Hartz IV: BA-Vorstand muss sofort gehen

Genug ist genug -Der BA-Vorstand wird aufgefordert, mit sofortiger Wirkung zurückzutreten -Strafrechtl. Konsequenzen u.a. wegen Betrug bis zu den Abteilungleiter/innen, sind zu prüfen
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Und...

Die Gutsherrenart der Bundesagentur für Arbeit gehört abgeschafft
Ein Kommentar aus der Bundesagentur für Arbeit, die dem „altonabloggt“ per Mail zukam und um Veröffentlichung bat.

Die Konsequenzen aus der Reportage von „Günther Wallraff – Undercover“ vom 16.3.2015

Sofortiger Rücktritt
des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit, konsequente Neustrukturierung der Bundesagentur für Arbeit und Reformierung des Arbeitsmarktes dringend erforderlich!
Zunächst muss man den Mitarbeitern und meinen weiteren Kollegen und Personalräte der Jobcenter gratulieren.

Endlich gehen sie an die Öffentlichkeit und sind nicht mehr bereit, sich weiter zu Zahlensklaven des Vorstandes der BA und ihrer Geschäftsführungen degradieren zu lassen. Günter Wallraff zeigt das auf, was seit Jahren kritisiert und bewiesen ist. In der Mail nach der Sendung an alle Mitarbeiter der BA und Jobcenter heisst es:
„Wir nehmen die geschilderten Sachverhalte sehr ernst. Wo systematisch Fehler und Mängel vorliegen, wollen wir mit Ihnen gemeinsam nach guten Lösungen suchen.“
Dieser ähnliche Textbaustein wurde bereits nach dem schweren Vermittlungsskandal in der Geschichte der BA, aufgedeckt durch den Bundesrechnungshof 2013, geschrieben.

Geändert hat sich bis heute nichts
Damals sprach der Vorstand, nach dem dieser Bericht vor allen Mitarbeitern vertuscht werden sollte und dann doch in die Öffentlichkeit kam, von „angeblichen Fehlern“, die der BRH aufgedeckt hat. Eine BA typische Verschleierung ihrer Skandale.
Weiter heißt es in der Mail: “Ändern können wir nur Dinge, von denen wir wissen“.

Welch eine Farce
Dass die Jobcentermitarbeiter an dieser Stelle empört sind, ist mehr als berechtigt.
Seit Jahren beweisen Print Medien und TV die unglaublichen Missstände in der BA und in den Jobcentern.
Kolleginnen und Kollegen, Personalräte und die Arbeitsgruppe der Personalratsvorsitzenden der Jobcenterpersonalräte haben den Vorstand mehrfach auf die fatale Lage hingewiesen.

Selbst ver.di hat den Vorstand der BA dazu aufgefordert, ihre Zahlenknechte endlich zurück zu pfeifen. Dass viele Menschen, Familien und alleinerziehende Mütter nicht pünktlich ihr Geld bekommen und so in existentielle Not geraten, wird billigend in Kauf genommen.

Von „bedauerlichen Einzelfällen“ ist hier absolut nicht die Rede
Bis vor kurzem wurde die völlige Überlastung in den Leistungsabteilungen abgetan mit „wir sehen keinen Bedarf“.
Jetzt tut der Vorstand so, als sei er völlig überrascht was in der Sendung Wallraff gezeigt wurde. Wir spielen mal die Unwissenden – schuld sind immer die anderen.

Eine totale Überlastung der Mitarbeiter, die schon lange thematisiert wurde, falsche, fehlende und völlig unzureichende Qualifizierung in den Jobcentern, Zwang durch die Führungskräfte,
Erwerbslose in sinnlose Maßnahmen zu erpressen, manipulierte Statistiken, exorbitante Krankenstände in den Jobcentern, Schönrechnerei des Betreuungsschlüssels, die Thematik der u.a. sachgrundlosen Befristungen vieler Mitarbeiter sind nur die Spitze des Eisberges.

Weise, Alt und Becker tun jetzt so, als hätten sie von allem dem nichts gewusst!
(Ein Arbeitsloser wird, weil er von einem Termin nichts wusste, dennoch...sanktioniert!)

Es ist wie immer, dass die Realität nicht zur Kenntnis genommen wird, man will sich aus der Verantwortung stehlen und die Skandale herunter spielen. Ein Schlag ins Gesicht für alle Jobcentermitarbeiter und Führungskräfte, die sich ernsthaft bemühen für erwerbslose Menschen etwas zu erreichen.
In der Folge daraus sind die Erwerbslosen jedoch die Leidtragenden!
Kein Wunder, dass Frust und Wut der Mitarbeiter gegen die Unfähigkeit der Führungsetage der BA und Jobcenter sowie der Politik immer größer werden.
Tatsache ist, dass die Kolleginnen/Kollegen der Leistungsabteilungen regelrecht verheizt werden, eine individuelle, qualifizierte und dem Erwerbslosen gerechte Beratung gibt es nur selten.

Alle Mitarbeiter, ob Agenturen für Arbeit oder Jobcenter, werden im Controllingwahn zu Zahlensklaven, Statistikerfüllern und Quotenjägern degradiert.

Und für diesen Irrsinn kassieren die Führungskräfte, wenn denn die Zahlen stimmen, auch noch eine Leistungsprämie.

Richtig gelesen

Eingesparte Gelder also auch Sanktionen, bringt den Führungskräften "Leistungsprämien"

Kein Wunder also, dass auf die normalen Mitarbeiter ein enormer Druck ausgeübt wird.
Menschen werden nicht in Arbeit gebracht, die dafür Zeit benötigen, Hauptsache Weise, Alt und Becker bekommen ihre Zahlen.

Die Steuerzahler haben ein Recht darauf zu erfahren, warum Milliarden ihrer Steuergelder für hirnrissige und sinnlose Maßnahmen durch die Bundesagentur für Arbeit verplempert werden – nur um am Ende des Monats der Öffentlichkeit eine falsche Arbeitslosenstatistik zu präsentieren.
Hier schweigt die Politik und sitzt das aus. Einfach nur Beschämend.

Lamaspaziergänge, Verkäufer im Plastikladen spielen, Puzzle zusammen setzen, 6000 Meter mit Schrittzähler um die Hamburger Alster laufen, Stricken und an einer Kreuzung den ganzen Tag Autos zu zählen, sind nur einige der Unmengen an entwürdigenden Maßnahmen, für die der Steuerzahler bluten muss.

Hauptsache die Statistik stimmt
Dass so niemand in eine dauerhafte Beschäftigung kommt, sollte jedem klar sein. Den Erwerbslosen ist es klar. Ganz abgesehen von der Demütigung, die Menschen in vielen dieser „Blabla“- Kurse ausgesetzt sind.
Die seit Jahren anhaltende und berechtigte Kritik am Vorstand der BA sowie die nun erschienene Reportage vom Team Wallraff zeigen deutlich auf, dass es so nicht weiter gehen kann und darf.

Auch die Politik hat hier jämmerlich versagt, wenn man menschlich und logisch denkt.
(Nur) Für sie ist die Agendapolitik jedoch bis heute ein voller Erfolg.
Wie komme ich sonst an so billige Arbeitskräfte (oder besser „Sklaven“) heran?

Ein kompletter Neuanfang ist unausweichlich
Nochmals: die BA bedarf dringend einer Neustrukturierung mit einer neuen Chefetage!

Diese sollte offen und vor allem ehrlich gegenüber allen Mitarbeitern sein. Vor allem wird es Zeit, dass jeder Mitarbeiter oder jede Mitarbeiterin seine Meinung sagen und Missstände ansprechen darf, ohne Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes zu haben oder zu einem „Personalgespräch“ geladen zu werden.

Die Gutsherrenart des Vorstandes muss endlich ein Ende haben
Die Herren Weise, Alt und Becker sollten endlich zu ihrem Scheitern stehen, Charakter zeigen und Verantwortung für ihre jahrelangen Missstände übernehmen.
Den Weg frei machen für eine BA und Arbeitsmarktpolitik, die diese Namen auch wirklich verdient.

Vorher jedoch, sollten die Herren sich in aller Öffentlichkeit entschuldigen
Und zwar bei den Millionen Erwerbslosen, die nur verwaltet wurden anstatt ihnen zu helfen. Die entwürdigend behandelt wurden und vor allen bei denen, die auf Grund kapitaler Fehler und Uneinsichtigkeit nicht pünktlich ihre zustehende Leistung erhalten haben bzw. rechtswidrig sanktioniert wurden.
Bei den Steuerzahlern, deren Gelder sinnlos verbrannt werden, um Menschen aus der Statistik zu katapultieren.
Und bei den Mitarbeitern der Agenturen für Arbeit und den Jobcentern, denen jahrelang Zwang und Druck auferlegt wird, Quoten und Statistiken zu erfüllen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat bisher jeglichen Kommentar zu diesen Skandalen verweigert Oder, möchte sie einfach nicht zugeben, dass die deutsche Arbeitsmarktpolitik gescheitert ist?

Auf Dauer kann sich Frau Nahles nicht entziehen.
Gute Konzepte gäbe es, nur muss die Politik endlich wollen.
Sie sind dran Frau Nahles!
(Quelle: altonablggt.com)

Redaktionelle Anmerkung
Werte Frau Nahles,

wenn diese seit Jahren bestehende Problemsituation Ihre Fähigkeiten:

Die BA zu organisieren und verantwortlich im Interesse von weit über 6mil.. Arbeitsuchenden und über 12mil. Betroffenen zu handeln übersteigen, dann bitte;

...nehmen auch SIE,...gleich ihren Hut!

Obdachlose, Alleinerziehende, sanktionierte Familien, Jugendliche, Steuerzahler ja sogar die Sozialgerichte,...werden es Ihnen DANKEN!
@ FHP

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01:26 06.04.2015
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Geschrieben von

FHP: Freie Hartz IV Presse

Perry Feth: SGB II - Aktivist u.Publizist! Als Eltern müssen wir gegen jede Art von Unrecht in der Hartz IV - Gesetzgebung - Widerstand leisten!
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