Frau Merkel telefoniert mit Obama

Realsatire Laut Spiegel-Informationen wurde das Handy unserer Bundeskanzlerin von US-Geheimdiensten abgehört. Frau Merkel is not amused.
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http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2012/11/Bilder/2012-11-07-merkel-obama.jpg%3F__blob%3Dposter%26v%3D3

Foto: Getty Images

Frau Merkel, unsere alte und neue Bundeskanzlerin ist offensichtlich in das Visier von US-Geheimdiensten geraten.

Originalton des Regierungssprechers Steffen Seibert: „Die Kanzlerin habe klargemacht, dass sie solche Praktiken, wenn sich die Hinweise bewahrheiten sollten, unmissverständlich missbilligt und als völlig inakzeptabel ansieht, Dies wäre ein gravierender Vertrauensbruch. Solche Praktiken müssten unverzüglich unterbunden werden.“

Auslöser der Reaktion der Bundeskanzlerin war wohl eine Anfrage des Spiegels im Zuge einer Recherche.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsa-merkel-beschwert-sich-bei-obama-a-929636.html

Wir schalten deshalb direkt in das Bundeskanzleramt, um live mitzuerleben, wie Frau Merkel das Problem aus der Welt schafft.

Merkel: greift zum Hörer und ruft Ronald Pofalla, Kanzleramtschef und Geheimdienstkoordinator an. Ronald, mach mir mal eine Verbindung zum Präsidenten der USA, sofern die Telefonzentrale im Weißen Haus überhaupt besetzt ist.

Pofalla: Etwas verdutzt. Ja, selbstverständlich, um was geht es denn?

Merkel: das fragst Du mich, jetzt nachdem ich aus der Presse erfahren muss, dass mein Handy abgehört wird. Ich frage mich schon, was unsere Geheimdienste überhaupt machen, wenn sie nicht einmal mitbekommen, was unser großer Bruder jenseits des Atlantiks so alles treibt. Und natürlich frage ich mich auch, was Du als Geheimdienstkoordinator gewusst hast bzw. hättest wissen müssen.

Pofalla: Ja, aber.

Merkel: Nichts aber, verbinde mich mit dem Yes, we can Präsidenten. Warum habe ich eigentlich nicht ein rotes Telefon auf meinem Schreibtisch stehen, wo ich nur auf eine Taste drücken muss und der US-amerikanische Präsident nimmt ab.

Pofalla: Das haben m.W. nur die Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und zu denen gehören wir nun mal nicht.

Merkel: Jetzt bin ich die mächtigste Frau der Welt und habe noch nicht einmal einen direkten Draht zu unseren amerikanischen Freunden.

Pofalla: Ich denke, dass wir das Problem bald gelöst haben werden, wenn wir erst einmal das Auswärtige Amt aus unseren Reihen besetzt haben.

Merkel: Schon wieder einer Deiner unqualifizierten Statements, Ronald. Wenn das so weiter geht, muss ich mir ernsthaft überlegen, ob ich Dich nicht einer anderen Verwendung zuführen soll.

Pofalla: Bevor das hier aus dem Ruder läuft, kümmere ich mich lieber um die Verbindung mit Obama.

Merkel: Tu das, mein Lieber. Nach einem leichten Knacken in der Leitung, meldet sich Barack Obama.

Merkel: Sagen Sie mal mein lieber Barack, können wir vertraulich miteinander sprechen oder wird auch dieses Gespräch abgehört.

Obama: Ich verstehe nur Bahnhof, verehrte Frau Bundeskanzlerin. Mir sind jedenfalls solche Abhörpraktiken nicht bekannt.

Merkel: Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, hat einer oder mehrere ihrer Geheimdienste mein Handy überwacht. Diese Verhaltensweise - sofern sie denn zutrifft - kann ich nur auf das Schärfste missbilligen.

Obama: Welchen unserer Geheimdienste meinen Sie denn, Frau Chancellor. Den CIA, NSA, FBI, DIA, INR oder NRO. By the way, habe ich jemand vergessen?

Merkel: Können Sie da überhaupt noch den Überblick bewahren, Mr. President. Ich bin jedenfalls very angry, um nicht zu sagen stinksauer.

Obama: ich habe mal bei den wichtigsten Geheimdiensten nachgefragt und die haben mir alle versichert, dass ihr Handy nicht nachrichtentechnisch ausgewertet wurde.

Merkel: Das kann ich nur schwer glauben, weil vor einigen Wochen, als es um den Abhörskandal der NSA ging, wurde mir das Gleiche gesagt. Das stimmt mich doch etwas nachdenklich.

Obama: Wir haben uns doch erst vor einigen Wochen darüber verständigt, ich meine, es war noch vor der Bundestagswahl, dass es in Deutschland gar keinen Abhörskandal gibt bzw. dass die von der NSA abgegriffenen Daten ausschließlich der Terrorbekämpfung dienen. Das hat doch auch ihre Zustimmung gefunden, zumindest hat das ihr Nachrichtenchef, wie hieß er denn nun gleich, ausdrücklich bestätigt.

Merkel: Hier ging es aber um Daten möglicher Terroristen oder anderer subversiver Elemente, wie beispielsweise den Abgeordneten der Linkspartei. Ich zähle mich aber, wie Sie unschwer erkennen können, nicht zu diesem Personenkreis.

Obama: Ja, Frau Bundeskanzlerin, es täte mir schrecklich leid, wenn sie rein aus Versehen natürlich, bedingt quasi durch einen möglichen Softwarefehler, in diese Überwachungsprozedur mit hineingeraten sind.

Merkel: Das klingt schon eher nach einer Entschuldigung, mein lieber Barack.

Obama: Frau Bundeskanzlerin, ich kann ihre Verärgerung ja verstehen, stehen Sie doch gerade in wichtigen Koalitionsverhandlungen mit der SPD. Vielleicht können wir ihnen in diesem Punkt etwas unter die Arme greifen.

Merkel: Wie soll ich das verstehen?

Obama: Nun wir könnten Sie bei dem einen oder anderen Verhandlungspunkt, in dem es etwas schwierig werden könnte, zielgerichtet unterstützen. Schließlich haben heute alle ein Smartphone, zumeist übrigens das I Phone von Apple und hier laufen alle Gespräche über einen Server in den USA.

Merkel: Als Wiedergutmachung kann ich eine solche Vorgehensweise ausnahmsweise akzeptieren, aber danach muss das sofort wieder aufhören.

Obama: Selbstverständlich, Frau Merkel. I am sure, you will do the best for your country.

Merkel: So ist es, mein lieber Barack. I inform you, when the mission is accomplished.

Noch vor der Bundestagswahl wurde der staunenden Öffentlichkeit mitgeteilt, dass es überhaupt keinen Abhörskandal gibt und wenn überhaupt Daten abgegriffen wurden, dies im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften geschah. Herr Pofalla erklärte die Abhöraffäre, sofern es denn je eine gegeben hat, für beendet. Jetzt, wo es offensichtlich um die Interessenlage der Bundeskanzlerin geht, kommt eine gewisse Brisanz in die Geschichte.

Es macht eben einen Unterschied, ob die Interessen des gemeinen Bürgers betroffen sind oder die Interessen von Regierungsvertretern. Vor dem Gesetz sind aber alle gleich, Frau Bundeskanzlerin.

13:40 24.10.2013
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Geschrieben von

blog1

i sog nix
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