Flüchtlinge: was will Deutschlands Mitte?

Unterwerfung Wer sich in Deutschland um Verständigung bemüht, provoziert Intoleranz.
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Damit will ich nicht behaupten, dass man einen Beitrag nicht so schreiben sollte. Abgesehen davon löst er ja eine Menge erhellende Reaktionen aus, die kein beruhigendes Licht auf den deutschen Toleranzstatus werfen - schon gar nicht bei der deutschen "Mitte".

Aber vielleicht sollte man in unserem Land nicht just das schreiben, was der südafrikanische Moslem Farid Esack hinsichtlich der Reaktionen auf den Terror von Paris am 13.11. schrieb - es könnte die Öffentlichkeit überfordern:

"Ich bete nicht für Paris. Ich verurteile niemanden. Warum zur Hölle sollte ich? Ich habe nichts damit zu tun. [...] Hört auf damit, Terroreinheiten zu unterstützen und zu finanzieren, haut ab aus anderer Leute Ländern und Kontinenten, hört auf damit, friedlichen Widerstand wie die Boykott-, Disinvestment- und Sanktionsbewegung (BDS) für illegal zu erklären, gebt euren Kulturimperialismus auf, zerstört eure Waffenindustrie, die die Waffen dafür zur Verfügung stellt, die jedes Jahr hunderttausende andere töten.

Ich übernehme nicht seine Position - das hat etwas mit meiner Nationalität zu tun. Aber ich finde, Esack gibt eine gute Antwort auf die Vorwürfe von Menschen, die Fehler immer nur bei "den Anderen" suchen. Vielleicht ist es die einzig richtige Antwort. Und mir scheint, Esack ist auch genau der Richtige, um sie auszusprechen.

Ebenfalls von Farid Esack stammt nämlich dieser Satz, über den Koran:

if a choice has to be made between violence towards the text and textual legitimization of violence against real people then I would be comfortable to plead guilty to charges of violence against the text.

Da hat jemand keine Angst zu denken. Es geht um die Sure 4, Vers 34. Ich kann nicht beurteilen, ob Esack persönlich ein glaubwürdiger Mann auf dem Gebiet der gender equality ist, aber Nelson Mandela sah das offenbar so. Und dann versteht Esack vermutlich auch etwas von der Kombination aus Gewalt und Heuchelei.

Esack ist Moslem - selbst wenn er damit das Islambild der einen oder anderen Fraktion gewaltig stört.

Über islamische Theologen, die so denken wie Esack, schreibt man in Deutschland nicht.

Mit "Lügenpresse" hat das nichts zu tun, aber vielleicht mit Lügenpublikum. Das aufgeklärte Volk will so etwas nämlich nicht lesen.

Es will keine Toleranz; es will Unterwerfung.

07:38 20.12.2015
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