Stoppt Putin Tschernobyl- Sarkophag Gelder?

Ukrainekrise Die Situation ist desolat. Der alte Sarkophag aus Beton von 1986 ist rissig und hat sein Verfallsdatum überschritten. Die Gefahr für die Bevölkerung wächst täglich.
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ATOMENERGIE

Gefahrenlage um Tschernobyl: Spannungen zwischen Ukraine und Russland gefährden neben der rechtzeitgen Fertigstellung des neuen Sarkophags für den am 26. April 1986 havarierten Block IV des AKW Tschernobyl, Sicherungsarbeiten für den insgesamt stillgelegten AKW- Komplex

Die Eskalation miitärischer Feindseligkeiten zwischen der Zentralregierung der Ukraine in Kiew und den Separatisten in der Ostukraine mit Russland im Hintergrund als verdecktem Garanten sind gerade dabei ein 2,1 Milliarden Dollar teures Projekt zur Sicherung des immer noch undichten AKW- Komplexes mit dem harvarierten Block IV in Tschernobyl um mindestens zwei weitere Jahre hinauszögern. Beobachter fürchten, dass Russlands regionales Interesse, sich überhaupt noch, angesichts der Entfremdung der atomaren Mächte weltweit, des mehr als laxen Umgangs der Atomagentur in Wien als Aufsichtsinstanz mit den Folgen und Wirkungen des dreifachen GAUs des AKW- Komplexes in Fukushima/Japan am 12. März 2011 an der Finanzierung dieses atomaren Sicherungsprojektes, den Bau und Fertigstellung eines neuen Sarkophags für den harvarierten Block IV des AKW Tschernobyl zu beteiligen, gegen Null absinkt.

Zu den Liquidatoren der Atomkatastrophe in Tschernobyl gehörte auch der Vater der Klitschko-Brüder. 1986 wurde in aller Hast und Eile bei Gefahr für Leben und Gesundhet von Hunterttausenden namenlos zwangsrekrutierten Lipuidatoren ein Sarkophag erstellt, der inzwischen marode, voller atomarer Fall- Out Gefahrenlagen für ganz Europa, himmelwärts offen, international unbeachtet vor sich hinrostet.

Im Jahr 2011 haben die Staaten der Weltgemeinschaft, darunter Russland und die USA nach 14 Jahren dahinschleppender Verhandlungen ein Programm von 7 Mrd. US-$ aufgelegt, um einen neuen Schutzmantel um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl bis spätestens 2015 zu legen.

Nachdem nicht nur die Ukraine, sondern auch deren westliche Partner. voran der die USA, anders als Russland, mit einem immensen Staatshaushaltsdefizit bei Gefahr von Insolövenz zu kämpfen haben befürchten einige Beobachter, dass der Griff in die Kasse der Sanierung und Neubaus des Sarkophags in Tschernobyl durch die unterfinanziert ukrainische Zentralregierung in Kiew drohe, um ihren "Bürgerkrieg" gegen den Separatisten in der Ostukraine zu finanzieren.

Wer kontrolliert überhaupt das Regime und Management dieser Gelder aus internationalen Geberländer- Händen für die Sanierung, den Bau des neuen Sarkophags und wer garantiert den, zweckgebunden, terminierten Einsatz dieser Gelder?

Das tut umso mehr Not, als mit dem dreifachen GAU im AKW- Komplex Fukushima 2011 bis heute doch, zurückhaltend formuliert, sehr lasch umgegangen wird und der gesamte Pazifik nuklear zu verseuchen droht.

Dass US- Präsident Barrack Hussein Obama, unterstützt vom Microsoft- Gründer Bill Gates, als bekennender Atomkraftlobbyist weltweit bei Regierungen offensiv für General Elestric (GE), Westinghouse, den US- AKW- Bau Systemanbietern ersten Ranges, antichambriert, kann in diesem Zusammenhang global atomarer Gefahrenlagen kaum als vertrauensbildend tranparente Maßnahme in Sachen globaler Sicherheit gewertet werden, auch wenn es im hellen Schein der Blitzlichtgewitter so gemeint ist,

Selbst nach nach fast 30 Jahre der Atomkatastrophe von Tschernobyl ist die atomare Gefahr nicht gebannt. Die zerstörte Anlage, gut zwei Stunden Fahrt von Kiew entfernt, sollte eigentlich zunächst bis zur Jahrtausendwende, dann zumindest bis Ende 2015 komplett mit einer neuen Schutzhülle überzogen sein. Dieser neue Sarkophag sollte 100 Jahre halten. Nun steht zu befürchten, dass sich das Vorhaben aufgrund der militärischen Kampfhandlungen zwischen den Separtisten in der Ostukriane und der Zentralregierung in Kiew unter Führung von Präsident Petro Poroschenko bis 2017 verzögern könnte. Eigentlich war eine Fertigstellung bereits für 2013 angedacht.

Die Situation in der Ukraine ist desolat. Der alte Sarkophag aus Beton von 1986 ist rissig und hat sein Verfallsdatum längst überschritten. Die Gefahr für die Bevölkerung vor Ort und in ganz Europa wächst täglich. Radioaktives Material kann über die Luft austreten oder ins Grundwasser gelangen.

Noch immer sollen rund 190 Tonnen radioaktives Material im harvarierten Reaktor 4 lagern. Dazu kommen 30 Tonnen radioaktiver Staub sowie ein toxisches Gemisch aus Regenwasser und Brennstoffstaub. Bis heute existiert rund um den Reaktor ein breites Sperrgebiet.

Die Europäische Union und 17 Staaten, darunter Deutschland , Irland, die USA, Großbritannien, die Ukraine und Russland haben bereits Hunderte Millionen Dollar an Steuergeldern ihrer Länder aufgebracht, um den undichten Reaktor zu verschließen. 2010 begannen endlich, mit 13-jähriger Verzögerung, die Arbeiten am neuen Sarkophag. Bereits 1997 hatten die G7 und die EU eine entsprechende Vereinbarung getroffen.

Fertigstellung des neuen Sarkophags 2015 steht infrage

Vincent Novak, Direktor für nukleare Sicherheit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), der die Finanzierung von Geberländern betreut, warnt nun:

„Wir sehen derzeit deutlich, dass unser laufender Vertrag für die Fertigstellung im Oktober 2015 nicht aufrechterhalten werden kann. Der Zeitplan wird derzeit überarbeitet, es ist aber wahrscheinlich, dass es ein oder zwei Jahre später wird.“

Tschernobyl war zum Zeitpunkt der Katastrophe am 26. 1986 Teil der UdSSR. Entsprechend betrachtet auch die Geschäftsführerin von Chernobyl Children’s Projekt, Adi Roche, die Situation:
„Tschernobyl ist das tödliche Erbe der alten Sowjetunion für die Ukraine. Die Welt hat sehr realen Grund äußerst besorgt über die anhaltende Bedrohung zu sein. Gerade in einer Zeit großer Instabilität und wachsender Feindseligkeit zwischen der Ukraine und Russland.“

Roche zufolge seien bei der Explosion 1986 gerade einmal drei Prozent des radioaktiven Materials in der Anlage detoniert. Die übrigen 97 Prozent befänden sich noch immer darin. Das Ganze sei eine „tickende Zeitbombe“.

Beobachter fürchten: Russland will kein Geld mehr geben

Roche, so Fox Business, wisse, wovon sie spräche. Die Irin habe die Sperrzone seit 1986 fast zwei Dutzend Mal besucht und habe auch die Fortschritte am Bau des neuen Sarkophags beobachtet.

Ihr in Cork ansässiges Kinderhilfswerk habe in den vergangenen Jahren medizinische und humanitäre Hilfe im Wert von gut 138 Millionen Dollar in die Region um Tschernobyl gebracht. Aufgrund der aktuellen Krise habe man jedoch vor kurzem ein 4,15-Millionen-Dollar-Herzchirurgie-Programm in der Ukraine aussetzen müssen.

Roche zufolge scheint es fraglich, ob Russland sein Versprechen einhält, weitere Geldmittel für den Bau und Fertigstellung des neuen Sarkophag aufzubringen.

Diese Unsicherheit darüber, wo das Geld herkommen soll, um die Fertigstellung des neuen Sarkophags voranzutreiben und der Welt zu einem sichereren Ort zu verhelfen, sei äußerst besorgniserregend.

Geteilt werden ihre Befürchtungen auch von dem ukrainischen Politiker Valerii Kalchenko. Der erklärte kürzlich vor Journalisten:

„Die Russen werden uns jetzt mit dem Bau des neuen Sarkophags alleine lassen. Es ist äußerst ungewiss, ob sie den Teil der Mittel, für den sie die Verantwortung haben, zur Verfügung stellen.“

Auf diesem Hintergrund stellen sich Ursachen und Motor zur gegenwärtigen Ukrainekrise n. m. E. im globalen Zusammenhang atomaer Gefahrenherde und deren Ignorierung durch die G- 8 Staaten ganz neu und anders.
JP

https://www.youtube.com/watch?v=KE771I_xwvM&list=PLEE8E1834B77AAACA
Der Wahre Grund von Tschernobyl? Teil 1
MrCholeriker

http://www.deutschlandfunk.de/der-tanz-um-das-goldene-grab.1247.de.html?dram:article_id=190424
Beitrag vom 04.10.2011

Der Tanz um das "Goldene Grab"


http://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/fukushimna-tschernobyl-lebenskalte-poesie-atomarer-militanz
JOACHIM PETRICK 22.03.2011 | 01:24 2
Fukushimna, Tschernobyl, lebenskalte Poesie atomarer Militanz

Fukushimna, Tschernobyl, lebenskalt strahlende Poesie atomarer Militanz

http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-04/tschernobyl-schutzhuelle/komplettansicht
REAKTORUNGLÜCK
Ein Stahl-Sarkophag für Tschernobyl
Seit Jahren verzögert sich der Bau einer Stahlhülle über den Unglücksreaktor Tschernobyl. Die Kosten für das größte bewegliche Gebäude der Welt sind enorm gestiegen. VON MARLIES UKEN

Aktualisiert 26. April 2010 13:36 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl
Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

14:35 11.08.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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