1968 war 1962 unwiederbringlich zuende

Landesverrat Zu den Haken und Ösen unserer Zeit gehört die "Mosaiktheorie": Wenn ein Magazin bekannte Tatsachen schlüssig zusammenfasst, dem "Feind" diese Mühe abnimmt, ist das?
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Im Jahr 1968 war das Jahr 1962 mit seiner Aufbruchstimmung im Verlauf DER SPIEGEL- Affäre "bedint abweghrbereit" NATO- Manöver FALLEX 62und danach im öffentlichen Bewusstsein ausgelöscht

Mosaiktheorie, die virtuelle Fallgrube, die der Bundesverfassungsschutz aushub, damit investigativ arbeitende Journalisten real in diese fallen.

Im Wege der Spiegel- Affäre 1962, NATO- Manöver Fallex62 "bedingt abwehrbereit" sind nicht nur der Bundesverfassungsschutz, sondern noch ganz andere hochstehende Figuren der Politik in Regierungsverantwortung der Bundesrepublik Deutschland gefallen, die sie anderen gruben,. Davon handelt dieser Beitrag und von noch vlielmehr.

"Zu den Absurditäten der Zeit gehört die "Mosaiktheorie": Wenn eine Zeitschrift sich unterstand, lauter bekannte Tatsachen schlüssig zusammenzufassen, so dass "der Feind" sich die Mühe nicht mehr selbst machen musste", schreibt Franziska Augstein zum 50-jährigen Gedenken an die Spiegel- Affäre1962 im Spiegel des Jahres 2012

Mit Beginn der Tet- Offensive der USA im Vietnamkrieg vom 29. Januar bis zum 23. September 1968 unter Führung des US- Präsidenten Lyndon B. Johnson mit Flächenbombardements gegen nordvietnamesische Städte, Dörfer war die Aufbruchstimmung, die insbesondere junge und alte Anhänger etablieriter Parteien SPD/FDP/CDU(CSU seit der SPIEGEL- Affäre "bedingt abwehrbereit" 1962 erfasst hatte, erloschen, wie weggeblasen.

Nun war die bundesdeutsche Bevölkerung, jung ob alt, Arbeiter, Beamter, Student, Künstler, Schauspieler, Kabarettist, Akademiker in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, durch alle Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, privaten und öffentlich- rechtlichen Medien, Presseorgane, tief gespalten,.gegeneinander aufgebracht.

1962 stand der Axel- Cäsar Sringer Verlag, neben DER ZEIT, der Sueddeutschen, dem STERN, KONKRET öffentlich solidarisch fest an der Seite DES SPIEGELs im Pressehaus am Hamburger Speersort 1, gegen den Versuch bundesdeutscher Staatsorgane, DEN SPIEGEL platt zu machen, zu ruinieren, wie Franziska Augstein 2012 im Spiegel zum 50- jährigen Gedenek der SPIEGEL- Affäre schreibt.

1968, waren sich DER SPIEGEL, KONKRET, DIE ZEIT, STERN mit dem Springer Verlag, zumindest öffentlich, spinne Feind.

- 1968 gab sich die DDR eine neue Verfassung mit einem eigenem Staatsvolk -

Hatte Axel- Cäsar Springer, der Herausgeber von BILD, DIE WELT, HÖR ZU, Berliner Morgenpost, BZ, Hamburger Abendblatt, mit einem Pressemonopol in Westberlin, sich doch Bundeskanzler Konrad Adenauer, ungeachet der SPIEGEL- Affäre, insgeheim für ein geplantes Staatsfernsehen als Partner angedient.

Das Staatsfunk und Fernseh Projekt Adenauers scheiterte, aufgrund öffentlich anschwellender Proteste im Bunde mit der Hamburger Viererbande Gerd Bucerius, Gräfin Dönhoff, Henri Nannen und Rudolf Augstein mit später finaziell aufgerüsteten Hintergrund Verbindungen über deren Krurier Manfred Bissinger zu den gut vernetzten SDS- Studentenführern Rudi Dutschke und Peter Schneider in Westberlin

Stattdessen entstand in jener Zeit das ZDF als Öffentlich- Rechtliche Sendeanstalt, neben der ARD, Deutschlandradio.

War es doch, neben Demonstranten auf der Straße, in Theatern, Hörsäälen, Auditoria Maxima der Universitären, Hochschulen, der gute Hegemon USA mit der NATO als Garant in Europa gewesen, der es verstand, damals 1962, die im Verlauf der SPIEGEL- Affäre erst aus dem Gleis, dann aus verfassungsgemäßen Fugen geratene Bonner Bundesregierung unter Bundeskanzler Adenauer, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß, mit unsichtbarer Hand behutsam wieder aufs hinreichend rechtstaatliche Gleis zu heben.

- Mir kommt es vor, als habe hier die Kampagnemacht der Bundesrepublik Deutschland bis zum Verbot der KPD 1956, dann noch bis 1958 auf gesamtdeutsch parteiübergreifenden Ostermärschen mit der SPD, dem DGB als Organisator gegen Atomtod für die friedliche Nutzung der Atomenergie sich 1962 im Wege der Spiegel- Affäre in einem Schlussakkord ein letztes Mal bei ihrem Stelldichein selber gefeiert, um dann auf dem Weg der SPD nach dem Godesberger Programm 1959 an die Fleischtöpfe der Bundesregierung ab 1966 mit Beginn der Großen Koalition mit der CDU/CSU unter Führung von Bundeskanzler Kurt- Georg Kiesinger, Außenminister Willy Brandt mehr und mehr zu versanden.

Nun war für die Nomenklaturen im sozialistischen Lager des Ostens, die Eliten im marktkonformen Lager parlamentarischer Demokratien des Westen mit Miltärjunta in Griechenland seit 1967, faschistisch- katholischem Franco- Regime in Spanien bis 1975, Salazar- Regime in Portugal bis zur Nelken- Revolution 1976, blockübergreifend nur noch angesagt, die heranwachsende 68er Nachkriegskinder- Generation ausgegrenzt als Außerparlamentarischen Opposition (APO) von den Medien aufgestört wildgemacht von den Karriereleitern der Macht in Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Kunst, Medien, Kirchen, Gewerkschaften fernzuhalten, selektiv stringent mit Radikalenerlass, Studium- und Berufverboten zu überziehen. -

Genau dieser gute Hegemon von 1962 forderte nun 1968 mit brachialer Vehemenz auf allen Medien- Kanälen, Nato- Gipfeltreffen in Brüssel den Pay- Back Gleichschrtitt der bundesdeutschen Gesellschaft mit den USA im Krieg gegen Nordvietnam.

Bundeskanzler Professor Ludwig Ehrhard hatte vor seinem Rücktritt im Herbst 1966 im Bundestagswahlkampf 1965 bei seinem USA- Besuch gegenüber dem texanischen Ungetüm US- Präsident Lyndon B. Johnson dessen Forderung, die Bundesrepublik werde es doch wohl schaffen, läppische 2000 Bundeswehr- Soldaten in uneingeschränkter Solidarität mit den US- GIs für den Einsatz in Nord- Vietnam aufzubringen, geschmeidig mit dem Angebot, das Seebäderschiff Helgoland in ein Larzarettschiff umzubauen und nach Saigon zu entsenden, unterlaufen können.

Vor fünfzig Jahren sollte der SPIEGEL ruiniert werden, schreibt Franziska Augstein am 17. September 2012 im Spiegel unter der Überschrift"

"1962 begann das Jahr 1968"

"Nur wenige Abgeordnete im Bundestag erhoben scharf Einspruch dagegen. Die Sache ließ sich gut an für die Staatsgewalt, mit dem Volk rechnete sie nicht. Ruhe galt in Deutschland ja als Bürgerpflicht. Und die Deutschen sahen sich schon immer eher als Lampenputzer denn als Revoluzzer. Warum Protest und Aufruhr in Deutschland schnell zu Ende waren, hatte Erich Mühsam beschrieben: "Lasst die Lampen stehn, ich bitt! - denn sonst spiel ich nicht mehr mit!

Niemand rechnete damit, dass die Besetzung des SPIEGEL und die Verhaftung Rudolf Augsteins Aufruhr auslösen könnten. Zur Überraschung der Obrigkeit gab es ihn aber. Zwar friedlich, aber mit Macht, auch mit Witz. Trude Herr ("Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann") hatte einen Riesenerfolg mit dem Song "Tanz mit mir den Spiegel-Twist, auch wenn du von der Kripo bist."

Am Schluss ihres lesenswerten Artikels schreibt Franziska Augstein:

"Mit der SPIEGEL-Affäre 1962 begann das Jahr 1968. Viele junge Deutsche legten die Lampenputztücher beiseite, es begann die Zeit der Putztruppen."

Franiska Augsteins Wahrnehmung einer Kontinuität, die 1962 im Verlauf der SPIEGEL- Affäre, samt Rücktritt des Bundesverteidgungsministers Franz Josef Strauß, samt Kabinettsumbildung begann und mit der 68er Studentenbewegung quasi ihre Vollendung fand, finde ich bedenkenswert, vermag dieser aber nicht wirklich zu folgen.

Nach meinem Eindruck war die gesellschaftliche Wirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland nach 1962 über 1968 hinaus eine andere, außer dass vielleicht 1962 der Grundsstein für eine sozialliberale Koalition aus SPD und F.D.P. ab 1969 nach gewonnener Bundestagswahl gelegt wurde. Aber das erscheint mir als Teil des danach einsetzenden Dilemmas

1956 war nach einem seit 1952 wärhrenden Verfahrn über alle Instanzen bis hin zum Bundesverfassungsgericht /BVG) die KPD in Westdeutschland durch den damaligen CDU- Bundesinnenminister Gerard Schröder gegen verhaltene Proteste der SPD und Medien verboten worden.

In der Folge des KPD- Verbots entschloss sich die SPD auf den Weg an die Fleischtöpfe der Macht 1959 das Godesberger-Programm mit der nacheilenden Zustimmung zur Wiederbewaffnung Westdeutschlands, Gründung der Bundeswehr, des Militärischen Abschirmdienstes (MAD), der Aufwertung der Organisation Gehlen zum Bundesnachrichtendienst (BND), Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht, des Wehrersatzdienstes, samt Beitiritt Westdeutschlands zum NATO. Bündnis zu verabschieden und sich vom "Marxismus- Leninismus" als letztes gesamtdeutsches Scharnier der SPD mit der DDR zu distanzieren

- Zwischenzeitlich war die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland durch die Gründung der Bundeswehr 1955 mit folgender Einführung der Wehrpflicht, des Wehrersatzdienstes 1956, Beitritt zur Nordatlantik Organisation (NATO) gegen massiven Widerstand in der Bevölkerung, Medien, voran DER SPIEGEL als Sturmgeschütz der Demokratie mit dessen Herausgeber Rudolf Augstein im Namen der Deutschen Einheit, die mitten in Europa neutral und pazifistisch sein solte, unterstützt von großen Teilen der SPD in Parlamenteen in Bund, Land, Kommunen von Bundeskanzler Konrad Adenauer durch mehrheitliche Abstimmung im Deutschen Bundestag durchgesetzt wurde -

1961 begann in Tel Aviv/Israel der Prozess gegen den Organisator des Holocaust Adolf Eichmann, der mithilfe des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer Frankfurt/Main durch den israelischen Geheimdienst Mossad in Buenos Aires /Argentininen in Geiselhaft genommen, verhaftet über Paraguay nach Israel entführt werden konnte.

Am 13. August 1961 folgte der Berliner Mauerbau durch die DDR- Organe mit Erich Honecker als Koordinator wohl auch als Konsequnet der machtpolitischen Bedeutung des Godesberger Programms der SPD 1959 mit Herbert Wehner, Kommunist a. D., Helmut Schmidt, Carlo Schmidt, Fritz Erler als treibende Kraft gegen den SPD- Vorsitzenden Erich Olllenhauer, Willy Brandt als Regierender Bürgermeister in Westberlin.(1957- 1966).

Die Bundesregierung Adenauer fürchtete mit Beginn des Prozesses gegen Adolf Eichmann unter heftiger Anteilnahme der Weltöffentlichkeit mit Medienstars Hannah Arendt, Arthur Miller u. a., der Kanzleramtschef Hans- Maria Globke, Kommentator der Nürnberger Rassengestze 1935, könne als Zeuge nach Tel Aviv geladen und unter dem Druck israelischer Öffentlichkeit verhaftet werden.

War es der Bundesregierung doch gelungen gegen den Willen des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer Frankfurt/Main aus genannten u. a. dunklen Gründen zu verhindern, dass in Westdeutschland ein Prozess gegen Adolf Eichmann staatfindet.

In einem Geheimabkommen zwischen Ben Gurion Ministerpräsident Israels und Bundeskanzler Konrad Adenauer wurde 1961 in dem New New Yorker Hotel Waldorf- Astoria vereinbart, im beiderseitigen Einverständnis, erstens gegen Waffenlieferungen Westdeutschlands nach Israel auf einen Prozess gegen Adolf Eichmann in der Bundesrepublik Deutschland zu verzichten.

- ein Auslieferungsersuchen der Bundesregierung im Fall Adolf Eichmann lag ohnehin nicht vor -

zweitens den Kanzleramtschef Hans- Maria Globke nicht nach Tel Aviv als Zeugen im Adolf Eichmann Prozess zu laden, geschweige denn als Mitverantwortlichen des Holocaust, dem staatlich organsierten Raub an Leben, Gesundheit und Vermögen der Juden in Europa, anzuklagen.

Während im Für und Wider des Vorgehens der Bundesregierung im Verlauf der SPIEGEL- Affäre 1962 die Fronten nach einigem Hin- und Herwanken der SPD- Fraktion mit Herbert Wehner an der Spitze im Deutschen Bundestag in ihrem Verlauf zwischen SPD, maßgeblichen Teilen der FDP unter deren Vizekanzler und Vorsitzenden Erich Mende und der Mehrheit der CDU/CSU noch klar zu erkennen waren, änderte sich das im Verlauf der Jahre bis 1968 dramatisch.

- immerhin empfand sich der FDP- Bundesjustizminister Wolfgang Stammberger vom Bundeskanzler, Bundesverteidigungsminister zu recht verfassungswidrig im Zusammenhang mit dem SPIEGEL- Fall über- und hintergangen -

Ungeachtet ideologischer Gräben, weltwirtschaftlicher Ausgrenzung zwischen den Blöckern hinter dem Eisernen Vorhang in Ost und West während des Kalten Krieges offenbarte sich in deren Nomenklaturen, Eliten gleichmermaßen eine gemeinsame Furcht, dass in der nachwachsenden genaration mit ihren autonomen und sozialen bewegungen, Intentionen, im Osten der Prager Frühling 1968, im Westen die Studtenbewegung, globale Bewegung gegen den US- Vietnamkrieg, sich anders als die zwei Königskinder finden, einander verbinden könnten.


Dass die Staatsgewalt schlussendlich den Protesten auf der Straße 1962 nachgeben.musste, wie viele bis heute mit Franziska Augstein meinen, übersieht n. m. E. die historische Tatsache, dass die Bundesregierung in völliger Fehleinschätzung der internationalen Lage in Europa, Südostasien mit ihren Krisen- und Gefahrenherden, der Position der US- Administration, der NATO mit ihrem leichtfertigen Heraufbeschwören der SPIEGEL- Affäre wg. angeblichen Landesverrats des SPIEGEL- Herausgebers Rudolf Augsteins, des Redakteurs Conrad Ahlers u. a., absolut über Kreuz lag und im Hintergrund, unter Einbeziehung von Kontakten zur SPD, deren Verteidigungsexperten Helmut Schmidt, damals Innensenator Hamburgs, unauffällig von dieser Seite zurückgepfiffen wurde.

Franziska Augstein:

"So sahen das im Besonderen Angehörige der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die den SPIEGEL verfolgte. Sie waren als Nazis ganz gut gewesen. An Demokratie und Meinungsfreiheit konnten sie sich nicht recht gewöhnen."

Im Unterschied zur SPIEGEL- Affäre "bedingt abwehrbereit" NATO- Manöver Fallex62 informiert Generalbundesanwalt Harald Range, anders als der Generalbundesanwalt 1962, ordnungsgemäß namentlich jene, nämlich Netzpolitik,org Redakteure Markus Beckedahl und Andre Meister, dass gegen diese ermittelt wird.

Anders deshalb, weil der damalige Generalbundesanwalt Wolfgang Fränkel (1905–2010), gerade ins Amt berufen, mit Wirkung vom 24. Juli 1962 wg. vorliegender SPIEGEL- Berichte aus DDR- Medien- Quellen über dessen aufhetzende Mitwirkung an selbst damals in der NS- Zeit rechtswidrigen Todesurteilen während seiner Amtszeit im Reichsgerichtshof beurlaubt war.

- NSDAP- Mitglied Wolfgang Fränkel hatte beim NS- Reichsgericht Leipzig als Staatsanwalt das Urteil "Lebenslänglich" für einen Polen, der wg. Exhibitionismus angeklagt war, in ein Todesurteil gewandelt sehen wollen und auch erreicht.

Auf dringliche Anfragen, Überprüfungen vor seinem Amtsantritt als Generalbundesanwalt im Januar 1962, ob in irgendeiner Form aus seiner Zeit als NS- Jurist etwas vorliegen könne, hatte Fränkel dies strikt und kategorisch verneint, bis dann, wider Erwarten, Dokumente aus DDR- Quellen auftauchten, die DER SPIEGEL aus reiner Journalistenpflicht veröffentlichte. -

Das Amt des Generalbundesanwaltes blieb vom Juli 1962 bis zum März 1963 vakant.

Das war die administrative Lücke, die der Teufel ließ, die der Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß an seinem Koalitionskollegen, FDP- Bundesjusitzminister Wolfgang Stammberger, dem Dienstherr der Generalbundesanwaltschaft, vorbei, für seine dunklen Machenschaften gegen DEN SPIEGEL und die gesamte bundesdeutsche Presselandschaft zu nutzen gedachte,

Franz Josef Strauß, nachtragend und zynisch genug Machtmensch, dass er den investitgativen Erfolg DES SPIEGELs, ohne Berührungsangst mit DDR- Quellen, den Generalbundesanwalt Fränkel als NS- Täter zu entlarven und aus dem Amt zu jagen, in sein Gegenteil, in eine Niederlage, ja des Ruins DES SPIEGELs kehren wollte. Was zum Glück misslang.

Das vom Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß angeteichte Ermittlungsverfahren gegen DEN SPIEGEL wg. Landesverrat, ohne Wissen des BND- Generals Reinhard Gehlen, unter Mitwirkung des MAD, des Bundesverfassungsschutzes, Bundesinnenministers Hermann Höcherl, gestaltete sich als geheime Kommendosache, ohne den außergerichtlichen Notstand auszurufen, als wäre Krieg, NATO- Alarm!, der Russe stehe vor der Tür, greife in der Norddeutschen Tiefebene mit Panzern Westdeutschland an.

Franziska Augstein:

"Zu den Absurditäten der Zeit gehört die "Mosaiktheorie": Wenn eine Zeitschrift sich unterstand, lauter bekannte Tatsachen schlüssig zusammenzufassen, so dass "der Feind" sich die Mühe nicht mehr selbst machen musste - dann konnte das als Landesverrat ausgelegt werden. Ob oder ob nicht: Das war eine Frage der politischen Machtverhältnisse."

Bei der "Mosaiktheorie" 1962 gibt es mutmaßlich beachtlcihe Anleihen des gegenwärtigen Bundesverfassungspräsidenten Hans- Georg Maaßen mit dem konzertiert abgestimmten Versuch, einen Straftatbestand des Landesverrats nicht nur gegen "Unbekannt", sondern gleich namentlich gegen die Netzpolitik.org Redakteure Markus Beckedahl und Andre Meister auf Biegen und Brechen und Würgen dss Geistes unserer Verfassung zu konstruieren.

Franziska Augstein:

"Als die Westdeutschen für den SPIEGEL demonstrierten, fühlte der Kanzler sich umzingelt. Da er sich kein neues Volk wählen konnte, suchte er sich andere Schuldige, Reinhard Gehlen zum Beispiel. Dieser, erklärte der greise Regierungschef, müsse sofort verhaftet werden. Warum? Gehlen hatte die Vorläuferorganisation des BND gegründet. Und weil ein SPIEGEL-Mann Kontakte zum BND hatte, war Gehlen also fällig - in Adenauers Augen."

Was Franziska Augstein unerwähnt lässt, Bundeskanzler Konrad Adenauer war möglicherweise Opfer seines Misstrauens gegenüber dem komplexen Staatsekretärwesen seines Kanzleramtschefs Hans- Maria Globke, Kommentator der Nürnberger Rassengesetze 1935, geworden, das darin bestand, dass CDU/CSU- Staatsekretäre in Ministerien des Koalitionspartners FDP als Aufpasser, nur dem Kanzleramt gegenüber zur Loyalität verpflichtert, stationiert waren, wie umgekehrt.

- In der Großen Koalition aus CDU/CSU/SPD 1966- 1969 wurde das im Wege der SPIEGEL- Affäre ins Gerede geratene Staatsekretärenwesen des Kanzleramtschefs Globke und Nachfolger abgeschafft.

1969 feierte das Staatsekretärenwesen dann, insgeheim und unerwartet, initiiert durch den Kanzleramtschef Professor Horst Ehmcke im Bunde mit dem F.D.P. - Bundesinnenminster Hans- Dietrich Genscher, unselige Urständ als Teil der Ereignisse um die DDR- Spion Günter Guillaume- Affäre und folgendem Rücktritt Bundeskanzler Willy Brandts am 6, Mai 1974 -

Franziska Augstein:

"1962 meinte die Obrigkeit, sich die Aktion gegen den SPIEGEL leisten zu können. Der SPIEGEL und die Hamburger Verlage, die halfen, dass er weiterhin erscheinen konnte, wurden abgehört. Der CSU-Innenminister Hermann Höcherl war der Auffassung, der Staat habe sein Recht, Telefone abzuhören, "vor November 1962" nicht ausreichend genutzt. Derselbe Höcherl fand nichts dabei, dass der SPIEGEL-Redakteur Conrad Ahlers rechtswidrig in Spanien verhaftet worden war:

"Etwas außerhalb der Legalität"

sei das gewesen, aber im Übrigen ganz in Ordnung. Man konnte damals schließlich - noch ein Spruch des legendären Höcherl - "nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumlaufen". Er hätte es tun sollen.".

Ist das nicht ztukunftsweisend, wenn der Staat, fern von bürokratischen, gesetzlichen Umständen, einfach so aus dem Bauch heraus exekutiert, wonach seinen amtierenden Vertretern ist?

Dieses Bauchgefühl von Hohen Personen in Amt und Würden der Bundesreüublik Deutschand weiss Franziska Augstein in ihrem SPIEGEL- Artikel 2012, der Mosaiktheorie investigativ furchtlos folgend, pointiert mit Pfiff zu beschreiben.

JP

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-88656051.html
17.09.2012
1962 begann das Jahr 1968

Von Augstein, Franziska

14:07 18.08.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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