MH17Tragödie/Warum trauert Holland allein?

Flugverbotszone Warum wurde in Deutschland, anders als in den Niederlanden, kein Tag der Trauer gefunden?, wurden die Flaggen hierzulande nicht landesweit auf Halbmast gesetzt?
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Ist es ein menschliches Versagen in den Hauptstädten Europas zu nennen., die Niederlande allein damit zu lassen, den gestrigen Tag, den 23. Juli 2014, zurm Tag der Trauer, des Gedenkens an 298 ermordete Bürger aus verschiedensten Ländern der Welt, Kinder, Frauen, Männer zu erklären?

Die holländische Flagge wurde an allen öffentlichen Gebäuden zum Zeichen der Trauer auf Halbmast gesetzt. Landesweit erklangen die Glocken aller Kirchen unterschiedlichster Konfession dem Gedenken in Eindhoven zum Geleit.

Einblick in die mentale Verfassung unseres Landes gab die folgende Diskussionrunde im Deutschlandfunk am Abend desselben Tages, Annette Riedel fragte als Diskussionleiterin, fast behutsam zu nennen, die Runde, ob wir nicht heute die Niederlande in ihrer Trauer allein lassen würden? Stille.

Dann fasste sich Rebecca Harms von DEN GRÜNEN ein Herz und betonte, wie konnte es anders sein, angesichts der kurzen Sendezeit, in Hast und Hektik, gegenwärtig passiere so viel. Trauer sei wichtig, aber man könne und müsse ja nicht überlall dabei sein. Das Trauern geschehe ja in Eindhoven/Niederlande, unter Beteiligung vieler offizieller Vertreter betroffener Länder, die Opfer zu beklagen haben.

http://www.deutschlandfunk.de/programmvorschau.281.de.html
Die EU, der Nahe Osten und die Ukraine: Das Versagen der europäischen Außenpolitik
Diskussionsleitung:
Annette Riedel, Deutschlandfunk
Es diskutierten:
Michael Gahler MdEP, EVP-Fraktion im Europäischen Parlament
Rebecca Harms MdEP, Fraktionsvorsitze der Grünen im Europäischen Parlament
Adam Krzeminski, Wochenzeitung Polityka, Warschau
Jan Techau, Direktor des Forschungsinstituts Carnegie Europa, Brüssel

Ich empfand diese durchaus bemühte, aber, nach meinem Empfinden, nicht angemessene Antwort Rebecca Harms als verpasste Chance, sich auf eine Stimmung der Trauer, und sei es für eine MInute, überhaupt und sonders als Europäter in Solidarität mit der Trauergemeinschaft in den Niederlanden einzulassen.

Warum wurde in Deutschland, anders als in den Niederlanden, kein Tag der Trauer gefunden? Warum erklangen keine Glocken, wurden die Flaggen auf allen öffentlichen Gebäuden hierzulande nicht landesweit auf Halbmast gesetzt?

"Europa und die USA müssen diese Verhöhnung nun beantworten" ist in der Sueddeutschen am Dienstag dieser Woche zu lesen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/mh-russlands-schuld-1.2056044
22. Juli 2014 12:21
MH17
Russlands Schuld
von Stefan Kornelius

Verhöhnung durch wen?

Ist es als Verhöhnung des gesunden Menschenverstandes durch ukrainische, deutsche, malysische, niederländische und aller europäischen, amerikanischen, russischen Poitiker zu bewerten, dass diese Politiker, trotz täglich, stündlich mit Händen zu greifenden Kriegsgefahrenlagen in der Ukraine, trotz des fortbestehenden Krieges gegen den Internationalen Terrorismus nach Nine Eleven 2001 in uneingeschränkter Solidarität mit den USA, entgegen wirtschaftlichen Interessen der globalen Luftfahrtbranche außerstande waren, eine Flugverbotszone zumindest über der Ostukraine zu administrieren?

“Warum kann die Ukraine, kann der gerade neu gewählte ukrainische Präsident Petro Poroschenko , unabgestimmt mit Anrainerstaaten, frei von jeder Einrede der EU, den USA, Krieg im eigenen Land gegen Separatisten führen, ohne von vornherein den Luftraum über der Ukraine zur Flugverbotszone für den Internationalen Luftverkehr zu erklären, so als ob weiterhin ungebrochen Friede, Freude, “Eierkuchen” herrsche?”

Da reißt Jakob Augsteins Vorstellung in seiner aktuellen S.P.O.N. Kolumne:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-und-putin-jakob-augstein-ueber-die-schuldfrage-a-982680.html
Malaysia Airlines MH17 und Putin: Jakob Augstein über die Schuldfrage
Donnerstag, 24.07.2014 – 13:56 Uhr
Malaysia Airlines Flug MH17: Warum die Schuldfrage nicht weiterführt

die Frage nach der Schuld bringe nichts, einen ganz neuen Sack voller Fragen auf.

Hat die internationale Versicherungswirtschaft, das Risiko im Luftraum über der Ukraine sehr wohl auf dem Bildschirm gehabt, dieses "Credit Ecvent" in ihren Versicherungsprämien längst, diese erhöhend, eingereist?, aber nicht öffentlich gemacht, , wenn ja, geschah das nicht in ausreichendem Maße, samt Empfehlung an die versicherten Luftfahtunternehmen, den Luftraum zumindest über der Ostukraine dringlichst zu meiden und tunlichst, anders als es gegenwärtig unselige Praxis ist, Fluggästen auf Nachfrage, mit der Option des Rücktritts vom Flug, in Realtime Auskunft über die wirkliche Flugrouten zu erteilen.

Da stellt sich die Frage nach der Schuld für den Abschuss der Boeing 777 MH17, den Tod von 298 Fluggästen und Crew, viel komplexer, z. B., ob nur noch Nationen legitim Kriege erklären, nach innen und außen führen dürfen, die den Internationalen Strafgerichtshof der UNO in Den Haag anerkennen?

Tut das die Ukraine, tut das Russland, tuen das die USA, tut das Israel? Mitnichten.

Wenn der Krieg ein Automobilstraßenverkehrsystem wäre, müssten alle Verkehrs- , sprich Kriegsteilnehmer eine international zertifizierte Fahrerlaubnis erwerben und jederzeit vorweisen können.

Krieg darf dagegen nachwievor heutzutage Jedermann jedem anderen, mit und ohne dessen Einverständmis, erklären, nach innen und außen führen, so als ob es noch die Reichsfehde gebe, wie diese Michael Kohlhaas (gleichnamiges Heinrich von Kleist Drama) , absehbar mit asymmetrisch unverhältnismäßigen Folgen für alle Beteiligte, voran sich selber, in Anspruch nahm

Geht es zunächst nicht erst einmal um die Frage der Verantwortung der Regierung Petro Poroschenko in Kiew, der EU in Brüssel, den USA in Washington DC, Deutschland in Berlin. Russland in Moskau, Niederlande in Amsterdam?, Malaysia in Kuala Lumpur?, warum Krieg in der Ukraine nicht Krieg genannt und entsprechend verantwortliche Schlussfolgerungen daraus in Form der Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine mit Kriegs- und Mobilisierungsbeginn gezogen wurden?

JP

http://www.sueddeutsche.de/politik/niederlande-ein-traumatisiertes-land-1.2059448
24. Juli 2014 09:06
Niederlande nach MH17-Abschuss
Ein traumatisiertes Land

22:00 24.07.2014
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Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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