Iran: Justizchef billigt Verprügeln der Frau

Frauenunterdrückung – Sitten-Polizistinnen haben eine junge Frau in Teheran verprügelt, weil sie nicht "islamisch" gekleidet war. Ein Handyvideo sorgte weltweit für Empörung.
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Ein Mädchen wurde von der sogenannten „Moralpolizei“ des iranischen Regimes geschlagen. Dies sorgte bei Bürgern für Wut. Der Vorsitzende der Justiz des iranischen Regimes sagte dazu: „Sie dürfen keinen Schritt zurück weichen“.

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Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA sagte am 23. April Sadeq Larijani, der Vorsitzende der Justiz: „Wir sollten niemanden erlauben, die rechtlich legitimen Aktionen der Polizei zu behindern und diese zu beleidigen“.

„Die Sicherheitskräfte dürfen keinen Schritt zurück gehen....weil dann die Hölle los bricht und die Autorität der Sicherheitskräfte und ihrer Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr wirkt“, betonte Larijani.

Er ergänzte: „Wenn einige Personen denken, sie müssen sich der Polizei widersetzen und damit die Gesellschaft polarisieren und eine kulturelle, politische oder soziale Debatte auslösen, dann ist das nicht akzeptabel.“

In einem Video ist zu sehen, wie ein junges Mädchen von Agenten der „Moralpolizei“ geschlagen wird. Dies führte zu Wut unter den Bürgern und zu massiven Protesten.

Ahmed Alam-ol Hoda bezog sich bei der Freitagspredigt in Masshad auf die protestierenden Bürger und sagte in lächerlicher Weise: „Nun gehen also selbst ernannte Minister und Anwälte (beziehend auf Personen, die nichts mit dem Fall direkt zu tun haben) auf die Straße, weil ein Frau zur Rechenschaft gezogen wurde, die falsch gekleidet war.“

Die von der Revolutionsgarde gesteuerte Nachrichtenagentur Fras und die staatliche Zeitung Kayhan nannten diesen Fall als irrational und „geplant“ sowie „ein Schauspiel“.

„Niemand sollte die Rolle der iranischen Truppen in Syrien und Irak in Frage stellen!“

Zudem sagte der Vorsitzende der Justiz: „Wenn das System weiter die Autorität im Land darstellen soll....dann müssen unsere militärischen Berater in Syrien und im Irak bleiben. Niemand sollte dies in Frage stellen und wir sollten dies alle zusammen verteidigen und unterstützen.“

Der Iran ist in Syrien aktiv, um den syrischen Diktator Bashar al-Assad an der Macht zu halten. Dies führte zu massiven Protesten im Iran und zur Verurteilung durch die internationale Gemeinschaft.

Bei den Protesten und Aufständen im Januar in mehr als 100 iranischen Städten gab es Sprechchöre wie:“ Verschwindet aus Syrien und denkt an uns“. Auch die Landwirte in Isfahan riefen diesen Slogan bei ihren Protesten gegen den Wassermangel in der Provinz.

16:38 30.04.2018
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Geschrieben von

Javad Dabiran

NWRI-Deutschlandsprecher - Iran- und Nahost-Experte.
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