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die frau im studio kann es nicht oft genug wiederholen: die in die städte eingedrungenen wildtiere sind aggressiv.
die saatkrähen sind zum beispiel aggressiv, weil sie ohne vorwarnung oder genehmigung einfach eine brutkolonie hoch über den köpfen und fenstern der menschen mitten in der stadt anlegen und dabei die zivilisierte umgebung terrorisieren mit lärm und dreck.
die dohlen zum beispiel sind ebenfalls aggressiv, weil sie mit vorliebe in den schornsteinen nisten, diese gründlich verstopfen, so dass es schon mal vorkam, dass betroffene städter durch ofengase vergiftet wurden.
wildschweine zum exempel sind besonders aggressiv, weil sie schon mal auf der flucht vor jägern in panik in ein wohnzimmer stürzten und die friedlich fernsehende familie zu tode erschreckten.

aggression darf man sich nicht bieten lassen. muss sie abwehren.
die moderatorin fragt den eingeblendeten experten, warum man die lärmenden krähen nicht einfach abschießen kann. die auskunft, es handle sich um eine geschützte art, setzt die dame im studio nicht matt. wer denn darüber befinde, will sie wissen, dass eine tierart unter schutz gestellt werde. und ob die zuständigen gremien ihre beschlüsse nicht revidieren können.

der sachverhalt ist klar, ja, eindeutig. die tiere, die aus der wildnis in die städte kommen, sind aggressiv und müssen im zweifelsfall abgeschossen werden. schließlich gehört die stadt den menschen.

mögen die tierschützer noch so viel reden, die flurbereinigte agroindustrie verwüste zunehmend den ursprünglichen lebensraum der tiere, jäger und freizeitler stöberten die verbliebenen in ihren letzten refugien auf.
futter und relative ruhe suchten die flüchtigen notgedrungen in der stadt, meist mit mehr erfolg als draußen in feld und wald. an den lärm seien die wildtiere längst gewöhnt durch die asphaltschneisen überall, die das land in gut erschlossene wirtschaftsflächen zerstückelten.
mögen die tierschützer reden, was sie wollen. es bleibt dabei: die tiere sind aggressiv.

19:58 23.07.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

h.yuren

buchveröffentlichung 2017, KRAH - das rabentagebuch, 350 S., 8 fotos ISDN 978-3-945265-45-1; Tb. 15,-
h.yuren

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