Spannung an vielen Tatorten Europas

Bankster Ermittlungen in den gemeinsamen Kellerräumen von Geld und Macht....
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Derzeit vorletzter Akt:

Zunehmend entwickelt sich das Geschehen um die Europäischen Großbanken zum spannenden Krimi. Nicht etwa, weil es inzwischen gelungen wäre den Spieltrieb Fürstlicher Bankvorstände mit heimtückischen Regelungen zu nahe zu treten, nein:

die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die italienische Notenbank, weil sie die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) nicht hinreichend beaufsichtigt habe. Diese 1472 gegründete Bank war, schon 2007 in durchaus bekannte Schwierigkeiten geraten, weil sie den überteuerten Zukauf der Banca Antonveneta zum Preis von 9 Milliarden Euro überstürzt betrieben hatte.

Glaubwürdige Fachleute taxierten deren Wert damals auf maximal 2 Milliarden Euro.

Zusätzlich Probleme kamen dann dazu, als die Deutsche Bank sie auch noch mit einem Derivat-Geschäft abzockte.

Bisher hatte die italienische Notenbank behauptet, von den Derivat-Geschäften, die der MPS einen Milliarden-Verlust beschert haben, erst vor einigen Wochen erfahren zu haben. Nun stellt sich heraus, dass die Notenbank bereits im Jahr 2010 von den Unregelmäßigkeiten Wind bekommen hatte.

Zuständig damals, als Chef der italienischen Notenbank: Mario Draghi.

Der hatte, im Rahmen seines unaufhaltsamen Aufstieges, zuvor als Generaldirektor im italienischen Finanzministerium die Privatisierung italienischer Staatsbetriebe vorangetrieben.

Dann war er, sicherlich nicht zu seinem Schaden, zu Goldman Sachs gewechselt, die auch den überteuerten Zukauf der Banca Antonveneta betreuten. Mit, welcher Zufall, Mario Draghi als Chef für das Europa-Geschäft von Goldman.

Mittlerweile ist er weiter aufgestiegen und amtiert inzwischen als Kaiser von Europa.

Er hat alle Macht zur „Beruhigung der Märkte“ und ist als EZB-Chef per Gesetz unantastbar.

Der Banca Monte dei Paschi di Siena droht nun die Verstaatlichung. Vittorio Grilli, der Finanzminister Italiens sagte, er „hoffe“, dass sich die Verstaatlichung vermeiden lasse. Für den italienischen Steuerzahler wird das neue Milliarden-Desaster nicht leicht zu stemmen sein.

Derzeit letzter Akt:

Damit die Spannung in diesem Krimi nicht abreißt, hat die Deutsche Bank heute einen unerwartet hohen Quartalsverlust gemeldet. Im vierten Quartal 2012 ist ein gigantischer Verlust aufgelaufen: 2,2 Milliarden Euro

Unter anderem nahm sie Abschreibungen für „Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie andere immaterielle Vermögenswerte“ vor.

Bereits im Dezember 2012 hatten drei ehemalige Mitarbeiter behauptet, die Bank habe während der Finanzkrise (2008) bis zu 12 Milliarden an Verlusten schöngerechnet. Verhindert werden sollte eine Rettung durch den Steuerzahler. Diese 3 Mitarbeiter hatten, wie die Deutsche Bank dazu damals erläuterte, keine Ahnung von der Materie.

Die Deutsche Bank bewertet die Risiken ihrer Anlagen und Derivate, auch ihrer rechtlichen Risiken – von denen sie weltweit ebenfalls einen imposanten Berg anhäufte, nahezu undurchsichtig. Was heute als „Wert“ dargestellt wird, kann morgen ein bodenloses Loch sein. Ein in Schuldner-Kreisen nicht unbekanntes Phänomen – die wahren Gründe für Verluste werden gern fantasievoll dargestellt.

Viele fachlich qualifizierte Beobachter vertreten die Meinung, das es – schon vor langer Zeit - klüger gewesen wäre die Deutsche Bank zu einer Erhöhung ihres Eigenkapitals zu zwingen.

In ihren Kellern seien erheblich Risiken versteckt. Der Libor-Skandal, die Schlappe gegen Leo Kirch und weitere anhängige Rechtsstreitigkeiten dürften da nicht die Einzigen Verlustbringer sein.

Wann darf der deutsche Souverän mit den alternativlosen Forderungen der „Global Player“, die zum Sterben sicherlich zu groß sind rechnen?

To big to Jail?

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/26/monte-paschi-wie-goldman-und-die-sozialisten-von-siena-die-aelteste-bank-der-welt-ruinierten/

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/12/06/deutsche-bank-soll-milliarden-verluste-versteckt-haben-um-bailout-zu-vermeiden/

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/31/druck-auf-draghi-steigt-staatsanwalt-ermittelt-gegen-italienische-notenbank/

15:52 31.01.2013
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Geschrieben von

fahrwax

Lieber auf dem Wagen, als unter den Rädern.... Bekennender, autonomer Pferdeknecht
fahrwax

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