Antisemitismus
Der 7. Oktober, die Deutschen und Israel: „Die Hamas hat gewonnen“
Acht Monate sind seit dem 7. Oktober vergangen, und unser Autor findet sich von Palästina-Solidarität und Hass auf Israel umringt. Für Alan Posener ist etwas zerbrochen. Mit seinem türkischen Nachbarn wagt er nicht mehr zu sprechen
Jüdische Studierende: „Uns wird vermittelt: Ihr seid hier unerwünscht“
Für jüdische Studierende sind die Universitäten kein sicherer Ort mehr. Die Konsequenz ist für viele Betroffene soziale Isolation. Hanna Veiler über das Leben als jüdische Studentin in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023
Palästina und die Meinungsfreiheit: Eine Universität ohne Protest ist tot
Propalästinensische Protestcamps an der Humboldt-Universität wie an der Freien Universität in Berlin sind geräumt worden. Ebenso wie das erschreckt Ulrike Baureithel, Lehrbeauftragte an der HU, der Umgang der Besetzer*innen mit der Presse
Yanis Varoufakis: „Sie und ich, wir Linken haben in Europa versagt“
Der ehemalige griechische Finanzminister fürchtet totalitäre Tendenzen in Europa und erinnert daran, wie die Linke 2015 einen Aufbruch versprach. Warum scheiterte diese Bewegung? Ein Austausch über eine vorerst besiegte Linke
Synode 1934: Die Bekennende Kirche will kein „Vaterlandsverräter“ sein
Die Opposition in der evangelischen Kirche war keine Widerstandsbewegung, vielmehr wurde während der NS-Zeit in der Kirche ein Kampf um die Kirche geführt. Das wurde bloß nach 1945 umgedeutet – als Kampf des Christentums gegen den NS-Staat
Eva Illouz: „Die koloniale Analyse passt nicht wirklich, um Israel zu verstehen“
Von Black Lives Matter bis zu Feministinnen mit Kufiya: Die Linke sieht den Konflikt zwischen Israel und Palästina als einen kolonialen. Doch auch die jüdische Bevölkerung ist indigen. Die Soziologin Eva Illouz ordnet ein
Wie sage ich Palästina?
Nicht erst seit dem 7. Oktober ist das Sprechen über Palästina in Deutschland schwierig geworden. Viele Begriffe stehen in der Kritik – und werden nun polizeilich unterbunden. Wo aber das Unrecht herrscht, muss um Sprache gerungen werden
USA: Was eine Columbia-Professorin über die Gaza-Proteste an ihrer Uni sagt
Kann die gegen den Gaza-Krieg kämpfende Jugendbewegung dieselbe Ausdauer entfalten wie diejenigen, die dazu beitrugen, dass sich die US-Regierung in den 1970er Jahren zum Rückzug aus Vietnam gezwungen sah? Der Ausgang der Proteste ist offen
Polizei an US-Universitäten: Ist das diese Cancel-Culture, vor der ihr gewarnt habt?
Gerade noch wurde vor der Bedrohung der Meinungsfreiheit durch Wokeness gewarnt – jetzt werden tatsächlich Demonstrierende festgenommen, und die Öffentlichkeit applaudiert. Der Stanford-Professor Adrian Daub über die Palästina-Protestcamps
Brutaler Angriff auf Pro-Palästina-Camp an US-Universität: „Es war erschreckend“
Auf dem Campus der University of California UCLA wurde in der Nacht auf den 1. Mai ein Gaza-Protestcamp von Maskierten gewalttätig angegriffen. Die Vorwürfe der Studierenden: Sicherheitsdienst und Polizei sollen tatenlos zugesehen haben
Propalästinensische Proteste in der Arabischen Welt: Die Angst der Regime
Wie in der westlichen Welt auch finden von Ägypten über Jordanien bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten propalästinensische Proteste statt. Die Regierungen reagieren mit teils massiver Unterdrückung. Ein Überblick
Die Uni-Proteste wegen Gaza beeinflussen spürbar Joe Bidens Politik
Die Proteste an den US-Universitäten gegen den Krieg im Gazastreifen breiten sich immer weiter aus. Kommt es zu einem Revival der Studentenbewegung wie einst 1969?
Philipp Oswalt zu Berliner Schloss und Garnisonkirche: „‚Zweifel‘ galt als Schändung“
Der Architekt Philipp Oswalt will die Deutungsmacht über das Stadtschloss in Berlin und die Garnisonkirche in Potsdam nicht Rechtsradikalen überlassen. Was schwebt ihm vor?
Slavoj Žižek: Beim Einreiseverbot gegen Yanis Varoufakis wird Deutschland autoritär
Der Philosoph Slavoj Žižek ist nach dem Stopp des Palästinakongresses und den Verboten gegen Varoufakis besorgt über die Einschränkung der Redefreiheit. Die jüngste Repression gegen Palästinenser und Juden drohe Antisemitismus zu schüren
Einreiseverbot für Yanis Varoufakis: Das Land driftet einer neuen McCarthy-Ära entgegen
Der deutsche Staat greift wegen des Palästina-Kongresses zum Einreiseverbot – unter anderem gegen Yanis Varoufakis – und bemüht dafür Paragrafen, die einer beliebigen Auslegung sperrangelweit offen stehen
Nancy Fraser: Hier kommt der Vortrag, den Köln nicht hören darf
Die US-Philosophin Nancy Fraser wurde wegen eines Briefes zur Unterstützung der Palästinenser an der Universität Köln ausgeladen. Hier veröffentlichen wir ihren dort geplanten Vortrag: „Die drei Gesichter der Arbeit im Kapitalismus“
Im Gefängnis in Werl: „Ich habe Angst um Israel“
Während der Haft lernt Markus Berg schnell, dass sein Jüdischsein im Gefängnis keinen Platz hat. Täglich kämpft er gegen Antisemitismus – und mit seiner eigenen Schuld
Der israelische Autor David Grossmann kennt den einzigen Weg für Nahost
David Grossman verlor seinen Sohn im Libanonkrieg, gab aber nie, auch nicht nach dem 7. Oktober, das Schreiben gegen Hass und Krieg zwischen Israel und Palästina auf. Sein neues Buch trägt den Titel „Frieden ist die einzige Option“
Eva Illouz: Warum Judith Butler keine Linke ist
Erneut bezeichnete die Philosophin Judith Butler den Terroranschlag der Hamas als „bewaffneten Widerstand“. Die israelische Soziologin Eva Illouz erklärt hier, warum solche Äußerungen für sie weder links noch antirassistisch sind
Berlinale-Eklat: Politische Kunst? Das schaffen wir nicht
Machen wir uns ehrlich: Deutschland kann keine internationalen Kulturfestivals ausrichten, schon gar keine mit politischem Anspruch. Wir halten die Widersprüche nicht aus, die damit verbunden sind
Deborah Feldman: „Jüdische Vielfalt ist kein Kuschelbegriff“
Die SPD will Antisemiten die Staatsbürgerschaft entziehen. Deborah Feldman hält für möglich, dass sie eines Tages mitgemeint sein könnte, weil sie die israelische Regierung von Benjamin Netanjahu kritisiert. Ein Gespräch mit Jakob Augstein
Das Problem ist nicht Philosemitismus, sondern ein israelfeindlicher Antisemitismus
Die Philosophin Susan Neiman schrieb im „Freitag“, „die deutsche Fixierung auf die Vergangenheit führe zu einer Leugnung der Realität der Gegenwart“. Eine Erwiderung von Ernst Piper
Israel vor Internationalem Gerichtshof: Das Genozid-Blame-Game
Es gibt einen inflationären Gebrauch des G-Wortes. Dafür gibt es Gründe. Einer davon liegt in der Geschichte des Balkans
Dana Vowinckel über ihr Buch „Gewässer im Ziplock“: „Gehörige Portion ‚I told you so‘“
Ihr Debütroman „Gewässer im Ziplock“ erzählt von jüdischem Leben zwischen Gebet und Pubertät. Schriftstellerin Dana Vowinckel über den Schock des 7. Oktober 2023, ihr Verhältnis zu Religion und warum sie trotz Zweifeln Interviews gibt