Ulrike Baureithel
01.12.2012 | 09:00 43

Stereotypen stinken

Frauensache Raus aus der rosa Glitzerwelt, ran ans Maschinengewehr?

Stereotypen stinken

Illustration: Der Freitag

Alle Jahre wieder weihnachtet es sehr, und in Spielzeugkatalogen herrscht Prinzessin Lillifee in einer rosaroten Glitzerwelt, Mädchen wiegen Puppen und die Jungs bereiten sich währenddessen auf ihre heroische Männerzukunft vor. Auch dieses Jahr alles wie gehabt?

In Schweden geht die größte Spielzeug-Kette Top Toy nun in die Offensive: Der gerade erschienene Weihnachtskatalog präsentiert kleine Jungen, die liebevoll eine Babypuppe im Arm halten und ein Mädchen, das gefährlich mit einer Maschinenpistole hantiert. Ihr rosa T-Shirt wurde ausgetauscht gegen ein hellblaues. Weil die Lillifee-Puppenstube im Sortiment aber nicht fehlen darf, sitzt nun ein – übrigens nur mäßig glücklich dreinblickender – kleiner Junge vor ihr.

Ein gegenderter Spielzeugkatalog

Mit dem Change reagiert das Spielzeug-Unternehmen auf die in Schweden angestoßene Diskussion über geschlechtsspezifische Rollenbilder. Schon 2008 war Top Toy von der schwedischen Werbeaufsicht für seine gender-stereotype Reklame kritisiert worden. Zur gleichen Zeit hatte die Regierung 110 Millionen Kronen (rund 13 Mio. Euro) bereitgestellt, um vor allem in Schulen für dieses Thema zu sensibilisieren.

Der gegenderte Top Toy-Katalog wird allerdings nur in Schweden vertrieben; das ansonsten druckgleiche Pendant erscheint in Dänemark mit den üblichen stereotypen Fotos.

Platter Rollentausch

Was aber wäre gewonnen, wenn Jungen nun mit spindeldürren Prinzessinnen spielen und Mädchen in der Gegend herumballern? Ganz abgesehen davon, dass das Angebot zumindest im ersten Fall nicht sonderlich gut ankommen dürfte, handelt es sich um nichts weiter als einen platten Rollentausch.

Sexismus schlägt sich aber nicht nur in den Rollenklischees der Kataloge nieder, sondern im Spielzeug selbst: Während die sanften dünnen Lillifees und Barbies der juvenilen Essstörung den Weg bereiten und den Jungen vorführen, welche Maße ihr „Girlie“ einmal haben soll, bahnt das martialische Jungenspielzeug den Weg in den Krieg. Stimmt schon, den gehen nun ja auch die Frauen. Herrje, wir waren wirklich schon einmal weiter!

In Großbritannien hat die Pinkstinks-Kampagne, die den rosa Glitter aus den Kinderzimmern vertreiben will, immerhin dafür gesorgt, das etwa Marks & Spencer einige Spielzeugprodukte aus dem Sortiment nehmen musste. Bei uns zieht Pinkstinks Germany mit entsprechenden Forderungen an den Werberat nach.

In Schweden allerdings rollt die Diskussion schon wieder zurück. Anlässlich des 2012 erschienen Kinderbuches Kivi und der Monsterhund, in dem statt „han“ und „hon“ das geschlechtsneutrale „hen“ eingeführt wird, warnen Kritiker nun, dass es auch wichtig sei, eine stabile Geschlechtsidentität auszubilden. Tatsächlich?

Kommentare (43)

ReVolte 01.12.2012 | 11:11

Die Betreuerinnen im Hort meines Sohnes schicken die Jungs des öfteren raus in den Schulhof, weil sie ihnen zu laut und anstrengend sind und bleiben selbst mit den Girls zusammen drinnen. 

Soviel zu Geschlechterrollen und zur weiblichen Pädagogik. 

Kinder machen sich ihren Reim auf das, was ihnen im täglichen Erleben begegnet. Insofern helfen auch keine geschlechtersensiblen Baustellenschilder, wenn frau weniger am Presslufthammer sondern einzig per Quotensänfte ins Büro Staub aufwirbelt. Das gleiche gilt für "hen", denn später greifen ohnehin jene sattsam bekannten, staatsfeministischen Opferin/Täter-Schemata mit all ihren auf ewig hiermit begründeten strukturellen Diskriminierungen gegen jeden "Schwanz", welcher in zweckdienlicher Weise also mit dem Ziel der Quotensänfte für die hans durchweg als "privilegiert" konstruiert wird.

anne mohnen 01.12.2012 | 13:48

Nettes Aufregethema. Dennoch zieht diese Diskussion komplett an mir vorüber. Weder dieser Artikel noch der hanebüchene FAZ-Artikel Rosa Rollback von Carolin Wiedemann kann einen nachvollziehbaren Zusammenhang herstellen, zwischen Spielzeug und späterem Rollenverhalten. Das ist einfach zu simpel!

Viele Kinder wachsen in koedukativen Kindergärten und Tagesstätten auf mit einem angenehmen Sammelsurium von P= Puppe und E=Eisenbahn. Meine Schwester und ich sind mit Brüdern aufgewachsen. Wir haben mit Puppen und Eisenbahnen, Bauernhoffiguren, Playmobil, Lego etc. gespielt. Später tauschten meine Brüder Spielzeug gegen kleine Spielzeugsoldaten ein zum Leidwesen unserer Eltern, die uns aus guten Gründen solchen militanten Kram „verweigerten“ Daraus zu schlussfolgern, dass meine Brüder deswegen militant geworden sind, meine Schwester und ich dagegen nicht,  ich spielte ja lieber mit Puppen und meine Schwester mit Eisenbahnen, oder dass meine Brüder trotzdem oder gar wegen ihrer frühkindlichen Puppenspiele sich smart gegenüber Frauen verhalten etc.., wäre doch ür an den Haaren herbeigezogen, oder?

Richtig "entblödend" wird’s aber, wenn Wiedemann von der FAZ endet: „Wie sollen all die kleinen Mädchen, die ihre Zeit und ihr erstes Taschengeld in rosa Glitzer investieren oder unter Essstörungen leiden, je die Jobs in den Vorstandsetagen übernehmen, für die ihre Mütter gerade kämpfen?“

 Was ich mir von meinem ersten Taschengeld so kaufte?

Tsssssssss

 

crumar 01.12.2012 | 15:36

Frau Baureithel, Frau Magda, wissen Sie, wie gut das Patriarchat - also ich - Sie beide im Griff hat?

Ich habe sie mit dem Stereotyp bedroht (threat), sie müssten sich SOFORT und MÄDCHENTYPISCH lange (blonde!) Haare wachsen lassen und sie haben gehorcht.

Da sprechen die Bilder eine deutliche Sprache.

Auch meine ich diesen entnehmen zu können, dass sie meinen SEXISTISCHEN Verlockungen des "Schöheitshandelns" mittels diverser durchgegenderter Anmalfarben (make-up) nicht haben widerstehen können.

Wissen Sie, warum Sie mir so auf den Leim gehen konnten?

Weil Sie beweisen wollen, wie "wichtig (es) sei, eine stabile Geschlechtsidentität auszubilden."

"Tatsächlich?"

Tatsächlich.

Warum glauben Sie beide wirklich an die übermächtige Wirkungsweise dieser dussligen Spielzeuge?

Ich habe früher mit Begeisterung Cowboy und Indianer gespielt, mit Gewehren herumgeballert und später dann den Kriegsdienst verweigert.

Der von Ihnen gesehene kausale Zusammenhang kann nur existieren, wenn man mit einer Marionettentheorie von Gesllschaft und Individuum versehen ist.

Und ausgesprochen komisch finde ich, dass nun genau Sie beide sich als Ausnahme Ihrer eigenen Theorie ansehen.

Bitte bemühen Sie doch mal den Spiegel!

Danke. 

TobiB07 02.12.2012 | 12:26

Zu der Frage, ob Männer noch gebraucht werden, hat der Radikalmaskulist Savakis ein paar weitere Fragen gestellt:

So hätte sich die Relevanz der Frage, ob Männer heute nicht mehr gebraucht werden, auch unter folgenden Präzisierungen zu bewähren:

"Werden heute der elektronische Rechner und das Internet gebraucht? Wird die erfinderische Regsamkeit gebraucht, mit der schon wenige Jahre nach der Massenvermarktung des Computers seine Anwendung auf allen Bereichen des menschlichen Handelns möglich machte: auf Kommunikation, Text- und Bildverarbeitung, Logistik aller Art, Bildung und multimediale Unterhaltung, Produktion, Medizin, Raumfahrt, Navigation, und was uns sonst noch an Software-Applikationen heute zur Verfügung stehen?

Braucht unsere Zeit die Masse der Erfindungen, die Männern zufallen? Die wissenschaftlichen Nobelpreisträger mit ihren jeweils lebensrettenden und Leid lindernden Entdeckungen?

Braucht unsere Zeit ihre Metropolen, in denen Millionen von Menschen wie ein produktiv getriebener Organismus interagieren, lebend in knappem Raum, jeder mit dem Komfort, der einst kaum Palastbewohnern zur Verfügung stand, in menschenwürdiger Hygiene und Behaglichkeit von der morgendlichen Entleerung bis zur abendlichen Entspannung? Brauchen Erdbewohner Brücken, Straßen, energetische Infrastruktur, Kanalisation, Überseedampfer oder das Aufheben von Hurrikan-Schäden? Das Bergen in Katastrophen, die Sicherheitskräfte, die Feuerwehren?

liva2lox 02.12.2012 | 12:47
Bemerkenswerte Diskussionsreflexe. Wir haben es schon immer so gemacht, und überall sonstwo außerhalb der Spielzeugkataloge und Kindergärten machen wir es auch so, also warum sollten wir es anders machen? Bleiben wir auf den Bäumen und sterben an der Blinddarmentzündung. Oder verbieten wir den Frauen wieder, zu wählen und selbst Geld zu verdienen und überlassen Männern einfach die Verantwortung für die weibliche Lebensführung. Männer haben doch schließlich alle Erfindungen gemacht. Aber darum geht es doch gar nicht. Man könnte darüber auch ohne die Worte "Feminismus" und "Patriarchat" sprechen. Mädchen und Jungen haben mit Problemen zu kämpfen. Ob Magersucht und der Wunsch nach Schönheits-OPs durch Spielzeug verursacht wird? Sicherlich nicht nur. Aber allgegenwärtige Rollenvorbilder werden dadurch auch mitgeprägt. Ob es Jungen gerecht wird, in der Schule vor allem stillsitzen und zuhören zu müssen? Vielleicht zu wenig. Warum wird darüber nicht gesprochen, was Jungen stattdessen brauchen? Einfach gesellschaftliche Verhältnisse der letzten Jahrhunderte zurückhaben zu wollen (als in einer präfeministischen Zeit noch alles in Ordnung war), wird nicht funktionieren. Nachtrag: Bei der Frage nach der stabilen Geschlechtsidentität ist nicht alles enscheidend, wie die unserige und die unserer Journalist_innen und Pädagog_innen heute aussieht. Denn die ist bereits ausgeprägt worden, mit allen positiven und negativen Stereotypen, die es so gibt.
rheinhold2000 02.12.2012 | 13:11

"Ich habe früher mit Begeisterung Cowboy und Indianer gespielt, mit Gewehren herumgeballert und später dann den Kriegsdienst verweigert."

 

ich habe früher in der pause auch negerkussbrötchen gegessen und bin kein rassist geworden. trotzdem finde ichs gut das die negerküsse heute schokoküsse heißen.

und den strohmann das dies natürlich nicht den rassismus beseitigt kann man auch hier aufbauen. kleine änderungen lösen niemals ALLE probleme. aber ne barbie die polizistin ist oder ein schwuler kumpel von ken oder ne lesbische freundin von barbie ermöglichen es kindern zu erkennen das heteronormativ nur EINE von vielen wahlmöglichkeiten ist. solche massnahmen befreien kinder.

TobiB07 02.12.2012 | 13:49

@liva2lox

Ich poste Ausführungen feministisch gestellten Frage, in wie weit "wir" Männer noch brauchen und 
Sie unterstellen mir daraufhin, ich wollte zurück in die Steinzeit? DAS nenne ich mal Logik? Zur Info: In jeder Halbdemokratie wurde das Frauenwahlrecht von Männern eingeführt, die wiederum von Männern an die Macht gewählt wurden. Diesen Teil der Geschichte erzählt die Feministin natürlich nicht mehr, man will ja schließlich ein Feindbild aufbauen...

TobiB07 02.12.2012 | 13:53

Und im Übrigen: Die Geschichte war für den Mann kein Zuckerschlecken mit Frondienst und Kriegszwang. Und für jeden Nachteil, den die Frau als Frau erlitt, genoss sie einen Vorteil, wie eben die Freistellung von den wirklich harten Arbeiten und dem Kriegsdienst. Der Historiker Martin van Creveld, der einen Streifzug durch die Geschichte von der Antike bis zur Neuzeit macht, kommt übrigens zu einem ganz und gar unerhörten Schluss:

http://www.amazon.de/Das-bevorzugte-Geschlecht-Martin-Creveld/dp/3932425529/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1354452757&sr=8-1

 

TobiB07 02.12.2012 | 14:15

In Schweden geht die größte Spielzeug-Kette Top Toy nun in die Offensive: Der gerade erschienene Weihnachtskatalog präsentiert kleine Jungen, die liebevoll eine Babypuppe im Arm halten und ein Mädchen, das gefährlich mit einer Maschinenpistole hantiert.

Das was für Mädchen also schlecht ist (liebevoll eine Puppe im Arm halten) soll also für Jungen gut sein? Das, was für Jungen schlecht ist (Krieg spielen), soll für Mädchen gut sein? Wenn Jungen Puppenvater spielen sollen, warum dürfen dann nicht Mädchen Prinzessin spielen? Wenn Mädchen Krieg spielen sollen, warum dürfen das nicht auch die Jungs? Hier gut, dort schlecht, je nach Geschlecht?

Ist jetzt Kriegspielen ansich gut oder schlecht, ist jetzt mit Puppen spielen ansich gut oder schlecht? Und wenn das, was bei Mädchen als schlecht diagnostiziert wird, z.B. weil damit geringere Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten einhergehen, warum sollte das dann gut für Jungen sein, z.B. in politischen "Schlechte Wege für Jungs"-Programmen. Und der Puppenvater, was macht er eigentlich, dass keine Frau sein Lebenskonzept als Hausmann und Vater mittragen wird, weil Frauen...

https://www.freitag.de/autoren/angelo/prinzessin-mit-bankkonto

 

liva2lox 02.12.2012 | 14:52
> Das was für Mädchen also schlecht ist (liebevoll eine Puppe im Arm halten) soll also für Jungen gut sein? Das, was für Jungen schlecht ist (Krieg spielen), soll für Mädchen gut sein? Wenn Jungen Puppenvater spielen sollen, warum dürfen dann nicht Mädchen Prinzessin spielen? Wenn Mädchen Krieg spielen sollen, warum dürfen das nicht auch die Jungs? Hier gut, dort schlecht, je nach Geschlecht? > Ist jetzt Kriegspielen ansich gut oder schlecht, ist jetzt mit Puppen spielen ansich gut oder schlecht? Und wenn das, was bei Mädchen als schlecht diagnostiziert wird, z.B. weil damit geringere Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten einhergehen, warum sollte das dann gut für Jungen sein, z.B. in politischen "Schlechte Wege für Jungs"-Programmen. Und der Puppenvater, was macht er eigentlich, dass keine Frau sein Lebenskonzept als Hausmann und Vater mittragen wird, weil Frauen... die Idee ist, dass sowohl Jungen als auch Mädchen mit Puppen und Maschinengewehren spielen - und nicht in Bildern, Bidlerbüchern etc. vorzugeben, dass das eine nur für die eine Gruppe ist. Also bei beiden gut oder schlecht, und eben nicht nach Geschlecht unterschiedlich. In dem zitierten Katalog wurden übrigens nicht alle Abbildungen einfach ins geschlechtliche Gegenteil verkehrt. Mädchen und Jungs spielen mit Puppen. Ich bin nicht der Meinung, dass das Spielen mit z.B. Plastikbügeleisen per se zu schlechteren Karrierechancen führt. Aber wenn dem so wäre, dann liegt da ansich ein Problem, und die Frage ist dann berechtigt, warum ein solches Problem nur Mädchen betreffen sollte. Wenn bei Männern das Bankkonto eine größere Rolle spielt bei der Partnerwahl, ist das durchaus auch änderungswürdig. Erst recht sollten Mädchen dann mehr dazu erzogen werden, selbst für ihren sozialen Status und ihr Einkommen verantwortlich zu sein, um auch einen solchen Partner zu wählen. Und Jungen dazu, sich zu einer anderen Rolle zu bekennen als der des Hauptverdieners, ohne den Verlust von männlichem Status zu befürchten.
TobiB07 02.12.2012 | 15:40

liva2lox

Es wird Mädchen ausdrücklich davon abgeraten, z.B. den Beruf einer Erzieherin zu ergreifen, wegen der genannten Nachteile, wozu Jungen im Rahmen der "Schlechte Wege für Jungen"-Programmen hinerzogen werden sollen.

Und auch Männer arbeiten im Niedriglohnsektor oder üben zwar notwendige aber schlecht bezahlte Berufe aus, das ist kein Problem dass allein Mädchen betrifft, bzw. aufgrund der Diskriminierung von Jungen im Bildungssystem dürfte dieses Problem in Zukunft mehr Männer betreffen, schon jetzt sind mehr junge Männer arbeitslos als junge Frauen, dennoch: Mädchenförderung, Mädchenförderung, Mädchenförderung...

Im Übrigen: In den "gendergerechten" Kindergärten bleibt wenig von der Freiwilligkeit, sondern es wird Druck ausgeübt. Mädchen z.B. sollen sich empowert nehmen, was sie wollen, Jungen hingegen sollen sich mit ihren Niederlagen abfinden, so die vorausschauende Erziehung in diesen feministischen Brutkästen. Wäre ja noch schöner wenn die Jungen eines Tages gegen ihre Diskriminierung auf die Barrikaden gehen, was übrigens kommen wir d. Oder auch: Wo JUngen das raumgreifende Fußballspielen auf Schulhöfen verboten wird, um Mädchen Raum zu schaffen. Die feministische Politik, die es Jungen schwerer und MÄdchen einfacher macht (von A. Schwarzers EMMA ausgegebene Direktive, heutzutage umgesetzt), zieht eine Generation von Jungen heran, die anders als feministisch bewegte Männer ("Bundesforum Männer" z.B., ebenfalls nur ein Alibiprogramm) Widerstand leisten werden, gegen ihre Benachteiligung und "positive Diskriminierung".

Was Grundsätzliches zur "Rollenfreiheit": Männer haben keine Wahl außer ein Leben in Arbeit. Frauen können dank des Ernährermodells zwischen vielen verschiedenen Lebenskonzepten wählen, Null- Teil- oder Vollzeitarbeit mit oder ohne Kinder. Die feministische Diagnose, wonach der Mann privilegiert sei in diesem Zustand, wo er nicht anders kann als zu arbeiten, um daraufhin die Frauen ebenfalls in die Arbeit zu treiben (man betrachte sich nur mal die feministische Empörung gegen das Elterngeld, geht gar nicht, dass eine Frau zu Hause bleibt, wir wissen, was das Beste für sie ist, und da sie für sich allein nicht entscheiden kann, zwingen wir sie!), wo sie "Transzendenz" (Beauvoir) erfahren sollen, ist eine der idiotischsten Gesellschaftsdiagnosen überhaupt. Vor dem Hintergrund ist auch das lauwarme Gerede von Rollenfreiheit zu betrachten, sie befreit keinen Mann aus seiner Alternativlosigkeit eines Lebens in Arbeit, da kann er rollenmodern sein wie er will, er findet ganz einfach keine Frau, die die Ernährerrolle übernimmt, der Beweis: Es gibt inzwischen mehr als genug gut verdienende Frauen, aber wo sind sie, die Ernährerinnen, die das Leben eines erwachsenen, gesunden Mannes unterhalten? Frauen zeigen, um ein leicht entfremdetes Zitat einer Feministin zu gebrauchen, verbale Aufgeschlossenheit bei bestehender Verhaltensstarre.

Auf der anderen Seite: Mehr Männer gerade im Erzieherbereich wären zu begrüßen, gerade im Interesse der Jungs. Aber in einer Zeit, in der die Hälfte der Eltern männliche Erzieher als pädophil im Verdacht hat, kann man ihnen nicht wirklcih dazu raten, ebenfalls ein Verdienst von Feministinnen.

Vor allem aber: Was wenn der Bewegungsdrang und die Interessen von Jungen biologische Wurzeln hat? Warum z.B. werden in großer Mehrheit nur Jungen mit Drogen ruhiggestellt? Wirklich nur, weil man Jungen "störendes" Verhalten anerzogen hat, oder vielleicht doch ursächlich, weil Jungen biologisch so ticken? Ich weiß, rotes Tuch, aber dann werden "Vor"-bilder und alternative Rollenbilder, die lediglich ein Angebot darstellen, wenig bewirken, wo sie ohne Zwang auskommen müssen.

drhwenk 02.12.2012 | 21:43

Sterotyoen sind ein "gelebt werden" vi sin die feisnetn Details der Wahrenhnung und des Fühlens. KUbnst udn Literatitr  mashcne dfats ncihst anders, als diese zu "Kritisieren" und aufzulösen, ihre Schädlcihkeit in "Dramen" aufzuzeiugen und sterotypes Erleben zu ermöglichen.

 

Die Repression vesteht immer eisern, dazu noch im völlig verfehlten "Expertengewand". Gut fahren alle mit Steeotyoen jedenfalls nciht. Zur direkten Köperawhrenhmiung von Horomaone, ,, Drüsen etc. und der Wir,ukugen  bribnggt es so neijmad. "DEr Knaal mus fregeräumt weden" - von Stereotypen, wussten diesbezüglich schon die Sufi Frauen und Männer.

 

 

crumar 03.12.2012 | 00:29

@R2000 Wenn du schon deine Halbwahrheiten verbreitest, dann mach das gefälligst richtig.

Du hast einen Standpunkt und das ist ein Pro-feministischer.

PUNKT .

Hab einmal in deinem Leben den Mut, zu dem zu stehen an was du glaubst. . 

Zum Thema:

Wenn irgendein modisches Gender-dingeling gelaufen kommt, ob es sich "stereotype threat" schimpft oder "gender-bias", dann kommen Horden von Claqueren und eignen sich diese Begrifflichkeit unkritisch an.

Schaut man sich aktuell die Studien von Yale und UCLA zum "gender bias" genauer an, dann sind diese unwissenschaftlich, voller methodischer Fehler, versehen mit offensichtlichen Falschdarstellungen in betrügerischer Absicht..

Wertlose Propaganda.

Zu deinem Beispiel: Auch wenn das Spiel "Cowboy und indigene Völker" heisst, so ändert sich nichts an dem Spiel. Eine Schokoschaumwaffel bleibt eine Schokoschaumwaffel und eine Puppe bleibt eine Puppe.

Auch wenn ich die Puppe als lesbische, schwarze Behinderte gestalte (Funny van Dannen, yihaaa!), so wird das an der gesellschaftlichen Tatsache des Rassismus, der Behindertenfeindlichkeit und des Sexismus nichts ändern.

Übrigens gibt es eine Afro-American-Barbie! Die Diskriminierung in den USA wird demnach bald beendet sein... 

Es ist die ständige Verwechslung von Politik und Symbolpolitik, die mir bei euch auf die Nerven geht.

Dies wird jedoch nichts daran ändern, die Puppen werden in der Regel von Mädchen als Spielzeug akzeptiert und von Jungen nicht.

Es wird auch nichts an der Tatsache ändern, dass in der Regel Mädchen mit Mädchen spielen wollen - denn dummerweise läuft die Geschlechtersegregation prima bis zum einsetzen der Pubertät. 

Und empirisch gesehen wird es auch nichts daran ändern, dass ungefähr 94-95% der Bevölkerung heterosexuell sind, monosexuell leben und serielle Monogamie in Partnerschaften dufte finden.

Diese 94-95% der Bevölkerung sind logisch "normativ", also Norm setzend, weil sie wirklich heterosexuell sind und die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren.

Der politische Kampfbegriff "Heteronormativität" geht weit über den Schutz von Minderheiten hinaus,  unterstellt er nämlich die faktischen Mehrheitsverhältnisse wären bloss Produkt eines gesellschaftlichen Zwangs.

*Eigentlich* also gar nicht existent. Lächerlich.

Und wäre es so simpel mir der Geschlechteridentität, warum sehen die meisten Frauen - auch die Femistinnen - dermaßen *typisch weiblich* aus?

Ist das mehrheitsfähig gewordenes falsches Bewußtsein? 

Bin ich der einzige, der es komisch findet, wenn sich aufgestylte, langhaarige blonde Frauen über Geschlechter-Stereotype ereifern, deren offenischtliches Opfer sie selber geworden sind und die dies weiter - als Bild von ihrem *eigenen* Geschlecht - in die Öffentlichkeit tragen?

Und wenn sie den Zwang schon so verinnerlicht haben, dass er gar nicht mehr reflektierbar ist, was taugt denn dann die Theorie?

Als alternative These: In der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft mit fortlaufenden Individualisierungsprozessen ist gerade GESCHLECHT die einfachst zu mobilisierende Ressource für die Individuen, um sich a. der eigenen Identität zu vergewissern und sich b. zugleich zu differenzieren.

Das war das Resümee von C. Kucklick und ich stimme dem zu: Gender is here to stay.

Nicht weil dazu irgendwer Zwang nutzen müsste, sondern weil es sich um ein echtes Sonderangebot handelt.

Schnapper!

rheinhold2000 03.12.2012 | 05:11

"Auch wenn ich die Puppe als lesbische, schwarze Behinderte gestalte (Funny van Dannen, yihaaa!), so wird das an der gesellschaftlichen Tatsache des Rassismus, der Behindertenfeindlichkeit und des Sexismus nichts ändern."

das ist ein strohmann. und das habe ich doch schon geschrieben: natürlich wird es nicht ALLES verändern. aber das eine und andere. tatsache ist z.B. das Whoppie Goldeberg sagt, dass es für sie als Schwarze unglaublich wichtig war, das an Bord der Tos serie Enterprise eine schwarze Funkerin war. es hat ihr leben verändert.

und genauso wird sich sicher das eine oder andere mädchen davon profitieren das an bord von enterprise voyager der kapitän weiblich ist.

oder ein junge im spielzeugkatalog bügelt.

maskulisten (du auch) spammen wie blöde alle foren voll. es gibt niergendwo im weiten weiten internetz irgendeine disskussion in der sie nicht hordenweise auftauchen (da erinnern sie mich an die antideutschen) weil sie in ihren foren alle möglichen artikel etc. verlinken und dann halt auftauchen.

und oft sind sie nur linkschleudern wie tobi der sich ja noch nichtmal die artikel durchliest um die es geht.

aber ich folge in zukunft einem wichtigen grundsatz den ich mir selbst stelle:

dont feed

ReVolte 03.12.2012 | 09:07

Immer wieder bewundernswert, Ihre beharrliche Sachlichkeit. Und ich möchte an dieser Stelle auch mal Ihre Blogs bzw. Beiträge zur Vorhaut-Beschneidung als hervorrragend erwähnen.

Ich würde jedoch jenen feministisch motivierten gender bias nicht als wertlose sondern vielmehr als zielgerichtete Propaganda bezeichnen, denn sie soll mittels vorgeblicher universalgeschlechtlicher Zielsetzung letzthin einzig dem weiblichen Geschlecht zugute kommen. Der Junge, dem in Kindertagen aus politisch korrekter Scheinheiligkeit heraus vorgegaukelt wurde, er sei als betreuender Vater gewünscht, wacht spätestens in der Begegnung mit uneingeschränkter Mutterhoheit - wie sie der Feminismus dank Schwab & Co quasi zementiert hat - wieder auf. Er sieht sich dann nurmehr nach feministischer Sprachregelung als "Erzeuger" klassifiziert und auch dementsprechend entrechtet. Insofern fährt der Feminismus zweigleisig, um über die angestammten familiären Machtbereiche ohne diese verlassen zu müssen, materiellen Druck ausüben zu können. Ein wirklich an burden sharing interessierter gender bias würde Väter nicht mit dem stereotypen Schlachtruf "backlash" auf Barunterhalt reduzieren, sondern auch mittels geschlechtsneutraler Sprachregelung die Familiengesetze entsprechend reformieren. Dass das nicht geschieht, ist hinreichender Beleg für einen geradezu traditionellen Biologismus, wie er blonder nicht sein kann.

Schöne Grüße 

eulen nach athen 03.12.2012 | 10:55

"Der von Ihnen gesehene kausale Zusammenhang kann nur existieren, wenn man mit einer Marionettentheorie von Gesllschaft und Individuum versehen ist."

 

wenn ich mir ansehe, wie tumb z.b. die apple-jünger ihrem guru nachlaufen, dann halte ich die these von der durch gruppendruck/werbung/mainstream formbaren marionette gar nicht für abwegig. es soll ja auch frauen geben, die nach dem konsum von "sex and the city" anfingen schuhe zu sammeln und vorher gar nicht wussten, wer oder was manolo blahnik ist. als individdum diesen mehr oder weniger subtilen zwängen zu widerstehen, ist schon für erwachsene schwer. für kinder, die noch kein ausgereiftes urteilsvermögen und wertesystem ausgebildet haben und nur begrenzt kritik- und reflektionsfähig sind, halte ich es für schier unmöglich. 

 

verkürzend und dumm ist die behauptung eines kausalzusammenhanges "mit panzer gespielt - soldat geworden". so eindimensional funktionert es dann doch nicht. was nicht bedeutet, es würde gar nicht funktionieren.

TobiB07 03.12.2012 | 18:37

Ehrlich gesagt rege ich mich immer mehr auf...

Pink stinks, Mädchen stinken?!?

Sehr geehrte Frau Ulrike Baureithel,

wie ich auf ihrem Bild sehe, tragen Sie lange Haare. Sie verkörpern damit ein weibliches Stereotyp, Sie stinken also. Also: Haare runter. Eine Glatze oder eine strammer, militärischer Bürstenhaarschnitt täte ihrer Glaubwürdigkeit gut.

Grußlos

crumar 03.12.2012 | 20:34

Irgendwie scheinst du noch nicht einmal deine eigene Argumentation zu verstehen.

Frau Goldberg bezog sich mit dem Beispiel auf die Tatsache das MITTE der SECHZIGER Jahre des letzten Jahrhunderts in den USA Afro-Amerikaner medial nicht vorhanden waren.

Dass man nicht die beliebig die Fortsetzung von Mitteln betreiben kann um ein Ziel zu erreichen müsste klar sein.

Dass in Zeiten von Bill Cosby und Oprah Winfrey offensichtlich von einer Kausalität oder Korrelation von medialer Präsenz zu sozialer Diskriminierung keine Rede mehr sein kann, sollte so langsam auch dich erreicht haben.

Das hat mit "Strohmann" nichts zu tun, sondern ich kritisiere deine kleinbürgerliche Gedankenwelt, in der sich die immer gleichen Mittel für eine Gesellschaft eignen sollen, die sich erkennbar geändert hat.

Du LEUGNEST diese Änderungen und bist zu FAUL, sich den veränderten Realitäten zu stellen. Das ist meine Meinung über deine Gedankenwelt.

Dein Vorschlag, der Junge möge doch bitte konfrontiert werden mit dem Bügeleisen, hingegen das Mädchen mit der Rolle des Kapitäns in einem Raumschiff, zeigt nicht nur einen erstaunlichen Sexismus, sondern geht völlig an den Realitäten vorbei.

Die Männer haben in den letzten zwei Jahrzehnten ein großes Maß an Bereitschaft gezeigt, Hausarbeit im familiären Kontext zu übernehmen.

Das ist nachweislich so - du MUSST diesen Sachverhalt jedoch leugnen, damit deine lustige Theorie funktioniert.

 

Wie schaffst du es eigentlich die erkleckliche Anzahl von Single-Haushalten zu übersehen kannst, in denen Männer ihren Haushalt alleine organisieren müssen und das offensichtlich auch können?!

Ist "Single Haushalt" für dich ein völlig neuer Begriff????

Du reproduzierst also m.E. eine Gesellschaft, die so gar nicht mehr existiert, um mir einen Fortschritt als Fortschritt zu verkaufen, der längst keiner mehr ist.

Die wievielte Diskussion um Mädchen- oder Jungespielzeug ist das hier seit Pi mal Daumen 1980? Die 1000ste, die 10.000ste?

Genau die selben Argumente seit drei Jahrzehnten, die genau das Selbe bewirken sollen und es offensichtlich nicht tun.

Hier: "Während die sanften dünnen Lillifees und Barbies der juvenilen Essstörung den Weg bereiten und den Jungen vorführen, welche Maße ihr „Girlie“ einmal haben soll, bahnt das martialische Jungenspielzeug den Weg in den Krieg."

Wie aus einem Frauenbuchladen von 1975 als Faltblatt für angehende Pädagoginnen herausgegeben.

HUNDERTTAUSENDE junge Männer haben seitdem ihren Zivildienst abgeleistet - was sollen die deiner Meinung nach tun?

Ihre Erfahrungen leugnen, damit diese Theorie irgendwie doch noch stimmt?

Und welche Männer genau goutieren anorektische Models? Wo finden die sich? Im "Playboy" oder nicht doch eher in der "Vogue" oder der "Brigitte"? Und welches Geschlecht produziert und liest noch mal die beiden letztgenannten Zeitschriften?

Seit Jahrzehnten immer dieselben Vorhaltungen in immer nur modisch neuen Verkleidungen.

Das einzige was sich geändert hat ist nur, dieser Mumpitz erfährt Kritik.

Und das ist gut so.

 

 

rheinhold2000 03.12.2012 | 20:54

du hast eine ekelerregende art subtile beleidigungen in deine postings einzubauen was ich umso eklliger finde das ich mich nicht erinnern kann dich beleidigt zu haben.

deine beispiele sind haarsträubend ich habe nur geschrieben das eine schwarze funkerin für goldberg wichtig war, was hat das mit der zeit zu tun?

ich werde aber nie mehr auf irgendetwas was du hier absonderst reagieren. insofern brauchst du nicht mehr zu antworten.

crumar 03.12.2012 | 21:31

Was genau ist an meinem Vorwürfen:

1. deine veralteten Gedanken sprächen davon, dass du "faul" bist und

2. dein Wunsch, gesellschaftliche Veränderungen zu leugnen und die mangelnde Bereitschaft, sich andere Mittel für eine politische Auseinandersetzung zu suchen, machten dich in meinen Augen zum "Kleinbürger" 

eigentlich "subtil"?

Ich habe deutlich zum Ausdruck gebracht, dass ich die in dem Artikel geäußerten Gedanken als unproduktiv, doppelmoralisch und veraltet empfinde.

Und die darin verborgenen substanzlosen Anklagen und Vorhaltungen gegen Jungen und Männer nicht mehr hören kann.

Die aus einer Position eines magischen, irrealen, nicht existenten "außerhalb dieser Gesellschaft" formuliert werden und mit Kritik nicht spart - an Männern, versteht sich.

Und jetzt kritisiere eben ich die Kritik, die offensichtlich nichts taugt, weil sie souverän am Problem vorbeischrammt. 

So what?

Majestätsbeleidigung?

Magda 05.12.2012 | 13:25

Dunkel ist der Rede Sinn. Den Spiegel kann ich nicht bemühen, denn da sehe ich leider kein Pink, sondern was Blaues. Ansonsten - wenn jemand denkt, er hat wen im Griff und erwischt, dann ist es meist nix damit. Aber, als Berlinerin würde ich sagen: Lass ihm die Bulette.

Ich wusste auch nicht, dass Sie die Haarfarben erfunden haben. Bisschen Wirrwarr was?

Ich habe persönlich auch überhaupt nix gesagt zum Thema Spielzeuge, sondern nur einen Link gesetzt.