Die Rolle Katars in Libyen

Doha-Treffen. Bei den Doha-Treffen üben die Moslembrüder bestimmenden Einfluss aus. Dschamahirija lehnt daher sowohl die Doha-Gespräche als auch den 'Gefängnisdialog' ab
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

In einem Artikel über die Verhandlungen, die in Doha geführt werden, nimmt JamahiriyaNewsAgency zu der Rolle Katars im Libyen-Konflikt Stellung[1]:

Katar spielte bereits während des NATO-Krieges gegen Libyen im Jahr 2011 eine herausragende Rolle. Zum einen flossen über Katar hunderte Millionen zur Unterstützung der Opposition nach Libyen, zum anderen entsandte es vom Westen ausgebildete Berater ins Land, die bei der Finanzierung, Bewaffnung und Ausbildung dschihadistischer Milizen halfen. Zuletzt kamen aus Katar 5000 Soldaten nach Libyen, die bei der neuen Kolonisierung Libyens helfen sollen.

Katar gehören inzwischen 49 Prozent der libyschen Staatsbank.

Ein ehemaliger katarischer Geheimdienstmitarbeiter habe bestätigt, dass der Plan zur Ermordung Muammar al-Gaddafis in Doha ausgeheckt worden war. Bereits zwei Jahre nach dem Tod Muammar al-Gaddafis sei Libyen praktisch von Katar und westlichen Geheimdiensten regiert worden. Heute leide Libyen schwer unter diesem Moslembruderschaft-Projekt, das das Land tyrannisiere.

Moussa Ibrahim[2] sagte bereits im Mai in Kairo in Bezug auf die Doha-Gespräche, dass die Moslembruderschaft versuche, das Projekt des nationalen Dialogs für sich zu monopolisieren, indem sie bei den Gesprächen in Doha die Führung übernommen habe. Dies würde zum sicheren Misslingen einer nationalen Aussöhnung führen. Bestimmte ausländische Staaten wie Katar und die Türkei hätten ein Interesse, auf libyschen Boden die Oberherrschaft zu erringen, um Libyens Souveränität zu untergraben und ihre eigene Agenda durchsetzen zu können. Der Wille des libyschen Volkes werde dabei ignoriert.

Den Vorsitz bei den Doha-Gesprächen hat Khaled al-Sharif, der Befehlshaber der Präsidialgarde und der Nationalgarde. Bis 2013 dschihadistische Terrormilizen, stellen sie nun die international anerkannte Armee, die dem Moslembruderschaftsprojekt der von US- und UN installierten ‚Einheitsregierung‘ dienen soll.

Der Staatstreich in Libyen hätte bereits 2011 mit der Ermordung Muammar al-Gaddafis begonnen, ausgeführt, um Libyen seiner Souveränität zu berauben und die Moslembruderschaft an die Macht zu bringen, die von terroristischen Milizen geschützt werde.

Erinnert sei an den Tweed von Martin Kobler im März dieses Jahres, in dem er sich über das erfolgreiche Treffen mit dschihadistischen Milizenbefehlshabern aus Libyen freute. Darunter waren so hochkarätige Terroristen wie der ehemalige al-Kaida-Kommandant Abdel Hakim Belhadsch.

Bei dem letzten Doha-Treffen gab der UN-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, bekannt, er hätte sich vorab mit dem katarischen Außenminister Scheich Mohammed bin Abdul Rachman getroffen und ihn über die ermutigenden Entwicklungen in Libyen unterrichtet.

Dschmahirija bleibt bei ihrem Standpunkt, sowohl die Doha-Gespräche als auch die „Forget September and February“-Initiative [Gefängnisdialog] energisch abzulehnen! Ebenso lehnt sie alle Bemühungen der UN / UNSMIL (UN-Sonderbeauftragter für Libyen) ab, da sie diese als einen ungesetzlichen Interventionismus, eine eklatante ausländische Einmischung in innerlibysche Angelegenheiten betrachtet.

In Anbetracht der Planung, Libyen auf Dauer zu besetzen, kann nicht zwischen der Agenda der Moslembrüder, von al-Kaida, des IS oder anderer islamistischer Milizen, von NATO, AFRICOM, den Vereinten Nationen, der USA, Großbritanniens, Frankreichs, der Türkei, Saudi Arabiens und Katar unterschieden werden. Sie alle sind Feinde Libyens.


[1] https://jamahiriyanewsagency.wordpress.com/2016/08/29/the-doha-meetings-truth-vs-deceit/

[2] Informationsminister und dann bis zuletzt Sprecher Muammar al-Gaddafis

12:21 01.09.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Angelika Gutsche

Reisen führten Angelika Gutsche unter anderem auf den afrikanischen Kontinent und quer durch den Balkan. Viele Reportagen fanden Veröffentlichung.
Angelika Gutsche

Kommentare