Tote Flüchtlinge in der Ägäis

Wir führen Krieg Wie die SZ heute meldet, starben bei einem illegalen push back der griechischen Küstenwache in der Nacht zum 20. Januar 12 Flüchtlinge.
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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Front_Arkoi_Leipsoi_Leros_Back_Agathonisi_Farmakonisi_Turkey_coastline.jpg?uselang=de(von rechts nach links: Arkoi, Leipsoi, Leros, Agathonisi und Farmakonisi, im Hintergrund die türkische Küstenlinie. Bild Wikimedia Commons)

Die meisten toten Flüchtlinge schaffen es nur dann bis in unsere Medien, wenn extrem viele an einem Tag an unterlassener Hilfeleistung sterben, wie im vergangenen Jahr in Lampedusa.

28 Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien hatten sich am 19. Januar in der Nähe von Izmir in einem Fischkutter auf den letzten Abschnitt ihrer langen Flucht nach Europa gemacht. Sie konnten schon Brandung und Lichter der Insel Farmakonisi sehen, als sie von einem Boot der griechischen Küstenwache aufgebracht und bei unruhiger See mit großer Geschwindigkeit zurück in Richtung Türkei geschleppt wurden.

Das Flüchtlingsboot schlug dabei voll, die Flüchtlinge riefen um Hilfe und streckten in ihrer Angst ihre Kinder der Besatzung des Küstenwachenboots zur Rettung hin. Die aber kappte das Seil. Die Flüchtlinge versuchten, von ihrem gekenterten und sinkenden Boot auf das der Küstenwache zu gelangen, sie wurden mit Tritten daran zu hindern versucht. Nur 16 von ihnen schafften es, das Boot zu erklimmen. 12 Menschen ertranken, als der Fischkutter sank, darunter vor allem Kinder, auch sehr kleine.

Die griechischen Behörden sprechen von einer Rettungsaktion. Die Küstenwache habe das Boot der Flüchtlinge Richtung Farmakonisi gezogen, als plötzlich zwei der Flüchtlinge aus unbekannten Gründen ins Wasser gesprungen seien und damit das Boot zum Kentern brachten. Der Homepage der Küstenwache ist zu entnehmen, ein Großteil der Passagiere hätte sich auf einer Seite des Bootes versammelt und es damit zum Kentern gebracht.

Der Chef der griechischen Küstenwache entschuldigte sich bei den Flüchtlingen und beim griechischen Volk, er bestreitet den illegalen push-back in Richtung Türkei. Die GPS-Daten des Bootes der Küstenwache sind unauffindbar.

Vor dem Hintergrund der Berichte der Überlebenden und der von Pro Asyl dokumentierten Praxis systematischer Zurückweisungen von Schutzsuchenden durch die griechische Küstenwache scheinen deren Versionen kaum plausibel, auch die zum Kentern des Kutters: „Die Leute sitzen in der Regel genau so, wie die Polizisten es ihnen befehlen – meist unter vorgehaltener Waffe“. So eine griechische Aktivistin zur Darstellung der Küstenwache.

Das einzig Besondere an diesen 12 Todesfällen ist, daß die 16 Überlebenden auf der Insel Leros auf Mitarbeiter des UNHCR trafen. Andernfalls hätten Sie und ich ein weiteres Mal nichts von 12 an der Festung Europa Verreckten erfahren.

UNHCR - Statement on boat incident off Greece coast

BBC Inquiry calls after migrants die under tow in Greece Von Juni '13: Syrians accuse Greece of 'pushing back' migrant boats (von Sue Lloyd-Roberts und mit einem sehr sehenswerten Film am Ende des Artikels)

SZ Grenzschützer sollen Flüchtlinge aufs Meer geschleppt haben

pro asyl: Tod im Schlepptau der Küstenwache pushed back systematic human rights violations against refugeesin the aegean sea and at the greek-turkish land border Späte Gerechtigkeit – Mitglieder der griechischen Küstenwache wegen Folter verurteilt

Bild: mit Dank entnommen bei Wikimedia Commons.

Der guten Ordnung halber: 14.2. 1h30 Bild nachträglich eingefügt, Rächtschreipfeeler und sprachliche Holprigkeiten gebügelt.

17:42 13.02.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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