Ich bin, also bin ich die Mitte*****

EU, Reich der Mitte Heutzutage die intakte Mitte einer Gesellschaft zu bestimmen, ist in einer Gesellschaft multipler Persönlichkeiten kein einfaches Unterfangen.
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Mitte, heutzutage, ein unbekannt scheues und flüchtiges Wesen? Alle wollen Mitte sein, aber keiner will Mitte gewesen sein?

Heutzutage die intakte Mitte einer Gesellschaft zu bestimmen,ist in einer Gesellschaft multipler Persönlichkeiten kein einfaches Unterfangen.

Erlebt sich doch hierzulande Jedermann, solang er schnaufen, schnupfen und schniefen kann, als intakte Mitte einer Gruppe, seines Inneren Teams, seines Lebenskreises, samt von Amtswegen sprungbereitem Regulator mit einsatzfähigen Rollator bei einsetzender Fallsucht, dass er bei jedem öffentlichen Nick- oder Klarnamen Auftritt mit Fug und Recht von sich zu behaupten wagt, wo ich bin, ist die Mitte meiner marktkonformen Demokratie, seht mich an, ich bin nicht allein.

Ein Schelm, wer bei diesen Begifflichkeiten an Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrem "Geflügelten Wort" von der "Marktkonformen Demokratie" denkt.

Jedoch! Unter jedem Dach einer multiplen Persönlichkeit ein krachendes Ach.

Die Mitte, eine analoge Cloud der Gesellschaft in einer digitalisierten Welt?

Wer auf der Mitte als analogen Cloud baut?, hat nicht nur auf Sand, hat auf einer umweltgiftkontamniert, verschüttet, jahrhundertwährenden Altdeponie gebaut

Mittel, Schlusstein der Gesellschaft?

Das bekannteste Bauerwerk, dessen Kuppel vor über 1000 Jahren erst durch einen Schlusstein tragfähig errichtet wurde, ist die Hagia Sophia in Konstantinopel/Istanbul.

Die Festigkeit der Kuppel wird dadurch gewährleistet, dass alle Bausteine, dem physikalischen Gesetz der Erdanziehung folgend, gelichzeitig zu Boden stürzen wollen, sich aber gegenseitig, jemehr sie stürzen, noch fester aneinander gepresst, daran hindern

Wenn wir diese Kuppel der Hagia Sophia mit ihrem Schlusstein als Metapher für die Mitte einer beliebigen Gesellschaft in unserer Einen Welt nehmen, wird deutlich, welche Last der Verantwortung auf der Mitte einer Gesellschaft als deren Schlusstein für deren Belastbarkeit und Bestand liegt und haftet.

Leicht vorstellbar, was passiert, wenn diese Schlussteine, diese Mitte einer Gesellschaft als Ort der Korruption, wie Jakob Augstein schreibt, zerbröselt. Der gesamte Bau einer Gesellschaft wird in sich zusammenstürzen, ihren Kern, die bildungsnahe Mitte mit Restvermögen freilegen, auf dass der zur Beute von Headhuntern anderer Gesellschaften wird.

Genau das ist es, was wir gegenwärtig weltweit willentlich, unwillentlich organisiert erleben, das Zerbröseln der Mitten, dieser Schlussteine vileer Gesellschaften hin zu

"Failed States".

- Es heißt immer, wenn es gen Himmel stinkt, der Fisch, die Gesellschaft stinke vom Kopfe her. Was ist aber, wenn dier Fisch, die Gesellschaft kopflos ist, wie in der Kanzler Ägide Angela Merkels? Dann stinkt der Fisch, die Gesellschaft kopflos grätenreich von der Mitte her. -

Auskehr der Mitte unserer Gesellschaft

EU, Reich der Mitte unserer Zeit?

Instandbesetzung statt Auskehr der Mitte unserer Gesellschaft!, wenn ja, wie, mit wem, mit wem nicht, mit welchen Mitteln, mit welchen nicht?

Jakob Augstein bringt es kürzlich in einer Kolumne nach allen Seiten offen, wie eine zuschlagende Drehtür, auf den Gesellschafts- Punkt, denn das wirklich deutsche Elend der Mitte ist deren täglich mediale Ausstülpung mit 0 % Anleihen in deren Rand.

Weltweite Konfliktherde, Unterlassungs- Skandale, Organisationsverschulden der G- 20 Staaten rufen nicht mehr nach Randale, Proteste gären fürwahr nicht allein bei den Griechen, Italienern, Briten, statt bei den Deutschen, wie Jakob Augstein in derselben S.P.O.N. Kolumne vom 6. 8. 2015 schreibt

"Deutschland, dein Elend ist die Mitte"

Zivilgesellschaftliche Protestpotenziale werden in Europa allerorten mittig, bedrückend unter uns allgegenwärtig, in Berlin, Paris, Calais vor dem Ärmel- Kanaltunnel, Frankfurt/Main, Dresden, Kassel, Hamburg, Köln über "Verfassungs- Maaßen" von der Wirklichkeit der Flüchtlingsströme aus Krisen- und Kriegsgebieten in Afrika, Afghanistan, Naher- und Mittlerer Osten überrollt.

Viel war von Nation- , statt Democracy- Building die Rede, als es nach Nine Eleven 2001 unter dem NATO- Ernstfall Schirm auf nach Afghanistan in den ausgerufenen Krieg gegen den Internationalen Terrorismus ging.

2011 die Arabellion in Tunesien, Libyen, Ägypten medial vergeblich befeuert wurde, ungehindert der Bürgerkrieg in Syrien ausbrach und bis heute von dunkler Seite finanziert kein Ende findet.

Allerorten in der Welt geht es seitdem um die selten gestellte Frage, wo bleibt die Mitte der Gesellschaft unter der Diktatur militärischer Interventions- Ereignisse an ihrem Rand, Ausnahmezuständen, die weltweit zum menschenverachtenden Alltag von über 60 Millionen Flüchtlingen inner- und außerhalb ihrer Heimatländer werden?

An der Peripherie Europas, in der Ukraine, im Nahen- und Mittleren Osten, im Kaukasus, Afghanistan, Pakistan zerbröseln gesellschaftspolitische Begriffe von Mitte durch die verstetigte Ausweitung von Interventions- , statt Friedenspolitik, OSZE- Prozessen als Flüchtlingsströme mitten hinein in die Metropolen, Ballungsgebiete der EU.

Geht es um die Instandbesetzung oder Okkupation der Mitte als inzwischen unterfinanzierte Leerstelle?

Gilt es zu fördern oder zu verhindern, dass die Mitte von Gesellschaften als "LABEL" zum Schnäppchenpreis weltweit, in geheim tagenden TTIP Räten, ausgeschrieben, für jede Beliebigkeit von Hartz IV- Gesetzen, Dumpinglöhnen, Körperschafts- , Einkommens- , Vermögens- Steuerdumping, Herabsetzung von sozialen und Umweltstandards, Rentenabsenkungen in Deutschland, Stieurerhöhungen bei gleichzeitiger Rentenkürzung in Griechenland, Austerity- Politik, Sparzwängen, Schuldenbremsen, feilgeboten zur freien Verfügung steht?

Ist die EU, ein Reich der Mitte, wie einst China, das sich mit einer 7000 Kilometer ehern langen hohen Mauer vom Rest der Welt abzuschotten suchte?

Reiche der Mitte, im Mittelalter das Kaiserreich China, heute die EU, die USA, Russland, streben vom Rande her aus ihrem Inneren danach, Ressourcen- und Deutungsmacht ihrer Mitte zum Nabel der Welt zu erklären, sich um ihren Rand nicht mehr zu scheren.


EU, Reich der Mitte

Ein Reich, das seine Mitte als geopolitisch begründete Ordnungsmacht verloren hat, sollte wenigstens seinen Rand menschlich halten.

Zum Zwecke dieses Sinnens und Trachtens, dieses Hin- und Her im Wandel hin zum Desinteresse am Rande seines Reiches, seiner Gesellschaft, zu unterstreichen, hat das alte China im Mittelalter nicht nur eine Demarkationslinie als Zollgrenze ausgeheckt, sondern eine 7.000 Kilometer lange vier bis zwölf Meter hohe Mauer gebaut in die Landschaft hingestreckt.

Die EU, Reich der Mitte unserer Tage, betrachtet sich selber immer noch als das ungestört ruhende Perpedo Mobile im Auge des Orkans einer Welt voller Katastrophen, Tragödien am Rande von Währungszonen, Wirtschaftsräumen und muss nun erleben, dass seine Mitte von seinem bisher unbeachteten Rand her bestürmt drangvoll eng zu werden droht.

Was bisher in Form stündlich medial neu an produzierten Mehltau als die ruhende Mitte galt, gerät nun zum orchestrierten Panikpersonal auf der "sinkenden" Titanic, die sich am Treibeisrand, den Resten des Kalten Krieges, gebärdet, als ob sie zerschellt.

in einer Zeit und Welt, wo Elend, Not ums tägliche Brot nicht mehr Fluchtströme ins Weite, sondern in die Enge der Mitte noch bestehender Gesellschaften und Staaten auslöst, kann es im herkömmlichen Sinne keine gesellschaftliche Mitte mehr geben "Kein Anschluss unter dieser Nummer"

Al- Quaida hat es vorgemacht, eine Mitte des Internationalen Terrorismus, sozialer Revolutionen, Konter- Revolutionen gibt es nicht mher, wie einst zu Zeiten des Kalten Krieges, einer Welt ideologisch eherner Blöcke, ganze Märkte durch Sanktionen kaltzustellen, von der Weltwirtschaft auszugrenzen, wie Kuba nach seiner Revolution 1959 seit 1961 durch die USA, NATO- Staaten, dem Jahr des Berliner Mauerbaus am 13. August.

Und doch sind durch die globale Multiduplizität sozialer Ereigisse, Credit- Events, Afghanistans, Iraks, Syriens, Palästiinas, Griechenlands. Libyens, Malis, Sudans, Somalias humane Katastrophen, terroristischer Anschläge allerorten Zusammenhänge, Zwängen örtlicher Selbstverwaltung, Selbstversorgung, Organisation und Selbsttätigkeit, global vernetzt, kampagnenmächtig offenbar.

Pubertierende erleben ihren Zustand Inneren Wandels durch Erregung, natürlicher Suche nach Adrenalin, zunächst unmerklich als Stimmbruch, dann erruptiv als ungestüme Neigung zum Gewaltausbruch dessen, was in ihnen an Talenten, good and bad Habits schlummernd angelegt scheint.

Die EU erlebt auf ihrer Suche nach adrenalingesteuert Erregungszuständen, von einem zum nächsten Gipfeltreffen einen Stimmungsbruch und - wandel, weg von Gewissheiten hin zu ungläubiger Ratlosigkeit unter dem krisengetriebenen Brüsseler Spitzen Motto

"Wir bekämpfen Krisen mit Krisen. Neue Krisen sind unser Elexier! Wir wählen das komminikative Chaos"

Darauf kann kein Segen liegen.

Denn wenn eine Gesellschaft Gewissheiten ihrer Mitte als moderierende Katalysator verliert, kann sie auch nicht mehr bisher ausgegrenzte Ungewissheiten an ihrem Rande in Grenzen halten, die nun unaufhaltsam von einem Vakuum Sog der Mitte angezogen, eine drangvolle Enge herstellen bis jede Krise ungelöst eskalierend auf ihrer Stelle tritt, sich explosiv auf Nachbarstaaten auszubreiten.

Was sich einzig und allein als Schande der EU in Fragen global aufgestellter Flüchtlingspolitik ausnimmt, ist in Wahrheit eine Schande aller europäischen Länder bis hin zu Russland mit seinen kaum bewohnten Ansiedlungsräumen.

- 2011 hat der russische Präsident Wladimir Putin nach dem dreifachen GAU des AKW- Komplexes Fukushima/Japan unverhohlen vollmundig angeboten, Japans Regierung könne in Sibirien ein neues Japan ansiedeln.

Jetzt, angesichts von weltweit 60 Millionen Flüchtlingen inner- und außerhalb ihrer Heimatländer in Krisen- und Kriegegsgebieten ist in dieser Hinsicht von Moskau sowenig Vernünftiges zu hören, wie aus Brüssel -

Jakob Augstein schreibt von der Mitte als Ort der Korruption und empfiehlt die Mitte einfach links liegen zu lassen, nicht so wichtig zu nehmen.

Das klingt überzeugend und ist doch nur die halbe Wirklichkeit. Die andere Hälfte der Wirklichkeit ist;

Die Mitte der Gesellschaft ist nicht alles, aber ohne eine Mitte in der Gesellschaft ist diese ein Nichts

Der Weg in die Mitte ist mit direkten, indirekten, unauffälligen, auffäligen Einladungen, Verlockungen zur Korruption nach Karriereplan in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft, geheimen Räten vom Rande her gepflastert. Das Verweilen und Behaupten der Mitte, vernetzt bis in den Rand einer jeden Gesellschaft umsomehr.

Beispiel:

Nicht mehr Parteizentralen sind Empfänger großer Spenden aus Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, sondern jene am Rande, unauffällige Vertreter von Ortsvereinen, Kreisverbänden, die das Licht der Öffentlichkeit eher scheuen, weil denen im öffentlichen Bewusstsein nicht die ansonsten für Parteizentralen geltenden Standards an Transparenz der Bilanzen abverlangt wird

Fazit:

Die Mitte der Gesellschaften ist im 21. Jahrhundert allerorten in der Welt, angesichts einer asymmetrisch formierten Weltwirtschaft, unterfinanziert, durch "Failed States" ausgekehrt, ausgewildert, inner- und außerhalb ihrer Heimatländer auf der Flucht.

Es sind nicht die Kranken, Lahmen, Siechen, Alten die da auf der Flucht nach Chancen sind, die sie nicht haben. Es sind die Kräftigen, jungen aktiven Männer, Frauen aus bildungsnahen Schichten der Mitte aller Gesellschaften, die, aus der Not geboren, ihr Restvermögen bei Schleppern einsetzen, um für sich und ihre Familen Aufenthalts- und Duldungsrecht als Geflüchtete in der EU, den USA, Russland, der Türkei zu finden

Wie heißt es doch am Ende der Ballade Friedrich Schillers

"Die Bürgschaft" so wunderschön:

"Gewährt mir die Bitte. ich sei in eurem Bunde der Dritte"

Auf die multiplen Persönlichkeiten unserer Zeit gemünzt, hieße das:

""Gewährt mir die Bitte. ich sei in eurem Bunde die Mitte"

JP

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-demokratie-stirbt-in-der-mitte-augstein-kolumne-a-1046973.html
S.P.O.N. - Im Zweifel links: Deutschland, dein Elend ist die Mitte
Donnerstag, 06.08.2015 – 16:41 Uhr
Eine Kolumne von Jakob Augstein

Es gärt in Europa. Der politische Protest ist zurück, bei den Griechen, Italienern, Briten. Nur in der Bundesrepublik nicht. Hier ist die Demokratie eingeschlafen. Denn die Deutschen verwechseln Apathie mit Stabilität.

12:40 14.08.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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