Die Dienerin war immer da

Drecksarbeit Öffentlich mag es nicht sichtbar sein, aber das Dienstleistungsproletariat ist überwiegend weiblich
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 13/2019
Am Knotenpunkt zwischen Klasse und Geschlecht: Unsichtbar und dienend, so mag der Herr seine Mägde – auch in einem Roman Margaret Atwoods
Am Knotenpunkt zwischen Klasse und Geschlecht: Unsichtbar und dienend, so mag der Herr seine Mägde – auch in einem Roman Margaret Atwoods

Foto: Calla Kessler/The Washington Post/Getty Images

Seit einiger Zeit ist viel die Rede vom Schlagwort einer „Rückkehr der Diener“. Der postindustrielle Kapitalismus, so die These, habe ein neues Verhältnis zwischen bürgerlichem Herrn und dienstleistungsproletarischem Knecht etabliert. Symbolisch dafür stehen junge, sportliche, meist männliche Fahrradfahrer der Lieferdienste. Dass diese Arbeit anstrengend und prekär ist, stimmt natürlich. Sie findet allerdings in der Öffentlichkeit statt; wir alle sehen die pinken Quadrate auf dem Rücken der Radler – und schämen uns vielleicht für die letzte oder die nächste Bestellung.

Im Gegensatz zu diesen auffallenden, raschen Veränderungen bei den Lieferdiensten stehen die unsichtbaren Tätigkeiten des Pflegens, Reini