Klaus Raab
15.02.2013 | 13:26 48

Fragwürdig. Im Wortsinn.

Rassismus? Jürgen Fliege wird Rassismus vorgeworfen, weil er in einer Talkshow sagte, die katholische Kirche sei "türkenfrei". Wie hat er das gemeint? Eine Nachfrage

Fragwürdig. Im Wortsinn.

Foto: Sean Gallup/ AFP/ Getty Images

Auslöser diverser sog. Shitstorms sind sprachliche Mehrdeutigkeiten. Nehmen wir das Zitat des FDP-Politikers Jörg-Uwe Hahn: "Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren."

Rassismus? Oder der grammatikalisch eher unglückliche Versuch, Rassismus zu benennen?

Eine neue verbale "Entgleisung" (Bild) gab es am Dienstag im Talk "Menschen bei Maischberger". Es ging um den Papst und die Frage, ob Benedixt XVI. gescheitert sei; Matthias Matussek verteidigte die katholische Kirche mit der Frage: "Warum wollen die Leute ihre Kinder unbedingt in katholische Kindergärten geben, oder warum wollen sie sie unbedingt in katholische Schulen geben?"

Darauf der aus dem Fernsehen bekannte evangelische Seelsorger Jürgen Fliege: "Sie ist türkenfrei!"

Matussek: "Was? Was sagen Sie da?"

Fliege: "Die katholische Kirche ist türkenfrei!"

Matussek: "Also, das ist aber... unverschämt. Was heißt türkenfrei? Das erinnert an das Vokabular des Unmenschen."

 Fliege: "Das ist einfach eine Wirklichkeit."

Matussek: "Nein, Herr Fliege, das kann ich Ihnen nicht durchgehen lassen."

Dann geht die Diskussion weiter und kommt nicht mehr auf das "türkenfrei"-Zitat zurück. Klingt natürlich wirklich aufs erste Hören vollkommen beknackt, was Fliege da sagt. Er vertrete "rassistische Thesen", heißt es also. Was er sagt, ist aber vor allem uneindeutig. Denn ob er die Wirklichkeit, wie er sie erlebt, beschreiben wollte, oder ob er die Kirche dafür lobt, dass sie so schön türkenfrei sei – man kann beides verstehen. Focus.de schreibt folgerichtig, es handle sich um eine "fragwürdige Aussage". Wenn die Aussage also fragwürdig ist, hilft fragen. Was sagt Fliege dazu?

Er teilt mit, er habe "darauf aufmerksam gemacht, dass ein Motiv von Eltern, ihre Kinder in Konfessionsschulen anzumelden, ist, dass diese oft frei von Kindern mit muslimischem Hintergrund sind". Er habe also Kritik daran geübt, dass "unsere Konfessionsschulen" benutzt würden, "um sich integrativer Bemühungen zu entziehen".

Per Mail schreibt er kurz darauf zur weiteren Erklärung:

"Herrn Matusseks Hoffnung, dass es mit der katholischen Religion doch nicht ganz so schlimm bestellt sein könnte, schließlich könnten die konfessionellen Einrichtungen sich vor Anmeldungen nicht retten, relativierte ich mit meiner langjährigen Erfahrung als verantwortlicher Pfarrer eines evangelischen Kindergartens"; er habe bei Kinderanmeldungsgesprächen, auch mit kirchenfernen Eltern, über die Motivation geredet, "ihre Kinder ausgerechnet hier anzumelden".

Privatempirie? Vielleicht. Können sich konfessionelle Kindergärten falsch dargestellt fühlen? Womöglich. Kann man über den Sinn konfessioneller Einrichtungen streiten? Wird der eine oder andere da zu anderen Auffassungen als Fliege kommen? Ganz sicher.

Aber so richtig rassistisch will mir Fliege nicht klingen, wenn er, freilich etwas ungeschickt, von Menschen erzählt, die große Vorbehalte gegen andere haben. Auch Matthias Matussek schreibt per Mail heute: Natürlich finde er Flieges Aussage nicht rassistisch, ihn habe allerdings die Wortwahl "türkenfrei" gestört.

"Rassismus-Eklat" (Focus Online) und "Türken-Eklat" (Bild Online) klingt aber schon nach ein bisschen mehr. Wobei – wenn man die Kommentare unter dem Focus-Text liest: "Rassismus-Eklat", ja, vielleicht gibt es ja doch einen.

Kommentare (48)

tlacuache 15.02.2013 | 14:34

Klar, jetzt wird wieder die Moralkeule rausgeholt,

aber ich kann mich noch an 1998 erinnern, da selbst assimilierte "Türken", gutverdienender Mittelstand und extrem fleissig, Arbeiten bis zum umfallen, in FFM Ihre Kinder mit dem Taxi zu Privatschulen, und nicht staatlichen Schulen schickten (Ich war der Taxifahrer)...

Auf die Frage hin, warum Sie Ihre Kinder nicht in die, laut PISA damals gar nicht so schlechten staatliche Schulen schicken würden:

"Zu hoher Ausländeranteil, so lernen Sie nie richtig Deutsch wenn Sie an die Uni gehen wollen/müssen"...

SOOO einfach ist das ganze Thema nicht...

Und wer jetzt meint, er könnte mich in die Rechte Ecke schieben, ich war 1978 auf "Rock gegen Rechts", und mit Herzblut...

 

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2013 | 14:38

Ist es entschuldbar, nebensächlich, Sturm imWasserglas, eitles Wichtigtun? Dagegen spricht, dass derjenige, der das Wort benutzt hat, ja ein Profi ist, also jemand, der weiß was er tut wenn er spricht. Wenn es ihm in der Hitze des Gefechts so rausgerutscht ist, dann zeigt der Anlass, dass es auch in der Spache immer noch Nachwirkungen gibt, auf die man  hereinfallen kann. Was nun richtig ist, weiß ich ja nicht, jedenfalls ist es bedenkens- und bewertenswert, wenn jemand öffentlich so etwas sagt.

dame.von.welt 15.02.2013 | 14:48

Dumm ist auch, daß der Herr Fliege irrt (der Herr Mattussek ohnehin): 

Der CDU-Bildungsexperte im Landtag, Michael Solf, verweist darauf, dass an manchen konfessionellen Schulen im Land bis zu 44 Prozent der Kinder muslimischen Glaubens sind. "Ohne die müssten die meisten Bekenntnisschulen etwa im Ruhrgebiet oder auf dem Lande schließen", sagt auch Norbert Müller, Vorstandsmitglied bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in NRW. Er hat beobachtet, dass, wenn es um die Existenz einer Schule geht, "das Ja oder Nein zur Religion" plötzlich kein Problem mehr sei. Lehrer Müller spricht daher in Zeyneps Fall von "gehobener Heuchelei".  

Um das Verständnis des mißverständlichen Begriffs 'Rassismus' zu erleichtern, empfehle ich die Ultra-Kurz-Zusammenfassung der Definition von Albert Memmi und die gedankliche Verwendung von 'gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit'.

tlacuache 15.02.2013 | 15:11

Dame von Welt,

Memmi greift viel zu kurz:

oder ich wuerde sogar sagen altbacken.

Es gibt auch, hier viel brutaler als in Deutschland, wobei ich uebelste Tendenzen auch in meinen Geburtsland sehe, den Geldrassismus.

Da geht es nicht mehr nur noch darum, wer hat das dickste Auto, die geradeste Nase (Kannst du dir operieren lassen), weniger Schlitzaugen (kannst du dir operieren lassen), den Busen lassen wir hier mal weg, andere Tonne...

Systemimmanent übergreifend wird hier der Bildungsrassismus.

Wer keine Kohle fuer die Kinder hat, um sie auf Privatschulen zu schicken (war da was bei den gruenen in Hamburg?), ist angeschissen...

Das ist SO ETWAS von SOZIALDARWINISTISCH, da wird mir grad schlecht...

Lieben Gruss

Dreizehn 15.02.2013 | 16:25

@ zeitleser

Nein, es ist nicht entschuldbar. Es ist eine Peinlichkeit, und es ist zu hoffen, daß es sich nicht wiederholt. Die Reaktion Matusseks ist sehr aufmerksam und richtig, und das war's dann auch.

Ich würde da jetzt nicht, Verzeihung, die Rassismuskeule schwingen. Das ist meistens Medienhype, Kurzzeiterregung; die Probleme liegen tiefer.

 

Phineas Freek 15.02.2013 | 16:47

…Ach was - Rock gegen Rechts 1978…

Nachdem die Bullen den gesamten Römer niedergasten- und knüppelten, durfte ich einen der offensivsten und effektivsten Widerstandsaktionen gegen bundesrepublikanischen Polizeiterror miterleben, der mir immer positiv und angenehm in Erinnerung geblieben ist…ganze Polizeieinheiten die Fersengeld gaben, erfolgreiche Enteignungen in den umliegenden Nobelläden und dank der vielen gut vorbereiteten „ausländischen Militanten“, ein strategisch-effektiver und wirklich klug angelegter Barrikadenbau inkl. die erfolgreiche Unschädlich Machung etlicher Polizeifahrzeuge…

Viele waren damals halt noch nicht der Meinung, das Eintreten für den demokratischen Staat, seinen Kapitalismus und seinen Rassismus hätte irgend etwas mit Antifaschismus zu tun…

 

tlacuache 15.02.2013 | 17:13

Explizit das EINtreten für den demokratischen Staat muss hervorgehoben werden...

Nachdem in jüngster Zeit wieder Werbung für Prestigeobjekte gelobhudelt werden, damit man wieder Bürgermeister werden kann, so in der nächsten Legislaturperiode, sollte man auf seine alten Tage vielleicht wieder Fürtreten auf sEINE alten Tage...

mein lieber Phineas...

P.S.

Ich bin grad ganz stark mit meiner Rente beschäftigt, aber vielleicht habe ich das in 3 Jahren durch, dann kann ich noch mal ganz stark Türen eintreten...

;-)

 

hunter 15.02.2013 | 17:37

Eigentlich spreche ich gar nicht so gerne über meine Befindlichkeiten, doch bei Jürgen Fliege kann ich gar nicht anders.

Der Mann war für mich als TV-glotzer Fatzke tatsächlich eine Art singuläre Erscheinung, weil ich vor ihm -wie vor niemandem sonst in der Glotze- einen geradezu an Ekel grenzenden Widerwillen empfand.

Und jetzt brauche ich nur seinen Namen zu lesen und dasselbe Empfinden ist wieder da!

Um zu ergründen, was hinter diesem dubiosen Gefühl steckt, müsste ich mir vielleicht nur eine alte Sendung von ihm ansehen - doch in welchem Gemütszustand könnte ich mir das zumuten?

(Ich weiß ja, eigentlich gehört das alles gar nicht in die Debatte. Doch es wäre für mich immerhin interessant zu wissen, ob ich da alleine auf der Welt bin oder ob jemand meine Fliege-phobie eine Erklärung hat. Wenn nicht, so überlese man das einfach und mache mit Wichtigerem weiter.)

 

 

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2013 | 17:38
(Unterschwellig) rassistisch sind diejenigen, die dieses tun, die eigenen Kinder "türkenfrei" erzeihen wollen. Fliege spricht Die Tasache des alltäglichen unterschwelligen Rassismus aus. Wenn ich mir "grüne Gutmenschen" und viele TAZ-Leser sowie -Kommentatoren ansehe, machen die es doch genauso: Sie reden und reden, wie toll multikulti sei, dass ie natürlich überhaupt keine Vorurteile hätten, aber sobald die eigenen Kinder da sind, ziehen sie an andere Stadtviertel, weil sie nicht wollen, dass Anna-Lena und Torben-Lukas-David multikulturell mit "Schmuddelkindern" lernen.
oi2503 15.02.2013 | 17:48

"Ausländer/innen in privaten Schulen seltener als in öffentlichen

5,7% aller ausländischen Schüler besuchen private Schulen, gegenüber 9,2% ihrer deutschen Mitschüler. Die deutlich niedrigere Quote könnte z.T. mit dem für die meisten privaten Schulen zu zahlenden Schulgeld zusammenhängen. In nahezu allen Schularten sind Ausländer in privaten Schulen seltener vertreten als in öffentlichen" (Statistisches Bundesamt für das Schuljahr 2011/12, kann hier heruntergeladen werden: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/BildungForschungKultur/Schulen/Schulen.html)

 

oi2503 15.02.2013 | 19:03

Konfessionelle Schulen werden als private geführt, sind private. Weit über 90% der privaten Schulen sind konfessionelle. Dafür habe ich derzeit keinen Beleg.

Die Statistik vom Stat. BA ist ein wenig merkwürdig. Sie handelt von "privaten Schulen", die Überschriften zu den einzelnen Tabellen lautet dann aber "... in öffentlichen nd privaten ...",deshalb habe ich keine weiteren Zahlen herausgezogen, nur die in meinem Beitrag genannten, die stammen aus dem Textteil

oi2503 15.02.2013 | 19:32

Nö.

"Eine Privatschule ist eine Schule, die sich im Gegensatz zur Schule in öffentlicher Trägerschaft in der Verantwortung eines freien (nichtstaatlichen) Schulträgers befindet.

Träger können kirchliche Organisationen, Sozialwerke, Vereine, Personengesellschaften oder Privatpersonen sein. Die freien Träger sind, anders als kommunale Schulträger, für das Lehrpersonal wie für die konzeptionelle Gestaltung verantwortlich. Nichtsdestotrotz stehen – zumindest in Europa – auch die freien Schulen unter staatlicher Aufsicht, und verfügen im Allgemeinen über einen öffentlich-rechtlichen Status."

Die nennen sich selbst heute gerne "freie Schulen", auch die konfessionellen.

Guck mal hier:

www. grundschule-in-berlin.de/Bezirke

http://www.agfs.org/

 

 

 

 

 

oi2503 15.02.2013 | 19:45

Oder hier:

"Der VDP (Verband deutscher Privatschulen, Oi) Nord ist Landesverband im Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) und arbeitet eng mit den Landesverbänden in den übrigen Bundesländern zusammen. Der VDP ist ständiges Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen (AGFS). Die AGFS ist ein Zusammenschluss der Verbände und Organisationen von Schulen in freier Trägerschaft, in dem die katholischen Bistümer, die evangelischen Kirchen, die Freien Waldorfschulen, die Landerziehungsheime und die Schulen im Verband Deutscher Privatschulen zusammenarbeiten." (http://www.vdpnord.de/verband.html).

Sollte jetzt reichen, oder? Wenn ich ihn finde liefere ich auch noch den Anteil der Konfessionsschulen an den privaten nach.

dame.von.welt 15.02.2013 | 19:48

...;-)...

Sorry to say so, aber der Herr Fliege hat die meiste Zeit seines Lebens in NRW verbracht, wo ein Drittel der Konfessionsschulen öffentliche Schulen mit dem Träger Kultusministerium sind (s. link hinter Konfessionsschulen). Weswegen seine Aussage, Eltern gäben ihre Kinder in Konfessionsschulen, weil die 'türkenfrei' seien, karierter Quatsch ist. Es gibt dort (s. link zum Fall Zeynep aka gehobene Heuchelei) konfessionelle Schulen, in denen knapp die Hälfte der Kinder Muslime sind. Muslime sind in D, so auch in NRW, mehrheitlich Türken.

Für überall sonst, außer für NRW und Niedersachsen, haben Sie recht, Recht und RECHT. Zufrieden...;-)...?

oi2503 15.02.2013 | 19:59

"In NRW gibt es - neben den zu 92 Prozent öffentlich über das Ersatzschulfinanzierungsgesetz getragenen "Privat"schulen (deren Zahl aktuell kräftig ansteigt und die zumeist christlich-konfessionell, manche davon gar evangelikal-fundamentalistisch orientiert sind) - auch noch die zu 100 Prozent öffentlich finanzierten staatlichen Konfessionsschulen: mehr als 1000 katholische und mehr als 120 evangelische. Sie sind ein historischer Überrest des bis in die 60er Jahre fast rein konfessionellen staatlichen Zwergschulwesens. Zumeist handelt es sich dabei heutzutage um Grundschulen, einige sind Hauptschulen. Für andere Schulformen gibt es in NRW keine staatlichen Konfessionsschulen, sondern nur private Konfessionsschulen." (aus: http://www.ibka.org/artikel/rundbriefe03/oeffnung.html). Das auf die Schnelle und ....

Das ist doch nett, da haben wir beide RECHT. Ich mehr ;-))))) Einen schönen Abend dir, ich mache jetzt wieder den Weg frei für die Hauptdebatte ....

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2013 | 22:48

So ist es, und wenn er im weiteren Lauf der Sendung gesagt hätte, ich hab da daneben gegriffen, es tut mir leid, wäre das vorbei und vergessen.

So ganz nebenbei, in meinem Lehrbeauftragtenleben (pädagogisch) waren so an die 80% der Teilnehmer (weiblich) "türkisch". was nun wirklich unwichtig war, die Jugend ist besser drauf als die Erwachsenen, die haben ihre Bretter vor dem Kopf und sind auch noch stolz drauf.

Helmut Eckert 16.02.2013 | 09:55

Ab 1945 waren es die Flüchtlinge, die „Evangelischen“ in den katholischen Landkreisen. In den evang. Landkreisen waren es die „Katholischen2 die als fremd und zugezogen betrachtet wurden. Die Jugend scherte sich nicht viel und heiratete munter eben diese Fremdlinge.  In 100 Jahren werden die derzeit „Fremden“ nur noch an ihren fremden Namen zu erkennen sein. Dann kommen neue Fremde und die ganze Geschichte beginnt erneut.

Ein Herr Fliege irrt gewaltig, wenn er solchen Blödsinn plappert. Dummheit ist immer noch eine Gabe Gottes, er als evang. Hirte sollte diese Weisheit verinnerlichen.. nur ist es schwer für ihn, wenn er, eventuell doch,  mit der Gabe der Dummheit von Gott gesegnet wurde….Machen Menschen gibt`s der Herr im Schlaf und er wird es nie wieder los!  

rose 16.02.2013 | 11:07

Ein Herr Fliege irrt gewaltig, wenn er solchen Blödsinn plappert. "Dummheit ist immer noch eine Gabe Gottes, er als evang. Hirte sollte diese Weisheit verinnerlichen.. nur ist es schwer für ihn, wenn er, eventuell doch,  mit der Gabe der Dummheit von Gott gesegnet wurde….Machen Menschen gibt`s der Herr im Schlaf und er wird es nie wieder los!"

Neckisch, pfiffig, originell und ironisch, der Hirte wird darüber nachdenken. Vielleicht auch darüber, worin der Blödsinn besteht, ich jedenfalls bitte um Aufklärung.

rose 16.02.2013 | 11:25

Das Wort "türkenfrei" ist nach den Regeln der deutschen Sprache korrekt gebildet wie etwa "hitzefrei" oder "malariafrei". Wer es  gebraucht, ist so wenig automatisch ein Rassist wie jemand ein Faschist ist, der sagt, ich schicke meine Kinder auf eine "faschistenfreie" Schule.

Die Empörung kann auch gespielt sein, nicht gespielt scheint die Wichtigtuerei der Empörten. Sie denken nicht scharf, sondern in Reflexen bei dem Verurteilen der Wortwahl. Ganz wichtig sind sie, weil sie in Sachen Rassismus den Finger heben, wo dies vollkommen unnötig scheint unter lauter Leuten, deren Finger ebenfalls hochgestreckt sind.

Ratatörskr 17.02.2013 | 09:28

Ich schrieb u. meinte "konfessionelle" Kindergärten und Schulen.

Allerdings ist auch die theologische  Fragwürdigkeit im Wortsinn zu bedenken: Z. B. der Begriffe "Katholikenphobie und Pogrom" von hochrangigen Theologen in die Debatte geworfen,  die dabei übersehen, dass Pogrome gegen Kirchenkritiker (Ketzer/Hetzer) so alt sind wie die Religionen!  S. den christlichen Pogrom , beispielhaft die  Ermordung der griechsichen Wisssenschaftlerin Hypatia.

Das Feingefühl der religiösen Sprache ist eben auch oft fragwürdig.

 

 

rheinhold2000 17.02.2013 | 09:59

"(Unterschwellig) rassistisch sind diejenigen, die dieses tun, die eigenen Kinder "türkenfrei" erzeihen wollen. Fliege spricht Die Tasache des alltäglichen unterschwelligen Rassismus aus. Wenn ich mir "grüne Gutmenschen" und viele TAZ-Leser sowie -Kommentatoren ansehe, machen die es doch genauso: Sie reden und reden, wie toll multikulti sei, dass ie natürlich überhaupt keine Vorurteile hätten, aber sobald die eigenen Kinder da sind, ziehen sie an andere Stadtviertel, weil sie nicht wollen, dass Anna-Lena und Torben-Lukas-David multikulturell mit "Schmuddelkindern" lernen."

Auf den Punkt gebracht. Aber ich kann mich davon nicht ausnehmen, als ich nach dem Studium den sozialen Aufstieg machte zog ich auch um. Und in dem viertel wo ich jetzt wohne gibts nur noch wenig Migranten (überwiegend Italiener die für die Nahrungsmittelversorgung per Ristorantes da sind ) sowie ein Türke der die Kebab Bude betreibt. Die Menschen hier geben ihren Kindern skandinavische Doppelnamen, fahren Mittelklasseautos und tragen Wolfskin Klamotten.