Michael Angele

Angeldust

08.10.2009 | 12:45

Ich will die DDR-Sprache verstehen

Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass ich gerne eine Biographie aus dem Osten hätte, um mich in Berlin-Prenzlauer Berg, wo ich hingezogen bin, noch heimischer zu fühlen und um mit allerbesten Gründen gegen das zugezogene Pack wettern zu können.

Magda wollte mir in einem Kommentar zu meinem letzten Blogeintrag dankenswerterweise eine suchen, die zu mir passt, in Richtung nicht ganz angepasst aber auch nicht offener Widerstand. Noch stehen ihre Angebote aus. Ich habe inzwischen aber herausgefunden, dass ganz gute Angebote auf dem freien Markt sind. Ich denke an Heiner Müllers Biographie oder an die von Günter Gaus, beide sind nicht ganz günstig, bei Gaus müsste ich wohl auf die Reisefreiheit verzichten.

So oder so muss ich für meine neue Biographie die Sprache des Ostens lernen. Nun lese ich in der heutigen BILD-Zeitung, dass es ja tatsächlich eine DDR-Sprache gab. Nun, einiges wie Broiler ist mir bekannt, aber mit anderen Worten aus dieser Sprache kann ich leider nichts verbinden und kann sie deshalb auch nicht gebrauchen. Natürlich hilft mir die BILD-Zeitung, der es ja bekanntlich nicht um Aufklärung, sondern um Revanchismus geht, auch nicht weiter. Ich möchte deshalb die Community bitten, mir zu helfen, und frage, was die folgenden Worte bedeuten:

Arbeiterveteran

Behelfsverpackung

Dederon

Forumscheck

Jahresendflügelfigur

Komplexannahmestelle

Neuererwettbewerb

Lederol

Neuererwettbewerb

Wer weiß was?

 
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Kommentare
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 12:53
Ich habe ja ein paar Jährchen in der DDR verbracht. Ich selbst gebrauchte kein einziges dieser Worte im Alltag und kenne auch niemanden, der das getan hätte. Das Wort 'Jahresendflügelfigur' ist während der Existenz der DDR nur ein einziges Mal benutzt worden, nämlich in einem Text des Satirikers, der es sich ausgedacht hat. Die eigentliche Existenz dieses Wortes begann erst nach der 'Wende' (was'n das eigentlich?), in Spiegel-Artikeln u.dgl.m.
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 13:51
Wissen Sie welcher Text, welcher Satiriker? Ich muss zugeben: In diesem Fall wusste ich durch die Hauptabteilung Politik im Haus, dass Jahrensendflügelfigur eine Ente der Westpresse ist. Im übrigen fast so niedlich wie "Chuchichäschtli" mit dem ihr Deutschen die Schweizer Mundart lernen sollt. Kein Mensch sagt das in der Schweiz. Es ist noch nicht einmal klar, ob ein entsprechender Gegenstand existiert.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 14:00
Das war kein Satiriker. Das war der Bürokrat, der durchgesetzt hat, dass der Reinigungsstab ab sofort Reinigungsstock heißt; oder war es umgekehrt?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 17:46
zelotti schrieb am 10.10.2009 um 03:11
Das Schlimme sind ja nicht die Worte, sondern die Änderung einer Sprache durch eine Diktatur. Übrigens habe ich meinen Opa auch erst verstanden, als ich zur Armee bin, sein Motto was "Alles gut, alles bestens". Am meisten habe ich beim Bund unter der Sprache gelitten und den Hohlköpfen, die über Generationen diffundierende Sprüche weitertrugen, deren Sinn sich ihnen nicht erschlossen hatte, aber dennoch konditioniert worden waren, alles mit ihrer Herrschaft der Hohlheit hohnlachend von sich zu geben. So war auch der Sozialismus, voller Lüge und Phrase, und Feigheit. So wäre aber auch der öffentliche Dienst im Westen, wenn man ihm sich selbst überließe.
Friedland schrieb am 11.10.2009 um 15:56
Also zum Kuchikäschtli gibt's hier was:
www.amazon.de/gp/recsradio/radio/B000N4SA32/ref=pd_krex_dp_001_002?ie=UTF8&track=002&disc=001

"Sektion Kuchikäschtli":
Hochwertiger Schweizerischer Rap...
luggi schrieb am 08.10.2009 um 13:39
In einer KOMPLEXANNAHMESTELLE konnte ein ARBEITERVETERAN, der in einem von LEDEROL beschmierten Arbeitskittel aus DEDERON erschien, seine im NEUERERWETTBEWERB gewonnene JAHRESENDFLÜGELFIGUR in einer BEHELFSVERPACKUNG abgeben und zur Beschleunigung mit FORUMSCHECKS bezahlen.

Zweimal NEUERERWETTBEWERB hab ich nicht geschafft:-( Liegt wahrscheinlich an den fehlenden Komplexannahmestellen im jetzigen heute.

Aber mal was anderes Herr Angele,
was ist eine Rauhfutterverzehrende Großvieheinheit?
Was bedeutet KIM und TGL?
War in der DDR-Sprache die Abkürzung PGH gleichbedeutend mit Pech GeHabt?

Nur mal so als Anreiz

luggi
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 13:47
@Luggi, das sollen doch sie mir eben sagen. Ich weiß es ja nicht.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 13:55
Hab mich seit 2 Jahrzehnten oft genug zum Affen gemacht in dieser Beziehung. Und jetzt bin ich auch noch in Bayern, wo man in die Arbeit geht statt zur. Und noch so ungewöhnliches. Aber die Gegend ist schön.

Im Ernst. Wenn Sie in dieser Hinsicht etwas lernen möchten, dann empfehle ich Eulenspiegel-Ausgaben vor 89 bzw. Bücher der Eulenspiegel-Redakteure aus dieser Zeit. Biographien helfen da nicht weiter.
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 14:02
"Im Ernst"? In welchem Ernst?
luggi schrieb am 08.10.2009 um 14:09
Der Ernst heißt z.B. Johannes Conrad. Oder richten Sie mal die Recherchen (sind keine kleinen Matheaufgaben) in Richtung Frisör Kleinekorte als bedrucktes Orginal. Ick sare nur Jeheimrat.
Aba ick bleibe dabai, Eule un nur mit die Funzel.
Jan Jasper Kosok schrieb am 08.10.2009 um 13:43
Schön fand ich auch immer Mufuti.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 13:50
Als meine Frau und ich den Film "Sonnenallee" sahen, war der Begriff Mufuti für uns als gestandene DDR-Bürger völlig neu. War wohl eher eine Erfindung aus dem Westen.
Jan Jasper Kosok schrieb am 08.10.2009 um 14:05
Ich hab das von meiner Ex-Freundin gehört, gar nicht aus Sonnenallee. Aber vielleicht kann man einfach nicht mal mehr "echten" Ostdeutschen trauen, da selbst diese sich vom "West"-Kino beeinflussen lassen. ;)
luggi schrieb am 08.10.2009 um 14:13
Oder es gibt einen Regionalbezug. Die Berliner waren ja dem Rest der DeDeeR immer 2 Entwicklungsperioden voraus.
Jan Jasper Kosok schrieb am 08.10.2009 um 15:00
Mit Sicherheit gibt es auch einen Regionalbezug. Die Meckpomms, die ich kenne, z.B. sind eigentlich relativ nah an dem, was man auch als Hamburger um die Ohren kriegt. Mit leichtem Einschlag.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 13:46
Nach Beschleunigung muss natürlich der Zweck kommen. Reparatur.
Jan Jasper Kosok schrieb am 08.10.2009 um 14:08
Schön fand ich auch immer "Sättigungsbeilagen" für "urst" "reichhaltige" "Ketwürste". Oder so ähnlich.

Begriffe, die mir ebenfalls erst in Berlin um die Ohren flogen.
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 14:15
Jan, ich sehe du bist in deiner DDR-isierung schon bewundernswert weit gekommen. Allerdings dachte ich immer, "Sättigungsbeilage" sei ein Begriff aus den westdeutschen Kantinen, so ähnlich wie das göttliche "Stammessen". Wenn man einmal das Elend der westlichen Welt in einem einzigen Wort beschreiben müsste, dann würde ich vorschlagen: mit "Stammessen"
Magda schrieb am 08.10.2009 um 14:40
Sättigungsbeilagen waren eigentlich Kartoffeln und Nudeln.
"Urst" - das wurde tatsächlich viel verwendet.
Jan Jasper Kosok schrieb am 08.10.2009 um 14:57
@Angeldust Ich kannte die Beilage tatsächlich nur aus Ostberlin, lasse mich aber gern eines besseren belehren.

@Magda Ja, urst, das musste ich tatsächlich erstmal verstehen. Vorher nie, nie, nie gehört.

Und was mir noch auffiel, waren die Uhrzeiten. Viertel 4 und sowas. Das hat mich in den ersten Monaten Berlin massiv aus dem Konzept gebracht.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 17:11
'Urst' ist auch schon urst alt, stammt aus der Zeit, als man noch 'fetzig' sagte. Ich wette, die entsprechenden Altersgenossen aus D (W) kennen das auch noch, Ihr Jungspunde.
Magda schrieb am 08.10.2009 um 17:17
Meiner Auffassung nach, ist "urst" eine sprachliche Herleitung aus "ur"
Beispiel: Das ist urkomisch. Daraus wurde dann "urst komisch."

Und dann fand das über Wortverbindungen hinaus Verwendung, die mit "ur" nicht gingen oder es stand ganz allein. "Das ist wirklich ein urstes Ding"
Von der Vorsilbe zum Adjektiv oder so.

Jedenfalls ist das meine Theorie.
Titta schrieb am 08.10.2009 um 17:23
Das mit den Viertel-Uhrzeiten gibt's aber nicht nur im südlichen Osten, sondern auch im südlichen Westen. Ich hab's im Schwabenland lernen müssen.
Matthias Dell schrieb am 08.10.2009 um 20:09
@magda
interessanter ansatz, die "urst"-erklärung. habe mir irgendwann zusammengereimt, dass es sich um eine mundartliche variante von "äußerst" handeln müsse. urst geil war ja äußerst geil.
Ludwig Hasselberg schrieb am 08.10.2009 um 22:39
Urst - unschuldige Kindertage, als wir das noch benutzt haben. Hört man gar nicht mehr. Die beiden Erklärungen sind faszinierend...
Friedland schrieb am 11.10.2009 um 16:00
Die Urst in Hessen heißt Uffschnitt...
Magda schrieb am 08.10.2009 um 14:57
Hallo,
Sättigungsbeilagen waren eigentlich Kartoffeln und Nudeln. Die Kohlehydrate nannte man so.
"Urst" - das wurde tatsächlich viel verwendet.

Arbeiterveteran -
Das war einer aus dem Betrieb, der aber noch zur Belegschaft gehörte. Also konkret war es ein alter Arbeiter. Wenn der aber eine Funktion innehatte, nannte die Presse ihn Arbeiterveteran.

Behelfsverpackung
Wenn es mit der Originalverpackung von irgendwas geklemmt hat, dann wurde die Ware in irgendeine andere Verpackung getan und das dann manchmal draufgeschrieben oder gestemptelt. Einfache Tüten ohne Etikett zum Beispiel.

Dederon
Das Perlon aus der DDR

Forumscheck
Wer Westgeld hatte, musste das in Forumschecks umtauschen. Die Regelung wurde Ende der 70er eingeführt, damit der Staat schneller in den Besitz der Devisen gelangte. Da gabs ja auch noch so einen DDR Kalauer: Guten Tag, Forum gehts?

Jahresendflügelfigur
Das ist - wenn überhaupt - ein Begriff aus der Sprache der Warensortimenter. Die haben das in ihren Verzeichnissen benutzt.
Jeder normale DDR-Mensch hat Weihnachtsengel gesagt.

Komplexannahmestelle
Das waren so würfelförmige Pavillons in den Neubaugebieten - Dienstleistungswürfel auch genannt. Da konnte man Schuhe abgeben, Wäsche zur Wäsche, Sachen zur Reinigung usw. - es sollte den Aufwand dezimieren.

Neuererwettbewerb
Es gab in Betrieben die Neuererbewegung. Da konnte man Verbesserungsvorschläge einreichen und wenn die umgesetzt wurden, bekam man eine Prämie oder wurde als verdienter Neuerer oder als Aktivist ausgezeichnet. Ich bin nebenbei auch einmal Aktivistin der sozialistischen Arbeit geworden, wie Millionen andererer DDR-Bürger.

Lederol
Kunstlederzeug. Gab es aber mehr so in den 60er Jahren. Später bekam man schon richtiges Leder. Es gab auch einen Kalauer: Rock'n Roll in Lederol oder so ähnlich.

So, das ist das was ich weiß. Mit der DDR-Biographie ist es schwierig. Ich denke noch drüber nach.

Achja und paar Zusatzrätsel denke ich mir auch noch aus.
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 15:24
@Magda. Danke, das sind doch mal Informationen. Sie als Expertin gefragt, war das wunderbare "Ahornblatt" in der Leipziger Straße zu Berlin auch eine solche Komplexannahmestelle?
Magda schrieb am 08.10.2009 um 17:11
"war das wunderbare "Ahornblatt" in der Leipziger Straße zu Berlin auch eine solche Komplexannahmestelle"

Nein, das war eine "Zentrale Betriebsgaststätte". Dort gingen also die Mitarbeiter verschiedener Institutionen, zum Beispiel das Bauministerium essen. Es gab im Gegensatz zu heute nicht diese Schnellimbiss oder Schnellrestaurantkultur. Man bekam im Betrieb oder der Institution Essenmarken und mit denen ging man dorthin und musste an der Kasse noch einen geringen Betrag zuzahlen (1,10 Mark oder 90 Pfennige).
Abends gabs dort aber auch Tanzveranstaltungen.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 16:24
Also, wenn Ihre Ohren einmal den Begriff Stomatologe als Berufsbezeichnung vernehmen, dann einfach mit Dentist oder Zahnarzt übersetzen. Wie stolz das klingt - Diplom-Stomatologe. War aber bestimmt so eine Übersetzung aus dem russischen.
Wolfram Heinrich schrieb am 08.10.2009 um 16:50
In Italien hat der dentista gerne "Odontostomatologo" auf seinem Schild stehen.
Magda schrieb am 08.10.2009 um 17:20
Also es gab zu DDR-Zeiten ja sogar die Stomaschwester. Das war bestimmt keine Übersetzung aus dem Russischen, sondern aus dem Lateinischen.

ABer ein schöner Vers schießt mir da noch in den Sinn: Hat mal ein Arzt mit Sinn für Humor gedichtet:

Denn in unserm ganzen Soma
ist der Mund ein edles Stoma
Titta schrieb am 08.10.2009 um 17:33
στόμα - altgr. für Mund
luggi schrieb am 08.10.2009 um 17:41
@ Magda
Nein, ich bleibe dabei. Die Bolschewistenführer waren während ihrer italienischen Emigration bestimmt bei dem "Odontostomatologo" vom Wolfram Heinrich und haben das einfach geklaut. Die DeDeeR hat das dann so rückübersetzt. Die bulgarischen Freunde haben es ähnlich gemacht, Bohrmaschine hieß bormaschina, Fräsmaschine->fresmaschina usw.. Warum das Rad neu übersetzen?
Magda schrieb am 08.10.2009 um 19:34
@ luggi - "Nein, ich bleibe dabei. Die Bolschewistenführer waren während ihrer italienischen Emigration bestimmt bei dem "Odontostomatologo" vom Wolfram Heinrich und haben das einfach geklaut."

Na gut, das kann ja sein. Es gibt auch andere Worte, die die Russen geklaut haben.

Quizfrage: Woher stammt das russische Wort für Bahnhof (voksal?)

Aber:
Woher das französische Wort für "Bistro".

Na, sag mal.
Ludwig Hasselberg schrieb am 08.10.2009 um 22:48
Der Voksal...
Ich mach mal nicht den Spielverderber und sage, was ich vermute. Habe neulich gewisse Wikipedia-Artikel gelesen, in denen eine Theorie dazu dargelegt wurde, konnte das aber kaum glauben. Da bin ich mal gespannt, was Magda dazu zu sagen hat. Falls das wirklich stimmen sollte, dass die Russen dieses Wort einfach wie in den Artikeln beschrieben in ihre Sprache aufgenommen haben in der Annahme, es könnte ein passender Begriff für "Bahnhof" sein, dann sind sie ja wirklich sehr pragmatisch, um es mal nett zu formulieren. Ich kann mich erinnern, dass auch ausgerechnet "voksal" mir damals im Russischunterricht sehr merkwürdig vorkam, als Wort. Und als ich schon etwas Russisch, aber noch kaum Englisch verstand, und Phil Collins "Another Day in Paradise" in den Charts war (wann wird das gewesen sein...), nahm ich immer an Herr Collins singt statt "He walks on..." einfach "he voksal" - und dachte mir wie überaus bescheuert...
luggi schrieb am 08.10.2009 um 23:41
@ Magda wegen Bistro
Es gab eine Zeit, die begann anfangs mit 18. Da waren die Russen in Paris. Soll ich weiter machen?

Gut, für die anderen, die es wissen wollen. Nach den napoleonischen Kriegen waren die Russen zeitweilig Besatzungsmacht. Und zum Kaffeetrinken und Croissant futtern gingen sie in die billigen Dinger, die bis dahin keinen Namen hatten. Die Pariser Kellner waren aber nicht die schnellsten in der Bedienung, weshalb die Russen...soll ich weiter machen Magda?....in ihrer Landessprache riefen: schnell, schnell. Auf russisch heißt das eben büistro, büistro. Daraus wurde dann Bistro mit einer völlig falschen Betonung? O.K. so?
Titta schrieb am 09.10.2009 um 15:38
Interessant. Viele von den Kellner scheinen heute noch in Paris zu bedienen.
Titta schrieb am 09.10.2009 um 15:39
PS:
Die unfreundlichsten von ihnen sind dann allerdings später nach Berlin gegangen.
luggi schrieb am 09.10.2009 um 15:50
Die Russen fehlen.
Magda schrieb am 09.10.2009 um 20:46
@ Hasselberg -
Bei "Voksal" haben die Russen den Namen des ersten englischen Bahnhofs genommen - ich weiß jetzt nicht ob es der allererste in England war aber sie dachten wohl so - und das war Vauxhall.

Habe ich gelernt.

@ luggi - Das mit dem Bistro ist genau so. Und irgendwo unten mit dem VEG konnte ich Dich auch nicht beeindrucken. Also Bingo.
Matthias Dell schrieb am 09.10.2009 um 21:09
@magda
tolle erklärung für voksal. was mich als kind immer fasziniert hat: french open gucken und dann das kürzel der banque nationale de paris, BNP, russisch lesen, WIR, was zwar nichts bedeutet hat, aber trotzdem eine geheime botschaft hat.
@ludwig hasselberg und phil collins
ich habe bei madonnas "la isla bonita" eine ganze zeit lang "ladislav bonita" gehört und fand diesen zug ins tschechische irgendwie globalilös avant la lettre. aber das wird jetzt zu axel-hacke-esk
luggi schrieb am 09.10.2009 um 21:35
@ Matthias Dell
Die Literatur von Axel Hacke - wumbaba.

Aber hatten wir früher in der DeDeeR auch schon, das hieß dann Bababobbeln.
misterl schrieb am 08.10.2009 um 16:52
Ich weiß es ist nicht so zu verstehen, aber liess das noch einmal selber

"Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass ich gerne eine Biographie aus dem Osten hätte, um mich in Berlin-Prenzlauer Berg, wo ich hingezogen bin, noch heimischer zu fühlen"

und denke Dir einen Migrationshintergrund aus. Schwups ist man gedanklich beim Begriff "Parallelgesellschaft".

Mir ging es jedenfalls so...

völlig unverbissen gemeint
misterL
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 17:08
Hab's noch nicht so ganz verstanden, aber eines kann ich sagen: Ich brauche mir einen Migrationshintergrund nicht auszudenken, ich habe ihn, bin Schweizer (oder zählen die nicht?).
Freundliche Grüße
misterl schrieb am 08.10.2009 um 17:13
*poff* :-))

Doch klar, ich hatte eben Spass mit Schweizer Kollegen. Nein, klar ich unterstellte deutsches West-Ost-Gefälle.

Verzeih.

was für Fettnapf... ;-)

triefend
misterL
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 17:20
Ist man im 'Prenzl(!)berg' nicht inzwischen nur dann assimilierungsfähig, wenn man KEINE Ostbiografie hat? - Bin neulich mit meiner Tochter durch die Rigaer Str. (ich weiß, Friedrichshain, ist doch egal) geschlendert, plötzlich fängt sie an, ein Mädel mit umgeschnallter Kleingeldtasche, das vor einem Cafe eine rauchte, auf Englisch anzuschnattern...
luggi schrieb am 08.10.2009 um 17:33
Wer hat diesen thread erfunden?

Der Schweizer.

Schweizer hatten wir in der DeDeeR ganz wenige. Dafür mehr Österreicher mit Migrationshintergrund.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 17:38
Apropos 'Schweizer', das waren in dem Dorf meiner Dorfbengelkindheit diejenigen, die das Milchvieh in der LPG (?) betreuten (heißt melken, füttern, ausmisten, auf die Weide treiben usw.).
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 17:41
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 17:45
@meisterfalk, Es gibt ja auch die Mecklenburgische Schweiz, zum Beispiel, nicht wahr, oder den Schweizer Riegel, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Anekdote mit ihrer Tochter ist großartig. Sie bestätigt alles, was ich fürchte.
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 17:45
@luggi. Wieso Österreicher?
luggi schrieb am 08.10.2009 um 17:46
@ meisterfalk
Ja die Milch für die Schlagersüßtafel. Da hat der Schweizer was verpasst. ;-)
luggi schrieb am 08.10.2009 um 17:48
@ MA
Wenn jemand einen österreichischen Pass hat, dann ist er ein Österreicher odrr?
luggi schrieb am 08.10.2009 um 18:00
@ MA
na nicht nur die Meck. Schweiz, auch Sächsische Schweiz, Darlingeröder Schweiz usw. Die Anzahl wurde mal bei "Außenseiter-Spitzenreiter(TV)" ermittelt. Waren glaub ich über 30. Da hätten wir mit euch handeln können. Biete Meck. Schweiz gegen Jungfrau.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 19:21
Hallo da draußen an den Gräten,
ich glaube einfach, hier in meinem Walfisch, den es ja nicht gibt, (hihi) daß es weder eine DDR- noch eine BRD-Sprache geben sollte, sondern ein menschengleichmachendes ESPARANTO (h.yuren), womit alle ca. sechs milliarden sofort eine glückliche welt beginnen könnten.
und lachen über die gewesene. sofort. im trivialroman sogar: schallend.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 19:31
Ich bin für Gebärdensprache. Hat enorm viele Vorteile.
Magda schrieb am 08.10.2009 um 19:36
"Ich bin für Gebärdensprache. Hat enorm viele Vorteile."

Ja, genau nur noch den Stinkefinger.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 19:38
links oder rechts?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 19:49
Ich nehme beide bzw. alle möglichen.
Titta schrieb am 08.10.2009 um 22:09
Rainer ist mal wieder unersättlich.
In dem Zusammenhang: >d-e-l-i-k-a-t< kenne ich nur als >dein-einkommen-langt-im-kommunismus-acht-tage<. Hat der Name Delikat eigentlich noch eine offizielle Bedeutung, außer daß es eben Lebensmittelgeschäfte waren, wo man für teuer Geld ein bißchen was Leckeres kaufen konnte?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 22:32
delikat ist aus westlich-westfälischer sicht eher etwas, nun ja, pikantes, privates, intimes, eben etwas sehr:: delikates ...
mahung schrieb am 08.10.2009 um 22:54
"Hat der Name Delikat eigentlich noch eine offizielle Bedeutung, außer daß es eben Lebensmittelgeschäfte waren, wo man für teuer Geld ein bißchen was Leckeres kaufen konnte?"

hallo titta. also ich denke, deine einschätzung stimmt. "delikat" war im wortsinne zu verstehen. übrigens sagte meine oma immer und grundsätzlich (region heutiges sachsen-anhalt) statt "delikat" "wucherbude". womit der sprichwörtliche volksmund die realität sehr treffend beschrieben hatte, wie ich meine. meines erachtens gab es dort aber nicht nur lebensmittel. oder? jedenfalls war der "delikat-laden" in meiner erinnerung der kleine bruder des forumscheck-bewährten "intershops". aber eben mit ostgeld als zahlungsmittel und davon viel ...
Ludwig Hasselberg schrieb am 08.10.2009 um 23:18
Oh ja. Z. B. 18,50 Mark für eine Büchse Ananas.

Glaube das Sortiment war nicht überall gleich. Westjoghurt hat meine Mutter im Delikat-Laden in Berlin-Johannisthal gekauft, die leckeren gefüllten Waffelröllchen von Bahlsen (wie hießen die noch) gab es dagegen auch im Delikat-Laden in Berlin-Baumschulenweg.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 23:54
@ Titta
Wieso acht Tage? Es gab doch nichts?

Aber mal zur Einflechtung. Vor ein paar Tagen fiel mir ein alter Gehaltsstreifen in die Hände. Von vor 1989. Also ohne Quatsch, da hatte ich mehr Netto als Brutto. Da ist die Forderung der FDP mehr Netto vom Brutto weit hinten aus dem Hinterwald. ;-)
Titta schrieb am 08.10.2009 um 23:54
Hallo mahung,

Oma ist klasse. Wucherbude, schöner, sehr anschaulicher Ausdruck. Genau, im Delikat waren die Ostprodukte für viel Ostgeld zu erhalten, die ansonsten für den Westexport bestimmt waren. Vom Preisniveau her ungefähr so wie im Westen. Delikat kenne ich nur für Lebens- bzw. Genußmittel. Im Exquisit gab's dann die teuren Ostklamotten, also Bekleidung, für teuer Ostgeld. In einem Exquisit bin ich allerdings nie gewesen. Im Delikat wurden die Reste des Zwangsumtausches umgesetzt oder mal was besorgt, was es sonst nicht gab, zB bestimmte Molkereiprodukte.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 23:57
Das war aber alles sehr *delikat* ...
mahung schrieb am 09.10.2009 um 00:06
"Im Exquisit gab's dann die teuren Ostklamotten, also Bekleidung, für teuer Ostgeld."

Danke Titta. Hatte ich ganz vergessen. Die "Wucherbude" für Klamotten, Kosmetik etc. hieß Exquisit. Das Prinzip war aber das gleiche.
luggi schrieb am 09.10.2009 um 00:10
@ Titta und @ mahung
Die Oma hat wohl Alzheimer? Die Dinger hießen FressEx und nicht Wucherbude. Die Wucherbude heißt Deutsche Bank, CoBa, Citybank, RBS usw.. Das Geld kam nicht zu Ackermann sondern zu den Studenten als Stipendium, preiswerte Mieten, Kinderbetreuung, preiswerte Lebensmittel (wir hatten ja nichts, nicht mal Tafeln und Suppenküchen, nicht mal Obdachlose).
mahung schrieb am 09.10.2009 um 00:38
"Die Oma hat wohl Alzheimer?"

Nein luggi, hat Sie zum Glück bis heute noch nicht und ich hoffe das bleibt auch so. Ein Opa mit dieser scheiß Krankheit reicht mir.

Jedenfalls, meine Oma und Ihr Umfeld nannten diese Läden trotzdem "Wucherbude". Ganz unideologisch und volksmundmäßig. Unter real existierenden sozialistischen Verhältnissen in der Nähe von BUNA und LEUNA spielten Deutsche Bank, CoBa, Citybank, RBS resp. Ackermann aus verschiedenen Gründen halt (noch) keine Rolle, sondern z.B. "Engpässe" in der Versorgung der Bevölkerung.

Da fällt mir noch ein. In der DDR gab es ja asoziales Verhalten als Straftatbestand. Infolge dessen gab es auch offiziell sog. Asoziale. Mitte Ende der achtziger Jahre wurden die dann im offiziellen Sprachgebrauch umgetauft. Fortan hießen diese Menschen "Problembürger". Nicht schlecht.

Auch ein schönes Wort. Stand mal an einer Wandzeitung in meiner damaligen Polytechnischen Oberschule (POS). Zwei Schüler hatten in der Kaufhalle geklaut und zwar ordentlich. An der Wandzeitung stand also, die beiden begingen eine "Eigentumsverfehlung". Ist das nicht auch eine wundervolle Wortschöpfung?
Magda schrieb am 09.10.2009 um 08:55
@ mahung- zum Thema "Delikatladen
"meines erachtens gab es dort aber nicht nur lebensmittel. oder? "

Doch, es gab nur Lebensmittel. Der Laden, wo es bessere und teurere Klamotten gab hießt "Exquisit".

Aber der Begriff "delikat" wurde von einer Freundin von mir auch als Äquivalent für "wohlschmeckend" oder so verwendet. Wir tun das heute auch manchmal ironisch, wenn wir das allgegenwärtige "lecker" vermeiden wollen.
Knüppel schrieb am 08.10.2009 um 19:56
Hi Michael Angele,

"... in Berlin-Prenzlauer Berg, wo ich hingezogen bin, noch heimischer zu fühlen und um mit allerbesten Gründen gegen das zugezogene Pack wettern zu können."

Ja, ist das in Bln. so wichtig? "Lokalpatriotismus", "Überangepaßtheit", "Assimilation"? Worum geht es? Um die "Aufgabe der eigenen Identität"? :-)

Falls Ihr Artikel keine Satire ist (ich überlege noch ... :-)), setze ich mal meine eigene Lebensweise dagegen:

Ob ich "morgen" mit meinem italienischen Freund zusammen in Rom, Pescara, New York oder San Francisco leben werde ... ich werde zurechtkommen. Mich anpassen, aber nicht aufgeben.

Und diese "DDR-Sprache" muss sie "künstlich erhalten" werden? Dann ist sie es nicht wert, oder? Sonst wird sie - ganz von alleine - überleben, meine ich.

Als "Besserwessi", der ganz am westlichen Rand der Republik lebt und dem die Niederlande, Belgien, Frankreich und U.K. näher sind, als z.B. der Osten Deutschlands (nicht nur geographisch :-)) fallen wir als "typische" ostdeutsche Wörter spontan nur "Schlüpfer" (für Slip) und "Plaste" (für Plastik) ein, aber ... mich haben Sie ja auch (zu Recht) nicht gefragt :-)

Viel Glück bei Ihrer "Assimilation" ;-)

und beste Grüße
SexPower
luggi schrieb am 08.10.2009 um 20:11
Sorry vorher aber ich bin jetzt mal leicht zynisch.

M. Angele wollte wissen, was eine Koplexannahmestelle ist, und nicht, was Komplexe sind. Die bist du da nicht losgeworden.

Es ging um DDR-Begriffe und nicht um ostdeutsch. Der "Schlüpfer" heißt bei den meisten Schlüpper und Slips hatten wir vor 89 auch, sowohl als Unterwäsche (male + female) und als Schuhe; schon in den 50er Jahren. Waren aber keine Holzpantoletten.
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 22:45
@SexPower. Es interessiert mich wirklich, was ein so schönes Wort wie Komplexannahmestelle bedeutet (hat). Fast zu schön für diese Welt: denn ja, die DDR-Sprache sprach kann überhaupt nur "künstlich erhalten" werden. Ich greife da der Bild-Zeitung gerne etwas unter die Arme. Satirisch würde ich das nicht nennen, evtl. humorvoll.
Ludwig Hasselberg schrieb am 08.10.2009 um 22:58
Ja, DDR-Amtssprache ist wohl nicht immer dasselbe wie Ostdeutsch. Falls es Ostdeutsch überhaupt gibt. Sächsisch gibts ja auch nicht erst wieder seit 1990. Da hat man sicher schon früher anders palavert als beispielsweise in der Alt-Ostberliner Gosse, aus der ich berichten könnte. Bemme und Schrippe und so. Oder auch anders als im Nordosten. Kann mich noch an den peinlichen Moment erinnern, als ich - frisch in Greifswald zum Studieren - dort beim Bäcker einen Kameruner verlangte. Die Verkäuferin sah mich doch sehr vorwurfsvoll an und wollte mich nicht verstehen oder verstand mich wirklich nicht. Was ich wollte, heisst dort nämlich Schürzkuchen.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 23:18
@ Ludwig Hasselberg
Also, Kamerun liegt eineindeutig in Berlin. Wenn Sie einen Kameruner verlangen, oder in der Provinz darum bitten, dann müssten Sie einen Berliner bekommen. Aber der sieht bestimmt anders aus als ein Schürzkuchen. Vielleicht wie ein Pfannkuchen? Und die philosophische Frage nach der Füllung. Pflaumenmus oder Marmelade. Und welche Marmelade. Oder einfach nur, für den Gourmet, Konfitüre. Und im (der Berliner feiert) Fasching mit Senf, Mostrich? Wenn ich hier in Oberbayern Ausgezogene möchte, dann bekomme ich eine Backware. Was passiert mir bei dieser unverschämten Forderung z.B. beim Bäcker in Hohenwulsch? Und dann vielleicht noch 3 Stück? ;-)
Titta schrieb am 09.10.2009 um 00:05
Ach hört auf! Wie oft habe ich mich im Osten auf einen Pfannkuchen gefreut, der dann doch nur ein blöder Berliner gewesen ist.
Zur Einheit gab's in einer Bäckerei im Schwabenland übrigens zu jedem (West)Berliner einen Ostberliner gratis. Und nun ratet mal, welcher der ohne Marmelade gewesen ist. Die Schwaben fanden das sehr lustig damals.
ambigu schrieb am 08.10.2009 um 20:35
Ich als Ostkind kann Magdas Beitrag ergänzen. Eine Jahresendflügelfigur war ein Engel. Ob der Weihnachtsmann als Jahresendmann betitelt wurde, weiß ich leider nicht. Ist ja doch alles ein bissel her. Das DeDeRon wurde anlässlich des 25. Republikgeburtstages neu erfunden.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 20:49
DeDeRon. Erfunden wurde es aber nicht durch die Schweizer! Dann hieße es Schwezeron. Und das klingt komisch. 25. Republikgeburtstag? Es gab doch schon Ende der 60er Jahre Dederon-Blusen und -Hemden in der DeDeeR. Das Hauptproblem damals war ein Patentstreit; mal googlen nach Nylon, Perlon, Dralon, Dederon.
Ich hätte da auch noch MALIMO anzubieten; oder Präsent 20 (letzteres hat dann mit einem Jahrestag zu tun).
ambigu schrieb am 08.10.2009 um 20:57
Nun ich kann nur wiedergeben was mir meine damalige Klassenlehrerin gesagt hat und die hatte wie die Partei stets recht. Ein anderes schönes Wort ist auch Jugendwerkhof.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 21:10
Ja gut, ham wa grad mit die Kirche und Ausbeutung und sexuellen Missbrauch von Kindern. Danke. Aber war Germany nicht allein. Stichwort Irland. Wie war das Sprichwort mit dem Glashaus?
Frag mal deine Lehrerin nach UTP.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.10.2009 um 21:56
Oder ESP. Zett-tee war übrigens was anderes als Zetti. Und ZZ, so meint ddr-wissen.de, war die Zentrale Zuchtkommission. Was es alles gab.
Und Veritas lebt noch.
www.naehmaschinenwerk.de/
Auch erstaunlich. Irgendwie. Dieses (zu) spät erwachte Markenbewußtsein.

Nee, nee Herr Angele. Wozu die Sprache eines untergegangenen Landes? Falls es sie denn als Sprache je gegeben haben sollte. Dieses Land wird noch ein wenig als Phantom dahindümpeln. Vielleicht sogar noch ein, zwei Generationen. Dann wird es, je nach individueller Veranlagung und Möglichkeit, verschwinden.
Heute wird westdeutsch gesprochen.

Aber, wenn Sie denn unbedingt wollen, dann empfehle ich ein paar Jahrgänge eines beliebigen Bezirksorgans. Vor allem auch die Kleinanzeigen. Diese Lektüre hat u.a. einen erheblichen Nostalgievermeidungseffekt.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 22:21
@ GerhardHM
"Auch erstaunlich. Irgendwie. Dieses (zu) spät erwachte Markenbewußtsein."

Dahinter steckt bestimmt ein schlauer Wessi. Oder die schiere Überlebensstrategie.
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 22:34
@Jugendwerkhof gefällt mir, ich werde es aufnehmen.

@GerhardHM Wenn es denn so ist, wie sie sagen, dass nämlich niemand diese Worte gesprochen hat, sie aber geschrieben wurden, zum Beispiel in eine Bezirksorgan, dann finde ich das - dialektisch gesehen - ganz prima. Heutzutage werden die Redakteure ja durch Journalistenschulen, Vorgesetzte etc. gezwungen, so zu schreiben, wie man angeblich auch spricht, ist das nicht Horror?
luggi schrieb am 08.10.2009 um 22:55
@ MA
"Jugendwerkhof gefällt mir, ich werde es aufnehmen."

In Anlehnung eines Filmtitels: Sie wussten nicht, was sie schreiben. Also Herr Angele, wohl kein Feingefühl, und das für einen Schweizer.

Es gab aber wirklich einen guten Film über das Thema. Titel ist mir entfallen. Aber die Hauptdarstellerin macht heute Werbung für Laxoberal..fjfjgkghdggfk (der Wirrsinn am Ende wurde geschrieben, damit kein Verdacht auf Schleichwerbung aufkommt).
Titta schrieb am 09.10.2009 um 00:10
@luggi

Den Film kenn ich, hab den Titel aber natürlich auch nicht mehr parat. Ich werde jetzt mal verstärkt auf die Abführtropfenreklame achten. Ist es die jüngere oder die ältere der Damen? Hab die Reklame nämlich auch nicht mehr so genau im Kopf.
Titta schrieb am 09.10.2009 um 00:16
PS.
Ist es eigentlich Absicht, daß man Ihnen keine private mail zukommen lassen kann, luggi?
Falls nicht, könnten Sie unter der Funktion Einstellungen das nämlich zulassen.

LG
Titta
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.10.2009 um 00:20
Gemeint ist wohl der DEFA-Film 'Sabine Wulff', Hauptrolle Karin Düwel, nach dem Roman 'Gesucht wird die freundliche Welt' von Heinz Kruschel. Über Buch und Film gehen die Meinungen auseinander...
luggi schrieb am 09.10.2009 um 00:33
Genau. Film gesehen, Buch gelesen. Von einem Bekannten Informationen aus diesem Jugendwerkhof mitgeteilt bekommen, aber nichts wesentliches. War für beide Seiten nicht einfach.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.10.2009 um 09:25
@luggi
"Dahinter steckt bestimmt ein schlauer Wessi. Oder die schiere Überlebensstrategie."
Eine neuere Form von Kundenakquise vermute ich mal. Marke mit einem neuen, auch gänzlich anderen Inhalt nutzen. Nähmaschinen gibt es in W. schon lange nicht mehr. Dafür gibts bestimmt schöne englische Begriffe. Vielleicht cross over customer-connectivity o.s.ä.
Dem Trabanttheater folgt das Wartburgtheater. Die Legende des RS 1000, die zu DDR-Zeiten gar nicht sooo eine Legende war, wird zum 100 000 € RS 2000 ausgebaut usw.usf. Es ist letztlich alles Vermarktung. Und natürlich Überlebenspflicht.
Mal sehen, ob elf99 und DT64 nochmal ausgegraben werden.
Knüppel schrieb am 08.10.2009 um 21:42
@luggi

"... nicht, was Komplexe sind. Die bist du da nicht losgeworden."

Häh? Wat denn für "Komplexe"?

Und ... hatte ich meinen Kommentar nicht ausdrücklich an Michael Angele gerichtet? Also, wenn ich mich von Dir "belehren" lassen will, dann werde ich es Dich wissen lassen :-)

"Jetzt war ICH mal ein bißchen 'zynisch' oder nur bissig?" ;-)

Tschüß,
so "empfindlich", wie Du auf "Schlüpfer" und meinen gesamten Kommentar reagiert hast, scheinst wohl eher DU irgend etwas noch nicht verarbeitet zu haben :-)
SexPower (ganz ohne Ost-Vergangenheit :-))
luggi schrieb am 08.10.2009 um 22:16
"Und ... hatte ich meinen Kommentar nicht ausdrücklich an Michael Angele gerichtet? Also, wenn ich mich von Dir "belehren" lassen will, dann werde ich es Dich wissen lassen :-)"

Das ist z.B. ein Ausdruck für einen Komplex.

luggi, mit Ost- und Westerfahrung
Ludwig Hasselberg schrieb am 08.10.2009 um 23:02
Gibt es nichts von Langenscheidt, was weiterhilft?

Ich persönlich kenne die Worte aus der Liste eigentlich nur aus Nachwendezeiten, vom offiziellen drüber-lustig-machen halt. Außer Dederon vielleicht...
Michael Angele schrieb am 08.10.2009 um 23:07
Magda hat in ihrem Kommentar (siehe irgendwo da oben) schon sehr hilfreiche Antworten gegeben.
luggi schrieb am 08.10.2009 um 23:22
Jaja, unentgeltlich alles preisgeben. Hat die Magda wohl Glasnost verkehrt interpretiert. Erst die Schweizer Schokolade, dann Informationen.
Magda schrieb am 09.10.2009 um 13:08
@ luggi - "Hat die Magda wohl Glasnost verkehrt interpretiert. Erst die Schweizer Schokolade, dann Informationen"

Nein, aber ich schiebe mal nach, dass ich
1. ein guter hilfreicher Mensch bin
2. in der Nähe der Schweiz gezeugt worden bin (in Lörrach) also schweizaffin, wie man heute sagt (nicht Schweizäffin :-)))

Und man soll doch Kulturgut weitertragen.

Übrigens Gut: Was heißt VEG?
luggi schrieb am 09.10.2009 um 13:29
Welches? Wo P.-M. Diestel oder Gysi zum Schweizer geworden sind?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.10.2009 um 00:08
Michael Angele, bereust Du wenigstens ein bisschen, was Du hier (ahnungslos, will ich mal hoffen) losgetreten hast?!

Gute Nacht!
luggi schrieb am 09.10.2009 um 00:16
Er hat es aber gut betreut, alla bonöhr, wie der Mansfelder sagen täte.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.10.2009 um 09:15
@luggi
Der war jetzt aber gut! Meinen Sie wirklich, daß im schönen Mansfelder Land jemals die Worte alla bonöhr gesprochen worden sein könnten?

@meisterfalk
Zum Lostreten. Wenn ich mir vorstelle, daß ich als Ossi bei einer Schweizer Zeitung eine Community zu bespielen hätte, würde ich doch sofort nach den Volksbräuchen fragen. Als Erstes würde ich mir ausführlich so ein 124-teiliges Taschenmesser erklären lassen. Anschließend den W.Tell und dann die Sache mit der Neutralität. Und die Berge und die Luft und die Schokolade natürlich.
Herr Angele will auch in die Wolke.;-))
Michael Angele schrieb am 09.10.2009 um 09:38
Für Bereuen hattet ihr doch bestimmt auch ein eigenes Wort. Schadensaufnahmebereitschaft o.ä.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.10.2009 um 09:44
Nee, 'Selbstkritik'.
luggi schrieb am 09.10.2009 um 10:22
@ GerhardHM
Wegen dem alla bonöhr müssen wir direkt fragen.
Hallo ihr ahlen Mansfeller, kommt runger von der Hinnerletter. Meldet eich, aba alle hope. Ob da aina kimmet?

@ meisterfalk
"Selbstkritik" aber nur im Zusammenhang mit Kritik. Heute heißt das Lob und Eigenlob.
Magda schrieb am 09.10.2009 um 12:52
Genau, es ist - wie meisterfalk sagt:

Die Selbstkritik

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich:
So hab ich erstens den Gewinn,
Dass ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Dass ich ein ganz famoses Haus.
Titta schrieb am 09.10.2009 um 15:51
Mansfeld?!
Gibt's da auch so leckere Wurst wie im Eichsfeld?
(Langsam wird ersichtlich, wieso mir nur Delikat bekannt war.)
mahung schrieb am 09.10.2009 um 16:55
"Mansfeld?!
Gibt's da auch so leckere Wurst wie im Eichsfeld?
(Langsam wird ersichtlich, wieso mir nur Delikat bekannt war.)"

@Titta

Wir sind immer durchs Mansfelder Land gefahren. Mit dem LADA in den Harz zum Pilze sammeln. Es gab dort, daran erinnere mich besonders gut, große Abraumhalden. Also eine Bergbaugegend. Ein harter Job und im Bereich des Uranbergbaus auch ein stark gesundheitsschädlicher. Jedenfalls gab´s für die Kumpel dort einen Bergmannschnaps der umgangssprachlich, glaube ich "Kumpeltot" genannt wurde ... War doch so? Oder liege ich da regional leicht daneben? Wie auch immer "alla bonöhr" hat dort jedenfalls keiner gesagt.
luggi schrieb am 09.10.2009 um 21:49
@ mahung
Ihr seid ja da auch durchgefahren. Der cw-Wert des LADAs war so hoch, ihr konntet garnicht hören wie die Mansfelder ehrfurchtsvoll und hinter vorgehaltener Hand tuschelten: Ah, alla bonöhr, ein LADA, und noch ohne Rost.
archinaut schrieb am 09.10.2009 um 00:51
Es ist wohl zu spät jetzt...? Ja, gute Nacht, vielleicht schenkt uns eines Tages jemand einen Atlas des verdämmernden Wortschatzes, gezeichnet wie eine Schatzkarte ..... aber das Verständnis hängt nicht nur an den Worten, sondern auch an den Kräften zwischen den Worten, den Zeilen und dem, was nicht aufgeschrieben werden kann.

Ob sich wohl schon mal jemand mit den ost-west-gleichlautenden Worten befasst hat, die unterschiedliche Bedeutung hatten/haben...?
Michael Angele schrieb am 09.10.2009 um 09:35
@Archinaut. Haben Sie ein Beispiel?
Titta schrieb am 09.10.2009 um 16:02
Das war eine der größten Auffälligkeiten bei meinen ersten Ostbesuchen. Die gleichen Worte hatten unterschiedliche Bedeutungen bzw. Konnotationen, und es gab ganz neue Worte bzw. Wortschöpfungen.
Ebenso wie mit einzelnen Berufen ein ganz anderes Sozialprestige verbunden war. Alles Umstände, Umstellungen, die man erst mal lernen mußte. Kann man heute den Menschen gar nicht mehr so wirklich erklären.
Bei einem fremden Land, einer fremden Sprache, findet das jeder doch normal.
archinaut schrieb am 09.10.2009 um 21:01
@Michael Angele:
Das mächtigste Beispiel ist wahrscheinlich das Wort

"Plan"

natürlich auch alles, was mit "Planung" zusammenhängt.

Berufsbezeichnungen wäre auch spannende Beispiele für die unterschiedlichen Entwicklungen,
nicht nur der "Dispatcher".

Am Beispiel "Architekt" konnte ich feststellen, dass im Architekten-Kollektiv ein anderes Berufsbild geprägt wird als ein auf Handschrift und Image profiliertes inhabergeführtes Architekturbüro (ohne Wertung!)
Michael Angele schrieb am 09.10.2009 um 23:09
@archinaut: Plan ist in der Tat ein schlagendes Beispiel.
archinaut schrieb am 10.10.2009 um 00:03
Guten Abend, @Michael Angele
Titta schreibt:"Kann man heute den Menschen gar nicht mehr so wirklich erklären." Ja, da ist was dran, diese Konnotationen haben sich mit der Mauer verflüchtigt, meinen Kindern kann ich das Wort "Transit" nur noch mit Umschreibungen erklären: Tramperschlangen vor Dreilinden, Wartezeiten bis zu drei Stunden, abenteuerliche Selbstauslieferung für die Überfahrt nach Wessi-Land, Boom der Mitfahrzentralen, unfreiwillige, aber auch erstaunliche Erlebnisse.......
Mstislawski schrieb am 09.10.2009 um 08:58
Jahresendflügelfigur
Bei dem Versuch, Begriffe zu standardisieren und zu systematisieren hat es tolle Bezeichnungen gegeben. Man denke an Berufsbezeichnungen wie etwa Facharbeiter für die Aufbereitung von Getreide für Müller...
"Jahresendflügelfigur" für Weihnachtsengel dürfte meines Wissens aus einem Programm der Dresdener Herkuleskeule (Kabarett) stammen, womit man derartige Sprachregelungen ad absurdum führte.
Michael Angele schrieb am 09.10.2009 um 09:34
@Mstislawski. Nun haben wir aber zwei Theorien über die Herkunft. Ich glaube, Magda war es, die die Bezeichungen auf die Warensortimenter zurückgeführt hat. Und sie sagen nun, es kommt aus dem Kabarett. Weiß jemand mehr?
Jan Jasper Kosok schrieb am 09.10.2009 um 10:03
Meine Ex-Freundin war auch eine Jahresendflügelfigur. Als solche verkleidet legte sie letztes Weihnachten in einer Bar im Hamburger Berg, St. Pauli, Platten auf.

Aber ich schweife ab. Ich bin ganz bei Magda, die Herkunft betreffend. Meine mich an sowas erinnern zu können.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.10.2009 um 10:12
Also, ich erwarte im Laufe des Tages einen Anruf von Wolfgang Schaller aus der Herkuleskeule. So er Lust hat, wird er für Aufklärung sorgen können. Engel hin, Jahresend... her.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.10.2009 um 10:17
Der Fachmann für diese Frage heißt Mrozek (siehe Wikip.link oben).
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.10.2009 um 10:27
Wenn man nicht alles liest...
Bin trotzdem mal gespannt, was W.Schaller weiß.
Michael Angele schrieb am 09.10.2009 um 12:10
@GerhardHM, vielleicht kann Herr Schaller ja weitere interessante Details verraten. Vielleicht hat er ja noch andere Begriffe in die Welt gesetzt?
mahung schrieb am 09.10.2009 um 17:04
Nicht zu vergessen den "Gaststättenfacharbeiter" oder den "Wirtschaftspfleger". Waren neben Koch und Kellner anerkannte Facharbeiterberufe. Alle hatten - zumindest theoretisch - für eine hohe "Gaststättenkultur" zu sorgen.
Matthias Dell schrieb am 09.10.2009 um 21:20
ohne es genau zu wissen (etymologie ist wie ursprungsforschung eine einbahnstraße): jahresendflügelfigur scheint mir eine satirische erfindung zu sein, die dann absurderweise ernst genommen wurde und nun bezeichnend für etwas ist, das sie nie bezeichnet hat. das ist ein lob der satire. aber es sagt auch etwas über die entstehung von kampfbegriffen, satirische formeln aufnehmen, den humor ignorieren und politik damit machen. das hat man dann am hals, wie die jahresflügelendfigur. political correctness wäre ein anderes beispiel.
luggi schrieb am 09.10.2009 um 22:03
Also, ich glaub mal das war so. Das Holzzeug war Export ins NSW, damit die DeDeeR Devisen für Kaffee drittklassiger Sortierung bekam. Das meiste Zeug kam damals aus dem Erzgebirge (heute made in kina). Nur die Wessis konnten mit den unterschiedlichen Begrifflichkeiten erzgebirgischer Holzschnitzkunst nicht viel anfangen. Also schufen sie als Pendant zum fiskalischen Swing die Jahresendfigur. Und die DeDeeR packte rein ein Räuchermännel, es wurde dann eine Jahresendfigur Rauch, sie packte rein einen Weihanchtsmann, es wurde dann die Jahresendfigur Bart, sie packte rein einen Engel, wurde dann Jahresendfigur Flügel. Beim Barte des Propheten, so war es. Die Wessis waren mal wieder Schuld.
Titta schrieb am 09.10.2009 um 23:56
@MDell

"etymologie ist wie ursprungsforschung eine einbahnstraße"

Ungefähr so einbahnstraßig wie die Wurzeln für einen Baum, die ja nicht weiter von Belang für ihn sind, da sie ja unsichtbar in der Erde ruhen.

Mit der political correctness haben Sie aber unzweifelbar recht. Wenn man die wirklich ernst nähme, dürfte vermutlich so gut wie kaum noch ein Witz gemacht werden, und das Lachen erstürbe.
Matthias Dell schrieb am 14.10.2009 um 10:41
@titta
sackgasse trifft es nicht nur vermutlich besser als einbahnstraße. ich habe mit der stvo probleme.
bei der political correctness liegt wohl ein missverständnis vor: der begriff war, in sehr grauer vorzeit, mal ein witz, so wie jahresendfigurflügel 1986 in der herkeluskeule bestimmt auch ein kracher war. jetzt wird jahresendflügelfigur ernst genommen als zeichen für die menschenverachtende sprache eines unrechtsstaats, und da, sage ich, stimmt doch etwas nicht. und mit der political correctness verhällt es sich im prinzip ähnlich und auch da stimmt was nicht
Titta schrieb am 17.10.2009 um 03:40
Das denk ich ja schon immer. Wen muß man denn pc behandeln? Doch nur die in irgendeiner Form Benachteiligten der Gesellschaft, oder? Ist ja auch einfacher, als die Verhältnisse zu ändern.
alope schrieb am 09.10.2009 um 11:40
Sehr hübsch ist auch die Bezeichung HSA, das liest man heute noch oft als Selbstbeschreibung in Heiratsannoncen und verrät eindeutig die Ost-Herkunft.
Kennt das auch noch jemand? :-)
Magda schrieb am 09.10.2009 um 12:53
@ alope - HSA
Hochschulabsolvent, (manchmal auch mit
m.-l.WA.)
luggi schrieb am 09.10.2009 um 12:07
Einen "Geheimtipp" für MA habe ich noch. Gehen Sie in ein Antiquariat und verlangen Sie laut und deutlich Literatur und Tonträger von Hansgeorg Stengel. Er war einer der Meister deutscher Sprach- und Sprechkultur. Aber unbedingt Tonträger, Stengel muss man mal gehört haben.
luggi schrieb am 09.10.2009 um 12:20
Mal wieder vergessen c&p :-(

de.wikipedia.org/wiki/Hansgeorg_Stengel
Michael Angele schrieb am 09.10.2009 um 12:29
Danke! Wikipedia entnehme ich, dass sich Stengel auch mit Palindromen beschäftigt hat. Gab es da DDR-Spezifische? Wer eins weiß, oder noch besser; eins herstellen kann, kriegt ein FREITAG-Freiabo. Quatsch, das kann ich doch gar nicht versprechen, aber er kriegt etwas. Ein Buch.
Magda schrieb am 09.10.2009 um 13:03
"Stenglish vor you" hieß glaube ich ein Buch von ihm.
saumselig schrieb am 09.10.2009 um 16:39
Anfrage an den Sender Eriwan: "Ist es möglich, in der Schweiz den Sozialismus aufzubauen?"
Antwort: "Im Prinzip ja. Aber schade um die schöne Schweiz."
Titta schrieb am 09.10.2009 um 16:47
Ach, die war lange genug schön. Nun muß sie auch gut werden.
Michael Angele schrieb am 09.10.2009 um 16:51
Eine fachfremde Fragen an saumselig. Was für ein Trikot tragen Sie da?
Und: Die Schweiz ist praktisch sozialistisch. Schon mal was von der Migros-Genossenschaft gehört?
saumselig schrieb am 09.10.2009 um 17:37
Das Trikot der ukrainischen Nationalmannschaft. Und zu Migros: Die Idee hätte vom großen Lenin sein können!
Michael Angele schrieb am 09.10.2009 um 23:06
Sehr gut! Die Ukrainer haben die Schweizer während der letzten WM bekanntlich rausgeschmissen.
Titta schrieb am 09.10.2009 um 23:13
Meine süddeutschen Studienkollegen erzählen immer von den Migro(s?)-Läden, wo man so günstig den lecker Schweizer Käse kaufen könnte. Sind das vielleicht die?

Aus dem Satz ist übrigens nicht eindeutig erkennbar, wer denn nun wen rausgeschmissen hat. Die Schweizer die Ukrainer, oder umgekehrt?
luggi schrieb am 09.10.2009 um 23:30
@ Titta
Wer wen rausgeschmissen hat? Das ist doch Käse.
Titta schrieb am 09.10.2009 um 23:44
Ist doch nur Fußball. Ist wie Mensch-ärgere-dich-nicht. Da darf rausgeschmissen werden.
luggi schrieb am 09.10.2009 um 23:49
@ Titta
ja aber bei Mensch-ärger-mich-nicht kommst du wieder rein, mit sex Punkten, ohne über Parkallee und Bahnhofsstraße und Schummelkarten.
luggi schrieb am 10.10.2009 um 17:39
@ MA
"Sehr gut! Die Ukrainer haben die Schweizer während der letzten WM bekanntlich rausgeschmissen."

Also Herr Angele, da haben Sie mir wirklich eine Kokosnuss zum knacken gegeben. Seit Tagen sitze ich auf dem Ding wie ne Henne auf dem Gipsei. Bitte helfen Sie mir, sonst wersch noch varrückt. Also in welche Richtung geht die Reflexion? Oder sagen Sie's mit einfachen Worten. Sieger war....
Michael Angele schrieb am 10.10.2009 um 21:23
Ukraine hat die Schweiz - nach deprimierend schlechtem Spiel - im Elfmeterschiessen geschlagen. Die Schweizer konnten keinen einzigen Elfer verwandeln, wenn ich mich richtig erinnere, waren alle drei Schützen damals in der deutschen Bundesliga beschäftig. Merke: Es tut den Schweizern nicht gut, in Deutschland zu arbeiten.
luggi schrieb am 10.10.2009 um 21:39
Danke. Durch den fehlenden Artikel bei Ukraine orientiert sich die Reflexion besser. Im Ursprung waren beide Möglichkeiten gegeben. 2. Reflexionsmöglichkeit, in anderem Gewand, die Ukrainer wurden durch die Schweizer rausgeschmissen.
;-)
Nelly schrieb am 10.10.2009 um 01:52
Frage an die Zonis hier: Haben wir eigentlich frueher den Begriff "Vopo" verwendet ? Mir scheint, nur Westler haben das gesagt, vor allem nach der Wende. Oder irre ich mich ?
In meinem Bekanntenkreis sagte man "Bulle", wenn man glaubte, cool sein zu muessen und ueber Polizisten sprach.
Titta schrieb am 10.10.2009 um 02:14
Hä?
Ich dachte, da gab's vor allem ABVs.
luggi schrieb am 10.10.2009 um 11:00
Hab noch mal bei Pankow "Kille, kille..." nachgehört. Also auf dem Vinyl klingt's ganz deutlich nach ABeVau. Obwohl die Jungs Rock'n Roll im Stadtpark gerockt haben. Der ABeVau kam aber von hinten, so singen die Jungs.
Magda schrieb am 10.10.2009 um 15:02
Also wir haben selten Vopo gesagt. Polizist meist oder manche auch derber Bullen.

@ Titta - "Ich dachte, da gab's vor allem ABVs."

Der ABV - Abschnittsbevollmächtigter - war ein Volkspolizist, vergleichbar dem Kontaktbereichsbeamten, den es in Westberlin gab vielleicht gibts den ja immer noch.
luggi schrieb am 10.10.2009 um 15:44
Antwort an den Zoni dort. Gebräuchliche Abkürzungen waren Trapo und BePo. BePo gippt's immer noch. z.B. in München.
zelotti schrieb am 10.10.2009 um 02:58
Sprache sind doch nicht Wörter. Sprache ist wie die Menschen miteinander reden.
waelder11 schrieb am 10.10.2009 um 17:24
Chuchichänschderli heißt Küchenschränkchen und wird sehr wohl benutzt :-P
waelder11 schrieb am 10.10.2009 um 17:25
Chuchichänschdli oder Chuchichänschderli heißt Küchenschränkchen und wird sehr wohl benutzt in der schweiz und im deutschen alemanischen Sprachgebiet ;-)
Michael Angele schrieb am 10.10.2009 um 21:44
Verzeihen Sie den leicht pedantischen Hinweis, aber Sie haben das Wort gleich zweimal falsch geschrieben. Ein "Chuchichänschderli" gibt es gleich gar nicht. Das Wort erinnert an "Chuchifänschderli", was so viel bedeutete, wie kleines Küchenfenster. Mag sein, dass es Situationen gibt, in denen man dieses Wort sagt, gehört habe ich es in den Küchen der Schweiz so wenig wie das Wort "Chuchichäschtli", das ja tatsächlich "Küchenschränkchen" bedeutete. Aber Hand aufs Herz, wie oft haben Sie selbst schon das Wort Küchenschränkchen in den Mund genommen?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 11.10.2009 um 09:05
Also, ich nehme kein Küchenschränkchen in den Mund. Auch kein schweizer. Oder muß es schweizerisches heißen?

Übrigens ist die Herkulessekretariatsrückrufzusage nicht die Herkulesbetreiberkünstlerzusage gewesen. W.Schaller hat sich nicht gemeldet. Ich war wohl nicht berühmt genug. Ich hätte mich vielleicht als Freitag-Sonderreporter vorstellen sollen.
Die Herkunft der Jahresendflügelfigur bleibt also einigermaßen im Dunkeln? Berücksichtigt man allerdings die Fachliteratur zu den Engeln, so muß man feststellen, daß deren Herkunft und Existenz noch sehr viel unklarer ist.

Übrigens finde ich es lustig, daß die Schweizer zum Grillen Grillieren sagen. "Laßt uns mal die Thüringer Rostbratwurst grillieren. Vornehm, irgendwie.
Friedland schrieb am 11.10.2009 um 16:20
Ich sage oft schweizerisch, wenn andere schweizer sagen, weil es doch die schweizerische Botschaft in Berlin gibt: Herr Angele, kenne sie die Regel, wann man was benutzen sollte?

Ich finde übrigens auch recyklieren(?) jedesmal wieder wundervoll...
Michael Angele schrieb am 11.10.2009 um 23:01
@GerhardHM. Sie haben hiermit die ausdrückliche Erlaubnis, als FREITAG-Sonderermittler aufzutreten. Der Fall Jahresendflügelfigur muss geklärt werden!

@Friedland. Ich meine, Schweizerisch sagt man in allen amtlichen, staatlichen Zusammenhängen. Also: Die Schweizer Alpen, aber die Schweizerische Bundesbahn (SBB).
Das Problem könnte sich allerdings bald lösen, wenn sich das immer häufigere anglizistische "Swiss" vollends durchsetzt
Nelly schrieb am 11.10.2009 um 22:43
Ende 1990 fing ich als Ostberlinerin in Westberlin zu arbeiten an. Anfangs entfuhr mit manchmal das Wort "Plaste", wenn es um kleine Zubehoerteile ging, die wir fuer die Arbeit brauchten. Die Westler klopften sich auf die Schenkel und riefen "Haha, Plaste und Elaste aus Schkopau, hahaha !". Das habe ich mehrmals in genau derselben Formulierung (obwohl von verschiedenen Leuten) ueber mich ergehen lassen, bis ich mir angewoehnte, brav "Plastik" zu sagen. Und so tue ich es bis heute, ausser, ich bin mit Leuten zusamen, von denen ich weiss, sie kommen aus dem Osten.
bernd.005 schrieb am 11.10.2009 um 23:44
Ich möchte dafür die bundesdeutsche Sprache verstehen lernen,
AMOKLAUF
NULLWACHSTUM
MINUSWACHSTUM
DSDS ....PERFORMT....Simsen ...twittern....
WIR SIND PAPST:::DU BIST DEUTSCHLAND::::HARTZ 4::::GEIZ IST GEIL:::GUCKST DU:::FREI SCHNAUZE:::KOPFTUCHMÄDCHEN:::UNTERM STRICH ZÄHL ICH::::NOAH BEGINNT ZU BOBBELN:::
reicht wohl als täglicher Mediendünnschiss- und da verstehen Sie die DDR Sprache nicht - armes Deutschland, ach wat , dat passt jetzt aber nicht
Gruss bernd005 BNantke
bernd.005 schrieb am 12.10.2009 um 13:57
Leider kann ich hier keinen Link einfügen

Todesanzeige:
Wir trauern um einen Genossen , der es geschafft hat , uns 40 Jahre lang die Wessis vom Hals zu halten.

Wenn Sie denn in der fortgeschrittenen Gruppe der OSTDEUTSCHSPRACHSCHULE angelangt sind , wissen Sie , wer damit gemeint ist....bernd.005

Kleine Vorsage :www.dreamies.de
luggi schrieb am 12.10.2009 um 14:16
Ey berndte, trink mal 'n kühles Bier und beruhige dir. Der Angele will doch nur irgendwie DDR verstehen. Aber das haben ja nich ma die Wessis nach 20 Jahren geschafft (gerne Ausnahmen). Er ist halt Schweizer aus'm Prenzlberg. Als Schweizer genießt er Neutralität und Immunität. Ihm müssen wir helfen. Aber was anderes ist gefährlich. Also, wenn der Dachdecker hier im Westen auftauchen würde und er sagen würde, er brauche Maurerhelfer, hunderttausende würden ihm folgen. Aber das ist Politik und Angele ist für Kultur zuständig.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 12.10.2009 um 18:11
Hat sich das inzwischen mit der VEG geklärt ? Ist ja nicht so ein Hit: Volkseigene Genossenschaft. Und die Komplexannahmestelle war ein Dienstleistungswürfel, in dem Schuster und Reinigung beisammen war...damit die Werktätige nach dem Jab kurze Wege hatte, wenn sie nach der gleichberechtigten Teilhabe an Versammlungen noch die traditionelle Frauenrolle wahrnahm...
Im übrigen empfehle ich, da der PB durch 20 Jahre Transformation weder über Dienstleistungswürfel ( der letzte war ggü. der Kolle 35 und ist jetzt eine tolle Wohnanlage ) noch genug Kundige verfügt, den Besuch eines traditionellen Brandenburger ( jetzt bald rot-rot ) Ortes. Dort sind die Älteren ( Arbeiterveteranen nicht zwingend ) immer noch in der Lage, die alten Strassennamen und auch solche Begriffe zu präsentieren, empfehle als Übernachtung die Alte Reederei www.altereederei.de
luggi schrieb am 12.10.2009 um 18:30
Also mit dem VEG hat sich das mit deinem Kommentar nicht geklärt. VEG wollte nur Magda wissen (aber die wusste das schon und luggi auch) und für dich zur Korrektur: VolksEigenes Gut, und nicht Genossenschaft. Und die Güter gab es auch noch spezialisiert.
Mit gutem genossenschaftlichen Gruß
luggi
Deaktivierter Nutzer schrieb am 12.10.2009 um 20:24
Liebe Julischka, also Ihr Ausrutscher mit dem VEG ist ja in der Tat nicht so der Hit. Ich aber möchte mich doch mal, wenn auch nicht bis zu den Knien, so doch bis etwa zum Bauch aus dem Fenster lehnen, mich auf einen Freund berufen und behaupten.
Kollwitz Ecke Belforter gegenüber Kollwitz 35 (seit längerer Zeit Kinderspielplatz) stand nicht ein Würfel, es standen zwei "Würfel" dort. Verbunden waren die beiden, allerdings eher quaderförmigen Gebäude durch einen Glasgang, in welchem besagter Freund zwischen 1975 und 1980 als Pförtner sich das Geld für sein Abendschulabitur verdiente. Dieses Gebäude war mitnichten ein Dienstleistungszentrum mit Schuster und Reinigung. Sondern ein Zentrum für Datenverarbeitung für die Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft.
Dicht daneben in Richtung Metzer Straße, also vielleicht "direkter" gegenüber der Kollwitz 35, es käme wohl auf ein paar Meter an, befand sich eine Wohngebietswäscherei, in welcher die Anwohner gegen einen geringen Obulus ihre Wäsche selbst waschen konnten. Heute würde man das wohl als Waschsalon bezeichnen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie rasend schnell die Dinge verschwinden. Man kommt selbst mit dem Fotografieren kaum hinterher.
Mit freundlichen Grüßen
Deaktivierter Nutzer schrieb am 12.10.2009 um 20:29
Natürlich Obolus. U's gab's gerade im Angebot.
Maja Wiens schrieb am 12.10.2009 um 22:25
Sprache ist verräterisch. Wie harmlos wirkt doch die "geflügelte Jahresendpuppe" gegen "produzieren Kopftuchmädchen".
Ich wünschte mir eine Komplexannahmestelle - statt der Vorgauckelung von Wiederverwertung...

Wie harmlos ist eine "Behelfsverpackung" aus der DDR, angesichts der real existierenden Bundesrepublik und ihrer die Wirklichkeit verschleiernden Sprache: Prekärer Wohlstand - ist da nur ein Gänseblümchen im Schweinestall.

Am besten lernen lässt sich die Sprache der DDR, wenn man ihre Filme sieht, ihre Bücher liest und mit den Menschen redet: Und da ist (DDR-Sprech-früher) ARBEIT etwas anderes, als (Bundesdeutsche) ARBEIT.

Was die BIOGRAFIE betrifft: Zum besseren Verstehen (der gegenwärtigen Welt) würde ich Ihnen meine Biografie ja gern mal einige Monate borgen, aber trotz alledem hätte ich sie dann doch gern zurück.
Ludwig Hasselberg schrieb am 12.10.2009 um 22:35
"Am besten lernen lässt sich die Sprache der DDR, wenn man ihre Filme sieht, ihre Bücher liest und mit den Menschen redet: Und da ist (DDR-Sprech-früher) ARBEIT etwas anderes, als (Bundesdeutsche) ARBEIT."

Guter Punkt. Und in einer Viertelstunde läuft wieder ein alter Polizeiruf im rbb - also ran ans Gerät, Herr Angele.
Zu Arbeit passt dann der Werktätige, den gibt es heute auch nicht mehr, oder?
Ludwig Hasselberg schrieb am 12.10.2009 um 23:58
Na bitte. Jugendwerkhof und PGH kam drin vor.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 13.10.2009 um 09:18
In Halle ging man, zumindest in bestimmten Kreisen, nicht zur Arbeit. Die gingen uff Klääche. Jeden Morgen, eigentlich noch in der Nacht, fuhren von Halle-Neustadt mehrere sehr lange Doppelstockzüge nach BUNA. Randvoll mit BUNA-Pelzern.
Aber Hallisch ist eine ältere Sprache als DDR-Deutsch.
Magda schrieb am 18.10.2009 um 12:00
Apropos Werktätige. Da gabs doch diesen herrlichen Begriff: Nicht arbeitende Bevölkerung. Den verwendete man, weil es untersagt war, Leute aus anderen Betrieben abzuwerben.
Also stand an den Werktoren:

Wir suchen
Aus der nicht arbeitenden Bevölkerung
Schlosser
Dreher
Einrichter

Und die Scherzkekse von der "Eule" dichteten.

Frau aus der nicht arbeitenden Bevölkerung sucht gleichartige Beschäftigung.
Ludwig Hasselberg schrieb am 12.10.2009 um 22:36
Benutzt hier eigentlich noch jemand den Ausdruck "Harte Wurst"?
bernd.005 schrieb am 12.10.2009 um 22:50
Nicht nur Harte Wurst- welcher Wessi weiss , was "Braunschweiger" ist ? Oder U-Bahn Wurst?
Maja Wiens schrieb am 13.10.2009 um 11:43
Benutzen geht nicht. Mein Umfeld ist WESSI und Sprache soll ja der Verständigung dienen. Aber ich denke: Harte Wurst. :-)
Gestern habe ich im Kaufland "KATHI NUSSKUCHEN" gefunden. Die anderen "Kathis" gibts schon lange überall.
bruja schrieb am 14.10.2009 um 00:15
Genau Harte Wurst. Wer hat denn schon den Ausdruck Salami benutzt!? (höchstens für die ungarische!)

Ich habe mich heute hier beim Lesen köstlichst amüsiert. Was da alles an Erinnerungen hervor kamen. Nicht zu beschreiben.

Für Michael Angele noch ein DDR-Spezial
Erdmöbel = Sarg

Hat sich aber nicht so richtig durchgesetzt - oder war der Begriff auch von der Herkuleskeule ??!!!
Magda schrieb am 14.10.2009 um 17:08
Ja hier ich.
Aber selten. Meine Mutter nannte die harte Wurst immer Plockwurst. Aber ich glaube das stimmt auch wieder aus einem anderen Landstrich.
Ludwig Hasselberg schrieb am 16.10.2009 um 23:32
Also "Braunschweiger" oder "U-Bahn-Wurst" kenne ich als Begriff nicht - was isst man denn da? Etwas genießbares?

Plockwurst - das ist interessant. Kenne ich eigentlich nur vom Italiener, aus der Beschreibung der Pizzen in der Karte.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 14.10.2009 um 09:50
Intecta und Expovita fehlen noch.
Bei Intecta kaufte man Möbel und Expovita war ein Kunstwort für die Sportgeschäfte, die damals nicht Camp38, Globetrotter oder MontKlamott hießen. Nichts-wie-weg oder DerAussteiger natürlich gleich gar nicht.
gezz schrieb am 16.10.2009 um 22:59
Habe schon lange nicht mehr gelacht, weil es für mich wahrhaftig nichts zu lachen gab. Weil es kürzlich im Presseclub auf WDR 5 eine so fabelhafte Journalistin vom "Freitag" zu hören gab, bin ich neugierig geworden und ziemlich fix bei diesem Blog über die DDR-Sprache gelandet und bin hier im Internet-Café nicht aus dem Lachen herausgekommen. Allerdings nur bei besagtem Blog! Danke für die zahlreichen Anlässe zum Lachen. Es ist mir nicht im Hals steckengeblieben.
Titta schrieb am 17.10.2009 um 03:46
Wenn das Leser zieht, fordere ich ab sofort einen Humor-Blog-Beitrag verpflichtend pro Woche! Michael Angele, stürzen Sie sich als Spaßagitator an die Front.
Michael Angele schrieb am 18.10.2009 um 16:35
Ihr Wunsch sei mir Befehl.
Michael Angele
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