Israel - Wofür ein Krieg doch alles gut ist.

Die Gaza-Promotion Die Kritik der Medien an Parolen gegen den Gaza Krieg läuft ins Leere. Antisemiten oder Pazifisten? Falsche Frage. Der Krieg ist Werbung für Israel's Waffenindustrie.
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In den deutschen Medien wird mal wieder die Antisemitismus-Nazi Keule geschwungen. Waehrend der Proteste gegen den Gaza-Krieg der Isrealis wurden Anti-Juedische Parolen gebruellt.

Nie wieder!!! schreiben die Medien. Wehret den Anfaengen!!! Die Polizei sieht zu!!! Skandal, Skandal!!

Ich mag keine Parolen. Weder auf den Demos noch die in den Medien oder der Politik.

Doch die Aufregung ueber die haesslichen antijuedischen Parolen verdeckt die oekonomischen Seite des Gaza-Krieges.

Man kann lange darueber streiten, ob Israel eine von Konservativen regierte Demokratie ist, oder eher eine Art Theokratie, in der die Orthodoxen das Sagen haben.

Unstrittig ist: Israel ist heute ein Industriestaat.
Die Jaffa-Orange war einst das Flagschiff der israelischen Ausfuhren. Die gibt's immer noch. Doch heute dominieren die Ruestungsprodukte den israelischen Aussenhandel.

Klar, die Uzi, eine technisch-geniale Maschinenpistole war schon in den 60ern ein israelischer Verkaufsschlager. Auch die Bundeswehr hat damals Uzis gekauft. Doch heute least die Bundeswehr israelische Drohnen. Die Ausbildung von Joy-stick Piloten gibt's im Paket dazu.

Israel mit nur 8 Mio Einwohnern war 2011 die Nummer 11 der weltweiten Waffenliferanten. Zwischen 2011 und 2012 ist der israelische Ruestungsexport um 20% gestiegen.
2013 ist Israel auf dem Rang 8 der Waffenexporteure.

Eine solche starke Position auf dem Weltmarkt muss verteidigt werden. Wie? Natuerlich, wie ueberall in der Wirtschaft, mit geschicktem Marketing.

Mal schnell ein Blick auf Deutschland. Dort sind solide, schnelle Autos der Exportschlager. Doch nur auf deutschen Autobahnen, koennen diese technischen Leckerbissen zeigen, was sie koennen. Das ist dennoch ein ueberzeugendes Verkaufsargument bei den Kaeufern in langsamen Laendern. "110 schafft ein Porsch nach 5 Sekunden im ersten Gang? Gekauft!"

In der Ruestungsindustrie ist Exportfoerderung dieser Art etwas schwieriger. Es gibt nur noch einen begrenzen Markt fuer erstklassige Panzer und Haubitzen. Den high-tech Waffen fuer den asymetrischen Krieg gegen Militias, Rebellen, Aufstaendische etc. gehoert die Zukunft.

Verstaendlich, dass die weltweite Nr.8 der Waffenexporteure Werbung vor allem fuer seine high-tech Waffen braucht. Auch die muessen in der Realitaet ausprobiert und demonstriert werden, ehe sie Geld einspielen.

Zudem: Auch die Waffenindustrie muss expandieren. 20% Umsatzsteigerung in nur einem Jahr ist eine Vorgabe, an der mancher CEO eines Dax Konzerns scheitern wuerde. Da muss schon geklotzt werden. Kleckern hilft da nicht.

Um es mal salopp zu formulieren: Gaza ist der show-room fuer Israels high-tech Ruestungs-Produkte.

Natuerlich rollen in Gaza auch Panzer obwohl's die schon seit hundert Jahren gibt. Aber die sind nur scheinbar low-tech.
Wenn man der heutigen S-Klasse unter die Haube schaut, findet man auch dort kein einziges Teil des Daimler-Motorwagens von 1888.

Nachsatz.

Natuerlich hat der Krieg in Gaza auch andere Ursachen, Ausloeser, Ziele und vor allem katastrophale Konsequenzen.

Die Foerderung der israelischen Ruestungsindustrie wird leicht uebersehen. Ist das ein Ziel, Ausloeser oder nur ein Nebeneffekt des Gaza-Krieges? Schwer zu sagen. Vermutlich von allem etwas.

13:06 27.07.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Aussie42

Mauerberliner(West) bis 1996, 10 Jahre meditieren in Indien bis 2010, jetzt in Australien. Deutschland weit weg.
Aussie42

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