Libyscher Ex-Premier war Bürger von Vanuatu

Libyen/Vanuatu/EU. Wie der britische Guardian berichtet, erwarb Fayez as-Sarradsch noch zu seinen Amtszeiten die Staatsbürgerschaft von Vanuatu.
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Wer kennt den südpazifischen Mini-Inselstaat Vanuatu? Und wer weiß, dass Besitzer eines Vanuatu-Passes zu sein, bedeutet, ohne Visa nach Großbritannien und in die EU einreisen zu können?

Offensichtlich Fayez as-Sarradsch, der ehemalige Premierminister der libyschen ‚Einheitsregierung. Er hat sich nämlich – wie der britische Guardian berichtet – noch als amtierender libyscher Premierminister die Staatsbürgerschaft von Vanuatu erkauft.

Unter dem Namen seiner Frau beantragte er just zu jener Zeit im Januar 2020, als die Waffenstillstandsgespräche zwischen der Libyschen Nationalarmee (LNA) und der ‚Einheitsregierung‘ in Tripolis zu scheitern begannen, Pässe für sich und seine Familie. Die LNA marschierte gegen Tripolis und ihr Vormarsch konnte später nur durch das massive militärische Eingreifen der Türkei gestoppt werden. Es kam zu neuen Waffenstillstandsverhandlungen und im März 2021 wurde in Libyen eine neue GNU-Übergangsregierung durch ausländische Kräfte und die UN eingesetzt.

Daraufhin trat Sarradsch im März 2021 von seinem Amt als Premierminister zurück und verließ das Land.

Laut dem Guardian hätte Sarradsch als politisch exponierte Person (PEP) nicht so ohne Weiteres die EU-Staatsangehörigkeit erhalten, da PEPs aufgrund ihrer Positionen als anfälliger für Bestechung und Korruption gelten.

Der Inselstaat Vanuatu mit seinen 300.000 Einwohnern hält seine Pässe zum Preis von 130.000 USD feil. 42 Prozent des gesamten Staatshaushaltes werden in Vanuatu, einem der ärmsten Länder der Welt, durch den Verkauf von Pässen an meist zwielichtige und kriminelle Personen erzielt.

https://www.theguardian.com/world/2021/jul/15/whos-buying-vanuatus-passports-crypto-moguls-wanted-men-and-even-a-prime-minister

12:01 19.07.2021
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Geschrieben von

Angelika Gutsche

Ihre Reisen führten sie neben Indien, den USA, Russland und dem Jemen unter anderem auf den afrikanischen Kontinent und quer durch den Balkan.
Angelika Gutsche

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