Costa Esmeralda
10.01.2013 | 06:55 43

Offener Brief an JA und die dF-Community (2)

"El Cóndor Pasa" Fortsetzung der Projektbeschreibung der Monatszeitschrift "El Cóndor Pasa" (als Print-Beilage zu "der Freitag", erstellt von der dFC)

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Costa Esmeralda

"Offener Brief an Jakob Augstein und an die dFC"

Fortsetzung der Projektbeschreibung von: "El Cóndor Pasa", Monatszeitung zur Förderung von Humanismus, nationaler und europäischer Identitätsstiftung und Weltbürgertum

0. Vorbemerkung: Zur Entstehung der Idee (s. vorherigen 1. Brief)

1. Begründung

(Ich gebe hier in der Folge die Begründung wieder, die ich bereits in meinem ersten "Offenen Brief" an JA und an Kommentatoren aufführte)

Was Humanismus, deutsche und europäische Identitätsstiftung und Weltbürgertum anbelangen, so sind ihre Förderung herausragende Aufgabe unserer Zeit, einer Epoche, in der sich die Welt in kontinentale Blöcke aufteilt, die um Einfluss und Überleben wettstreiten und damit auch Frieden immer häufiger infrage stellen. Europa ist ein ganz besonderer Kontinent, der zunehmend in Gefahr gerät, politisch und wirtschaftlich unter die Räder zu geraten. Das gilt ebenso für die einzigartige europäische Kultur, der die gesamte Menschheit viel zu verdanken hat. Als Deutscher, seit Jahrzehnten im Ausland lebend, sehe ich mit äusserster Besorgnis, wie unsere mediokre Seilschaften-Republik mit Frau Merkel an der Spitze, dieses Europa mit Elefantenschritten (besser mit dem MERKELSCHEN TOTSPARDIKTAT) "durchflügt" und eine gemeinsame Identitätsstiftung der europäischen Länder dem Herrschaftsanspruch der deutschen wirtschaftlichen Seilschaften opfert. Der deutsche Bürger, wie auch der Bürger unserer europäischen Nachbarländer, wird seine politische, wirtschaftliche und kulturelle Identität in Zukunft nur bewahren können, wenn es gelingt, die "Nationen-Bildung" (nation building) in Deutschland und den anderen Ländern zu vertiefen und darüber hinaus die europäische "Nationen-Bildung" in Angriff zu nehmen. Vor allem die deutsche Nationen-Bildung ist keineswegs abgeschlossen, weder politisch, ökonomisch noch kulturell; und wird es auch nicht, solange der Charakter unserer Seilschaften-Republik durch die Herrschaftsansprüche von hinter den Bundestagsparteien stehenden wirtschaftlichen Seilschaften bestimmt bleibt. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Bürger ist zumindest politisch und wirtschaftlich vom nationalen Identitätsstiftungs-Prozess ausgeschlossen. Und grosse Teile unserer intellektuellen Elite unterwerfen sich "freiwillig" dem Herrschaftsanspruch der Seilschaften, um ihr materielles Lebensniveau nicht infrage zu stellen. Was für Deutschland und Europa, aber auch für die Welt, auf der Strecke bleibt, ist die erfolgreiche Fortsetzung der vor 250 Jahren begonnenen Aufklärung mit ihren Idealen, die wir alle im Munde führen, aber nicht in die Tat umsetzen, insbesondere die Schaffung eines Humanismus, der weit über Sozialismus und Kapitalismus hinausführt.

Warum kommt ein geschlossener Widerstand gegen die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland nicht in Gang?

Der Widerstand gegen Seilschaften-Republik und Bundestags-Parteien-Diktatur ist bisher zersplittert und ohne konkrete Folgen, und das, obwohl wir heute das Internet zur Herstellung von Kommunikation unter Gleichgesinnten zur Verfügung haben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein wichtiger Grund liegt darin, dass Deutschland als europäische Hegemonialmacht im Gewand einer parlamentarischen Demokratie mit "Samthandschuhen" daher kommt, und seine verheerende, Herrschaft gebietende Rolle in Europa und teilweise auch auf dem Weltmarkt innerhalb des im Kapitalismus anerkannten Wertesystems ausübt. Ein weiterer Grund ist die Fragmentation des deutschen "social capital" oder der sozialen Kohärenz der verschiedenen sozialen Gruppen innerhalb der "Sozialen Marktwirtschaft" in der Weise, dass wir erst bei ungefähr 30% "Armen" angelangt sind, die bisher durch allerlei soziale Massnahmen ruhiggestellt werden und die Seilschaften-Republik noch nicht infrage stellen. Innerhalb der Mittelschicht beginnen sich die Jüngeren zu formieren (Piraten und verschiedenste Diskussionszusammenhänge). Aber auch deren Widerstandspotenzial als homogene soziale Gruppe ist bisher gering. Was machen die "intellektuellen Kleinbürger"? Sie lehnen sich mehrheitlich zurück und ruhen sich auf finanziellen Polstern aus. Das "radikale" Wort genügt ihnen, denn die Tat würde sie den Seilschaften suspekt machen, und sie fürchten deren Keule. Und doch sind es gerade diese "intellektuellen Kleinbürger", die im Kontext des Widerstandes eine wichtige Rolle bei der gesellschaftlichen Systemanalyse, der Ausarbeitung von Änderungsvorschlägen des Systems, der Formulierung von Utopie und der Einbettung dieser drei Bereiche in die Kultur spielen müssten. Ich hatte geglaubt, aus der Ferne in Panamá und nach jahrzehntelanger Abwesenheit in aussereuropäischen Realitäten (mit Ausnahme von Balkan), bei der nächsten Bundestagswahl könnten Unabhängige aus dieser "Intellektuellen-Schicht" antreten und mit Hilfe der von den Seilschaften "sozial Ausgeschlossenen" wenigstens einige BT-Mandate auf direktem Wege erringen. Über diese Unabhängigen hätten, internetmässig, die Bürger direkten Zugang zum BT, um den Altparteien das "Fürchten" zu lehren und eine breite ausserparlamentarische Opposition direkt in die Reform unseres gesellschaftlichen Systems einzubinden. Ich wurde eines Besseren belehrt. "Progressive" Unabhängige, die doch massenhaft unsere Unterstützung bekommen könnten, machen sich nicht auf den Weg. Bleiben die Piraten, die bisher auf die Erfahrung und das Wissen der "kleinbürgerlichen Intellektuellen" (bspw. der dF-Blogger) verzichten müssen.

Das Fehlen einer mehr oder weniger homogenen ausserparlamentarischen Bewegung liegt auch im Fehlen von Medien mit Meinungsführerschaft (in Presse und Fernsehen), die Aufklärung und Ermutigung zum Widerstand generieren könnten. Deshalb meine Idee der Monatszeitschrift. Ich lasse hier einmal das Fernsehen ausser Betracht, da mir ein dortiger Einstieg, bis auf die eine oder andere Sendung, grosszügig genehmigt, äusserst schwierig erscheint. Eine Zeitschrift, online und print, müsste prinzipiell "offen" bzgl. Mitarbeit sein, ein "Markenzeichen" haben, und kostenlos überall verbreitet werden, und zwar vornehmlich dort, wo ein Widerstand gegen das Seilschaften-System am ehesten zu erwarten ist, d. h. bei den "sozial Ausgeschlossenen" und den Jugendlichen. Die Verbreitung, bzw. Kopierung der Monatszeitschrift könnte von dF kostenlos allen möglichen und interessierten Alternativpublikationen gewährt werden. In einer derartigen Monatszeitschrift müsste Aufklärung und Diskussion über praktischen Widerstand Hand in Hand gehen, und zwar in allgemein verständlicher Form und so, dass sich niemand innerhalb der angegebenen inhaltlichen Themenbereiche ausgegrenzt fühlt. Ein solches Presse-Organ müsste Identifikation und Hoffnung ermöglichen können, um zur Basis für eine machtvolle ausserparlamentarische Bewegung zu werden.

2. Vorläufige Titel und Untertitel

2.1 Titel: "El Cóndor Pasa"

Warum dieser Titel? Er assoziiert, der indianischen Mythologie der Anden entsprechend, den Freiheitsgedanken, das "Fliegen" in eine bessere Zukunft. Ich halte auch einen spanischen Titel, der in der ganzen Welt wohlbekannt ist, für einen Titel, der bei eventueller Internationalisierung der Zeitschrift hilfreich sein kann. (Es muss ja nicht immer ein englischer Titel herhalten) Ausserdem kann bei einem mehr akademischen deutschen Untertitel ein ausländischer Titel so etwas wie Aufbruch in die Utopie suggerieren. Natürlich ist das eine persönliche Meinung und sollte keineswegs eine endgültige Festlegung bedeuten.

2.2 Untertitel: "Monatszeitschrift zur Förderung von Humanismus, deutscher und europäischer Identitätsstiftung und Weltbürgertum"

Auch dieser Untertitel ist ein Arbeitstitel. Er definiert die wichtigsten Ziele der Monatszeitschrift.

Lieber JA und dFC, hier erst einmal wieder Unterbrechung, da in Panamá die Mitternacht vorbeigezogen ist.

Die folgenden Kapitel sind wesentlich kürzer und passen wohl in einen einzigen Beitrag. Es folgen noch: - Inhaltliche Zielsetzung und Themenbereiche, - Leser-Zielgruppen, - Erstellung durch die dFC, - Verbreitung, Marketing, - Risiken, - Alternative Herausgabe, falls Print-Beilage nicht möglich, - Kosten (letztere bedeuten lediglich Zeit von Freiwilligen)

Liebe Grüsse aus Panamá, CE

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (43)

Oberham 10.01.2013 | 10:41

Sorry Costa, ich verleg mich auf trollen und shitstormen - für pragmatische, hoffnungsvolle Gedanken fehlt mir die Seele und das Herz.

Im Grunde kann ich das beschwichtigende Aufklären und Darstellen nicht mehr ertragen, da gerade jene die nötig wären die Dinge zu ändern, noch ernsthaft über das Personal der etablierten Parteien einen Diskurs führen.

Es ist doch nur der Diskurs über Strömungen, die einen selber vielleicht in der Mitte des Glückssroms halten könnten und bitteschön den Nachbarn ans Ufer der Armut spülen möchten.

Weit und breit keine Bewegung die da Interesse an einem echten Umbau der Gesellschaft hätten.

Die verstreuten Idealisten, die nicht Interessenpolitik sondern die Suche nach dem gemeinsamen, möglichen Nenner im Kopf ausbrüten, die haben sich längst in ihre Nischen verkrochen und bauen Gemüse an - zu Glauben ein Augstein würde so ein Projekt unterstützen - ist - ähm - sehr optimistisch.

Übrigens - eine Direktkandidatur im Wahlkreis hätte ich versucht - ich hab die Unterschriften nicht zusammenbekommen (ich wollte Mitstreiter - und - ja - die hätten mit mir das Mandat offiziell als Team vertreten sollen - keine chance ....)

Oberham 10.01.2013 | 10:41

Sorry Costa, ich verleg mich auf trollen und shitstormen - für pragmatische, hoffnungsvolle Gedanken fehlt mir die Seele und das Herz.

Im Grunde kann ich das beschwichtigende Aufklären und Darstellen nicht mehr ertragen, da gerade jene die nötig wären die Dinge zu ändern, noch ernsthaft über das Personal der etablierten Parteien einen Diskurs führen.

Es ist doch nur der Diskurs über Strömungen, die einen selber vielleicht in der Mitte des Glückssroms halten könnten und bitteschön den Nachbarn ans Ufer der Armut spülen möchten.

Weit und breit keine Bewegung die da Interesse an einem echten Umbau der Gesellschaft hätten.

Die verstreuten Idealisten, die nicht Interessenpolitik sondern die Suche nach dem gemeinsamen, möglichen Nenner im Kopf ausbrüten, die haben sich längst in ihre Nischen verkrochen und bauen Gemüse an - zu Glauben ein Augstein würde so ein Projekt unterstützen - ist - ähm - sehr optimistisch.

Übrigens - eine Direktkandidatur im Wahlkreis hätte ich versucht - ich hab die Unterschriften nicht zusammenbekommen (ich wollte Mitstreiter - und - ja - die hätten mit mir das Mandat offiziell als Team vertreten sollen - keine chance ....)

Oberham 10.01.2013 | 10:41

Sorry Costa, ich verleg mich auf trollen und shitstormen - für pragmatische, hoffnungsvolle Gedanken fehlt mir die Seele und das Herz.

Im Grunde kann ich das beschwichtigende Aufklären und Darstellen nicht mehr ertragen, da gerade jene die nötig wären die Dinge zu ändern, noch ernsthaft über das Personal der etablierten Parteien einen Diskurs führen.

Es ist doch nur der Diskurs über Strömungen, die einen selber vielleicht in der Mitte des Glückssroms halten könnten und bitteschön den Nachbarn ans Ufer der Armut spülen möchten.

Weit und breit keine Bewegung die da Interesse an einem echten Umbau der Gesellschaft hätten.

Die verstreuten Idealisten, die nicht Interessenpolitik sondern die Suche nach dem gemeinsamen, möglichen Nenner im Kopf ausbrüten, die haben sich längst in ihre Nischen verkrochen und bauen Gemüse an - zu Glauben ein Augstein würde so ein Projekt unterstützen - ist - ähm - sehr optimistisch.

Übrigens - eine Direktkandidatur im Wahlkreis hätte ich versucht - ich hab die Unterschriften nicht zusammenbekommen (ich wollte Mitstreiter - und - ja - die hätten mit mir das Mandat offiziell als Team vertreten sollen - keine chance ....)

Oberham 10.01.2013 | 12:50

... hm ... vielleicht könnte ich tatsächlich was bewirken, würden meine etwas holperigen, Buchstabenverwirrungen mit Überlichtgeschwindigkeit milliardenfach in die Gehirnzellen der Menschen strömen - sie legten weltweit jedwede sinnlose Arbeit nieder, würden die wundersamsten Dinge erfinden und in 10 Jahren hätten wir das Paradies erschaffen - interplanetares Reisen wäre wohl für alle die gerne möchten in 100 Jahren ganz real, gepowert von einer die Zwischenräume der Multiversen ansteuernden Pipeline die dunkle Energie für Hyperdimensionsgeschwindigkeitswohnzimmerreisewaben liefert und uns erlaubt mit allen Stings in Sichtweite zu kommunizieren.

"Hey, wundervoller Tag heute, an welchen Dingen brütest Du gerade?"

"Ups - ich verschlinge gerade Einzeller - antwortet die Amöbe"

"Ja, ich weiß, diesen Nahrungskreislauf müssen wir noch irgendwie anders hinbekommen - in Gallien gibts ein Dorf - da arbeiten sie daran - Zauberzellen, die super schmecken für alle - die aber nur einen Wunsch haben, gefessen zu werden."

Oberham 10.01.2013 | 12:50

... hm ... vielleicht könnte ich tatsächlich was bewirken, würden meine etwas holperigen, Buchstabenverwirrungen mit Überlichtgeschwindigkeit milliardenfach in die Gehirnzellen der Menschen strömen - sie legten weltweit jedwede sinnlose Arbeit nieder, würden die wundersamsten Dinge erfinden und in 10 Jahren hätten wir das Paradies erschaffen - interplanetares Reisen wäre wohl für alle die gerne möchten in 100 Jahren ganz real, gepowert von einer die Zwischenräume der Multiversen ansteuernden Pipeline die dunkle Energie für Hyperdimensionsgeschwindigkeitswohnzimmerreisewaben liefert und uns erlaubt mit allen Stings in Sichtweite zu kommunizieren.

"Hey, wundervoller Tag heute, an welchen Dingen brütest Du gerade?"

"Ups - ich verschlinge gerade Einzeller - antwortet die Amöbe"

"Ja, ich weiß, diesen Nahrungskreislauf müssen wir noch irgendwie anders hinbekommen - in Gallien gibts ein Dorf - da arbeiten sie daran - Zauberzellen, die super schmecken für alle - die aber nur einen Wunsch haben, gefessen zu werden."

Oberham 10.01.2013 | 12:50

... hm ... vielleicht könnte ich tatsächlich was bewirken, würden meine etwas holperigen, Buchstabenverwirrungen mit Überlichtgeschwindigkeit milliardenfach in die Gehirnzellen der Menschen strömen - sie legten weltweit jedwede sinnlose Arbeit nieder, würden die wundersamsten Dinge erfinden und in 10 Jahren hätten wir das Paradies erschaffen - interplanetares Reisen wäre wohl für alle die gerne möchten in 100 Jahren ganz real, gepowert von einer die Zwischenräume der Multiversen ansteuernden Pipeline die dunkle Energie für Hyperdimensionsgeschwindigkeitswohnzimmerreisewaben liefert und uns erlaubt mit allen Stings in Sichtweite zu kommunizieren.

"Hey, wundervoller Tag heute, an welchen Dingen brütest Du gerade?"

"Ups - ich verschlinge gerade Einzeller - antwortet die Amöbe"

"Ja, ich weiß, diesen Nahrungskreislauf müssen wir noch irgendwie anders hinbekommen - in Gallien gibts ein Dorf - da arbeiten sie daran - Zauberzellen, die super schmecken für alle - die aber nur einen Wunsch haben, gefessen zu werden."

Oberham 10.01.2013 | 12:50

... hm ... vielleicht könnte ich tatsächlich was bewirken, würden meine etwas holperigen, Buchstabenverwirrungen mit Überlichtgeschwindigkeit milliardenfach in die Gehirnzellen der Menschen strömen - sie legten weltweit jedwede sinnlose Arbeit nieder, würden die wundersamsten Dinge erfinden und in 10 Jahren hätten wir das Paradies erschaffen - interplanetares Reisen wäre wohl für alle die gerne möchten in 100 Jahren ganz real, gepowert von einer die Zwischenräume der Multiversen ansteuernden Pipeline die dunkle Energie für Hyperdimensionsgeschwindigkeitswohnzimmerreisewaben liefert und uns erlaubt mit allen Stings in Sichtweite zu kommunizieren.

"Hey, wundervoller Tag heute, an welchen Dingen brütest Du gerade?"

"Ups - ich verschlinge gerade Einzeller - antwortet die Amöbe"

"Ja, ich weiß, diesen Nahrungskreislauf müssen wir noch irgendwie anders hinbekommen - in Gallien gibts ein Dorf - da arbeiten sie daran - Zauberzellen, die super schmecken für alle - die aber nur einen Wunsch haben, gefessen zu werden."

Oberham 10.01.2013 | 12:50

... hm ... vielleicht könnte ich tatsächlich was bewirken, würden meine etwas holperigen, Buchstabenverwirrungen mit Überlichtgeschwindigkeit milliardenfach in die Gehirnzellen der Menschen strömen - sie legten weltweit jedwede sinnlose Arbeit nieder, würden die wundersamsten Dinge erfinden und in 10 Jahren hätten wir das Paradies erschaffen - interplanetares Reisen wäre wohl für alle die gerne möchten in 100 Jahren ganz real, gepowert von einer die Zwischenräume der Multiversen ansteuernden Pipeline die dunkle Energie für Hyperdimensionsgeschwindigkeitswohnzimmerreisewaben liefert und uns erlaubt mit allen Stings in Sichtweite zu kommunizieren.

"Hey, wundervoller Tag heute, an welchen Dingen brütest Du gerade?"

"Ups - ich verschlinge gerade Einzeller - antwortet die Amöbe"

"Ja, ich weiß, diesen Nahrungskreislauf müssen wir noch irgendwie anders hinbekommen - in Gallien gibts ein Dorf - da arbeiten sie daran - Zauberzellen, die super schmecken für alle - die aber nur einen Wunsch haben, gefessen zu werden."

Oberham 10.01.2013 | 12:50

... hm ... vielleicht könnte ich tatsächlich was bewirken, würden meine etwas holperigen, Buchstabenverwirrungen mit Überlichtgeschwindigkeit milliardenfach in die Gehirnzellen der Menschen strömen - sie legten weltweit jedwede sinnlose Arbeit nieder, würden die wundersamsten Dinge erfinden und in 10 Jahren hätten wir das Paradies erschaffen - interplanetares Reisen wäre wohl für alle die gerne möchten in 100 Jahren ganz real, gepowert von einer die Zwischenräume der Multiversen ansteuernden Pipeline die dunkle Energie für Hyperdimensionsgeschwindigkeitswohnzimmerreisewaben liefert und uns erlaubt mit allen Stings in Sichtweite zu kommunizieren.

"Hey, wundervoller Tag heute, an welchen Dingen brütest Du gerade?"

"Ups - ich verschlinge gerade Einzeller - antwortet die Amöbe"

"Ja, ich weiß, diesen Nahrungskreislauf müssen wir noch irgendwie anders hinbekommen - in Gallien gibts ein Dorf - da arbeiten sie daran - Zauberzellen, die super schmecken für alle - die aber nur einen Wunsch haben, gefessen zu werden."

Costa Esmeralda 10.01.2013 | 17:57

Liebe

JP'S

@OBERHAM

@TLACUACHE

Ich werde versuchen, heute noch die letzten Punkte des Vorschlages einzustellen. Dann geht es ans Eingemachte. Ich habe Einleitung und Begründung etwas langatmig gemacht, aber aus gutem Grund: Einmal denke ich daran, dass wir später eventuell Sponsor-Gelder von der EU-Kommission oder sonstwo beantragen könnten und einen "entsprechenden" Projektvorschlag brauchen, der natürlich einige Spitzen nicht enthalten darf. Zum anderen ist es doch wichtig, eine inhaltliche Grundlage für unser Tun zu haben, die sich von herkömmlichen Ideologien unterscheidet.

Im Übrigen, wenn man tatsächlich aus elitären Kreisen heraus will, dann müssen wir einen ganz eigenen Schreib- und Argumentations-Stil entwickeln, der auch zur konkreten gesellschaftlichen Tat ermutigt. Ausserdem muss das "Herz", d. h. Solidarität, mit im Spiel sein, auch Eigenwilligkeit und Komik, Skurrilität und Spannung. Schlicht und einfach: Wir sollten das Schreiben neu erfinden. Und das geht nur über ein solidarisches Team mit Kreativität. Da helfen auch nicht frustrierte Geister (Oberham, fühl dich nicht, oder doch, angesprochen, Du wirst gebraucht, Schluss aus!) weiter. Stellt Euch einen Text vor, für einen jungen und alten Arbeitslosen, einen HartzIVler, eine Rentnerin mit schmalen Auskommen, einen Jugendlichen, der in die rechte Szene abzudriften droht, einen selbsternannten "Revolutionär", der alles zusammen schlagen will, im Namen des Volkes, aber auch einen Herrn Professor, der sich mit den Niederungen der Normalbürger anfreunden soll; stellt Euch eine 12. Klasse vor, in der der Lehrer einen Text vorlegt, der zum Aufsatz anregen soll. Oder ein Flugblatt in einer Uni, der die Kommilitonen zur konkreten Aktion aufruft. Deshalb habe ich mir didaktisch das so vorgestellt, dass aus der Analyse heraus die Reform entwickelt wird mit der Utopie als Richtschnur, und das eingebettet in Kultur, die sich analog in Lyrik, Prosa, Karikatur, Photographie Luft macht. Wir müssen experimentieren und sehen, wie wir unsere eigene Linie entwickeln, die aber immer offen für Leute guten Willens sein sollte.

Ich will mal hier Schluss machen und die letzte Folge zusammenstellen. Dann sollten wir etwa 10 Tage lang diskutieren und eine erste Gruppe von Verantwortlichen (vielleicht bis zu fünf) zusammenstellen. Danach müsste ein erstes Thema ausgewählt werden, das von der Analyse über die Reform und Utopie bis zur Kultur durchgearbeitet wird (Bspw. HartzIV oder Leiharbeit, oder Xenophobie, oder Euro-Krise, oder Wahl 2013, oder, oder,...., es gibt Tausend Möglichkeiten). Dabei arbeiten wir wie in einer Werkstatt und feilen, bis wir ein erstes gemeinsames "Kunstwerk", komprimiert auf wenigen Seiten und lesbar und amüsant für die Mehrheit der Bürger erstellt haben.

Eines habe ich in meiner Arbeit in "Dritte Welt"-Ländern an Erkenntnis durch die eigene Praxis mehr als deutlich gewonnen (aber auch schon in Deutschland, bevor ich im Ausland zu arbeiten begann): Wir können nicht "stellvertretend" für Menschen handeln, wie bspw. selbsternannte Revolutionäre (siehe Ché in Afrika und Bolivien) oder andere weltfremde Revolutionäre in den Metropolen, auch nicht wie unsere Abgeordneten und politischen Parteien, die doch so überzeugt sind, dass sie die Interessen der Bürger vertreten. Wenn die Menschen mehrheitlich nicht bereit sind, selbst den Schritt zu wagen, können wir diesen Schritt nicht stellvertretend gehen. Aber damit dieser Schritt gewagt wird, und aus vollem Bewusstsein, dafür können wir allerdings etwas tun, und diese Verantwortung kann uns keiner abnehmen. Da helfen auch keine Ausreden, dass ein geistreiches Gespräch am warmen Kamin bei Wein und Käse dem individuellen Wohlbefinden allemal förderlicher ist, als sich mit der kruden Realität aktiv auseinanderausetzen.

Damit verabschiede ich mich bis auf den Nachmittag, Abend, Panamá-Zeit.

LG, CE

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Ehemaliger Nutzer 10.01.2013 | 22:00

Also bei den Erststimmen dachte ich: Wow. Aber hier? Für mich, mit Verlaub, eine Aneinanderreihung von Denkfehlern.

(1) Da ist ein Gegeneinander heraushörbar. Wir gegen die. So sind die Deutschen aber nicht. Dieses Land ist von seinen Instinkten her durch und durch sozialistisch, ja. Aber keinen millimeter marxistisch. Sozialismus in Deutschland - das "Wir-Gefühl", er ist nicht klassenspaltend und hetzerisch, er verbindet. Will man den sozialistischen Instinkt der Deutschen verstehen, gehe man nach dem Sieg in einem wichtigen Länderspiel mla auf die Straße. Will man sich glauben machen, dieser habe irgendetwas mit roten Fahnen zu tun - die MLPD gibt es schon. Dort findet man vermutlich auch den Titel ganz toll.

(2) Keinen Materialismus! Die Leute glauben es nicht, dass ihr Zahnarzt ihr schlimmster Feind ist, gegen den politisch vorzugehen wäre. Und die Skepsis ist berechtigt. Unter Deutschen funktioniert kein Klassenkampf. Ein durchdachter Ausgleich zwischen Trägern schwarzweißer Schals - das funktioniert. Erzählt man den Leuten etwas von Karl Marx, fangen sie an zu lachen. Mit Recht.

(3) Ein spanischer Titel? Und ein - Condor? Leuten, die sich nach Einheit sehnen, nicht nach Spaltung, und die seit dem 11. Jahrhundert (!) einen schwarz-roten Adler auf gelbem Grund geflaggt haben unter dem Symbol eines Condor zum Widerstand gegen ihre Mitbürger aufrufen wollen? Definitiv vielversprechend. Eigentlich genial.

Ob man für die Symboliken und die Psychologie, kurzum: das Ticken eines Landes, dessen Zustände man zu verbessern sucht nicht vielleicht besser ein klein wenig Verständnis mitbringen sollte?

Es empfiehlt sich zumindest dann, wenn man auf Wirkung aus ist.

Einer Kulturnation im (allerdings selbstverschuldeten) Bankenelend gewissermaßen mit Karl Marx und der Regenbogenfahne zu kommen und die Leute dann auch noch gegeneinander ausspielen zu wollen - das verdient eigentlich nur ein Kopfschütteln.

Die Leute wollen gar kein Kumbaya. Sie wollen sich selbst.

Oberham 10.01.2013 | 22:16

Die Leute wollen gar kein Kumbaya. Sie wollen sich selbst.

Wissen sie das auch? Die Leute, wollten sie sich selbst, warum rennen sie dann ständig irgendwelchen Parolen hinterher?

Oder sind wir im Grunde ein so gruseliges Raubtier, dass - würden wir uns selbst wollen und uns selbst agieren lassen, nur noch Mord und Todschlag den Alltag bestimmten und die derzeitigen Strukturen die bestmöglichen von lauter grausamen Alternativen sind?

Sprich - ein miteinander ist qua Veranlagung schlicht unmöglich.

Das hieße die ganzen Menschen die - wie ich - vom guten Menschen träumen sind schlicht geistig etwas verpoolt - kranke Träumer.

Costa Esmeralda 11.01.2013 | 01:44

Lieber Andreas,

da ist allerdings ein Gegensatz herauszuhören, zwischen BT-Parteienmitgliedern (besser gesagt den Grosskopfeten dieser Parteien, die unser politisches System m. E. gegen die Interessen der Mehrheit der Zivilgesellschaft autoritär bestimmen und die im GG verankerte Volkssourveränität wie die Pest verabscheuen) und grossen Teilen der Zivilbevölkerung, die keine andere Wahl haben als die BT-Parteien abzunicken oder der Wahl fernzubleiben. Ich nenne unsere parlamentarische Demokratie eine Seilschaften-Republik, und sie wird auch immer stärker als eine solche von den Menschen empfunden. Von roten Fahnen spricht hier niemand, die können wir vergessen. Marx'sche Theorie hat uns viel Erkenntnis gebracht, die Marx'sche Praxis hat sich in der Geschichte selbst diskreditiert. Als junger Mensch hat mir die Lektüre über die Auseinandersetzung Marx versus Bakunin schon frühzeitig die Augen geöffnet. Ich gebe Dir recht, dass mit "Marx'scher Praxis" heute absolut kein Blumentopf mehr gewonnen kann.

Dem Marx'schen Materialismus setze ich den Humanismus der Aufklärung entgegen. Und letzterer beginnt da, wo die materiellen Grundlagen des Lebens nicht mehr gegeben sind und der Einzelne den Entscheidungen der politischen Seilschaften (BT-Parteien) und der wirtschaftlichen (Kapitaleigner) hilflos ausgeliefert ist. Ein Humanismus, eine Solidarität, Fürsorge und Brüderlichkeit der Menschen untereinander, fällt nicht vom Himmel, er muss durch Widerstand gegen diejenigen, die ihn heute verhindern, erkämpft werden. Der Bürger muss Subjekt der Geschichte werden und seine Lebensbedingungen in Würde und gegenseitigem Respekt mit den Mitmenschen mitbestimmen können. Die Zeiten von Merkel (L'état c´est moi!, Silvesterrede) oder einer fürsorgenden "Repräsentanz" vonseiten der SPD gehören früher oder später der Vergangenheit an. Beide deutschen politischen Hauptströmungen (konservative und sozialdemokratische) haben ihre Legitimation als "Repräsentanten" verspielt, da sie sich eindeutig auf die Seite des Kapitals geschlagen haben. Sie haben nicht einmal im Ansatz versucht, das kapitalistische System zu reformieren, das wie das politische System den Bürger von der Mitbestimmung ausschliesst. Wir haben lange darüber diskutiert, warum der Bürger in Deutschland durch seinen relativen Konsumstandard ruhiggestellt wurde, ohne sich des Verlustes seiner politischen Freiheit bewusst zu sein. Aber die Euro-Krise und ganz besonders auch die von Menschen herbeigefühte Krise der Nachhaltigkeit des natürlichen Gleichgewichtes auf unserer Erde haben klar vor Augen geführt, das der Bürger sich einmischen muss und Widerstand gegen die "Stellvertreter" des Bürgers angesagt ist. Diesen Widerstand kann man mit der "Marx-Keule" nicht länger verunglimpfen. (Übrigens würde ein Herr Marx heute nicht mehr als ein "autoritärer, rechthaberischer Knüppel" auftreten können wie im 19. Jahrhundert. )

Über den spanischen Titel kann man streiten. Er ist ein Arbeitstitel, nichts anderes. Was Sozialpsychologie eines Volkes anbelangt, so ist sie ungeheuer wichtig. Aber sie ist auch wandelbar, vor allem, wenn das Volk ein Gespür für das Auseinanderklaffen von Retorik der Regierenden und Wirklichkeit des Volkes entwickelt, in Zeiten materieller menschlicher Not und immer stärkerer "Not" unserer Umwelt.

Andreas, in aller Freundschaft Grüsse aus Panamá, CE

Costa Esmeralda 11.01.2013 | 02:14

Lieber Oberham,

es wird von der "condición humana" gesprochen. Die Menschen wollen sich selbst, aber mit unterschiedlichen Vorstellungen. Und da sind die Kapitalisten die eindeutigen Gewinner und stehen auf der "Sonnenseite" des materiellen Lebens, in dem sie ihre Mitmenschen ausbeuten. Das wollen sie. Was wollen die Anderen? Sie identifizieren sich mit anderen Lebenszielen, die sie allerdings schwerlich gegen die Kapitalisten, oder Nomenklatura, durchsetzen können. Das ist die Dialektik der menschlichen Geschichte und jeder muss sich im Leben entscheiden, auf welche Seite er sich schlägt: Auf die Seite derjenigen, die dem Mammon und der Machterhaltung frönen oder derjenigen, denen ein harmonisches und friedfertiges Leben unter seinesgleichen und in heiler Natur wichtiger ist. Will man Letzteres, muss man es sich militant erobern, freiwillig wird es einem nicht in den Schoss gelegt. Das siehst Du ja am besten in Deiner bayrischen Idylle, in der die CSU bisher meisterhaft die Menschen getäuscht hat, mit Machterhaltung auf der einen Seite und Volkstümlichkeit auf der anderen. Und wer fragt, solange Bier, Knödel und Weisswürste auf dem Tisch stehen, nach Mitbestimmung? Befriedigung des materiellen Grundstandards wird fälschlich als Freiheit empfunden. Da fällt es leicht zu sagen: "Der Strauss macht das schon für uns."

LG, CE

Oberham 11.01.2013 | 08:55

Lieber Costa,

ich fürchte die CSU hat es gar nicht nötig die Menschen in Bayern zu täuschen, die Menschen hier sind schlicht egomane Psychopaten.

Selber komme ich aus einem bäuerliche Millieu, mütterlicherseits, der Vater stammte aus einer Unternehmerfamilie.

Nun - da Omi das 14. Kind war, Opi im Krieg blieb und der Siefopi ein uneheliches Kind - eines örtlichen -Großbauern, waren die einen arm, obwohl die UR-Urgroßeltern vermögend waren, auf beiden Seiten, die andere Seite war relativ reich.

Die Großmutter väterlicherseits sprach mit mir kaum ein Wort, meine Mutter war nicht gerade das, was man eine passende Partie nennt.

Was folgere ich daraus? Nun, die Menschen entzweihen sich schon innert der Familien, sie raffen zusammen und versuchen sich abzugrenzen, materiell und was passiert ideell?

Ideell scheint mir die Armut allumfassend, selbst vermeintlich sublime, feine, talentierte Menschen tummeln sich munter in diesem Pool des Wahnsinns und exekutieren sozial nicht selten die größten Raubviecher!

Nimm einen armen Menschen - lass ihn die Million im Lotto gewinnen, was ergibt sich?

Du hast in wohl neun von zehn Fällen einen Psychopathen, der ernsthaft glaubt, er sei nun ein höherwertiger Mensch.

Ich fürchte auch in den ärmsten Regionen dieser Erde (außer bei Naturvölkern - doch die würde ich nicht zu den armen Menschen zählen, wäre ich nicht ein kranker Fremdkörper dort, es wäre wohl das beste sich diesen Menschen anzuschließen) träumen die Menschen meist vom materiellem Reichtum - sobald der Magen nicht furchtbar knurrt verengt sich der Blick auf Irrsinnsbedarf, träumt man von unnützen Dingen, ist man weiter bereit sich zum Paria in der Hölle zu machen.

Es tut mir leid, desto mehr man sich ganz schlicht und objektiv die Gesellschaften der Menschen betrachtet, desto trüber und hoffnungsloser wird das Bild!

Jene, die anders denken, leben schon seit jeher anders.

Wie ich andernorts schon oft schrieb - uns bleibt nur immer wieder - den traum vom Miteinander zu skizzieren, immer wieder - wie eine Litanei den Wahnsinn aufzuzählen, immer wieder mit anderen das Gespräch zu suchen und Fragen zu stellen, auf die es keine bequemen Antworten gibt.

Es ist doch so offensichtlich - auch jetzt in Europa, vor allem bei den jungen, vermeintlich gut ausgebildeten, leider nur gut konditionierten Menschen, bei den Empörten, wärst Du z.B. jetzt ein wohlhabender Investor, der seine "El Condor pasa" verlegt und feste Redakteure anstellte - was glaubst du passierte?

Du hättest tausende von Bewerbern (würdest du es europaweit ausschreiben) - und von denen würde jeder, ich sage und behaupte jeder, hätte er den Job bekommen, einen Teufel tun, einige Monate später auf das halbe Gehalt zu verzichten um einen zweiten in Lohn und Brot zu bringen! Plötzlich könnte er davon nicht mehr leben, obschon er einige Monate vorher noch gar nichts hatte.

Würdest du jedoch von Beginn an nur 1000 Euro im Monat bieten - und zwar ohne baldige Aussicht auf Aufstieg und Mehrlohn - es wäre interessant wieviele Bewerber dann noch kämen .

Besser wäre die erste Variante, da sie in Deiner Redaktion nach sechs Monaten die wahren sozialen Charaktere outen könnte (am besten man würde anfangs sogar einen Spitzenlohn bieten und am Ende der Probezeit das Gehalt auf zehnteln und dafür neun neue mit ins Boot holen - da würde wirklich gefiltert wer materielle und wer ideelle Ansprüche an sich selber stellt)

Es gibt ähnlich Feldstudien, sie ergeben leider immer das gleiche Bild - wer am Trog hockt, bockt und wendet sein breites Kreuz den kommenden, bettelnden zu, er frisst und ignoriert wer hinter ihm im Schlamm verreckt.

Wir - so elend das klingen mag - sitzen nicht an den überfüllten Trögen der Oligarchen und ihrer unmittelbaren Bütten, doch wir hocken doch geanauso an Trögen die gut gefüllt sind, sehr, sehr gut gefüllt, lädt einer von uns am Abend einen hungernden an seine Tafel?

Ich mach es auch nicht - ich könnte jeden Abend ins Asylantenheim unserer Stadt gehen und dort täglich fragen ob wer Lust hab zu mir zu kommen - vielleicht würden die sich freuen, es wäre einen Versuch wert - ich tue es nicht, ich mach mir vor, die hielten mich ohnehin nur für einen Spinner - ich halt es mir aus Bequemlichkeit vor!

Irgendwie ist das Warten auf Godot eine sehr lässige Sache, man macht sich innerlich ein klein wenig heilig, schaut der Welt beim verbluten zu und bestellt seinen Acker dabei, desto mehr ich darüber nachdenke, desto widerlicher find ich mich selber - man könnte wohl wirklich persönlich noch viel, viel mehr tun.

Vielleicht mach ich das mit den Asylsuchenden - vielleicht frage ich mal dort, wer mich besuchen möchte - könnte man ja mit Sprachtraining verbinden - Pfannkuchen, mit Apelkompott und Marmelade - dazu dunkle Augen, einen grimmigen Niederbayern, - ein - ich hoffe ganz manierliches Französisch, Englisch oder sehr holperiges Spanisch - ins Bayerische oder gar Hochdeutsche - bei uns werden die sonst nur mittels Fußball integriert - da sind sie sehr willkommen.

Falls Dein Projekt was wird - würde ich über Beispiele von Mitmenschlichkeit berichten wollen und die in den Kontext des allgemeinen Wahnsinns setzen - nicht als positive Beispiele wie toll unsere Gesellschaft doch ist (was die Medien doch gerne tun...), sondern entlarven wie abgrundtief verdorben die Masse dahinvegetiert!

(Ich arbeite in einem Hospitzverein - ehrenamtlich, betreue - ehrenamtlich alte Menschen, arbeite mit Kinders aus der Hauptschule - wir machen Theater - und dürfen nicht auftreten, da - leider - die Bühnen nicht das grandiose Spiel der Wesen goutieren, sondern den geschliffenen Wortlaut eines Textgebildes, den derben Witz des Bauerntheaters - bei bunten Abenden verstören wir regelmäßig das Publikum - demnächst mit MacBeth adapitert auf ein lesbisches Vice-Präsidentehepaar in den Vereinigten Staaten, die auf einer Party im White-House zum ersten Präsidentenpaar der Weiblichkeit mutieren - natürlich ist das böse und ich missbrauche die Kids da vielleicht sogar, aber einigen Zuschauern wird klar was ich meine - selbst beim bunten Abend in der Provinz - und die Kinder haben Spaß, die Miss Vice Präsident ist einfach köstlich (alias Lady MacBeth) - mein MacBeth ist eben auch weiblich - Duncan ist in etwa ein Obama - Hexen habe ich nur zwei - das sind zwei richig lebhafte Mädels die Starreporterinnen von FOX und CNN mimen - im März haben wir beim bunten Abend 30 Minuten....

Die Frauen mögen mir verzeihen, natürlich ist es auch ein gehöriger Seitenhieb auf die DAX-Vorstandsquotendiskussion (wieviel Gelaber wurde hier über etwa 100 relevante Quotenplätze schon ausgeleiert?)

Daran sieht man - was wirklich zählt - verhungerte Kinder im Sekundentakt sind den Journalisten in Deutschland nicht ein Hundertstel der Aufmerksamkeit wert, die eine Debatte welche karrieregeilen Weiber - karrieregeile Männer qua Quote in 30 Konzernen den Platz im Gehaltswahnsinn abspenstig machen dürfen - dazu noch ein Kampf von zwei Ministerinnen und deren Ministerien.

80 Millionen Deutsche werden dazu dauerinformiert..... (ich schätze in 2012 waren das mindestens einige Stunden Sendezeit alleine zu diesem perversem Thema - natürlich die intellektuelle Weiblichkeit wird das anders sehen - es ginge diese Quote stellvertretend für - ja für was bitte???? Vielleicht die Quote bei der Altenpflege? An den Supermarkkassen? Beim Friseur? Bei den privat benutzen Putzmaschinen für einige schwarze Euros?....

Oh.... Costa - ich hoffe du hast den Text nicht ganz gelesen - das war meine heutige Morgenlitanei.

Oberham 11.01.2013 | 16:39

Ja, ich werd wohl bald hier gelöscht, wer ausspricht was jeder zu verdrängen versucht, der ist sozusagen eine art Ruhestörung - ich hab heut noch nen Blog reingestellt, der war sicher auch zu dröge Kost für das erlesene, belesene und vor allem so intellektuelle Puplikum - hab aber auch nichts erwartet - insofern - bestägtig mich nur in meiner Meinung - Hilfe wo ist meine Tarnkappe!

Costa Esmeralda 11.01.2013 | 16:54

Lieber Oberham,

ich habe den Text mit Vergnügen gelesen. Besonders dem Theaterspiel der Kinder würde ich gern beiwohnen. Wann kommen da Hauptpersonen wie Merkel, Steinbrück, Seehofer und andere Konsorten zu Wort? Das wäre etwas auch für einen besonderen Anhang der Monatszeitschrift.

Wir müssen die angehen, wie man eine Kooperative angeht. Zu Beginn wird das ein arbeitssamer, unentgeltlicher, aufklärerischer Einsatz sein. Aber daran können sich allmählich auch Aktivitäten entwickeln, vor allem, wenn sich die "Marke" etabliert, die sukzessive Einnahmen erbringen. In dem offenen Brief (Schluss) werde ich darüber "phantasieren". Wichtig ist eine relativ stabile "Startgruppe", die wie eine Kooperative funktioniert, in der sich dei Mitglieder gegenseitig stützten. Stell Dir vor, die Monatszeitschrift würde es schaffen, über die nächsten vier Jahre Monat für Monat die wichtigsten Analysen, Vorschläge, Utopien und Kultur in die Gesellschaft hineinzutragen. Dann würden die Mitglieder der Kooperative allesamt mindestens die zigfache Kapazität eines heutigen Seilschaften-BT-Mitgliedes haben und dabei unabhängig sein. Diese Leute wären prädestiniert, zukünftig mit der Zivilgesellschaft im Gefolge in den BT einzuziehen. Und sie würden den Wahlkampf locker gegen Kandidaten der Altparteien gewinnen. Wir müssen das strategisch, mit Ausdauer, gegenseitiger Unterstützung und Lust angehen. Es wird ein Abenteuer werden, aber wir lernen dabei mehr, als wir geben können. Wir werden sozusagen eine pädagogische, aufklärerische Sozialarbeit machen müssen, (wie Du es im Kleinen machst) in der wir die Verbindung wenigstens mit Teilen der Bürger, vor allem mit Jugendlichen aber auch mit Frauen herstellen sollten. Auch wenn man Beispiele aus der Entwicklungsarbeit nicht unbedingt verallgemeinern kann, so ist es doch kulturüberschreitend überall ähnlich. Ich konnte meine Arbeit auch deshalb halbwegs positiv gestalten, weil ich mich auf die jeweilige Kultur eingelassen habe und mich auch ein Stück mit ihr identifizierte. Und die jeweilige Zivilgesellschaft hat ein gutes Gespür dafür, ob gemeinsame Identifikation vorliegt, oder ob sie nur für fremde Interessen ausgenutzt wird. Und genau das ist es, was jetzt auch der deutsche Bürger langsam schnallt, wie die BT-Parteien gerade wieder vor der Wahl Süssholz raspeln, um ihre Schäfchen auf Kosten dieser Bürger ins Trockene zu bringen. Es genügt zu fragen: "Frau Merkel, nun sind sie schon so lange Kanzlerin und versprechen etwas, dass Sie und Ihresgleichen doch längst hätten umsetzen können. Warum kommen Versprechen regelmässig zur Wahl, und nach dem Wahltag kommt die Peitsche?" Auch die SPD: Warum kommen sie jetzt erst auf den Dreh, ihr Programm öffentliche zu diskutieren. Auf einmal haben alle Altparteien Schiss, sie könnten die Zivilgesellschaft verschrecken, da die Piraten ihre Programmpunkte wenigstens im Internet öffentlich diskutieren. Selbst Seehofer bekommt kalte Füsse und will plötzlich das Internet entdecken. Das zeigt doch deutlich, dass die Altparteien sich bisher einen Teufel um die Zivilgesellschaft gekümmert haben. Und das ganz bewusst. Und was jetzt passiert, ist Heuchelei. Nach der Wahl ist alles Schnee von gestern.

Lieber Oberham, werde hier unterbrechen, da ich an der Projektbeschreibung weiter machen muss. Gestern kamen mir verdammt viele andere Verpflichtungen dazwischen.

Tschüss, CE

Costa Esmeralda 11.01.2013 | 17:03

Lieber JR'S,

siehe auch meine untenstehende Antwort an Oberham. Werde jetzt darangehen, dass spätestens diesen Abend oder am Sonnabendmorgen der Schlussteil eingestellt ist. Nicht sauer sein. Auch hier in Panamá gibt es einige Pflichten und Überraschungen, die den Tagesablauf manchmal unberechenbar machen.

Wenn ich in Deutschland wäre, würde ich auch gern einmal Deinen "Hof"/Katzen besichtigen, auch den von Oberham.

Vielleicht klappt das ja einmal.

Bis auf "Gleich"! Hasta pronto, wie man hier zu sagen pflegt. @TLACUACHE würde sagen: "Hasta el regreso de Chávez!"

À bientôt!

LG, CE

Oberham 11.01.2013 | 18:01

... mir liegt jetzt eine Methaper auf den Fingerkuppen - sagen wir so, würde ich auf der Straße liegen, gingen die Menschen an mir vorbei - passt einer nicht auf, tritt er in mich rein - er muss das Zeug schleunigst abwaschen, denn trägt er es weiter mit sich herum, meiden ihne wohl die Artgenossen, wie sie mich meiden.

Ergo, am besten gar nicht erst reintreten, falls doch - schleunigst das anhaftende abwaschen.

Wobei die Biologen unter den Lesern, sie würden diese Metapher als vermessen betrachten, schließlich bin ich eben kein wertvoller Dung für sie, sondern eher ein flüchtiges Umweltgift für ihre Felder der Verdrängung.