch einen der Krim-Bevölkerung treuen ersetzt. Sämtliche Aktionen, die ich jetzt nachgelesen habe, sehen für mich so aus, dass Gewaltausbrüche vermieden werden sollten.

Letztlich sind alle Soldaten (Land/See), die nicht auf der Krim bleiben wollten, friedlich abgezogen.

Wenn man vergleicht, wie einige Zeit danach mit Westunterstützung in Süd- und Ostukraine ein blutiger Krieg begonnen und bis heute geführt wird, kann man nur sehnsüchtig seufzen – so geht's doch auch. Aber natürlich nicht, wenn man im Kopf nur die Idee hat, dass man die dicksten Kanonen hat.

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"Hier das gut bekannte Video mit Soldaten der russischen Armee ohne Hoheitsabzeichen. Sie können bestimmt Russisch. Deshalb erspare ich mir die Übersetzung. Der arme Burjate hat bestimmt keinen Orden bekommen. https://www.youtube.com/watch?v=b0Z8ymyhx8A"

Sorry, ich kann kein russisch, und mein Internet ist für Filme etwas zu schwachbrüstig.

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"<<„Wir haben mehr als 5 Milliarden Dollar investiert,..>>Entschuldigung, die Geschichte hat schon so einen langen Bart. Es ist längst aufgeschlüsselt worden über wie viel Jahrzehnte in welche Projekte das Geld geflossen ist. Wer das immer noch nachplappert interessiert sich kein bisschen für die Ukraine. Dessen Verwendungszweck ist ein ganz anderer."

Einen Putsch kauft man nicht an einem Tag. Das dürfte klar sein. Da ist auch Geld dabei, mit dem die Leute schon im Vorlauf der "Orangen Revolution" von 2004 gekauft wurden.

Grundsätzlich interessiert mich die Aufschlüsselung der Verwendung der 5 Mrd. Dollar der USA für die Ukraine aber sehr. Wo ist die nachzulesen?

RE: Kokette Verstiegenheit | 01.08.2019 | 11:22

"<<Es gab schon verschiedene Vorschläge, dass das Referendum wiederholt wird. Das lehnen...>>Toller Vorschlag. Und wer darf an dem neuen Referendum teilnehmen? Auch die "Neuzugezogenen"? Was ist mit den Vertriebenen? Wer garantiert Chancengleichheit? Darf auch der Rechte Sektor kommen?"

Die Krim-Bewohner.

Die Ukraine hat, nach dem Putsch in Kiew 2014 und dem Folge-Putsch der Krim und dem anschließenden Sezessions-Referendum auf der Krim nichts mehr zu melden.

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"<<Normalerweise werden Wahlen immer von der eigenen Ordnungsmacht abgesichert. UNO-Soldaten werden immer nur dort eingesetzt, wo die Zustände so korrupt sind, dass auf die örtliche Ordnungsmacht kein Verlass ist.>>Also Klartext, russische Soldaten die ein prorussisches Referendum im Ausland absichern machen dieses Referendum automatisch unglaubwürdig."

Es waren russische Freiwillige, die dafür sorgten, dass die ukrainischen Soldaten die Wahl nicht verunmöglichten. Besser hätten das UNO-Soldaten auch nicht machen können. Dass Teile der ukrainischen Armee auf eigene Bewohner schießen, hat sich dann ab Mitte April. 2014 bis heute gezeigt, als der Präsident der Putschregierung, Turtschinow, die Arme gegen die eigene Bevölkerung schickte, die im Süden und Osten der Ukraine gegen die verfassungswidrige Absetzung ihres demokratisch gewählten Präsidenten mit einem Gegen-Maidan protestierte.

https://www.sn.at/politik/weltpolitik/ein-jahr-anti-terror-operation-neue-eskalation-im-ukraine-krieg-2573287

"Tausende Tote, Zehntausende Verletzte und über eine Million Menschen auf der Flucht - der Krieg in der Ostukraine dauert nun ein Jahr. Es war der damalige Übergangspräsident Alexander Turtschinow, der am 14. April 2014 das Militär mit Panzern, Kampfflugzeugen und Raketen in Bewegung setzte. Die Regierungstruppen sollten die prorussischen Separatisten in die Schranken weisen. Doch ein Jahr nach Beginn der von Anfang an umstrittenen "Anti-Terror-Operation" ("ATO"), bei der mehr als 6.000 Menschen starben, scheint der Donbass für Kiew für immer verloren. "Wir lassen Russland nicht das Krim-Szenario in den östlichen Regionen der Ukraine wiederholen", tönte Turtschinow, heute Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, damals als Befehlshaber. Die "ATO" sollte verhindern, dass sich die russisch geprägten Gebiete Luhansk (Lugansk) und Donezk wie die Halbinsel Krim abspalten von der Ukraine. Vor allem mit Blick auf die marode Energieversorgung des Landes fürchtet die Ukraine den Verlust des Kohlereviers Donbass. "

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"Das Putin 170 Orden verteilt hat, ist für Sie ein Beleg, dass nur 170 russische "Wahlhelfer" aus Russland involviert waren? Wie kommen Sie denn zu dieser kühnen Annahme?"

Wir unterhielten uns oben über die Krim"Annexion". Inzwischen haben wir geklärt, dass es keine Annexion gab, weil sich lediglich 170 russische Freiwillige vor Kasernen ukrainischer Soldaten postiert hatten, damit die Soldaten die Bevölkerung nicht von der Wahl abhalten.

Die NZZ schreibt von diesen 170 russsichen Freiwilligen, die bei uns als grüne Männchen bekannt wurden.

Der Begriff "Wahlhelfer" ist eigentlich fest vergeben und führt in diesem Fall wieder auf direkten Weg in den ukrainischwn Märchenwald

https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlhelfer

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"<<Der Sündenfall des 2014-Putsches wird der Ukraine noch sehr lange nachhängen...>>Tja wie kam es wohl zum Maidan?"

Frau Nuland sagte bei ihren öffentlichen Auftritten, dass die USA 5 Mrd. Dollar in die Ukraine investiert hätten

https://www.wdr.de/tv/applications/daserste/monitor/pdf/2014/0313/krisenkatalysator.pdf

Zitat:

Victoria Nuland, US-Europabeauftragte (13.12.2013) (Übersetzung MONITOR): „Wir haben mehr als 5 Milliarden Dollar investiert, um der Ukraine zu helfen, Wohlstand, Sicherheit und Demokratie zu garantieren.“

[Moderator-Frage:] Wieso ist den Amerikanern ausgerechnet die Ukraine so wichtig? Es geht um geopolitische Ziele. Es geht um die NATO, sagen Experten.

Simon Koschut, Universität Erlangen: „Die Ukraine selbst ist wichtig für die NATO, vor allem aus US-Sicht, weil sie dadurch den Einflussbereich der NATO und damit auch der westlichen Politik und auch den Einfluss der USA weiter in den postsowjetischen Raum vordrängen können, und damit weiter Russland natürlich implizit auch zurückdrängen können. Insofern sind hier Kategorien, das Denkmuster des kalten Krieges durchaus noch implizit vorhanden, auch wenn diese jetzt nicht immer offen geäußert werden.“"

Zitat-Ende.

Auch Obama hat das in einem CNN-Interview noch einmal bestätigt, dass die USA Aktor und Russland Reaktor war.

https://ua.usembassy.gov/cnn-interview-president-obama-excerpts-ukraine/

Auf die Frage, ob es fair wäre zu sagen, dass Obama Politik zwar Russlands Wirtschaft geschadet habe, aber Putin nicht davon abgehalten habe, [frei übersetzt] den USA in der Ukraine in die Quere zu kommen, sagte Obama:

"…Mr. Putin made this decision around Crimea and Ukraine – not because of some grand strategy, but essentially because he was caught off-balance by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing after we had brokered a deal to transition power in Ukraine…"

Zur Legendenbildung rund um den Maidan auch sehr informativ:

https://www.heise.de/tp/features/Maidan-Der-verklaerte-Aufstand-3366798.html?seite=all

"Gemeinhin gilt die Euromaidan-Bewegung als zivilgesellschaftlicher friedlicher Aufstand für eine Annäherung an die EU. Doch dies ist zum großen Teil Legende. Die Proteste zielten von Beginn an auf einen politischen Machtwechsel, waren gut organisiert und von grundsätzlicher Gewaltbereitschaft gekennzeichnet. Der Maidan als Spontanaufstand breiter Bevölkerungsschichten ist eine Mär, die den später realisierten Machtwechsel legitimieren soll. Die Legendenbildung durch politische Akteure, Medien und "Experten" wirkt."

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"Ansonsten schönstes russische Propagandavokabular. Sie haben ihren Verwendungszweck erfüllt!"

Werbung für Russland? Das ist nur ein Nebeneffekt.

Es macht mich fassungslos, wie Deutschlands Leitmedien - und vermutlich noch viele andere in Nato-Staaten plus Schweiz plus Österreich - alles stupide nachplappern, was sie aus US-Intervetionisten-Kreisen hören.

Ich denke, dass auch in der Ukraine viele normale Menschen leben, die sich bisher gegen den anti-russischen Hype der Nazis, US-Marionetten und der Oligarchen, die jedes Wasser auf ihre Mühlen zu leiten versuchen, nicht durchsetzten können.