Maike Hank
06.02.2013 | 21:16 20

Prolog

63. Berlinale Das Theater am Potsdamer Platz heißt wieder zehn Tage lang Berlinale-Palast und dies ist der Auftakt zu meinem diesjährigen Filmfest-Tagebuch

Prolog

Noch ist der Anblick aus dem Berlinale-Palast heraus recht trostlos. Wo bleibt denn der Rote Teppich?

Foto: Maike Hank

"I'll be back!" sagte schon der werte Herr Terminator und so soll es nun auch in meinem Fall sein. Dass ich mit einem Filmzitat beginne, hängt natürlich damit zusammen, dass ich über die Berlinale schreiben werde. Ich tue dies ausschließlich zu meinem Vergnügungen und werde dafür nicht bezahlt. Es ist ja schön, dass ich mich zwischen dem Schreiben von Bewerbungen, dem dolce far niente und den feministischen Ereignissen der letzten zwei Wochen – für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, sei an dieser Stelle auf mein neues Herzensprojekt hingewiesen, das ich gemeinsam mit mir wichtigen Menschen ins Leben gerufen habe – in den Rausch der Berlinale begeben kann und so gar nicht erst Gefahr laufe, verloren zu gehen in jener Zwischenwelt, die immer auf einen lauert, wenn die alte Arbeit fort ist und die neue noch nicht da.

So viel sei gesagt: es geht mir gut. Ich führe interessante Bewerbungsespräche, auf die ich mich zum ersten Mal im Leben ausschließlich freue, anstatt mich zu fürchten, und es gibt bereits eine Stelle, die ich besonders gerne besetzte. Die Balz ist aber leider noch nicht beendet.

Der Kontrollfreak in mir hat vor kurzem in dreistündiger Kleinarbeit bereits einen ersten Berlinale-Plan ausgearbeitet, der jedoch gewiss wie letztes Jahr in sich zusammenfallen wird – schon alleine der Menge an Filmen wegen.

Ich träume davon, Ethan Hawke, Jude Law und Scarlett Johansson zu begegnen, ich freue mich darauf, den geschätzten Matthias Dell hoffentlich schon morgen am Potsdamer Platz zu treffen und der Lieblingsfreund ist auch wieder an meiner Seite. Los geht es mit dem von mir neugierig erwarteten Film The Grandmaster von Regisseur Wong Kar Wai, welcher zudem der diesjährigen Jury vorsitzen wird. Meinen Pass habe ich bereits heute abgeholt; dieses Mal ging alles sehr schnell, denn ich wusste, wohin ich musste, wo es die Tasche gab und was mich erwartete. Ich bin voller Freude!

Kommentare (20)

Columbus 07.02.2013 | 01:34

Prima von Ihnen zu hören! Für die Arbeitssuche: Meine beiden Daumen und beide Zehen, habe es gerade noch einmal ausprobiert, es geht noch, feste  gedrückt.

Auf das Berlinale- Projekt bin ich gespannt  und vielleicht fällt ja ein Blogartikel ab, der sich ganz einfach so, auch verkaufen lässt.

Was würde mich besonders interessieren? Dazu schreibe ich dann ein paar Vorschläge in ihr Blog. Hoffentlich  dezent genug und  wenig aus 400, und nur wenn Sie sich dadurch nicht schon maßlos ausgenutzt fühlen. - Ganz nebenbei, ihr Einstieg mit "The Grandmaster" ist sicher schon ein Highlight, der Eröffnungspaukenschlag.

Mein erster stiller Star für ganz große Poesie, ganz nebenbei:

Retrospektive "The Weimar Touch"
Als die Silhouetten laufen lernten: Lotte Reinigers Trickfilmkunst
Filmdokumentation "Lotte Reiniger - Tanz der Schatten"

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Christoph Leusch

 

 

 

 

Rapport 07.02.2013 | 09:42
Schön dass Lotte Reinigers Arbeiten durch die Doku gewürdigt werden. Reiniger ist Künstlerin und Handwerkerin zugleich sowie eine Freundin der Einfachheit. Weniger ist - wie so oft - eben mehr. Sie benutzte umgebaute Küchentische usw.. Über Ihre Stopptricks schrieb sie seinerzeit: "Mit dem technischen Fortschritt des Filmens steht heute eine weit reichere Ausrüstung zur Verfügung. Unzählige, meist kostspielige Erfindungen verlocken zum Kauf. Ehe man sicher ist, gute Trickfilme herstellen zu können – was man nur aus Erfahrung lernt – ist es jedoch klüger und billiger, sich zunächst mit einfachen Methoden zu begnügen. Für einen Anfänger reicht eine einfache Holzkonstruktion, die ihn in keiner Weise an einer guten Animation hindern." Tolle Frau.
Juliane Löffler 07.02.2013 | 10:17

Schön <3! Ich wünsch dir viel Spaß! Ich zögere im Moment noch, ob ich mich morgens in die Endlosschlange am Potsdamer Platz stelle, um ein oder zwei Karten zu ergattern. Viva la Akkreditierung...

Bin gespannt, was du zu Wong Kar-Wai erzählst; ich habe mir vorgestern aus gegebenem Anlass My blueberry nights im Fernsehen angeschaut. Bisschen zu viel Road-Movie-Kitsch für meinen Geschmack...