Costa Esmeralda
02.03.2013 | 06:43 79

Ober-Clowns der europäischen Politik

Merkel - Steinbrück Womit hat der deutsche Wähler die beiden Ober-Clowns der europäischen Politik verdient?

Wenn man in Deutschland wenigstens wie in Italien über die Politiker lachen könnte, dann würde Ottonormalbürger die verbleibende Zeit bis zur Wahl halbwegs mit Glotze, Chips, Bundesliga und Bier über die Runden bringen können. Aber unsere beiden Ober-Clowns sind einfach nur zum Weinen. Nicht nur das Sommerloch wird hart werden, vor allem für die bald auf die 50% der Bevölkerung zugehenden Niedrigverdiener im Lande, die sich nicht so einfach in den „Süden unter Palmen“ absetzen können. Nein, das Spektakel auf der politischen Bühne zehrt an den Nerven der gesamten Nation.

Merkel und Steinbrück, zusammen mit unseren deutschen BT-Parteien (1,5% der Gesamtbevölkerung), gehören schnellstmöglichst auf den Misthaufen der Geschichte. Das 20te Jahrhundert war in Deutschland und Europa das Jahrhundert zuerst des Faschismus‘ und dann der Parteien-Diktaturen. Der europäische Untertan hat das sträflich zugelassen.

Ich behaupte, dass das 21te Jahrhundert für Deutschland und Europa das Jahrhundert des europäischen Bürgers und der Bürger-Staaten wird. Nur so wird Deutschland und Europa im Konzert der regionalen Blöcke bestehen können. Sollte uns der Wandel vom Untertan zum Bürger und die Abschaffung der Parteien-Diktaturen nicht gelingen, wird Europa als Ganzes zum Spielball der Weltgeschichte.

Persönlich bin ich optimistisch, dass wir in Deutschland innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre die BT-Parteien-Herrschaft brechen können, und dass uns auch der allmähliche Einstieg in eine gemeinnützige Wirtschaftsform gelingt, die den bürokratischen Sozialismus und vor allem auch den menschenverachtenden Kapitalismus überwindet. Worauf gründe ich meinen Optimismus? Welche gesellschaftlichen Bedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert und sind grundsätzlich förderlich für die Entwicklung einer menschenwürdigeren Gesellschaftsform:

1.  Die Frauen schicken sich an, eine den Männern gleichwertige gesellschaftliche Macht zu werden. Das wird den von Männern mehrheitlich gelebtem Grundprinzip des Egoismus infrage stellen zugunsten eines von den Frauen mehrheitlich favorisierten Prinzips der Solidarität unter den Menschen.

2.   Seit Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich überall auf der Welt eine Bildungsrevolution vollzogen, die vor allem in Europa die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in die Lage versetzt, nicht nur berufliche Tätigkeiten besser ausführen zu können. Auch gesellschaftliche Zusammenhänge können besser erkannt werden. Damit ist die Voraussetzung gegeben, sich verantwortlich für die eigene Zukunft einzusetzen und den Makel des unwissenden Untertans zu überwinden.

3.   Das Internet-Zeitalter macht grundsätzlich demokratische Entscheidungen ganzer Staaten in wesentlich kürzeren Zeitabständen und zu wesentlich geringeren Kosten möglich. Damit ist die technische Voraussetzung für Direkte Demokratie gegeben.

Gehen wir mit Verve daran, das Monopol unserer BT-Parteien über die politische Herrschaft in der Republik abzuschaffen! Gerade auch die Mediokrität von Merkel und Steinbrück und die offen hinter ihnen stehenden Interessen des deutschen Kapitals sollten uns das nötige Selbstvertrauen geben, dass mit diesen beiden und den BT-Parteien insgesamt in Zukunft kein Staat mehr zu machen ist.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf meinen Beitrag „Von der Parteien-Diktatur zur Direkten Demokratie“ in elcondorpasa2013 hinweisen.

LG, Costa Esmeralda            

Kommentare (79)

snafu 02.03.2013 | 09:16

Ich bin da pessimistischer weil:

1. Kapitalismuss als System ist geschlechtsneutral. Frauen die in diesem System an die Macht kommen, leben die Grundprinzipien dieses Systems genauso wie Männer. Der dahinterstehende Ansatz: Männer=Egoisten mit Ellenbogen, Frauen = kooperative Samariterinnen, mag zwar dem beliebten Selbstbild in der Fraktion der feministischen Esotussen (am weiblichen wesen soll die welt genesen) entsprechen, hat aber mit der Realität soviel zu tun, wie das gephotoshoppte Bild eines mobilen Kleiderständers auf dem Titelbilod der Vogue

 

2. Bildungsrevolution? Da gehen aber in Deutschland die letzten 20 Jahre die Uhren wieder rückwärts. In Verbindung mit der permanentberieselung der Verblödungssender mit ihren Doku Soaps die als wahres Leben angepriesen werden, dürfte der Bildungsstand großer Teile der Bevölkerung sich, gefühlt, in etwa auf dem Bildungsniveau eines spätmittelalterlichen Spießbürgers befinden

 

3. direkte Demokratie per Internet? Also mal ganz abgesehen davon, wie eines der möglichen Modelle direkter Demokratie sich gerade selbst demontiert (Piraten), sehe ich im Internet das Potential für alles Mögliche, aber aufgrund der ebenfalls enormen Möglichkeiten des Betruges, würde ich Wahlen ab einer gewissen Relevanz (also wenn mehr als ein Mensch betroffen ist ;-}) gerne auf eine nachvollziehbarerer und robusterer Ebene (Wahllokale und Stimmzettel sind so schlecht nicht) stattfinden lassen.

Oberham 02.03.2013 | 09:35

Im Managokraten, Zockokraten und Politokratensegment messen sie gerade wieviel Euros sich noch aus einem Arbeiter herausquetschen lassen, ohne dass er explodiert  - na - es schein die glauben ein paar Eurochen gingen da noch locker - sprich in 13 möchte man mehr Boni, mehr Anerkennungsprämien, mehr Diäten (hat man ja schon), mehr Zuwendungen, mehr Incentives, mehr Beförderungen, mehr, mehr mehr - was wenn er platzt?

Dürfte ziemlich unappetitlich werden.

Ein verhungerter Arbeiter liegt still und friedlich in seinem Loch oder irgendwo am Straßenrand (siehe Indien), ein aufmüpfiger Arbeiter muss mit schwerem Gerät mühseelig beseitigt werden - vor allem die Kosten, diese Räumkommandos muss man anständig bezahlen, sonst fahren sie am Ende noch in die falsche Richtung.

JR's China Blog 02.03.2013 | 09:58

Nee, tut mir leid, Oberham. Ein Großteil der europäischen "Untertanen" hat gegen den Faschismus gekämpft. Zum Beispiel auch die "Parteiendiktatur" Großbritannien.

Leider galt das nicht für allzu viele Deutsche. Und damit, die "BT-Parteien-Diktatur" gleich noch in eine Reihenfolge mit dem Faschismus zu stellen, als hätten da die einen halt die anderen abgelöst, fehlt ebenfalls das Augenmaß.

Ich kann hier nur eldorado beipflichten:

Säht man Hass, erntet man auch Hass. Setzt man sich für etwas mit Herzblut und Liebe ein, kommt das auch wieder zurück.....

Hätte ich zwar in ganz anderen Worten geschrieben - aber das "Hassen" haben viele längst gelernt. Ich habe keine Lust, das noch zusätzlich Leuten nahezubringen.

Mit anderen Worten: ich bin dann raus, Leute. Ich beantworte noch gerne ein paar technische Fragen für diejenigen, die weitermachen wollen, aber am Projekt nehme ich nicht mehr teil.

JR's China Blog 02.03.2013 | 10:22

Ich hätte geschrieben, dass ich meine Mitmenschen nicht für doof halten muss, weil sie vielleicht pragmatischer sind als ich, oder weil sie davon ausgehen, dass man mit Idealismus genauso viel falsch machen kann wie mit Zynismus.

Ich kann glauben, dass ich eine Idee habe, die meine Gesellschaft weiterbringt, als sie jetzt ist. Ich kann das ausprobieren. Damit lerne ich, ob an meiner Idee etwas dran ist, was andere überzeugt, oder eben nicht.

Aber ich werfe keinen mir gar nicht persönlich bekannten Mitbürgern - deutschen oder europäischen - vor, sie hätten etwas "sträflich" versäumt.

Damit erkläre ich nämlich diejenigen für doof, die anders denken als ich. Und ich beleidige damit pauschal Leute, die vielleicht viel klüger sind als ich. Und mit Klugheit meine ich nicht nur den IQ, sondern auch so ein altmodisches Ding wie "Herzensbildung".

Oberham 02.03.2013 | 11:05

... oh, das Zwinkern sollte nicht blanke Kritik ausdrücken - ich glauben in Dir (darf ich doch) steckt ein absolut wertvoller Gedankenapparat - wie in jedem Menschen - der einfach mehr die positiven Seiten menschlichen Handelns betrachtet als die negativen.

Wäre die Welt so düster wie ich sie darstelle, wären wir doch ohnehin schon längst alle Sklaven, biokybernetische Mechanismen oder schlicht Nutztierfutter - nur - entschuldige dafür - es war und ist eben teils tatsächlich so.

Zwar ist die absolute menschliche Niedertracht noch nicht das abolut herrschende immanente Prinzip, sprich es gibt die Güte, die Wahrhaftigkeit - ja die Herzensbildung - die dageben ansteht, die in tiefer düsterer Finsterniss das Licht anzündet - nur und leider hier eben mein HerzensABER - es bedarf einer Menge Glück im Leben (vor allem derer der örtlich-zeitlichen Geburtsfeier) um etwas von diesem Licht abzubekommen.

Wenn Costa von Pareiendiktatur schreibt - dann meiner er eben eine pragmatische - mit Restmenschlichkeit herrschende Diktatur - die gerade dabei ist ihre Restmenschlichkeit einzusparen.

Vor 80 Jahren kämpften die Briten gegen die Nazis - wann?????

Doch erst, als die britischen Oligarchen Angst um ihre Claims bekamen.

Dieses unsägliche Menschenkind konnte doch nicht alleine weit über 50 Millionen Menschen in den Tod treiben.

Solange er nur im Binnenmarkt die Leute erschlagen ließ - ließ man ihn gewähren.

Ja selbst als er Polen mit den Russen teilte, man ließ ihn gewähren.

Hätte er im Westen nicht losgeschlagen, man hätte ihn gewähren lassen.

Hätter er nicht selber gerne im Osten alleine gewütet, mit den kulivierten Briten und Franzosen gemeinsam - er hätte niemals im Westen so viel investiert - es gibt die Duenkirchen-Theorie - er hätte den Kessel zumachen können - bzw. seine Panzer - er tat es nicht - die einen sagen der Göring-Größenwahn war der Grund - lass dass meine Luftwaffe machen - andere spekulieren es wäre ein letztes Angebot an die Briten gewesen - auch die Luftkriegsführung gegen die Briten - entweder schlicht dumm oder mit dem Hoffnungsschimmer, man möge doch noch gemeinsam nach Osten marschieren.

Die Welt stand damals knapp an der Tür zum westlichen Finanzfaschismus übelster Verbreitung - ich denke es hat nicht viel gefehtl und die ach so kultivierten Briten, Amerikaner, Spaniere, Franzosen - die westliche Hemisphäre hätte sich in einen Rausch aus brauner Kacke verloren und die Ideologie vom Herrenmenschen über die Welt getragen.

Doch konstatieren wir das Ende dieser Schreckensepoche!

Letztlich hat der Finanzfaschismus die Welt ja bekommen!

Er hat sie nicht total verwüstet durch Waffengewalt, sondern er hat seine kleinen Scharmützel mit Söldnern und Stellvertreterkriegen gelöst - in der Hauptsache jedoch mit Geld die Dinge geregelt.

Das Individuum hat nur mehr an wenigen, an immer wenigen Orten dieser Welt die Chance sich wahrhaftig und gut, gütig und ehrlich in der Gemeinschaft zu beweisen und mit ihr zu leben!

Der Mensch ist an sich ein wunderbares Geschöpf - Du siehst all das wunderbare, glaubst daran und hoffst auf die Zeit, in der es zum bestimmenden Faktor wird.

Ich der sinistere Misanthrop, fürchte die letzten Dämme werden bald brechen, werden die Güte endgültig überrollen und die Zukunft wird eine furchtbar gerechte Zeit bereithalten, eine Zeit, in der kein Ort mehr bleibt, der den glücklichen, normalen Menschen beherbergt - es wird ein globales Banglaore, ein globales Shanghai, Peking, Mexico-City werden - die Eisenmenschen von Alang, die Sumangali Frauen im Textilgürtel Indiens - ja immer wieder Indien - für mich ist Indien das Zentrum - das Schaufenster - dort können wir alles seit Jahrzehnten beobachten - dort haben die Briten ein schöne koloniale Industrie aufgebaut und all die menschenverachtenden sozialen "Errungenschaften" beibehalten - ja sie fanden das ganze geradezu vortrefflich - arrangiere dich mit dem Maharadschah und mache Dein Geschäft................ - was bewirkte ein Ghandi????

Einzig - die Möglichkeit für die Briten sich ruhig aus dem Land zurückziehen zu können (schließlich waren inzwischen genug Inder in der Lage mehr Anteile aus den Geschäften für sich zu fordern - man wägte ganz rational ab.)

Nur einige "wilde", "unzivilisierte" Völker z.B. die Afghanen kommen nicht so ganz klar mit den restlichen Oligarchen dieser Erde - ergo - dort wird scharf geschossen und gebombt - jüngst Mali - schlicht ein organisatorisches Problem - die Machtpolarität ist aus den Fugen geraten, das Ausbeutungssystem läuft unrund - nicht weil die Güte Einzug halten würden, sondern weil andere - noch irrsinnigere Ideologien und Giertiebe gegen den bestehenden Moloch aufbegehren.

Wie ich gebetmühlenartig wiederhole - wir hatten in Europa als Individuen über nun bald sieben Dekaden das Paradies - es kam nach der Hölle - wir haben uns darin leider nur als egoistische, arrogante, wohleingerichtete Weltschmarotzer von den Oligarchen den Bauch steicheln lassen - es ist geradezu eine sinnhafte Wendung, werden wir nun bald auch in die Masse der Elenden getrieben - die Ungerechtigkeit der Welt - es wird wieder eine andere Generation für die Sünden büsen müssen, die ihre Vorgänger auf sich luden.

Aber was ist Gerechtigkeit?

An diesem Punkt beginnen die ewigen großen Fragen, die niemand lösen wird - ich beglückwünsche alle Menschen, die die Welt nicht so düster wie ich sehen, die ihre Feiheit besser genießen und strebsam ihrem Wohlstandsziel nachjagen können - in dem festen Glauben, sie seien soziale, aufgeklärte und (positiv) zivilisierte Lebewesen - ich gönne es ihnen und ich beneide sie wirklich darum.

 

Oberham 02.03.2013 | 11:23

Delloc - auch auf dem Nockerberg hat man die Politker heuer zu mir in den Wald geschickt und ein Strauß-Trieb wandelt dort als Förster (vor denen ich auch immer Angst hab - da die Hunde frei laufen - und noch nie was zu Tode gehetzt haben - da ich weiß wo die Rehe ihre Plätze haben und entsprechend gehe.... - alle paar Wochen mal ein Haase - das wars - aber der Jäger sieht den Hund ohne Leine - und schießt nur zu gerne......)

- war ein privater Exkurs - ohne Belang ....

ja die Natur - aber bitte nicht Kathedrale - Kathedralen stoßen mir auf - ich mag diese bombastischen Sektenbauten nicht, so erhaben sie auch sein mögen - hätte man die Kraft - die man in diese Monstren steckte in andere Dinge investiert - z.B. Lesesääle für das Volk - statt Götzenbildern - Bücher - statt Pfaffen - Sprachenlehrer, Schriftlehrer - und zwar nicht für Sektenfibeln sondern für freigeistige Philosophische Vielfalt - ja dann wär ich bei Dir, dann wäre eine Kathedrale in der Tat ein erhabener Bau mit erhabenem Inhalt - doch so ist die Schönheit der Ghotik nichts weiter als das Zeichen von Eitelkeit und schnödem Gigantomanismus - schade dass damals nicht mehr Pfaffen von ihren Bögen erschlagen wurden.

Golding hat eins schönes Buch dazu geschrieben.

Eine alte wuchtige Buche - das ist ein anderes Bild, das ist die schlichte unnachahmliche lebendige Würde der Erde und wenn es auch nur winzige Teile sind - so steckt doch auch ein Teil meiner Vorderen irgendwie in den Zweigen dieser Bäume - wie Rilke einst reimte:

Wir gehen um mit Blume (ich sag jetz einfach Buche ;-) ...), Weinblatt, Frucht.

Sie sprechen nicht die Sprache nur des Jahres.

Aus Dunkel steigt ein buntes Offenbares

und hatt vielleicht den Glanz der Eifersucht

 

der Toten an sich, die die Erde stärken.

Was wissen wir von ihrem Teil an dem?

.......

In diesem Sinne werde ich jetzt ohnehin wieder losmarschieren -

endlich auch wieder mit der Sonne ohne Nebel zwischen mir und ihr.

Das wird ein Heidenspaß - und Rilke nehm ich mir heut mit.

 

JR's China Blog 02.03.2013 | 11:32

und hoffst auf die Zeit, in der es zum bestimmenden Faktor wird

Das trifft nicht so ganz zu, Oberham. Ich hoffe auf keine bestimmte Zeit - dann wäre ich Fatalist, oder Anhänger einer Religion.

Ich hoffe auf meine Mitmenschen. Und damit, dass ich an mir arbeite, versuche ich, selber den Beitrag zu leisten, den ich auch von anderen erhoffe.

Aber wenn ich wahrnehme, dass das ohne viel Wirkung bleibt, sehe ich mich vor drei Optionen. Die eine: ich hole die große (virtuelle) Moralkeule raus, halte mit der anderen eine Art "Wachturm" hoch und gucke jeden vorwurfsvoll an, der an mir vorbeigeht. Das kann ich machen. Erreichen tue ich damit aber so gut wie niemanden. Ich würde mich nicht einmal selbst überzeugen.

Die zweite: ich mache aus der virtuellen Keule eine richtige, mit der ich auf andere losgehe. Oder ich arbeite weiter an mir, und rede mit anderen, wenn sie zuhören wollen. Und vergesse dabei selbst nicht das Zuhören.

Was das britische Zögern betrifft: es ist viel gewonnen, wenn eine Regierung oder politische Klasse erst einmal dem eigenen Volk verantwortlich ist. Ich finde nicht, dass die Briten verpflichtet waren, zum Beispiel der Tschechoslowakei wegen Deutschland ein Kriegsultimatum zu stellen. Dafür hätten schließlich Briten sterben müssen, oder ihre Gesundheit dauerhaft verloren.

Wenn jemand etwas falsch macht, macht er es falsch. Wenn er es richtig macht - ob früher oder später -, macht er es richtig. Das gilt sogar unabhängig von seinen Motiven.

Um klar zu sein: es geht mir nicht darum, "das Tischtuch zu zerschneiden". Ich sehe aber, dass euch und mich etwas Wesentliches trennt, was da sein müsste, wenn ich mit bis zu fünf Wochenstunden in ein Projekt einsteige. Dazu fehlt mir, nachdem ich einmal mit einem Text von dir fundamental nicht einverstanden war, und jetzt fundamental mit einem von Costa nicht einverstanden bin, die Überzeugung, und damit die Motivation.

Das ist natürlich ein Dilemma: Nutznießer von solchen individuellen Unterschieden sind genau die, welche die Gesellschaft zum Zerfall bringen, und nicht diejenigen, die Anspruch auf eine ganz andere gesellschaftliche und politische Beteiligung hätten.

Aber wenn ich mir die Freitag-Threads so ansehe, fehlt es nicht an Wut. Wer Veränderung will, muss sich auch fragen, wer die Macht als nächstes ausübt. Die Wohlfahrtskomitees, die in Pasternaks "Dr. Schiwago" geschildert werden, halte ich für ein gutes Beispiel dafür was passieren kann, wenn diejenigen, "die schon immer verarscht wurden", plötzlich Macht in den Händen halten. Und darum rede ich keiner Revolution das Wort - das "Brechen" der Macht in den Händen der BT-Parteien binnen fünf bis zehn Jahren wäre eine. Einem institutionellen Wandel muss ein gedanklicher vorausgehen - ein Wandel mit einem, sagen wir,  "therapeutischen" Effekt.

Unsere Differenzen müssen - meiner Meinung nach - nicht bedeuten, dass wir uns zum Beispiel auf den "Freitag"-Seiten nicht mehr austauschen. Ich gebe bei Bedarf auch gerne noch einige Male Input, damit die condorpasa-Seite von mehreren technisch beackert werden kann. Das gehört für mich zu einer fairen Kooperation dazu, wenn man sie einmal angefangen hat.

Aber ansonsten klinke ich mich aus. Ich bin kein fester Teilhaber mehr.

 

fahrwax 02.03.2013 | 12:38

Leider ist es auffällig, das die herschende Wirtschafts-Religion die Liebe verkauft und dafür den Hass verschenkt. Das "Augenmaß" hängt ein wenig vom Blickwinkel ab. Wem es gelingt darüber weg zusehen, womit der "Wohlstand hier "erkauft" wird, ist eindeutig im Vorteil.

Wer  nur auf den gröhlenden Faschismus der Braunhemden, oder die Springerstiefel fixiert ist, leider an Kurzsichtigkeit.

Der gefährlich Faschismus trägt heute Nadelstreifen und nimmt sogar das Wort Menschenrechte in den Mund, wenn es sich rentiert.

janto ban 02.03.2013 | 12:51

|| Das wird den von Männern mehrheitlich gelebtem Grundprinzip des Egoismus infrage stellen zugunsten eines von den Frauen mehrheitlich favorisierten Prinzips der Solidarität unter den Menschen. ||

Oh ha.

Das Parteiensystem ist doch im Grunde als eine ganz furchtbar basisdemokratische Sache angelegt. Die CDU hat ja nicht nur Merkel. Ich schrieb snow meine Meinung zum Großkampfthema (in etwa) "Zusammenwachsen, aber wie..?" die Tage schon unter seinen Blog. In bezug auf Internetdemokratie habe ich arge Bedenken. Als Untertan sehe ich mich sowieso nicht. Ich bin der Souverän. Bitte lachen Sie jetzt.

Liest sich ehrlich gesagt wie Utopia. Durch den Austausch der Begriffe "parlamentarische Demokratie" und "Bürgerdemokratie" ändert sich die Tatsache, dass Million von unterschiedlichen, politischen Interessen und Meinungen irgendwie gebündelt werden müssen, um in die Tat umgesetzt zu werden, erstmal gar nicht. Andernfalls könnte die Europazentrale auch nach Weimar verlegt werden. Glaubt man denn - nach allem, was die Piratenpartei uns lehrt - wirklich, dass die, die heute unzufrieden mit der Politik der Parteizentralen sind, es akzeptierten, in Internetabstimmungen zu unterliegen..?

Ich nicht. Ich glaube, dass die Interessen der Mehrheit in Deutschland sehr wohl immernoch gewahrt sind. Heute scheint die Sonne und es ist Samstag. Der örtliche Konsumtempel ist zum Bersten voll. Um das zu wissen, brauche ich meinen Drehstuhl gar nicht zu verlassen. Sie kaufen sich viele schöne Dinge, die sie nicht brauchen. Der Rest kümmert sie einen Dreck. Manchmal weiß ich nicht, ob ich das bedauern oder beneiden soll..

Oberham 02.03.2013 | 13:06

... entschuldige, aber ich finde du tust mir Unrecht.

Das mit dem Hoffen ist etwas Verbalismus, ich stimme mit dir völlig überein, dass Veränderung durch die individuelle Einsicht, Geduld und Arbeit der einzig wirklich fruchtbare Weg ist.

Nur, uns beide trennt die Beurteilung der Realität, doch das sollte kein Grund sein, sich zu trennen (...... ;-)........ - bitte bleib.)

Deine Einschätzung bezüglich Revolutionen, Umsturz, plötzlicher Veränderung teile ich insofern, als dass Rache keine Option sein kann, auch nicht Vergeltung oder irgend welche anderen zornigen Gefühle.

Wenn zuviel Wut aus meinen Zeilen spricht, dann ist es vielleicht sogar die Wut auf meine Ohnmacht viel mehr, als die Wut auf diejenigen, die momentan das System so gedankenlos zu ihren vermeinltichen Vorteilen nutzen.

Die geschichtliche Einordnung vond Geschehnissen, tja, die ist doch wohl immer sehr subjektiv gefärbt, jeder geht wohl mit etwas anderen Grundgedanken an eine Episode heran, über die Apeasement Politik in den 30ern kann man soviele Theorien aufstellen - letztlich aber - finde ich - richtet die Realität immer die Gedanken.

Wir leben in einer EU des Finanzfaschismus, die ein Teil des globalen Finanzfaschismus ist.

Ich benutze diese drastische Bezeichnung, da es meiner seelenlage entspricht, ich möchte niemanden damit bewußt verletzen oder erzürnen, jene die das System nutzen und am Laufen halten, lesen meine Worte niemals und falls sie es täten, würden sie vielleicht höhnisch schmunzeln, sollten die Gegebenheiten sich verschieben, vielleicht dafür Sorge tragen, dass ich meine Finger still halte.

Im Augenblick scheint jedoch noch eitel die Sonne über unseren Häuptern, wir dürfen maulen, zetern und uns mit den von dir beschriebenen Schildern an die Straße stellen - nur - wie Du - denke ich weisst, bin ich ganz real am arbeiten an mir seit vielen Jahren und zu solchen Demos fahre ich aus logistischen Gründen nur - so mich Leute aufsammeln ohne dass ich sie darum betteln muss - da dies nie passiert, demonstriere ich nur mit den Fingerkuppen und meinem Lebensstil.

Ich bin überzeugt würden 10 Mio. Deutsche meine Methode versuchen, es wäre der Anfang vom Ende - enweder des Finanzssystems, oder aber jedeweder Hoffnung - sprich die 10 Mio. würden schlicht weggeschoben.

Jeder von uns steht vor dem Dilemma, dass er ein williger Helfer ist, sobald er auch nur in einen Bus steigt.

Nur - man kann zu 100% williger Helfer sein oder zu - sagen wir 2 - 3 % - ganz aussteigen geht schlicht nicht ohne Selbstmord zu begehen.

Oder in den Knast? Aber da wär ich - ehrlich gesagt lieber tod - als eingesperrt - als Knastbruder koste ich ja meine Mitmenschen mehr als 100 Euro am Tag und ich will wirklich niemanden ausnutzen.

Ach - gerade war ich im Wald und es war superschön, jetzt werd ich mal einen Apfelkuchen backen - heut mit Schokokammern und Vanilleeintragungen - wird sicher lecker - vor allem warm genossen - mit einem frisch gebrühtem Kaffee - die Schneeglöckchen spitzen mit ihren anmutigen Blüten aus den grünen Inseln im Garten - es ist ein wundervoller Tag.

Oberham 02.03.2013 | 13:23

Wem es gelingt darüber weg zusehen, womit der "Wohlstand hier "erkauft" wird, ist eindeutig im Vorteil.

Also angesichts dessen, dass ich nur ein Leben habe, mit 17 Abi hatte und auch ein egoistischen Menschlein bin, wäre ich lieber eine total unreflektierte Biomaschine und würde tagsüber als Minister im Ministerium hocken und abends meine sonstigen Wünsche ausleben - mit bestem Gewissen, unglaublicher Arroganz ohne jeden Leidensdruck - es ist doch das Paradies, sich als das Gute zu empfinden und wie der Teufel zu leben.

Zum Glück gibt es transzendentes Reisen gratis, kann man noch hinaus in die Wälder und über die Felder und Wiesen, ergo, man hat gegenüber dem Minister keinerlei Nachteile - nur das schlechte Gewissen, das plagt auch den bescheidensten Konsumverweigerer, da er letztlich den Armen nicht helfen kann.

Insofern war es ein kleiner Vorteil - da es mir die opportunistische Devotion vermasselt hat - danach war es immer ein Nachteil, da die Depression hinter jedem trüben Tag wie ein Gespenst lauert und manchmal auch zuschlägt.

Schließlich ist es kein Vergnügen im Hirn das Elend zu spiegeln, sich seiner Verantwortung zu stellen, dabei konstatierend dass man selber eben lebenslang ein hilfloses, talenfreies Wesen war, dass den Elenden kein Jota Weg aus ihrer Hölle ebnen konnte.

Meine Tochter - hilft und ist dabei trotzdem nicht weit entfernt von den Gespenstern - all die - die sich opfern - die ein wenig Linderung spenden, sie teilen auch das Leid.

Wüsste ich, dass die Ignoranz am Tag wenigstens den nächtlichen Alptraum nach sich zieht, tja - es wäre vielleicht ein kleiner Ausgleich - nur - ich fürchte die Merkelschen schlafen sanft und ruhig in Träumen die ich mir nicht mal ausdenken kann.

fahrwax 02.03.2013 | 13:24

"Um den Kern des Übels kurz zu umreißen genügt der einfache Blick in den Bundestag. Im Detail sei dann auf die massenhaft dort beschlossenen Gesetze verwiesen, die in letzter Zeit nur noch bestimmten Gruppierungen und Interessenverbänden gerecht werden, nicht aber der Mehrheit der Menschen im Lande. Dieser Missbrauch findet aber immer noch unter dem Label Demokratie statt und ist exakt von den Beschuldigten zu verantworten.

Hier sei nur an die Beschlüsse zur Bankenrettung erinnert, zum Bailout anderer Staaten, zum ESM und dergleichen mehr. Letzteres Husarenstück die Privatisierung der Wasserversorgung. Alles Dinge die entweder per Vertrag oder Gesetz ausgeschlossen waren und dem Grunde nach immer noch ausgeschlossen sind, dennoch passiert es. Die gröbste Dreistigkeit ist es aber, hernach auch noch die Unverschämtheit zu besitzen, den Betroffenen zu erklären dass es gut für sie sei, alternativlos und unvermeidlich. Der weitere Blick auf die tatsächlichen Nutznießer dieser Gesetze offenbart dann auch die schwer erkennbaren Auftraggeber dieser Volksverdummung und Volksausbeute."

https://www.freitag.de/autoren/fahrwax/parteienverbot-aber-zuegig

 

janto ban 02.03.2013 | 13:47

Ja, sicher. Aber das finden die kleinen Parteimitglieder an der Basis doch genauso Sch**ße wie du und ich. Die Schere zwischen Bundes- und Kommunalpolitik geht immer weiter auseinander. Das ist das Problem. Frag mal in einem x-beliebigen SPD-Ortsverband nach. Die können teilweise auch nur noch mit dem Kopf schütteln. Aber anstatt mit dem Kopf zu schütteln, sollten die ihre bescheidene Macht mal ausspielen. Die haben es doch ein ganzes Stück weit in der Hand, Einfluss nach oben hin auszuüben. Sollen sie das doch einfach mal tun. Aber wenn Leute wie du und ich nicht in einen Ortsverein eintreten, um Feuer im Kessel zu machen, ändert sich nix. Geschimpft ist über die Verhältnisse lang genug. Augstein hat doch vollkommen recht, wenn er schreibt:

|| Peer Steinbrück hat einen Richtungswahlkampf versprochen. Hoffentlich hält er sein Versprechen. Es war eine Rede voll überzeugender Worte, die er neulich bei seiner Nominierung zum Kandidaten gehalten hat. Bei diesen Worten sollte man ihn nehmen - und dann gut festhalten. || link

Und wer könnte ihn bei seinen Worten besser nehmen und festhalten als die SPD-Basis..? Ob Steinbrück hinter dem, was er im Wahlkampf sagt, auch wirklich steht, ist mir im Grunde genommen schnulli. Er muss nachher noch tun wollen, was er angekündigt hat. Dafür wird zu sorgen sein. Der hat in seiner Funktion gefälligst die Interessen derer zu vertreten, die nun (zähneknirschend) hinter ihm stehen. Die - allen Bedenken zum Trotz - Wahlkampf für ihn machen. Dass das ein Typ vom Schröder'schen Schlag ist, ist mir vollkommen klar. Die Frage ist aber doch, ob die SPD einen zweiten Schröder zulässt. Dazu kann ich aber leider nichts sagen, weil ich kein SPD-Mitglied bin. Das ist das.

fahrwax 02.03.2013 | 14:03

Parteibonzen, speziell die der SPD, werden das tun, was sie immer taten: an der Quelle sitzen und ein schönes Leben genießen.

Zu Zeiten vom Kaiserreich waren weltweit Hundertausende auf den Straßen um den heraufziehenden 1. Weltkrieg zu verhindern: das Sauvolk hat dem Kaiser die Kriegskredite bewilligt. Als die überlebenden Arbeiter nach dem Krieg etwas anderes als den Kaiser wollten, waren es Sozialdemokraten die sie zusammen kartätschten.

Schröder hat sehr fleißig am Entstehen der heutigen europäischen Situation gearbeitet und fühlt sich bis heute super dabei.

Glaubst du, das sein Lehrling Steinbrück einen Deut besser ist?

Wovon träumst du Nachts?

janto ban 02.03.2013 | 14:36

Ich träume nachts davon, dass Steinbrück an der Quelle sitzt, ein schönes Leben genießt und dabei sozialdemokratische Politik betreibt, die den Namen auch verdient hat. Eine Politik nämlich, die es möglichst vielen Leuten erlaubt, ein schönes Leben zu genießen. Denn wir haben ja dummerweise nur eins, wonnich?

|| Doch Günther Jauch legt nochmal nach und formuliert: "Ist das speziell für einen SPD-Mann ein großes Problem, wo man unter Umständen doch unter Generalverdacht steht, wenn man schlichtweg vielleicht mehr Geld hat, als der Durchschnitt der Parteifreunde oder auch sozialdemokratischen Abgeordneten?"

Diese Fangfrage beantwortet Kanzlerkandidat Steinbrück mit den Worten: "Ich wünsche mir viele SPD-Leute, die viel Geld verdienen und deshalb auch hohe Steuern zahlen". Ein gefühlt 5-sekündiges Raunen tönt durch's Berliner Gasometer, gefolgt und begleitet von einem verschämten Appläuschen geschätzter 10 Händepaare. Dabei ist der Satz gar nicht so verkehrt, wenn man mal genau darüber nachdenkt. || aus meinem Der Kandidat der Anderen

Und dieser Schwatt ist nicht ganz verkehrt. Hinzuzufügen ist freilich, dass man auch die Schwachen nicht verprellen darf, weil dieses Bündnis dann nämlich auch nicht zustande kommt. Weil dann die ganze Kanzlerschaft Steinbrück nicht zustande kommt. Von einer Volksprtei SPD ganz zu schweigen. Vielleicht kapiert er das noch rechtzeitig. Ansonsten bleibt halt alles, wie es ist.

fahrwax 02.03.2013 | 14:53

Persönlich habe ich esnicht so sehr mit den "Schwachen" und den "Starken" sondern gern mit der Gleichheit, weil ich mir - mangels ausreichender Fantasie (?) - nich t so recht vorstellen kann, wie es mir gutgehen kann, so lange immer diese ausgezehrten Hungrigen ihr verseuchtes Blut an meine Türklinke schmieren.

Aber zur Gleichheit ist da noch etwas schönes:

Quasie die verwirklichte Gleichheit der Privilegierten?

Guck doch mal bei der BRDigung

https://www.freitag.de/autoren/fahrwax/parteienverbot-aber-zuegig#1362231787195313

 

Avatar
Ehemaliger Nutzer 02.03.2013 | 15:19

Danke für den Live-Mitschnitt!

"Märchenstunde" ist vermutlich ein noch zu positives Etikett!!!

Wenn Sie das gut finden, erwarte ich eine Flut historischer Beispiele, in denen ein solcher Konsens kommunikativ und rücksichtsvoll zustandekam.

Falls Sie das nicht leisten können - wovon ich ausgehe -, sollten Sie sich fragen, wie es möglich war, dass Sie diesem "Schmus" auf den Leim gegangen sind!  

JR's China Blog 02.03.2013 | 16:38

Ich bin raus, Oberham. Das ist Fakt, und daran ändert sich nichts.

Aber ich glaube, das mit dem "Wachturm" und der moralischen Keule hast du jetzt zu sehr auf dich bezogen. Und dass es um "Rache" ginge, unterstelle ich weder dir noch Costa. Aber wenn  zuviel Wut dir selbst nicht fremd ist - mir ist sie auch nicht fremd -, dann solltest du sie ernst nehmen, bei dir und bei anderen. Das Gleiche gilt für Differenzen. Das ist auch eine Frage des Respekts. Einfach drüberwegzugehen und zu sagen, das mache doch nichts, ist zwar sehr gruppenharmonisch, aber dann muss man sich auch nicht wegen dem aufregen, was andere aus der eigenen Sicht falsch machen.Aus dem Respekt heraus habe ich den Karren eine Weile mitgezogen, und aus dem gleichen Respekt lasse ich es jetzt. Auch aus Respekt vor mir. Ich kann nicht sagen, dass ich die Zeit dazu "hatte". Ich habe sie mir halt genommen.Du kennst auch etwas von Wordpress, und den Rest kannst du ausprobieren. Helfen tue ich für den Anfang gerne.

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 17:03

JR, natürlich ist meine Formulierung überspitzt, soll sie auch sein. Es gibt tausend Erklärungsversuche für das Entstehen und den Erfolg des Faschismus. Aber man kommt nicht umhin, den Menschen selbst dabei anzuklagen. Ich weiss aus der eigenen Familie, wie schwer es damals für die Jugend gewesen sein muss, Widerstand zu leisten. Aber die erwachsene Generation hatte mehrheitlich versagt, und dabei vor allem die in den nichtfaschistischen Parteien Organisierten. Da war der Untertanengeist zu tief verwurzelt in der Gesellschaft, es gab wenig Einübung in demokratisches Handeln, so dass der Faschismus leichtes Spiel hatte. Und deren Führer wussten bestens auf dem Klavier des Untertans zu spielen.

Nun, nach Ende des 2. Weltkrieges kamen überall von den USA geförderte demokratische Parteien an die Macht. Aber das waren in allen Parteien lediglich eine Handvoll Menschen, die von wirtschaftlichen, gewerkschaftlichen und auch politischen Lobbiisten an die Öffentlichkeit gespült wurden. Die Mehrheit der Menschen war so verunsichert nach der Kriegskatastrophe, dass sie vor allem froh war, ökonomisch wieder Grund unter den Füssen zu haben. In den 60er Jahren hatte gerade unsere Generation das Gefühl, dass in dieser Nachkriegsdemokratie Vieles gewaltig faul war und protestierten. Auch mit einigem Erfolg. Aber die Versuchung, in einmal etablierten Parteien ebenfalls materiell zu profitieren hat die Parteien-Diktatur erst recht befestigt. Dieser Prozess verlief in den Nachbarländern analog. Heute, wo das kapitalistische System an seine ursprünglichen Grenzen der Wohlfahrssicherung kommt und mithilfe der Parteien-Dikaturen nur noch auf Kapitalakkumulation gesetzt wird, geraten die Parteienstaaten überall in Europa in die Krise. Und wie ich meine, befinden wir uns in einem weitreichenden Wandel, der hoffentlich zu mehr direkter Einmischung des Bürgers in die öffentlichen Angelegenheiten führt. Den Parteien muss das Monopol der Machtausübung genommen werden zugunsten eines "mündigen Bürgers".  LG, CE

janto ban 02.03.2013 | 18:04

Gleichheit ist ein Ideal, eine Utopie, auf die man gerne hinarbeiten kann. Erreichen wird man sie nicht. Sich damit anzufreunden, dass Menschen ungleich sind und dieser Tatsache politisch rechnung zu tragen, ist ein guter Anfang. Es wird immer "Starke" und "Schwache" geben. Psychisch, physisch, intellektuell, finanziell usw. betrachtet. Und es wird immer Menschen geben, die bessere Voraussetzungen für sich zu nutzen wissen. Männer wie Frauen. Zu Ungunsten ihrer Nächsten. Das zu leugnen, macht keinen Sinn. Wenn man von falschen Voraussetzungen ausgeht, kann man schlecht Sozialpolitik betreiben. Mir geht dabei ausschließlich darum, Wunsch und Wirklichkeit zu unterscheiden. Wir wissen alle, dass es sehr autoritären Systemen bedarf, um so etwas wie Gleichheit herzustellen. Als Angehöriger der einen oder anderen Randgruppe, kann ich auf Autorität gerade mal gut verzichten. Ich will nur Rheinischen Kapitalismus. Ich meine, wir hätten ein gutes Grundgesetz, unter dessen Hut eine solidarische Gesellschaft jederzeit machbar ist. Es muss halt eben nur gemacht werden. Die Parteien in ihrer jetzigen Form abzuschaffen und durch Bürgergrüppchen zu ersetzen, an deren Spitzen sich nach kurzer Zeit die gleichen Alpha-Typen herauskristallisieren und etablieren, macht doch keinen Sinn. Wenn man was ändern will, muss man mal anfangen, das menschliche Wesen als gegeben zu akzeptieren. Mit diesen Erkenntnissen kann man dann arbeiten. Wenn ich sehe, wie Delloc mich da anfährt, wird mir ganz komisch. Und das ist einer der ganz ganz Reflektierten... Land unter!

janto ban 02.03.2013 | 18:17

Ja, tut mir leid, ich will mich eigentlich nicht streiten. Ich bin es mittlerweile gewohnt, dass meine politische Meinung hier als "Schmus" gewertet wird, dem ich "auf den Leim" gegangen bin. Dabei versuche ich nur, die Sache ein bisschen realistisch zu sehen. Es kann immer alles besser sein. Wen oder was ich wählen werde, steht in den Sternen. So lange die politische Linke in Deutschland nicht zurück zueinander findet, ist eh alles egal. Wenn ich könnte, wie ich wollte, schnitt ich die GRÜNEN, die SPD und die LINKE halb durch und gruppierte die sozialdemokratischen Hälften neu beisammen. Die anderen drei Hälften schmiss ich weg. Die könnten zu BilfingerBerger gehen, von mir aus. Oder in den bewaffneten Untergrund Aber ich kann ja leider nicht wie ich will. Schade.

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 18:29

Lieber Snafu, Deine Einwendungen in Ehren. All das, was Du an den drei Punketen monierst, ist nur auf den ersten Blick richtig. Warum? Weil die Sprengkraft, die dahinterliegt, vom herrschenden gesellschaftlichen System erkannt und versucht wurde, dem Herr zu werden. Dort, wo das noch nicht der Fall ist, in vielen anderen Regionen der Welt, ist es so, wie ich behauptet habe. Die drei Punkte bedeuten auch erst einmal das Potential für gesellschaftliche Veränderungen. Ob das genutzt wird, liegt an uns.

Frauen: In allen Kulturen der Welt sind Frauen "sozialer" als Männer, und das liegt wohl an ihrer Fähigkeit zur Reproduktion, d. h.  Nachkommen in die Welt zu setzen und sich für die Aufzucht derselben verantwortlich zu fühlen. Ich habe bisher in keinem Land, in dem ich gearbeitet haben, das Gegenteil erlebt.

Bildungsrevolution: In der Menschheitsgeschichte hat es bisher nie in so kurzer Zeit Zugang zu Bildung von mehr Menschen gegeben. In Europa ca. 40% mit Hochschulreife und auch die anderen 60% mit überwiegend sekundärer Ausbildung. Das jedenfalls ist ein Potential von ungeheurem Wissen der Mehrheit der Menschen, was auch in Erkenntnis über die Funktionsweise der jeweiligen Gesellschaften gewandelt werden kann. Nicht umsonst will elcondorpasa2013 da ansetzen. Bleibt abzuwarten, ob das gelingt.

Auch die Internetrevolution hat ein technisches Potential zur Förderung von direkter Demokratie. Ob wir das zu nutzen wissen, steht auf einem anderen Blatt. LG, CE

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 18:30

Lieber Snafu, Deine Einwendungen in Ehren. All das, was Du an den drei Punketen monierst, ist nur auf den ersten Blick richtig. Warum? Weil die Sprengkraft, die dahinterliegt, vom herrschenden gesellschaftlichen System erkannt und versucht wurde, dem Herr zu werden. Dort, wo das noch nicht der Fall ist, in vielen anderen Regionen der Welt, ist es so, wie ich behauptet habe. Die drei Punkte bedeuten auch erst einmal das Potential für gesellschaftliche Veränderungen. Ob das genutzt wird, liegt an uns.

Frauen: In allen Kulturen der Welt sind Frauen "sozialer" als Männer, und das liegt wohl an ihrer Fähigkeit zur Reproduktion, d. h.  Nachkommen in die Welt zu setzen und sich für die Aufzucht derselben verantwortlich zu fühlen. Ich habe bisher in keinem Land, in dem ich gearbeitet haben, das Gegenteil erlebt.

Bildungsrevolution: In der Menschheitsgeschichte hat es bisher nie in so kurzer Zeit Zugang zu Bildung von mehr Menschen gegeben. In Europa ca. 40% mit Hochschulreife und auch die anderen 60% mit überwiegend sekundärer Ausbildung. Das jedenfalls ist ein Potential von ungeheurem Wissen der Mehrheit der Menschen, was auch in Erkenntnis über die Funktionsweise der jeweiligen Gesellschaften gewandelt werden kann. Nicht umsonst will elcondorpasa2013 da ansetzen. Bleibt abzuwarten, ob das gelingt.

Auch die Internetrevolution hat ein technisches Potential zur Förderung von direkter Demokratie. Ob wir das zu nutzen wissen, steht auf einem anderen Blatt. LG, CE

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 18:52

Eldorado, Dank dafür. Wusste nichts von dieser Initiative. Die folgende mit der Begrenzung auf 12 x Normallohn für Spitzenmanager ist, wie Du sagst, sehr interessant. Wenn die Schweizer das hinbekämen, wäre das einmalig auf dem Globus. Aber dass so eine Initiative überhaupt läuft, und dass das in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist an sich schon ein Erfolg. Glückwunsch an die Schweizer. LG, CE

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 19:04

JR, dass die nachkriegsdeutsche Parteien-Diktatur natürlich nicht eine "Erbfolge" des Faschismus angetreten hat, habe ich mitnichten behauptet. Lediglich festgestellt, dass das vergangene Jahrhundert unter zwei ganz besonderen "Sternen" stand, die selbstverständlich klar gegeneinander abgegrenzt sind.

Auch geht es keineswegs um "Hassen". Wie ich bereits ausgeführt habe, es geht um Erkenntnis der gesellschaftlichen Realität. Und die ist einfach die, dass der einzelne Bürger bzw. Untertan ausserhalb von Parteien keinerlei Einfluss auf das politische Geschehen hat. Frustrationen über das Unvermögen, an den Rahmenbedingungen des eigenen Lebens mitzuwirken, darf selbstverständlich nicht in Hass umschlagen, sondern sollte in kreative Formen des "Sichwehrens" münden. Genau darin liegt die Stossrichtung von "elcondorpasa2013". LG, CE

fahrwax 02.03.2013 | 19:16

Wunsch und Wirklichkeit unterscheiden?

"Wir wissen alle, dass es sehr autoritären Systemen bedarf, um so etwas wie Gleichheit herzustellen."

Was redest du da für einen Scheiß, wann hat den schon einmal ein autoritäres System Gleichheit hergestellt? Menschen sind alle gleich !!!

Autoritäre Systeme leben davon Menschen aueinander zu hetzen und die Ungleichheit durch Aufspaltung zu praktizieren!!!

janto ban 02.03.2013 | 19:24

|| ein Dämel und viele andere, die das zulassen ||

Und viele dieser vielen anderen lassen es sogar gern zu. Das sind nämlich nicht automatisch ohn-mächtige, geduckte Beherrschte. Ich komme hier aber nicht mehr mit. Da ist von der kostenlosen Kathedrale der Natur die Rede, die es zu genießen gelte. In anderen (Ab-)Sätzen meint man, der kleine Mann müsse erstmal die Weltherrschaft an sich reißen, um zu finanziellem Wohlstand zu gelangen, bevor er zu überhaupt irgendwas fähig ist. Ich bin raus, ist mir zu kompliziert..

fahrwax 02.03.2013 | 19:51

Per Menschsein gleich-berechtigt Maaaann, natürlich nicht gleich befähigt, nicht gleich bemuskelt und nicht gleich blöde oder klug.

Alle Vorträge die da einen Unterschied zwischen Menschen definieren wollen sind in letzter Konsequenz faschistisch und benutzen den Raubtiermenschen als Legitimation ihrer Herrschaft.

Auch ein Hitler oder ein Stalin sind arme Würstchen, solange es ihnen nicht gelingt den bösen, bösen Feind zu mobilisieren. Erst wenn hinreichend Idioten gefunden sind, die so einen Scheiß glauben, beginnt die Kacke zu dampfen.

"Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde. Euer einziger Feind heißt - Krieg.“
Erich Kästner

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 21:08

JR, es tut mir ausserordentlich leid, wenn Du derart fundamentale Gegensätze in unseren Auffassungen feststellst, dass Dir eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich erscheint. Ich sehe diese Gegensätze bei bestem Willen nicht. Auch nicht in der Begründung, die Du anführst. Wenn Dir das "Brechen der politischen Monopolstellung der BT-Parteien in fünf bis zehn Jahren" nach Revolution aussieht, dann kann ich Dir nur sagen, dass dieses für mich bedeutet, wie in dem entsprechenden Beitrag nachzulesen, den Erkenntnisprozess über unser gesellschaftliches System soweit voranzubringen, dass z.B. unabhängige Menschen sich bereiterklären, als Direktkandidaten anzutreten. Oder: Im BT Gesetze zu initiieren, die die priviligierten finanziellen Quellen der BT-Parteien so austrocknen, dass die Zivilgesellschaft eine gleichwertige Chance erhält, die politische Landschaft verantwortlich mitzugestalten. Das zu Deiner Kritik. Ich weiss wohl, dass Worte manchmal weh tun können. Aber sie sind im Kontext zu sehen. Ich stehe jedenfalls zu der Ansicht, dass das derzeitige Machtmonopol der BT-Parteien aufhören muss. Sie haben Deutschland und Europa in die schwerste Nachkriegskrise geführt und Millionen von Menschen müssen darunter leiden. Da können wir uns nicht länger zurücklehnen, ohne uns einzumischen. Das jedenfalls war und ist die Motivation für die Herausgabe des Maganzins, so wie ich es sehe. LG, CE  

mymind 02.03.2013 | 21:33

Hallo Costa,

hast Du eigentlich die italienischen Wahlergebnisse in Gänze erfasst?

All das was Du in den letzten Monaten an Kritik bez. Politik, Seilschaften & Machenschaften äußerst, verkörpert en masse die  Politik der SB-Partei, die allerdings in hoher Gewichtung aber letztes WE in Italien gewählt wurde. Es geht da nicht nur um realpraktizierende Clowns, sondern auch um realmachtausübende Strukturen, die Du doch gern bloßstellen möchtest.  Aber nur in Deutschland? Was soll das & was nützt das?

Diese Strukturen müssen überall kritisch hinterfragt & am besten ausgeräumt werden. Von daher kann man sich über das italineische Wahlergebnis nicht wirklich freuen....

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 21:38

Janto, dass die Konsumtempel zum Bersten voll sind, ist kein Beweis dafür, dass das ewig so weiter geht, d. h. der Konsumterror einerseits und die Kapitalakkumulation andererseits "Grundgesetz" des menschlichen Miteinander sei. Unter der Oberfläche in Deutschland und über der Oberfläche in Nachbarländern vollziehen sich gesellschaftlicher Wandel oder er wird vorbereitet. Auch, wenn der Konsum- und HartzIV-Köder noch wirkt, habe ich meine Zweifel an seiner Dauer. Vielleicht gibt es doch in Zukunft einen mehrheitlichen Bürger im Lande, der den Untertanen ablöst, was gleichbedeutend mit der Aufhebung der Monopolmacht der BT-Parteien wäre. 

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 21:48

MYMIND, natürlich ist es richtig, dass diese Herrschaftsstrukturen überall im westlichen Nachkriegseuropa errichtet wurden und sich in mehr als 65 Jahren verfestigt haben. Deshalb müssen sie auch europaweit angegangen werden. Ein Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene über Beispiele von zivilem Widerstand ist das, was gebraucht wird. Aber jedes Land hat seine spezifischen Bedingungen und Deutschland ist ohne Frage die Hegemonialmacht, die die Bedingungen des politischen und wirtschaftlichen Handelns der anderen EU-Länder zum grossen Teil diktiert, leider. CE

mymind 02.03.2013 | 22:07

Wie ich bereits ausgeführt habe, es geht um Erkenntnis der gesellschaftlichen Realität. Und die ist einfach die, dass der einzelne Bürger bzw. Untertan ausserhalb von Parteien keinerlei Einfluss auf das politische Geschehen hat

Ich glaube, Sie sind einfach seit einigen Jahren sehr fern von der BRD-Realität. Was die Menschen hier bewegt ist nicht der mangelnde Einfluss auf die Politik, sondern die Realität in ihrem Alltag, ihrem Beruf & den Strukturen, die nicht nur immer widersinniger, sondern auch arbeitsaufwendiger, kräftezehrender, zermürbender sind. Egal mit wem Sie sich unterhalten, vom KFZ-Mechaniker, Verkäufer, Lehrer, Architekten, Journalisten, Handwerker, usw & so fort. Aber wer legte zuerst diese harten Eier? Die Politik oder die Gesellschaft? Wenn es die Politik ist, aber wer hat sie denn gewählt? Wenn es die Gesellschaft ist, welche Rahmenbedingungen führten dazu & welchen Anteil hat jeder Einzelne daran?

Fakt ist durchaus, dass wir zu sehr belogen werden & uns zu viel gefallen lassen.  Fakt ist aber ebenso, dass wir die Verantwortung nicht allein der Politik unterschieben können. Ein mündiger Bürger zu sein, heißt auch Verantwortung übernehmen zu wollen. NEIN zu sagen, bedeutet auch Verantwortung über die Konsequenzen zu tragen. Es würde mich ernsthaft interessieren, wieviele dafür bereit wären…

mymind 02.03.2013 | 22:13

Aber jedes Land hat seine spezifischen Bedingungen und Deutschland ist ohne Frage die Hegemonialmacht, die die Bedingungen des politischen und wirtschaftlichen Handelns der anderen EU-Länder zum grossen Teil diktiert, leider.

Ja, aber D diktiert kein Wahlverhalten. Vielleicht passt aber dieses Ergebnis ins Konzept, so wie auch die Wahlen in GR & weswegen ich manchmal auch frage ob diese Wahlen überhaupt von der OSZE & wenn ob gründlich beobachtet wurden….

Costa Esmeralda 02.03.2013 | 22:34

MYMIND, wir sind in Europa wirklich an einer Wende angekommen. Angesichts der Ohnmächtigkeit, etwas den politischen Parteien entgegenzusetzen, fühle ich mich auch nicht frei von Zweifeln. "elcondorpasa2013" ist ein Versuch, etwas zu tun, was einem noch übrig bleibt. Wenn nicht bald ein "gesellschaftlicher Durchblick" von Vielen in den europäischen Zivilgesellschaften Platz greift, hilft nur noch die allgemeine Katastrophe, um Augen zu öffnen. Aber gerade das sollte ja vermieden werden. 

Konfuzikuntz 03.03.2013 | 00:15

Das ist mentaliätsmäßig prototypisch, dass der Deutsche Superrevolutionär sogar ein Problem damit haben zu müssen glaubt, seine schlimmsten Feinde zu verachten.

Alles scheiße, die Parteien sind schuld, machen es jeden Tag schlimmer,  aber hassen, nein hassen wie ich sie nicht. Sie sind ja mein politischer Vorgesetzter. Schließlich bin ich für die Demokratie.

Liveübertragung aus Michels Stammhirn.

Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“

Napoleon

 

Wenn "Parteien hassen" im sensiblen Utopistenohr zu hart klingt, sei es durch "die politische Organisationsform der Partei an sich als kompromißlos politisch zu bekämpfenden Gegner klar und eindeutig benennen".

Solange das nicht common sense ist (oder wieder wird), bleibt es bei Literatur und verkniffenem Stammtisch. Aber wie gesagt: Es wird. Die Einschläge kommen ja täglich näher und das Land kuschelt sich allen Ernstes - an eine Angela Merkel... :D

Costa Esmeralda 03.03.2013 | 02:57

Ist doch phantastisch, dass die SPD-Oberen nach über 100jähriger Geschichte zum ersten Mal den Untertanen befragen! Das nenne ich gesellschaftlichen Fortschritt! Nur, warum die Entdeckung des Untertans für die BT-Parteien ausgerechnet 5 Minuten vor der Wahl passieren muss, versteht Ottonormalbürger nicht. Soviel Empathie ist er von der politischen Elite nicht gewohnt.  

JR's China Blog 03.03.2013 | 03:13

Costa: schauen Sie sich einfach mal an, wer hier im Thread Ihnen applaudiert, und wer nicht. Schauen Sie sich wirklich jeden einzelnen Kommentar an, und messen sie das, was Sie lesen, an dem, was Sie Ihren eigenen Statements nach erreichen wollten.

Deutlicher werde ich nicht. Ein Projekt, an dem ich gestern noch mitgearbeitet habe, werde ich heute nicht angreifen. Wie ich schon sagte: wir müssen unsere Zusammenarbeit nicht im Streit beenden.

Aber beendet ist sie.

snafu 03.03.2013 | 09:33

Lieber Costa, ich glaube, das wird zu einer Glaubensdiskussion.
Wobei ihre Behauptung " In allen Kulturen der Welt sind Frauen "sozialer" als Männer, " nichtmal im Widerspruch zu meiner " Frauen die in diesem System an die Macht kommen, leben die Grundprinzipien dieses Systems genauso wie Männer" steht.

Zeigen sie mir eine signifikanten Anteil der Frauen in Machtpositionen, 50% würden mir schon reichen, die in ihrer Positionen nun "sozialer" als Männer sind.

Eine Schwester Theresa hatte keine Macht, eine Margaret Thatcher hatte sehr wohl Macht. Ich glaube auch nicht, daß eine Frauenquote in den Vorständen der Dax Konzerne, für einen sozialeren Umgang mit den Mitarbeitern führen wird.

Zur Bildung, ich mache die Qualität von Bildung nicht in an der prozentualen Quantität von Abschlüssen fest. In anderen Ländern, deren Bildungsniveau vor 30 Jahren signifikant geringer war, als unseres, mag eine enorme Steigerung vorhanden sein, der Rückgang z.B. der Analphabetenquote von 95% auf <10% ist da auch revolutionär zu nennen, aber hier bei uns? Ich kann ja nur auf meine persönlichen Erfahrungen blicken, meine als Schüler, was mir noch an Wissen und Bildung in der Schule vermittelt wurde und was den Kindern und Jugendlichen heute vermittelt wird. Da ich seit 30 Jahren Nachhilfe gebe, hab ich da einen passablen Zugang zu. Ist natürlich nicht so belastbar wie die Statistiken staatlich finanzierter Studie, oder anderen wissenschaftlich daherkommenden Untersuchungen diverser NGOs, ist halt nur was "gefühltes" ;-}.


Was technische Potentiale betrifft, auch die Kernenergie wurde mal als eine Technik mit Potential betrachtet ... ok, schlechtes Beispiel, da selbst die friedliche Nutzung nicht unproblematisch ist.
Nehmen wir dann einfach die Elektrizität, deren Palette geht von warmheimeligen Glühlampenlicht bis zum Hochspannungsgeladenen Sicherheitszaun und elektrischen Stuhl.


Was die "Internetrevolution" betrifft, bin ich einfach nicht so gläubig wie sie, ich seh den stattfindenden Mißbrauch durch die Herrschenden und ihre zukünftigen Möglichkeiten auch.
Womit ich wieder am Beginn meines Textes bin, wir führen eine Glaubensdiskussion, da wird es kaum zu einem gemeinsamen Nenner (oder Zähler) kommen.

Natürlich liesse sich, hier an diesem Orte, alleine schon des Unterhaltungswertes wegen, noch eine ausufernde Diskussion führen. Wer behält nun, den Dritten gegenüber RECHT, wer gibt die bessere Figur ab, wessen Rhetorik lässt sich besser goutieren ... aber für derartige Primatenspiele ist mir, wie auch bei Glaubensdiskussionen, meine Lebenszeit zu wertvoll.

Costa Esmeralda 03.03.2013 | 21:48

Lieber snafu, Du hast recht: Diese Diskussion führt uns nicht weiter. Jeder hat seine berechtigten Gründe für seine Meinung. Was ich in den drei Punkten in erster Linie ausdrücken wollte, ist das Potential für gesellschaftliche Veränderungen, das mit jeder neuen historischen Epoche auftaucht. Ob die Menschen dieses Potential auch im Sinne von gesellschaftlichem Fortschritt ausnutzen, steht auf einem anderen Blatt. LG, CE

Unwissender Nathan 04.03.2013 | 00:09
Lieber Costa Esmeralda, ein Standpunkt muss verteidigt werden, auch nicht um jeden Preis ("pyrr- hussieg"), aber an Überzeugung sollte es nicht mangeln. Wenn jemand behauptet, "Kapitalismus....ist geschlechtsneutral" ? Der Kapitalismus !- ist männlich. "Die Kapitalismen" in China, USA, BRD und sonst auf der Welt, können nicht einer M.Thatcher oder Marissa Meyer in die Schuhe geschoben werden, Schuhe mögen sie, deren Sache. "Esotussen", "Kleiderständer", bekomme ich Probleme, kath. Kirche, 30 Jahre Nachhilfe leistend ? Keine Unterstellung, die Freiheit der Gedanken (H.H.). Ja, ich gebe dem Menschen Recht, Mutter-Te(h)resa, war das Übelste was den Indern widerfahren ist. Sehr geehrte Mymind, Sie starren verzweifelt gen Himmel (Bild Gravatar), Sie rauchen, ich auch. Sie fordern etwas ein, dem Sie selbst nicht gerecht werden. Soll der liebe Costa neben Ihrem Bett mit einer AK47 stehen ? Ignoranten sollen so gut leben, wie sie können. Null.Neid
Costa Esmeralda 04.03.2013 | 02:12

Lieber UN, selbstverständlich werden Standpunkte verteidigt. Aber ob sie überzeugen können, ist eine andere Sache. Oft stehen Standpunkte unverrückbar gegeneinander, hoffentlich aber friedlich. Und hoffentlich können sie im friedlichen Wettstreit in der Praxis ihre jeweilige Gültigkeit beweisen oder eben nicht. LG, CE

PS: Die drei von mir angeführten Standpunkte/Behauptungen, dass mit zunehmender Beteiligung von Frauen gesellschaftliche Veränderung im Sinne grösserer Solidarität leichter wird, dass bessere Bildung und Internetzugang Potenziale für mehr Demokratie bedeuten, sind Standpunkte, die nicht aus meinem "hohlen" Bauch erwachsen sind, sondern aus meiner Arbeits- und Lebenserfahrung. Andere Menschen machen womöglich andere Erfahrungen und finden entsprechende Begründungen. Trotzdem meine ich, dass diese drei "neuen" gesellschaftlichen Phänomene langfristig nicht nur in Deutschland und Europa sondern auch weltweit positive Auswirkungen zeitigen (und hoffentlich auch bald in China). 

Kerl von der Gass 09.03.2013 | 01:01

Hallo CE,

In einem Punkt kann ich Sie ja noch durchaus bestätigen: Merkel und Steinbrück… Sie wissen schon. Was Ihre 3 Punkten angeht, drängt sich mich die Frage auf: Ob ich mir wohl Ihre rosarote Brille kurz ausleien könnte?
Die Frau… Ja, anschicken tut sie sich. Ist auch erst mal nichts gegen einzuwenden.
…mehrheitliche Solidarität unter den Menschen? AAAAHHAAAA
Ich hatte in meinen nun 38 Arbeitsjahren Drei Chefinnen, allesamt eiskalte Killerinnen, (Misswirtschaft - Firmen im Arsch, Job weg, aus die Maus) Vom Todeskampf ganz zu schweigen. Wir wurden beschissen, belogen und mit falschen Versprechungen gelockt.
Ja, die Mädels hatten es drauf.
Dann waren da noch diverse Arbeitskolleginnen, immer darauf bedacht bei der Chefin gut da zu stehen und notfalls die/den Kollegin/Kollegen hin zu hängen. Ich durft ferner miterleben, wie eine Frau in leitender Position die Firma fast an den Rande der Insolvenz brachte und nur ihre Entlassung die Firma vor dem völligen Aus bewahrt hat. SIE ist sich bis heute keiner Schuld bewust. Grundprinzip Egoismus? Oh ja das konnten die Damen ebenso gut wie ihre männlichen Gegenstücke. Ich sehe da noch eine große Diskrepanz zwischen Ihrem (sicherlich hehren) Gedanken und der Realität.
Thatscher wurde ja schon angeführt, Merkel und ihre Damen im Kabinett wollen, können aber offensichtlich nicht so richtig. Und die Damen der Industrie schenken sich auch nichts im Bezug zu ihrem männlichen Pendant. Wie gesagt, ich kann Ihren Optimismus da noch nicht teilen.

Die Bildungsrevolution steckt wohl auch noch in den Kinderschuhen fest. Oder wie ist es zu bewerten, dass ein Großteil der Jugend die Geschichte ihres Landes kaum bis überhaupt nicht auf dem Schirm hat, das so mancher Heilig Abend und Ostern im Media Markt verortet sprich die Allgemeinbildung auf der Strecke bleibt? Ich habe tag täglich mit Jugendlichen zu tun, Kinder von Kunden und Kollegen und jugendlichen Kollegen. Sich mit diesen unterhalten zu wollen beschränkt sich auf sehr wenige Themen. Selbst die Erwachsenen lassen einfachste Kenntnisse über ihren Tellerrand hinaus vermissen.

Das Internet-Zeitalter… der war gut.
In Ländern mit massiver Unterdrückung des Volkes zutreffend mit Sicherheit. Bei uns in EU?
Wie twitter ich? Wo buche ich den billigsten Urlaub, WOW und sonst noch was.
Aber Demokratie per Internet?  Global? Weit weit weg.

Zum Abschluss noch eine paar Frage an UN: wer um alles in der Welt hat hier behauptet, dass Mutter Teresa das Übelste war, was Indien widerfahren ist? Habe ich da was überlesen? Und wie kommen Sie darauf, dass Kapitalismus männlich ist? Weil DER davor steht?

Aus dem Mittelteil Ihres Beitrages werde ich nicht schlau. Z.B. Sie flechten die kath. Kirche an einer Stelle ein wo mir der Bezug fehlt.

tdLG KvdG

Costa Esmeralda 09.03.2013 | 02:17

KvdG, die drei angeführten Punkte sind sozusagen gesellschaftliche Potenziale, die es so in der Vergangenheit nicht gegeben hat. Und wie ich an anderer Stelle ausführte, werden diese Potenziale auch nicht automatisch für gesellschaftlichen Fortschritt genutzt. Aber wenn man es denn wirklich bewusst versuchte, könnte etwas daraus werden. Frauen haben jedenfalls bisher weniger Kriege geführt bzw. angestachelt. Erkenntnis und Wissen kann Menschen frei machen, wenn sie nicht durch Geld bestochen werden. Internet kann ebenfalls Demokratie fördern. Bspw. hätten wir beide uns so über Kontinente hinweg vor 20 bis 30 Jahren nicht auseinandersetzen können. LG, CE

eldorado 09.03.2013 | 03:25

Hallo

Was hat doch Ihre Antwort auf meine Frage ausgelöst! Ich hab die Dispute weiter unten verfolgt. Eigentlich wollte ich sofort hier antworten. Hab es dann aber aus irgend einem Grund gelassen.

Das Thema ist ja sehr weitreichend und war weder mit Ihrem noch mit meinem Statement ausreichend beantwortet.

Ganz unten erwähnen sie die Herzensbildung. Ja es gibt die abstrakte Intelligenz, die ihren Sitz im Kopf hat, die emotionale Intelligenz hat ihren Sitz im Herzen und wird von den meisten belächelt. So offensichtlich durchschlagend ist die nicht, lässt dafür keine Verlierer zurück. Im Herzen ist auch der Sitz des Gewissens.

Ich bin eigentlich sicher, dass Sie mich verstehen werden: Etwas ändern kann ich nur aus mir heraus. Wenn ich die Aenderung bei anderen bewirken will, handle ich nicht anders als die "Gegner". Das heisst ich will mit den gleichen Mitteln, Zwang, Gewalt, Respektlosigkeit und was sonst noch dazu gehört, bei meinen Mitmenschen etwas zum Guten wenden. Wenn man mit diesen Mitteln arbeitet, wird das Gute, das man erreichen will obsolet, weil die Macht und auch nur Ueberredung das Gute in sein Gegenteil verkehrt.

Etwas Gutes in die Welt setzen, kann man nur aus sich selbst. Sowie man eine Macht brechen will, um das Gute damit zu erzwingen, bedient man sich der gleichen Mittel, wie der Macht, die man beiseitigen will und somit ändert sich im Grunde genommen nichts, sondern es haben einfach andere Menschen die Macht ergriffen und das Spiel geht weiter. Ich vermute, dass das der Punkt ist, wo es Ihnen nicht mehr wohl ist.

Wie ist es nun aber möglich, anderen zu helfen, die in Not sind? Fragen stellen, zuhören, sich ihnen emphatisch zu wenden. Um das zu können ist es wichtig sich selbst auf den Weg zu begeben. Dazu gehören als erstes Toleranz, dann geht es weiter mit Respekt, Annehmen und hinnehmen was auf einen zukommt. Das kann die Herzen der verzweifelten Menschen - oder noch mehr - der Menschen in Agonie, öffnen und somit eine Basis bilden, um das Leben wieder selbst in die Hände zu nehmen und sich Raum zu schaffen. Nicht reagieren und Kampf gegen die Obrigkeit ist entscheidend, sondern sich selbst wieder ernst nehmen und sich selbst wieder beginnen zu Respektieren, sich selbst wieder annehmen und hinnehmen. Das gibt die Kraft für jeden Einzelnen wieder den Mut zu haben, aus sich heraus von innen heraus zu handeln und nicht einfach auf die Obrigkeit zu reagieren.

Im Grunde genommen ist keine Arbeit mehr Wert als die andere. Diese Hierarchie ist von oben geschaffen, von den Wirtschaftsbossen und die Bosse in der Regierung dienen ihnen, indem sie die Bürger kurz halten. Es ist doch so: Ein Wirtschaftsboss ist nichts, wenn ihm nicht Heerscharen von Arbeitern dienen. Keine Fabrik und keine Büroinfrastruktur kann funktionnieren, wenn die Basis, die Infrastruktur nicht von den Handwerkern und Arbeitern geleistet wird. Aber die Handwerker und Arbeiter können im Grunde genommen sehr wohl leben ohne das, was die an der Macht leisten.  Je mehr nun ein Bürger Respekt vor sich selbst hat und sich annehmen kann, je mehr kann er die Macht der Mächtigen brechen.

snafu 10.03.2013 | 11:33

Anarchismus ist eigentlich gar keine politische Struktur, sondern deren Abwesenheit. Sie bedingt nur bedauerlicherweise einen Menschen, den es so nicht gibt.

Was jetzt nicht bedeuten soll, daß man nicht versuchen sollte guten Idealen zu folgen. Vielleicht entwickelt sich der Homo Sapiens ja evolutionär noch rechtzeitig zu einem Homo superior, bevor er sich erfolgreich vom Antlitz der Erde runtergemendelt hat.

Momentan ein spannendes Kopf an Kopf Rennen, das aber durch Flickschusterei an systemischen Mängeln eines auf Wachstum ausgelegten Systemes, nicht zu Gunsten des Homo Sapiens enden kann (woran Quotenfrauen an den Schalthebeln der Macht dieses Systems auch nichts ändern werden ;-}).

Costa Esmeralda 10.03.2013 | 16:42

snafu und @eldorado: Es gibt verschiedene Spielarten von Anarchismus. Erst einmal steht die Abwesenheit von Herrschaft im Mittelpunkt und die volle Entfaltung der Persönlichkeit des Menschen. Andererseits waren die Anarchisten auch immer darum bemüht, Formen freier Assoziation zu diskutieren und auch zu praktizieren, wie bspw. im Jura der Schweiz die frühen Uhrmacher. Es wäre natúrlich naiv anzunehmen, ein kompliziertes Staatswesen käme ohne eine "gewisse Ordnung" aus. Je mehr Menschen unter einen Hut gebracht werden, je komplizierter wird eine herrschaftsfreie Ordnung; siehe auch die Versuche der Anarchisten in Spanien (36 - 39 des letzten Jahrhunderts). Bei all den Versuchen ist die entscheidende Frage die, wie "mündige Bürger" soziale Kontrolle von staatlichen Institutionen ausüben können. Und daran fehlt es in unseren Parteienstaaten mit ihrer Parteien-Diktatur in erster Linie. LG, CE