Der Kommunismus ist …?

Fragebogen Christine Becker wäre gerne Amy Winehouse ohne Drogen gewesen und mag gemietete Minivans
Der Kommunismus ist …?

Illustration: der Freitag

Mit 23 lernte die in Tübingen geborene Germanistin und Buchhändlerin den Ostberliner Schriftsteller Jurek Becker kennen. Sie wurden ein Paar, bis er 1997 starb. Heute ist Christine Becker seine Nachlassverwalterin, acht Bücher sind so entstanden, unlängst ein Band mit Postkarten von Jurek.

Was mögen Sie an Angela Merkel?

Ihr Bekenntnis zu Israel und ihren Einsatz für Flüchtlinge.

Welches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

How to be both von Ali Smith.

Welchen linken Politiker, welche linke Politikerin bewundern Sie?

Alexandria Ocasio-Cortez.

Welches Auto gefällt Ihnen am besten?

Ich mag gemietete Minivans.

Zahlen Sie eigentlich gern GEZ-Gebühren?

Ja. Wenn ich spätabends fernsehe, bleib ich meistens schon im Ersten stecken.

Halten Sie es für möglich, dass die ganze Welt eine Fiktion ist?

Eine geniale Ausrede, sich nicht um ihren Zustand zu sorgen. Ich glaube, es gibt sie wirklich und wir schaden ihr ganz messbar.

Darf man in Ihrem Schlafzimmer rauchen?

Bei mir darf man überall rauchen, wenn es der Anlass verdient, also auch im Schlafzimmer.

Wer oder was hätten Sie gerne sein mögen?

Janis Joplin oder Amy Winehouse ohne die Drogen.

Ihr Leben wird verfilmt. Welcher Schauspieler/ welche Schauspielerin sollte das tun?

Iris Berben oder Andy McDowell.

Sollte das generische Maskulinum abgeschafft werden?

Nein. Meistens kommt man ja nicht auf die Idee, dass nur Männer gemeint sind (Bewohner, Autofahrer, Verkäufer). Im Zweifel klarstellen – Juristinnen und Juristen also. So viel Zeit muss sein.

Haben Sie ein Zeitungsabo?

Gilt der New Yorker?

Wie viele Apps sind auf Ihrem Smartphone?

Mein Blackberry kann keine Apps.

Offene Grenzen sind …?

... ja wohl das Mindeste für ein vereintes Europa.

Sollte man Gehälter öffentlich machen?

Wieso nicht. Schämen sich Vielverdiener?

Der Kommunismus ist …?

... eine Utopie, die Vision einer klassenlosen Gesellschaft. Es versteht sich, dass die Umsetzbarkeit angezweifelt wird. Dabei wächst der Zweifel proportional mit dem Wohlstand.

Welchen Song würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?

Dr. John – Litanie des Saints.

Toskana oder Krim?

Toskana, schon wegen des Essens.

Sushi oder Schnitzel?

Kalbsschnitzel.

Ist die Lüge ein legitimes Mittel in der Politik?

Unter Menschen wird immer gelogen. Bleibt zu wünschen, dass es edle Gründe dafür gibt.

Haben Sie geweint, als die Berliner Mauer fiel?

Wir haben den Mauerfall verschlafen. Am nächsten Morgen stand Jureks Familie aus Ostberlin vor der Tür. Wir waren einfach zu verblüfft, um zu weinen.

Gehen Sie zu sorglos mit Ihren Daten im Netz um?

Ich habe keine Ahnung vom Internet. Das nennt man dann wohl sorglos.

Kaufen Sie bei Amazon?

Bevorzugt Putzmittel und Mineralwasser. Bücher nur im Notfall.

Sollte der Kapitalismus überwunden werden?

Na klar. Warum sollte man ein Wirtschaftssystem bewahren, das den größten Teil der Erdbevölkerung in Armut hält?

Waren Sie schon mal auf einer Demonstration?

Auf vielen. Gegen Neonaziaufmärsche, AKWs, den NATO-Doppelbeschluss, US-Innenpolitik ...

Haben Sie Aktien?

Nein.

Wo haben Sie zuletzt Urlaub gemacht?

Bei meinem Sohn und seiner Frau in Dallas/Texas.

Was schätzen Sie an der chinesischen Kultur?

Nach einer Reise durch China war’s am Ende doch das Essen.

Welchen Rat würden Sie den SPD-Parteivorsitzenden geben?

Soziale Gerechtigkeit zum einzigen Thema zu machen.

Wem würden Sie das Bundesverdienstkreuz geben?

Dem Kulturpädagogen Armin Schubert aus Brandenburg an der Havel. Gäbe es mehr von seiner Art, würde der AfD keine Wählerschaft nachwachsen.

Ihr Lieblingsfilm?

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Welche Ausstellung haben Sie zuletzt besucht?

Peter Doig in der Galerie Michael Werner in London.

Ihr(e) Lieblingsjournalist/-in?

Ich lese am liebsten Andrea Köhler.

Kaufen Sie im Bio-Laden?

Ich kaufe Lebensmittel im Supermarkt und nehme meistens die Bio-Variante.

Wo ist Ihr Zuhause?

Da wo meine liebsten Menschen sind. Derzeit bin ich in drei Städten zu Hause.

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