NSA Black Budget "Schlachtfeld Internet"

Edward Snowden In einer ARD- Dokumentation, die bis zum 19.1.2014 in der Mediathek abrufbar ist, berichtet Edward Snowden über Geheimprogramme der NSA
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"Schlachtfeld Internet – Wenn das Netz zur Waffe wird"

Wieweit ist der US-Geheimdienst NSA. trotz anderslautend offizieller Bekundungen, mit seinen 800 000 offiziellen Mitarbeitern, die inoffiziellen in Subunternehmen nicht gerechnet, für eigene Cyber-Attacken "Gewehr bei Fuss per Mausklick" aufgestellt?

In einer Dokumentation der ARD berichtet Edward Snowden über Geheimprogramme der NSA

"Schlachtfeld Internet",

Follow the money, so lautet die Aufgabenstellung für die Filmemacher des NDR.

Die Dokumentation

"Schlachtfeld Internet – Wenn das Netz zur Waffe wird",

die gestern Abend in der ARD lief und noch bis zum 19.1.2014 in der Mediathek abrufbar ist, folgt dieser Prämisse.

Die Milliarden an US- Dollar, die die NSA für Personal, Aufwand für Aus- und Aufrüstung im Netz einsetzt, können nach parlamentarischem Ermessen nicht allein für Ausspähung und Überwachung angesetzt sein.

Die NDR-Autorinnen Svea Eckert und Alexandra Ringling wussten sich Zugang zu dem von der Washington Post veröffentlichten

"Black Budget Dokument"

zu verschaffen, das aufgeschlüsselt belegt, welchem der von den insgesamt 16 US- Geheimdiensten wie viel Money zu welchen Zweck, ungeachtet von Schattenhaushalten, von Amtswegen jährlich zur Verfügung steht

Aus den Dokumenten ist eindeutig ersichtlich, dass die NSA keineswegs ausschließlich an der Abwehr von Attacken, sondern seit langem mit dokumentiertem Erfolg an eigenen Angriffsszenarien bastelt. Etwa auf die Systemsteuerungen von Elektrizitätswerken, Telekommunkation, Verkehrsystemen zu Lande, zu Wasser, in der Luft, zivile, militärische Flugleitsysteme, die Infrastrukturen von Krankenhäusern, Radarsysteme, AKWs, Raketenabwehrsystme in anderen Staaten.

"Wir sollten niemals Krankenhäuser angreifen oder Kraftwerke ausschalten", hebt Edward Snowden in seinem Interview mit dem Autor James Bamford hervor.

Auch in dieser ARD- Dokumentation verweist Snowden, wie bereits zuvor gegenüber dem US-Magazin Wired, darauf, dass das automatische Abwehrprogramm MonsterMind der NSA keine Fiktion ist, sondern real existiert. Es könne ohne menschliches Zutun auf einen tatsächlichen oder vermeintlichen Cyber-Angriff mit einem Gegenschlag auf die Infrastruktur eines anderen Staates reagieren.

"Wir sollten niemals einem Computer erlauben, eigenständig eine solche Entscheidung zu treffen", sagt Snowden. Die Gefahr eines versehentlichen Kriegsschlages sei gegenwärtig groß. Man wisse aus Erfahrung längst, dass Angreifer den Ursprung einer Aktion verschleiern und die Aufmerksamkeit auf unbeteiligte Konflikt- Parteien, unschuldige Staaten lenken können.

Die Filmemacherinnen Eckert und Ringling unterlegen die von Snowden enthüllten cybermilitärischen Optionen überhaupt und sonders der USA mit Dokumenten über bereits bekannte staatliche Cyber- Attacken.

Dabei gelingt es ihnen, anhand der Edward Snowden Dokumente das "Meer" von desinformierend trüben Wassern freizulegen und auf den wahren Grund der Moldau zu schauen, der eindeutig die transatalantisch dichte Vernetzung der Geheimdienstes Europas mit denen der USA und umgekehrt offenbart.

Im Mittelpunkt steht der US-amerikanische Angriff auf eine iranische Atomanlage, bei dem 2010 die Schadsoftware

"Stuxnet"

mit einem Aber- Hunderte Millionen US- Dollar Aufwand zum Einsatz kam, voll seine zerstörische Wirkung im Iran nicht nur an von Siemens hergestellten Anlagen entffaltete und seitdem verantwortungslos unkontrollierbar im World Wide Web vagabundiert.

Inzwischen hat allein Siemens weltweit an über 200 seiner Anlagen die Schadsoftware "Stuxnet" lokalisiert.

Edward Snowden sieht in dieser Operation der NSA eine Zäsur der Internationalen Sicherheitsarchitektur unter den Staaten der Welt und eine

"Abkehr von der Vergeltungsdoktrin".

D. h. bis dahin wurden von Amtswegen solcher Art Cyber- Angrifffe Geheimdiensten strikt untersagt, um von vornherein drohenden Vergeltungsschlägen einer fremden Macht, soweit als möglich, den Wind aus den Segeln zu nehmen

Ein besonders abenteuerliches Cyper- War Ereignis bisher unbekannter Art betrifft in dieser Dokumetation die sehr wahrscheinlich vom britischen Geheimdienst GCHQ ausgeführte Attacke auf den Telekommunikationskonzern Belgacom in Brüssel, zu dessen Großkunden ausgerechnet die Nato und die EU gehören.
JP

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ndr/12012015-geschichte-im-ersten-schlachtfeld-internet100.html
Die Story im Ersten – Schlachtfeld Internet
Wenn das Netz zur Waffe wird

02:12 13.01.2015
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Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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