Lehrt Helene Hegemann Samen- Patentriesen Monsanto/USA das Fürchten?

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Lehrt 17- jährige Helene Hegemann mit ihrem Romandebüts "Axolotl Roadkill" Samen- Patentgiganten Monsanto/USA das Fürchten?

Lehrt Helene Hegemann als 17- jährige Autorin, wie Motor einer Urheber-, Patenrecht- Debatte, nicht nur den Bestseller Literaturbetrieb Mores, sondern den Samenbank- Patentgiganten Monsanto in den USA das Fürchten?

In der Debatte um den Plagiat- Vorwurf gegen die 17- jährige Autorin Helene Hegemann klingt z. B. in dem Freitags- Artikel "Die Kehrseite des Hypes", Matthias Dell ein Ton an, der mich aufhorchen lässt:

"Dieses hierarchische Denken (nach oben wird zitiert, nach unten abgeschrieben) ist in gewisser Weise genauso deutsch wie das Insistieren auf Individualität, das bei Biller fast parod­istische Züge annimmt: Die großen Namen müssen her, um zu adeln, aber der Eindruck, dass hier nur jemand „wie“ alle anderen schreibt, darf irgendwie auch nicht zurückbleiben."

Da wollte offensichtlich der Autor dieses Artikels zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, was notwendiger Weise an der Fliege "hierarchische Denken....genauso deutsch" wie an der Fliege "Insistieren auf individualität" scheitern musste.

Denn umgekehrt wird in Erinnerung an Levi Strauss(1909- 2010) und seine Wertschätzung der schriftlosen Kultur gegen über der Schriftkultur ein Schuh daraus.

Jeder Sinn für die Individulität einer 17- jährigen Helene Hegemann wurde für den Preis eines Linsengerichtes des Bestseller- Literaturbetriebes fahren gelassen, um das Lied der von jeder Individulität "befreiten" wie medial "ausgewilderten" Generationshorde, dieses Mal nicht unter dem Pseudonym "68er", sondern unter dem Pseudonym "verruchte Schnullerjährige" "auf Deubel und Engel komme heraus" zu vermarkten.

Auf der anderen Seite nähern Autoren wie Matthias Dell sich fühlig wie gedankensinnig einem Themenkomplex, ohne diesen zu benennen, den ich als Verhängnis der Rücknahme des öffentlich, wie familiar gesprochen philosophischen Wortes (s. der letzte redende Philosoph Peter Sloterdiyk) , als die wachsenden Blässe der schriftlosen Kultur zu Gunsten der allerorten präsenten Schriftkultur, samt deren urheberrechtlichen Rattenschwanz, im und außerhalb des Internets identifiziere.

Was früher embryonal, kindlich, jugendlich, weise leise oder laut im Alter über das eine Sinnesorgan "Gehör" aufgenommen, verarbeitet, nachgeäfft, wie grimassierend, gestikulierend imitiert, ausprobiert ward, wird heute über zwei Sinnesorgan "das Auge" direkt über die Finger in den Tastsinn als Erinnerungskultur diktiert und gespeichert.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt, ja wenn, wenn nicht Urheberrechte, anders als beim gesprochenen Wort, anders als bei der redenden Philosophie, nicht beim geschriebenen Wort Urheberrechte ihre Wirkung entfalten würden, wie anderswo die hinterlegt verbriefte Patentrechte der Firma Monsanto/USA in Fragen der Nachbildung der Natur als Patentrechtsanspruch einer einzelnen Firma?

Geht es bei Helene Hegemann also um mehr als die undurchsichtig durchsichtigen Bestseller- Markt- Gepflogenheiten eines verwahrlosten Literaturbetriebes ohne Sinn und Trachten der Autoren/innen- Pflege?

Geht es um einen neuen Begriff von Individualität als Autor/in, wie um eine neue Definition des Urheber- , Patentrechtes auf das geschriebene wie gesprochene Wort, um bisher vernachlässigte Einkommenssäulen in die Wahrheit, ins Recht gesetzt, zu nähren?

Lehrt Helene Hegemann als 17- jährige Autorin, wie Motor einer solchen Debatte, nicht nur den Bestseller Literaturbetrieb Mores, sondern den Samenbank- Patentgiganten Monsanto in den USA das Fürchten?

JP

03:31 11.02.2010
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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