Parteipolitik Logik tendiert stets zur Show

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"Parteipolitik Logik gerät in ihrer Tendenz stets zur Show"

Im Gegensatz zu politischen Talkshows sei Politik "ernst, langsam und grau", ließ sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) anlässlich einer Veranstaltung des Wissenschaftfroums (W- Forum) des Deutschen Bundestages bräsig vernehmen.

Grau war nicht nur dieser 1. Novembertag 2012, grauenhafter noch war das "bosshafte" Outfit der Teilnehmer/innen dieses erlauchten Kreises geladener Gäste des Forums.

Es schien, als wollten die Teilnehmer/innen im graumeliert uniformierten Einklang mit dem November Wetter mit informellem Nachdruck die "Fünfte", die düster karnevallistische Jahreszeit mit der staatspolitischen Pflicht statt Kür zur "Heiterkeit" einläuten.

Der Blick aus dem Versammlungssaal nach draußen in den wolkenverhangenen Himmel sprach feuchtklamm dicke Bände tieflfliegender Wolken.

Drinnen, in einem Sitzungssaal des Bundestags im Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses, ging es nur scheinbar alles andere als farblos zu:

"Politische Talkshows - Information oder Inszenierung"

lautete der Titel des Streitgesprächs, das Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) an diesem Morgen mit ARD-Chefredakteur Thomas Baumann ab 11.00 Uhr führte.

Im Mittelpunkt dieser Debatte stand die angestrengt bunte Welt der Talkshows im "Ersten":

Montags "hart aber fair" mit Frank Plasberg,

Dienstags "Menschen bei Maischberger" mit Sandra Maischberger,

Mittwochs "Anne Will" mit Anne Will,

Donnerstags "Beckmann" mit Reinhold Beckmann

und

"Günther Jauch" mit Günther Jauch am Sonntag.

Dass diese Dosis zu hoch sei, befand vor ein, zwei Wochen sogar der ARD-Programmbeirat. Es gebe Defizite bei der Themen- und Gästeauswahl.

Dieser selbstanzeigenden Kritik sind Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse wiederholt mit Nachdruck, vorauseilend, beigetreten.

Die Gründe für eine solche Veranstaltung des "W- Forums", zu der die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages in loser Folge einladen, waren folglich nicht aus allen Wolken eines heiteren Himmels über Deutschlands Öffentlich Rechtliche Anstalten gefallen, sondern, Quote um Quoten Schote, wie giftspeichernde Pilze unter der Graswurzelnarbe aus dem Boden der Hefe des Volkes geschossen.

Ulrich Schöler, Leiter der Abteilung "Wissenschaft und Außenbeziehungen", moderierte das Streitgespräch.

Die Positionen schienen zuvor hochrangig klar mit dazu passenden Protagonisten als geladene Gäste besetzt.

ARD-Mann Baumann wies, ungefragt, vorab den Vorwurf der Inszenierung mit Vehemenz zurück.

ARD-Mann Baumann gab zu Protokoll und vor allem zu bedenken, dass Redaktionen gehalten sind (wenn ja, von wem?), Themen verständlich, was im Klartext heißt, unterhaltsam, aufzubereiten:

"Wir wollen als öffentlich-rechtlicher Sender mit politischer Information möglichst alle erreichen, nicht nur politisch Interessierte", so kommuniziert Baumann, rechtfertigend, das Selbstverständnis der Programmdirektion vom Zugang zum Publikum des "Ersten".

Gerade solch einem Zugang, widersprach MdB Wolfgang Thierse, würde zu

"Polarisierung und Skandalisierung"

führen. Die Logik einer Show sei nicht die Logik der Politik. Der Bundestagsvizepräsident kritisierte, dass neben den Nachrichten politische Talkshows mittlerweile zentrale Bedeutung für die Vermittlung politischer Informationen errungen haben.

Eingehend setzte sich Thierse auch mit dem Claim der Sendung

"hart aber fair"

auseinander: "Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft".

Wolfgang Thierse lokalisierte hier "Arroganz" und die Inszenierung einer

"Zwei-Welten-Lehre".

Es würde der Anschein erweckt, Fernsehen stehe für die Abbildung von Wirklichkeit und Politik für "Ahnungslosigkeit, Lüge und Lebensfremdheit".

Nach dieser Debatte ist mutmaßlich vielen, uneingestanden, hinter vorgehaltener Hand, klar, die wahren Elche der Politikgestaltung tarnen sich als Kritiker dessen, was sie selber auf Kiel gelegt, vom Stapel gelassen,.

Nämlich den öffentlich- rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten Freiräume zu überlassen, in denen sich private Mediengesellschaften hinter Moderatoren/innen die in den öffentlich- rechtlichen Anstalten zu quotenstarker Prominenz gelangt sind, mit uneinsehbar undurchsichtigen Sonderkonditions- Verträgen profitabel zu Lastern der Gebührenzahler/innen, einmal hier, einmal da, tummeln.

Diese Igittigitt monetären Zusammenhänge und Fallstricke privat- öffentlich- rechtlicher Finanzregime, die nicht nur auf den Bereich Medien Anwendung finden, in denen sich ausweislich u. a. eine NDR- Fernsehspielchefin, Doris J. Heinze, mit beachtlich krimineller Energie zu ihren Gunsten, schlicht und ergreifend, selbstanzeigend verhedderte, weisen auf gigantische Dunkelziffern, ohne dass diese auch nur ansatzweise in dieser hochkarätig besetzten Debatte des W- Forums des Deutschen Bundestages an diesem Novembertag 2012 zur Sprache kamen.

Denn die sind. die sollen als "singuläre Kredit- Ereignisse" Legende bleiben.
JP

http://mobil.abendblatt.de/kultur-live/article1160296/Der-Staatsanwalt-ermittelt.html?emvcc=-1
DREHBUCH-SKANDAL BEIM NDR
Der Staatsanwalt ermittelt

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/bundes-guenther-versus-freitag-jakob
Joachim Petrick
22.10.2012 | 17:49 6
Bundes- Günther versus Freitag- Jakob

20:46 16.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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