Die Pflichten des Steuerzahlens im gelobten Land

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Die Pflichten des Steuerzahlens im gelobten Land

Eine kleine Reise zu den Steuern des Talk-Show Wunderlands und modephilosophischen „Schlaraffias“, genannt USA.

Die Einkommenssteuer:

1. Die nationale Einkommenssteuer (federal income tax) wird in sechs Steuerklassen (Tax brackets) erhoben, die sich nach dem erzielten Einkommen bestimmen. Innerhalb der jeweiligen Steuerklasse herrscht Progression. Die Steuersätze auf dieser nationalen Ebene bewegen sich von 0% für Gering- und Niedrigsverdiener, bis 35% in der jeweiligen höchsten Steuerklasse, wiederum abhängig vom Familienstand.

taxes.about.com/od/2009taxes/qt/2009_tax_rates.htm

2. Zur nationalen Einkommenssteuer gesellen sich jedoch noch die Einkommenssteuern der Bundesstaaten:

Hier wird es sehr schwierig den Überblick zu behalten, denn weder kennen alle Bundesstaaten die gleichen Steuerklasseneinteilungen, wie die der nationalen Steuerbehörde, noch sind die erhobenen Steuern überall gleich hoch.

In Alaska zahlen die Bürger überhaupt keine einzelstaatliche Einkommensteuer, sondern nur die der föderalen Bundesregierung. - Aber sie werden durch Gemeindesteuern zur Kasse gebeten. - Dort, wo die meisten Menschen leben wollen und auch leben, da liegen diese Einkommenssteuern angenähert aufgeteilt auf die Steuerklassen (brackets) des Bundes, zwischen 1% - 11%. Die einzelstaatlichen Einkommenssteuern werden zusätzlich zu den Bundessteuern erhoben! Im schönen und bevölkerungsreichen Kalifornien liegt die zusätzliche Steuerbelastung z.B. zwischen 1,25% in der niedrigsten Steuerklasse und 10,55% in der höchsten Steuerklasse.

www.taxfoundation.org/taxdata/show/228.html

Hier eine schöne Grafik dazu:

www.taxfoundation.org/publications/show/25537.html

Da wo keiner lebt und kaum jemand leben möchte, obwohl es dort sehr schön sein kann und ein Leben ganz andere Qualitäten hat, gibt es auch keine hohen Steuern!

Die Vereinigten Staaten, deren durchschnittliche Einkommenssteuer, wenn man ehrlich ist, nur um geringe Prozentpunkte (+/-2% ) von den wichtigsten Mitbewerbern im internationalen Vergleich abweicht, teilen im übrigen das gleiche Problem dieser Länder.

Steuerausfall durch Niedrig- und Geringstlöhne, Verschuldung, Arbeitslosigkeit und individuelle Sonderbelastungen:

Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts steigt der Anteil derjenigen, die überhaupt keine Einkommenssteuer mehr zahlen, weil ihre Löhne nicht ausreichen, sie keinen Lohn beziehen oder aber ihre Schuldenlast so hoch ist, dass sie sogar Rückzahlungen durch die Freibeträge für Belastungen (negative Einkommensteuer) erhalten. Wer sich das einmal anschauen möchte, der findet hier die Daten dazu bis 2007. Das war noch vor der Krise!

www.taxfoundation.org/publications/show/25587.html

3. Auf der kommunalen Ebene werden nochmals Einkommenssteuersätze zwichen 1% und fast 4% z.B. in Philadelphia, fällig. Das sind keine Abgaben für kommunale Leistungen (Müll, Wasser, Schulgeld), sondern allgemein erhobene Steuern!

www.taxfoundation.org/taxdata/show/23374.html

Tax Foundation

Die Tax Fondation ist eine 1937 gegründete Gesellschaft, die ähnlich wie bei uns der Steuerzahlerbund, die Steuersätze beobachtet und die Steuererhebung überprüft. Sie sind natürlich für weniger Steuern. Die Datenerhebung ist aber sehr anschaulich und seriös.

Medienwirklichkeit und Realität:

Schon an dieser Zusammenstellung wird deutlich, wie doch manches Mal hierzulande , wenn die Beleuchtung der Flimmerkastenleute eingeschaltet wird oder eine so genannte Qualitätszeitung zum Interview bittet, Märchen erzählt werden und Bundesbürger, wie Bürger überall auf der Welt, lieber dem "Schmus"(1) aus des Prominenten Mund glauben, anstatt sich kurz einmal zu vergewissern, ob denn das Alles so stimmt. Allerdings wird von Medienvertretern auch selten dagegen gehalten. Sie sind mit ihrem Ruf, ein Interview mit..., geführt zu haben, vollauf zufrieden.

„The data shows the progressive tax structure of the U.S. federal income tax system on individuals that reduces the tax incidence of people with smaller incomes, as they shift the incidence disproportionately to those with higher incomes - the top 0.1% of taxpayers by income pay 17.4% of federal income taxes (earning 9.1% of the income), the top 1% with gross income of $328,049 or more pay 36.9% (earning 19%), the top 5% with gross income of $137,056 or more pay 57.1% (earning 33.4%), and the bottom 50% with gross income of $30,122 or less pay 3.3% (earning 13.4%).[6][7] If the federal taxation rate is compared with the wealth distribution rate, the net wealth (not only income but also including real estate, cars, house, stocks, etc) distribution of the United States does almost coincide with the share of income tax - the top 1% pay 36.9% of federal tax (wealth 32.7%), the top 5% pay 57.1% (wealth 57.2%), top 10% pay 68% (wealth 69.8%), and the bottom 50% pay 3.3% (wealth 2.8%).(8)

Die Besteuerung folgt dem Vermögensanteil, bildet diesen ab, schreibt die englische Wikipedia im gut sortierten und klaren Artikel zur Besteuerung in den Vereinigten Staaten. Sie verweist mit Arthur B.Kennickells Studie (8, s.o.) „ A Rolling Tide: Changes in the Distribution of Wealth in the U.S., 1989-2001“ (Kennickells ist ein Chef Ökonom und Direktor bei der US-Federal Reserve Bank und dort für den Bereich der Verbrauchereinkommen und Finanzen zuständig, www.federalreserve.gov/research/staff/kennickellarthurx.htm ) auch auf die wachsende Ungleichheit der Einkommen und die Folgen hin:

www.federalreserve.gov/pubs/feds/2003/200324/200324pap.pdf

Die „Tax Fondation hat auch die gewichtete durchschnittliche Einkommenssteuer der Haupt-OECD-Länder mit der der Vereinigten Staaten verglichen. Wer sich ein Bild machen möchte, der schaue hier:

www.taxfoundation.org/taxdata/show/23034.html

USA, gesamte durchschnittliche Einkommenssteuerbelastung 2009, gewichtet, 39,1%; Deutschland, 30,18%.

Von einer übermäßigen Einkommensbesteuerung hierzulande, im Vergleich mit den USA, kann wirklich nicht gesprochen werden. Trotzdem geht der TV-Gaga-Talk weiter und selbst in Deutschland angeblichen Bildungs-Eliteblatt „ZEIT“ oder beim Beamten, Zahnärzte- und Zahntechniker Liebling „SPIEGEL“ wird immer mal wieder kräftig gegen den Einkommenssteuerstaat los geholzt.

Grüße

Christoph Leusch

(1) "Schmus"- aus dem Jiddischen, schmuje, Gerede, Gerücht,Geschwätz , während "Schmu" ursprünglich "Betrug" meint (n. Leo Rosen)

Demnächst: Vermögenssteuern im gelobten Land und Firmenbesteuerung, sowie einige Hinweise, wie sich das „scheue Reh“ der Besteuerung entzieht und warum daher in Amerika stiften gehen und mildtätig in Eigenregie sein, eine gute Chance ist, was zu entscheiden und zu lenken, ohne privates Geld wirklich abgeben zu müssen.

17:06 16.01.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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