Unterm "Dortmunder U"

"Dortmunder U" Dortmund leistete sich ein Leuchtturmprojekt namens "Dortmunder U". Ich mir einen Abstecher dahin. Mir ward kulturelle Erbauung und Schutz vor Regen.
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Das "Dortmunder U" wurde als Kunst-, Kultur- und Kreativzentrum konzipiert. Über dem markanten und über die Grenzen der Stadt Dortmund hinaus bekannten ehemaligen Brauereigebäude der Union-Brauerei strahlt weithin sichtbar ein riesiges goldenes U. Eine einzigartige Sensation ist die U-Turm-Bilderuhr. Eine Videoinstallation des Filmemachers Adolf Winkelmann.

Bahnreisende, welche sich Dortmund aus Richtung Westen nähern, erblicken das riesige goldene U in Fahrtrichtung rechts gewiss als Erstes, bevor ihr Zug in den Hauptbahnhof der Stadt einläuft. Der inzwischen verstorbene Oberbürgermeister Günter Samtlebe nannte diesen Bahnhof „Pommesbude mit Gleisanschluss“. Und lag damit nicht verkehrt. Hoch droben auf einem backsteinroten Industriegebäude thronend empfängt dieses golden in der Sonne (so sie denn scheint!) blitzende U die Gäste der westfälischen Metropole. Es geht die Mär, dass es schon Touristen in Dortmund angespült haben soll (vielleicht leicht Angeschickerte zur Fifa-Fußballweltmeisterschaft 2006), die dieses „U“ für einen Hinweis auf eine Untergrundbahn-Station hielten. Denen sei gesagt: Dortmund ist nicht Moskau. Dennoch: Das „Dortmunder U“ ist sehr wohl mit der U-Bahn (U 434, U44) erreichbar. Die Station trägt den Namen „Westentor“. Vom inzwischen etwas aufgehübschten Hauptbahnhof indes ist das “U” in wenigen Gehminuten erreichbar. Nebenbei bemerkt: Anfang der 1990er Jahre hatten die immer zu putzigen Ideen aufgelegten Stadtoberen einmal die Idee über den Hauptbahnhof ein Ufo-ähnliches Gebäude mit Hotel und allem Pipapo samt Einkaufszentrum zu klotzen. Die Planungen verschlangen jede Menge Kohle. Die Ideen änderten sich. Die Jahre gingen ins Land. – Es wär’ ein Klacks gewesen in dieser Zeit einen funktional bestens ausgestatteten Hauptbahnhof zu bauen. Zumal damals auch manche Gelder noch lockerer saßen. Aber nein! Na ja, heute ist man da bescheidener geworden. Und wahrscheinlich heilfroh überhaupt noch einen – wenn auch nur aufgehübschten – Hauptbahnhof zu haben …

Das Dortmunder U …

Das Online-Lexikon Wikipedia weiß über das Dortmunder U, dass es „ein unter Denkmalschutz stehendes Industriegebäude am ehemaligen Stammsitz der Dortmunder Union-Brauerei, zuletzt Brauerei Brinkhoff, in der Innenstadt von Dortmund (ist). Es ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.[1] Das Gebäude wurde nach seinem Umbau im Zuge der Ruhr.2010 in drei Etappen teileröffnet: Zunächst am 28. Mai 2010 als Kultur- und Kreativzentrum; die Ausstellung des in den U-Turm verlegten Museums Ostwall ist seit dem 9. Oktober 2010 wiedereröffnet, und im Rahmen der Abschlussfeier der Ruhr.2010 wurde am 18. Dezember 2010 die oberste Ebene mit 15 m hoher ‘Kathedrale’ und Restaurant freigegeben.“

und dessen Geschichte

Wikipedia dazu: „Als „Dortmunder U“ oder „U-Turm“ bezeichnet man das ehemalige Gär- und Lagerhochhaus der Dortmunder Union-Brauerei AG. Es entstand in den Jahren 1926 und 1927 als erstes „Hochhaus“ Dortmunds nach Plänen des Dortmunder Ingenieurs Emil Moog.[3] Hier wurde das Bier noch in offenen Becken vergoren. Das eigentlich mehrteilige Gebäude wurde als Stahlbetonbau erbaut und steht auf 40 Pfeilern. Der Hauptturm wird von einem zweistufigen, gitterförmigen Aufbau bekrönt. Auf dem Dach prangt seit 1968 das vierfache, neun Meter hohe, beleuchtete, goldene „U“ als Firmenzeichen der Dortmunder Union Brauerei.“ (Weiteres finden Sie hier).

Das U als „Leuchtturm“

Das Dortmunder U wurde im Zusammenhang mit der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas zu einem so genannten „Leuchturmprojekt“. Oh weh, Politikersprech! Genau: Nicht von ungefähr denkt da so mancher womöglich an das nie gewordene Bahnhofs-Ufo. Und diverse Pleiten, Pech und Pannen. Auch an ausufernde Kosten. Wie das eben bei Bauvorhaben gemeinhin – privaten oder öffentlichen – mehr oder weniger so zu sein pflegt. Nicht falsch gedacht. Aber nun: Schwamm drüber, jetzt! Dem Dortmunder U wird immer mehr Leben eingehaucht. Via Operation am offenem Herzen sozusagen.Und es wird und wird. Muss weiter werden, wie ich finde. Der Stadt, seinen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Touristen aus aller Welt zur Freude und Erbauung. Damit’s dazu kommt benötigt der Patient weiter kontinuierliche Beatmung.

Der Entwurf für den Umbau des ehemaligen Brauerei-Gebäudes stammt vom Dortmunder Architekturbüro Gerber Architekten (Dortmund/Hamburg).

Sieben Geschosse beherbergt das Hochhaus heute

Dachkrone mit der Videokunst von Adolf Winkelmann

Ebene7: Restaurant, Dachterrasse

Ebene 6: Wechselausstellungen (derzeit: Heinz Mack „Zwischen den Zeiten“ noch bis 29.07.2012)

Ebene 5. Museum Ostwall

Ebene 4: Museum Ostwall (Entrance)

Ebene 3: Hartware Medienkunstverein

Ebene 2: Zentrum für kulturelle Bildung

Ebene 1: Technische Universität Dortmund/Fachhochschule Dortmund

Erdgeschoss: Empfang/RWE Forum/Kino im U

Schwierig zu erobern

Das „U“, zwar sächlich, ist zunächst – wie ein stolzes Weib – schwierig zu erobern. Aus der U-Bahn (!) an einer Baustelle durch den Regen über nasses Pflaster patschend, finde ich nicht sofort den Eingang zum Kulturtempel unterm goldenen U. „Da!“ ruft mir eine vom Regen bedröppelte Büromitarbeiterin zu.“ Ich stutze: „Da?“ Und denke: „Na ja!“ Der Eingang, pardon: Entrance!, zum U ist wenngleich zwar nicht militärisch getarnt, doch gibt sich bescheiden, unauffällig. Endlich erreiche ich abtropfend den Empfang. Der Bedienstete macht wie der Eingang des Gebäudes auch nicht viel von reden. Aber schnurrt das Gelernte in einer Art Dieter-Thomas-Heck-Moderation – allerdings für Arme – herunter. Ich verstehe immerhin so viel: Die Besichtigung des „U“ ist kostenlos. Aber die Ausstellungen? Wieder surrt der „Dienstmann“ etwas herunter. Ich höre noch was von Mack. Mack? Verstehe, für das „Hausticket“ sind 10 Euro fällig. Und Heinz Mack ist mit drin. Noch einmal traue ich mich nicht nach irgendetwas zu fragen. Bekomme ich sonst Hausverbot? Schon will ich wieder gehen. Aber warum den Eingeschnappten spielen, wenn ich schon einmal da bin? Also hinein!

Erstmal meine Tasche in eines der Fächer. Neben meinem ist eine Fachtüre noch nicht eingebaut. Eine Reinigungsfachkraft wischt die Toilettenfliesen und bedeutet mir, der ich ein kleines Bedürfnis habe: „Warten Sie. Fünf Minuten.“ Nun gut. Das kann ich: warte schon mein ganzes Leben ...

Putzig

Apropos Putzfrau: Nicht nur der berühmte Fettfleck von Joseph Beuys wurde einst von einer solchen als Kunstwerk nicht erkannt und entfernt. Auch im „Dortmunder U“ befindlichen Ostwass-Museum geschah schon ein solcher, dann 800.000 Euro teuer, Fauxpas. Es betraf das Werk “Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen” des Künstlers Martin Kippenberger. Sehen Sie selbst: der WDR berichtete. Echt putzig!

Auf geht’s!

Leicht genervt tappe ich nach dem Geschäft in Richtung der linksseits hinauf rollenden Fahrtreppe. Rechts sind die einzelnen Etagen. Es gibt auch Lifte. Doch die Rolltreppe ist interessanter. Von ihr aus fällt der Blick auf die die Kunstvertikale. „Neun Fenster in der Vertikalenwerden auf die weiße Wand projiziert. Der Ton zu den Bildern kommt aus „unsichtbaren“ Lautsprechern. Durch die Fenster fällt der Blick des Betrachters in Wohnungen und ihre Einrichtungsgegenstände. Man wird zum Voyeur mancher gewissermaßen mitten aus dem Leben gegriffener Lebens-Szenen. Aus einigen Fenstern schauen, auf Sofakissen gelehnt – ein Mann (Schauspieler Peter Lohmeyer) gießt sich etwas aus einer metallenen Thermosflasche ein -, Menschen. Hausbewohner, die miteinander schwätzen. Weitere Hausbewohnerinnen und Hausbewohner sind: Peter Fitz, Stephan Kampwirth, Jürgen Mikol, Caroline Peters, Katharina Wackernagel, Christian Tasche u.a. Das Filmerlebnis, dass die Seele des Ruhrgebiets erfahrbar werden lässt, gehört als 3.Station/Vertikale zur Filminstallation „Fliegende Bilder“ in drei Stationen.

Geschaffen von Adolf Winkelmann: Jahrgang 1946, geb. in Hallenberg, lebt in Dortmund. Filmemacher, Autor, Regisseur. Ausgezeichnet u.a. für seine Ruhrgebietsfilme ”Die Abfahrer”, “Jede Menge Kohle“, und ”Nordkurve“, und die TV Filme ”Der letzte Kurier“ und ”Contergan – Eine einzige Tablette“.

Einzigartig: Die U-Turm-Bilderuhr

Die erste Station ist die nur von Außen sichtbare U-Turm-Bilderuhr. Darin laufen je nach Wetter und Sonneneinstrahlung mehr oder weniger weithin sichbar auf der Außenseite der Dachkrone auf LED-Bildschirmen (1,7 Millionen LEDs) in 56 Gefachen Videofilme. Eine wirklich kongeniale Filminstallation! Zugpassagiere schauen gebannt zur ihr hinauf. Passanten bleiben staunend stehen. Die U-Turm-Bilderuhr läuft von 6 Uhr bis Mitternacht. Sie zeigt Tage, Stunden und Jahreszeiten an. Jeder Tag hat sein Motiv. Zur vollen Stunde erscheinen werktags die immer wieder aufs Neue begeisternden riesigen Tauben über der Stadt im Bild. Am Wochenende sind es weiße Gurrer. Ein andermal, so gaukelt uns der Film vor, füllt sich der Raum hinter den Kolonnaden beeindruckend mit Wasser bzw. Bier. Station Numero Zwo sind die im Oval nahe des Eingangsfoyers aufgehängten Projektionen charakteristischen Landschaften und Ansichten des Ruhrgebietes. Dabei tauchen typische, aber eben auch Ein- und Ausblicke auf. Die vermutlich ein ausschließlich von Ruhrgebietsstanzen geprägter Besucher nie und nimmer dem Ruhrgebiet zugeschrieben haben würde.

Winkelmanns Reise ins U“ – Die Aufarbeitung des mühsam Gestemmten

Die Idee des Künstlers, der im Auftrag der Stadt ein hervorragendes Videokunstwerk schaffen soll ist eine Sache. Die In-die-Tat-Umsetzung etwas ganz anderes. Wo manch anderer, ein allzu realistisch denkender Mensch vielleicht, höchstwahrscheinlich schon im Ansatz scheitern, ja: das Handtuch werfen würde, darf ein Künstler nicht stehen bleiben. Er muss an sein Werk glauben. Dass in Winkelmanns Videokunstwerk bisweilen der Teufel im Detail steckte, davon kann ausgegangen werden. Zusammen mit Jost Krüger (Dramaturg, Drehbuchautor, Regisseur) hat Professor Winkelmann seine Reise ins U als Roman aufgeschrieben:

Adolf Winkelmann & Jost Krüger
Winkelmanns Reise ins U
320 Seiten, gebunden
18,90 €
ISBN 978-3-942094-17-7

Von einer Station des Schaffensprozesses inklusive Essenspause legt überdies ein kurzer Filmausschnitt Zeugnis ab. Doch damit nicht genug: Filmemacher Adolf Winkelmann tat sich sogar dann noch den Irrsinn einer (seiner ersten) Theaterinszenierung auf der Bühne des Schauspielhauses Dortmund, basierend auf dem Roman „Winkelmanns Reise ins U“, an.

Weitere Informationen über Winkelmann und dessen Dortmunder Filmproduktion finden sie hier.

Museum Ostwall

Meine ganz persönliche Tour de U führte mich noch zur und durch die interessante Sammlung des vom Dortmunder Ostwall ans Westentor umgezogenen „Museums Ostwall“. Dort konnte man den hässlichen Regentag vergessen. Die Sammlung des Bochumer Industriellen Karl Gröppel (1957 erworben) ermöglicht den heutigen Besucher Begegnungen mit Werken von Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde oder Karl Schmidt-Rottluff (Künstlervereinigung “Brücke” ) befruchten hier den Geist über den wachen Blick. Ebenso trifft der Besucher hier auf Werke von Künstlern der avantgardistischen Künstlergruppe “Blauer Reiter”. Wie die von Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke und Alexej von Jawlensky . Ebenso vertreten sind Werke von Paula Modersohn-Becker, Max Beckmann und Pablo Picasso. Sie künden von der intensiven Auseinandersetzung des Sammlers auch mit der klassischen Avantgarde. Sogar auf Pablo Picasso trifft man hier. Werke des Fluxus, Happening (1960er und 1970er Jahre) oder der Neuen Wilden (1980er Jahre) kennzeichnen als künstlerisch Entäußerungen Zeitstationen und sind demzufolge wichtige historische Wegmarken. Sie erklären sich so, oder überhaupt nicht und stoßen dann hart mit sich zergrübelnden Betrachtern ihrerselbst zusammen. Was soll’s: Kunst kann alles sein. Kunst liegt im Auge des Betrachters.

Vorsicht Kunst!

Übrigens auch mit Objekten von Joseph Beuys (u.a. aus seinem Lieblingsmaterial Filz) kommt man im wahrsten Sinne des Wortes beinahe in Berührung. Es ist der Enge eines Teils der Ausstellung geschuldet. Und vielleicht der Tatsache, dass ich allmählich in die falsche Richtung wachse. Aber das sei das Museumspersonal vor! Plötzlich erscheint eine der Damen dienstbeflissen mit einem handygroßem Gerät, auf welches sie mit ernstem Gesicht weist: „Sie waren zu nah dran. Alarm! Dass wird weitergemeldet. Dann kommt die Polizei!“ Ich bin erschrocken zusammengezuckt und gelobte Besserung. Doch nur wie? Man kommt ja kaum ohne Berührung an den Vitrine vorbei! Bloß weg hier, dachte ich. Fehlt noch, dass ich hier verhaftet werde! Na immerhin: Die Dortmunder Beuys-Kunstwerke dürfte keine Putzfrau so einfach wegwischen. Jedenfalls solange nicht, wie die hypermoderne Technik – welche jede Annäherung an die Kunstwerke millimetergenau meldet – nicht ausfällt. Vorsicht Kunst!

Jugendlich Hoffnungslosigkeit und Angsträume: Bristol, Marseille, Halle-Neustadt

Vergangenheit holt einen zuweilen ein. So auch hier: Über einige der Fotos von Tobias Zielony für die Serie „Behind the block“ stieß ich auf sie. Zielony hat dafür Jugendliche in Betonblock-Siedlungen in Bristol, Marseille und Halle-Neustadt fotografiert. Halle-Neustadt wurde zu DDR-Zeiten als moderne Chemiearbeiterstadt für tausende Werktätige der Chemiewerke Leuna und Buna vom Reißbrett weg über Jahrzehnte hinweg weiter und weiter bis zum Ende des so genannten Arbeiter- und Bauernstaates gebaut. Waren die (im Vergleich zu den maroden Altbaubuden) damals wirklich modernen, komfortabel mit Fernheizung und allesamt mit Bädern mit fließend Warmwasser ausgestatteten großzügigen Plattenbau-Wohnungen bei der Bevölkerung damals hoch beliebt, wohnen dort heute die sozial Abgehängten. Wer sich’s leisten konnte, zog in die nach der so genannten Wiedervereinigung stilgetreu restaurierten Häuser der hallischen Altstadt. Halle-Neustadt, damals eigenständige Stadt, ist heute ein zwar hier und da aufgehübschtes, aber unbeliebtes nun wieder auch politisches Anhängsel. Wo die angestammten, nicht mehr verpflanzend werden wollenden Alten und die sozial Abgehängten – sich gegenseitig skeptisch beäugend – wohnen dürfen (müssen). Ein Jammer! Frappierend und aufschreckend zugleich: Die chancenlosen Jugendlichen (in Bristol und Marseille sind es freilich vorwiegend diejenigen mit „Migrationshintergrund“) blicken überall aus der Trostlosigkeit ihrer jeweiligen Wohnquartiere rauchend oder saufend (gern auch an Tankstellen) mit fast toten, von Hoffnungslosigkeit, erzählenden Augen „abhängen“, ihr beschissenes Leben ableben, in die Kamera von Tobias Zielony. Ein Ziel scheint keiner der Jugendlichen zu haben. Welches denn auch? Hoffnungslosigkeit hat ein Gesicht: In Bristol, Marseille und inzwischen auch in dem ehedem so begehrtem Wohnquartier Halle-Neustadt. Wie sich die Gesichter gleichen! Straßen und Plätze werden nachts zu Angsträumen …

Budjet, budjet!

Danach hilft nur noch ein lohnender, aufmunternder Blick von der Dachterrasse über die inzwischen halbwegs von Sonne verwöhnte Stadt Dortmund. Museumsbesuche scheinen wirklich gegen Regen zu helfen! Ganz nahe dem golden in der Sonne blitzenden „U“ hoch droben, liegt einem die westfälische Metropole quasi zu Füßen. Noch ein Stück Kuchen und eine Schokolade im darunter gelegenen Restaurant „View“ unter der Kathedrale genannten Raume. The view is very nice. Die Sitzgelegenheiten indes sind gewöhnungsbedürftig. Nur gut, dass ich nach dem Kuchen nicht mehr bei „Beuys“ vorbei muss: Alarm! Dann geht es wieder runter ins Erdgeschoss. Gerade machte der mich eingangs des „U“ etwas verärgert habende Rezeptions-Dienstmann Feierabend. Würde er nun bessere Laune bekommen? Ich nahm meine Tasche aus dem Schrank und stolperte hinaus ins Freie. Nun suche ich nach der U-Bahn-Station am „U“. Zur Orientierung braucht man noch etwas. Es ist halt alles noch ein bisschen Baustelle rund ums „U“. Wie darin auch. Pessimisten schütteln mit dem Kopf: Das „U“ sei bisher nur eine einzige Geschichte von Pech, Pannen und zudem ein Millionengrab. Irgendwo im “U”, liest man in der Presse, werfe neu verlegter Boden schon wieder Falten oder Blasen. Schwamm drüber! Zum wiederholtem Male muss man den Dortmunder Stadtoberen zurufen: Vorher die Augen aufmachen! "Leuchtturmprojekte" (Dortmund hat noch mehr davon) sind leicht auf Papier gebracht ...

Aber wie sagt doch der Russe schon immer so voller, nicht tot zu kriegender, Hoffnung: „Budjet, budjet!“ Sinngemäß will das sagen „Das wird schon!“ Muss es ja auch. Was wohl auch für das „Dortmunder U“ gelten darf. Eine Reise ins „U“? Kann man (nach-) machen. Also, wen es mal in die "Pommesbude mit Gleisanschluss" verschlägt: Ins "U", ins Dortmunder U"! Welche Stadt schon hat ein "U"? Noch dazu ein goldenes!

18:07 25.07.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

asansörpress35

Politischer Mensch, der seit der Schulzeit getrieben ist, schreibend dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen.
asansörpress35

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