Khadija Katja Wöhler-Khalfallah
18.01.2015 | 13:47 23

Katholischer Fundamentalismus

Pius Bruderschaft: Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X (FSSPX)

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Khadija Katja Wöhler-Khalfallah

Einmal abgesehen von der Ähnlichkeit der Gedanken Lefèbvres, des geistigen Vaters der Pius-Bruderschaft, mit denen des islamischen Fundamentalismus, möchte ich dazu aufrufen, sich vorzustellen, diese Gedanken würden gedeihen in einem Land, das noch keine Aufklärung und kritische Aufarbeitung seiner Religion, Geschichte und Machtstrukturen erfahren hat, in dessen Staatssystem noch keine Trennung von Religion und Staat durchgesetzt wurde und das die überbordende finanzielle Förderung erfährt aus plötzlich materiell reich gewordenen, aber geistig noch im Mittelalter behafteten Ölstaaten Saudas-Europiens und Qatarensis.

Die Bruderschaft des allerheiligsten Pius X. wurde 1970 von dem französischen Erzbischof Marcel Lefèbvre (1905-1991) in der Schweiz gegründet. Dort in Econe liegt heute der Hauptsitz der Bruderschaft. Bereits das Leben und Wirken von Papst Pius X., dem Namenspatron der Bruderschaft, gewährt Einblicke in ihre Überzeugungen. Erzkonservativ, machte er sich besonders einen Namen durch seine scharfe Zurückweisung der 1905 in Frankreich ausgerufenen Trennung von Religion und Staat. „Der Grundsatz, dass Staat und Kirche getrennt werden müssten, ist fürwahr ein ganz falscher und im höchsten Grade verderblicher Grundsatz“, damit werde die „von Gott mit höchster Weisheit getroffene Ordnung der menschlichen Dinge“ durchbrochen. Zwischen den beiden Gewalten müsse eine „geordnete Verbindung bestehen, welche nicht unpassend mit der Vereinigung von Leib und Seele verglichen wird (...) Die Staaten können ohne Sünde sich nicht so verhalten, als existiere Gott garnicht, noch auch können sie die Sorge für die Religion als etwas ganz Fremdes und Unnützes von sich weisen ... Die Kirche aber, die Gott selbst begründet hat, von jeder Lebensäußerung bei Gesetzgebung, beim Jugendunterricht und der Familie ausschließen, das ist ein großer und verderblicher Irrtum.“ Die Gläubigen sah er in der Pflicht, „sich der Kirchenregierung zu unterwerfen und der Leitung ihrer Vorsteher gehorsam zu folgen.“ ( Pius X.). Darüber hinaus machte er sich den Kampf gegen jegliche Modernisierer, ob außerhalb oder innerhalb der katholischen Kirche, zum obersten Ziel. Vermeintlichen Neuerern hielt er vor, „unter trügerischen Formen ungeheuerliche Irrtümer zu lehren“, und beschuldigte sie, einen Angriff zu leiten, „der nicht Ketzerei ist, aber Substanz und Gift aller Ketzereien“ sei. Professoren wurde ihr theologisches Lehramt entzogen, kritische Bücher wurden auf einen Index gesetzt, Gegner als Protestanten, also Ketzer, bezeichnet, oder als Juden und Freimaurer, was für Pius negativ behaftet war, diffamiert (Deschner: 169ff.). 1954 wurde er unter Papst Pius XII. heilig gesprochen.

Erzbischof Marcel Lefèbvre, der Begründer der Pius Bruderschaft, wurde 1905 in Frankreich geboren, wo er als Sohn einer konservativ-monarchistischen katholischen Familie unter dem Eindruck des Kampfes der katholischen Kirche gegen das harte Vorgehen des laizisierten Staates aufwuchs. Bereits 1902 waren kirchliche Schulen geschlossen, 1903 Ordensgemeinschaften aufgelöst worden, 1904 wurde gar ein Verbot von Ordensneugründungen verabschiedet. Im Jahre 1905 wurde dann das Gesetz zur Trennung von Religion und Staat erlassen, womit auch der Religionsunterricht an Schulen verboten und das Kirchenvermögen verstaatlicht wurde. Priester erhielten von nun an keine Vergütung mehr von staatlicher Seite, was viele verarmen ließ. Zwischen 1947 und 1960 war Lefèbvre Erzbischof im kolonialen Westafrika. Von dort aus soll er großen Enthusiasmus für die Vichy-Regierung unter Maréchal Pétain, die mit Nazi-Deutschland kollaborierte, gezeigt haben. Der Erzbischof, der, wie es sein Titel verrät, durchaus eine sehr vielversprechende Karriere in der Kirchenhierarchie durchlaufen hatte, nahm erbitterten Anstoß an den Reformbemühungen von Papst Johannes XXIII., die dieser mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingeleitet hatte. Mit diesem Konzil, das sich für Religionsfreiheit aussprach, ein neues, offeneres Verhältnis zu nichtchristlichen Religionen und explizit den »Juden, bei denen sich für erfahrene „Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus“ entschuldigt wurde, sowie eine Hinwendung zur ökumenischen Bewegung beschritt, war, so Lefèbvres Überzeugung, die Tradition der Kirche zerstört worden (Welt Online, 4.2.2009; Der Spiegel, 2.2.2009: 50; Horn).

Für Lefebvre galt: „Nur die Wahrheit hat Rechte, der Irrtum ist rechtlos.“ Die Freiheit der Religion erklärte er für „absurd (...) weil sie der Wahrheit wie dem Irrtum, der wahren Religion wie den häretischen Abirrungen gleiche Rechte garantiert“ und „für blasphemisch (...), weil sie, allen Religionen Gleichheit vor dem Gesetz zugesteht‘ und ‚die heilige und unbefleckte Kirche Christi auf die Ebene der häretischen Sekten, ja sogar des jüdischen Verrats bringt‘.“ Daraus folgerte er: „In einem katholischen Land gibt es eine Berechtigung, die falschen Formen der Anbetung an öffentlicher Verbreitung zu hindern, um ihre Propaganda zu begrenzen!“ Und noch kämpferischer fügte er dem hinzu: “...hat denn der Staat nicht die Pflicht und daher das Recht, die religiöse Einheit der Bürger im rechten Glauben zu garantieren und die katholischen Seelen vor Schmach und Verbreitung von religiösen Irrtümern zu schützen und – nur aus diesen Gründen – die Ausübung der falschen Kulte zu begrenzen. Ja, wenn es nötig sein sollte, sie zu verbieten?“ (zitiert in al-Azm: 109f.)(Marcel Lefèbvre. They have Uncrowned him: From Liberalism to Apostasy. The Conciliar Tragedy. Texas: Angelus Press, 2. Auf., 1988).

Im Jahre 1976 wurden ihm alle Vollmachten seines Priester- und Bischofsamtes entzogen. Diesem Verbot zum Trotz weihte er weiter Priester. Als Johannes Paul II. im Jahre 1986 das Weltgebetstreffen in Assisi initiierte, kam dies für Lefèbvre einem häretischen Akt gleich. In seiner Schrift „Offener Brief an verwirrte Katholiken“ hielt er dem Papst vor, eine jüdische Synagoge in Rom besucht zu haben. Dann, am 30.6.1988, drei Jahre vor seinem Ableben, weihte er noch vier Bischöfe für seine Bruderschaft, darunter Richard Williamson, der beharrlich den Holocaust leugnet und den „Syllabus Errorum“, eine Liste der „Grundirrtümer der Moderne“, wie Demokratie, Rechtsstaat, Religionsfreiheit, Trennung von Staat und Kirche, Menschenrechte, Liberalismus und Rationalismus, als Lackmustest des wahren Katholizismus preist ( Der Spiegel, 2.2.2009), Bernard Tissier de Mallerais, Alfonso de Galarreta und Bernard Fellay. Dem vorausgegangen waren mit dem Vatikan und ganz dezidiert mit dem damaligen Kurienkardinal Joseph Ratzinger unter Papst Johannes Paul II. (vgl. Lefebvre: 561ff., 714ff.) Verhandlungen, die dann gescheitert waren. Die nicht erlaubte Weihe wurde von jenem Papst als „schismatischer Akt“ verurteilt. Lefèbvre und seine vier Bischöfe wurden exkommuniziert. Im Januar 2009 dann hob der einstige Kurienkardinal Joseph Ratzinger, […] spätere Papst Benedikt XVI., den Kirchenbann wieder auf (Facius). Was besonders jüdische Beobachter verstörte, war der Umstand, dass dieser am 7.7.2007 bereits eine heikle Entscheidung getroffen hatte. An jenem Tag ließ er den zwar nicht ganz abgeschafften, aber immerhin abgemilderten tridentinischen Ritus wieder zu, in dem am Karfreitag für die Bekehrung der „treulosen Juden“ gebetet wird, um sie aus ihrer „Verblendung“ zu befreien ( Der Spiegel, 2.2.2009: 48).

In Deutschland unterhält die Pius Bruderschaft bundesweit an 50 verschiedenen Orten Kapellen und Kirchen. Die Zahl ihrer Anhänger wird auf rund 10.000 geschätzt. Die Zentrale befindet sich in Stuttgart und wird geleitet von Pater Franz Schmidberger. Noch vor Weihnachten 2008 fühlte sich dieser in der Pflicht, die deutschen Bischöfe schriftlich an die jüdische Ursünde erinnern zu müssen: „Mit dem Kreuzestod Christi ist der Vorhang des Tempels zerrissen, der Alte Bund abgeschafft. Damit sind aber die Juden unserer Tage nicht nur nicht unsere älteren Brüder im Glauben. Sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig, solange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren.“ Eine derartige Haltung hat in der Kirchengeschichte immerhin jahrhundertelang »Pogrome gegen »Juden angeheizt. 2009 dann distanzierte sich Schmidberger öffentlich zumindest von der Verharmlosung des Judenmordes unter dem NS-Regime (vgl. Der Spiegel, 2.2.2009). Aus Frankreich ist bekannt, dass die Anhänger der Bruderschaft bereits von Anfang an mit der extremen Rechten sympathisiert und sich in Parteien wie dem französischen Front National des Rechtspopulisten Jean-Marie Le Pen organisiert haben ( Nonnenmacher). Als ideale Herrschaftsform gelten ihnen jene Diktaturen des spanischen Generals Franco, des Portugiesen Antonio Salazar, des Argentiniers Jorge Videla und des chilenischen Augusto Pinochet ( Horn). 1989 wurde enthüllt, dass die Pius Bruderschaft 16 Jahre lang Paul Touvier beherbergt hatte, der von der französischen Justiz gesucht wurde, weil er unter der Vichy-Regierung eine zentrale Rolle in der Deportation von Juden aus Lyon in deutsche Konzentrationslager gespielt hatte ( Horn). Touvier war nur einer von vielen zum Tode verurteilten Kollaborateuren, die in den zahlreichen Klöstern der Bruderschaft Unterschlupf gefunden hatten ( taz, 8.2.2009). Die Rehabilitierung dieser Bruderschaft hat speziell unter deutschen Katholiken einen Aufschrei des Protestes ausgelöst und zu vielen Kirchenaustritten geführt.

Priesterbruderschaft St. Pius X (Hg.): Damit die Kirche fortbestehe. S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre der Verteidiger des Glaubens, der Kirche und des Papsttums. Dokumente, Predigten und Richtlinien. Ein historiographisches Dokument, Stuttgart: Priesterbruderschaft St. Pius X, 1992.

FSSPX.INFO (Hg.): Lehramt: Vor 100 Jahren verurteilte St. Pius X. die Trennung von Kirche und Staat, 11.2.2006, www.fsspx.info/news/print.php?s how=1071; G. Facius: Piusbruderschaft: Marcel Lefebvre, der Mann, der die Kirche spaltete, WeltO 4.2.2009, www.welt.de/politik/article3147602/Marc el-Lefebvre-der-Mann-der-die-Kirche-spaltete.html.

K. Deschner: Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, 1991; S.J. al-Azm: Unbehagen in der Moderne: Aufklärung im Islam, 1993; G. Nonnenmacher: Papst-Dekret: Ein Politikum, FAZ, 29.1.2009; Der Spiegel (Hg.): „So Bitter, so traurig“, Spiegel, 2.2.2009; die tageszeitung (Hg.): Papst Benedikt XVI. und sein Ruf: Der Buchhalter der Vernunft, taz, 8.2.2009; A. Horn: This religious sect is steeped in racism and hatred, The Guardian, 19.2.2009.

Der Beitrag stammt aus: Khadija Katja Wöhler-Khalfallah: Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X (FSSPX). Im Wörterbuch der Polizei (2. Auflage), M. H. W. Möllers (Hrsg.), Verlag C. H. Beck, München, 2010.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (23)

janto ban 18.01.2015 | 14:21

|| Die Rehabilitierung dieser Bruderschaft hat speziell unter deutschen Katholiken einen Aufschrei des Protestes ausgelöst und zu vielen Kirchenaustritten geführt. ||

Und völlig zurecht.

2013 ist mein Vater gestorben. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nach seinem Tod bei den Katholen aus- und bei den Evangelen wieder einzutreten. Aber man versaut es sich damit in Deutschland leider immer noch mit allerlei potentiellen Arbeitgebern im erweiterten sozialen Bereich. Das muss dringend aufhören.

Achtermann 18.01.2015 | 16:41

"Das muss dringend aufhören."

Appelle nützen nichts. Die vertragliche Grundlage zwischen Staat und den Kirchen ist nun mal so geregelt, und zwar für immer. Einfacher wäre, die sozialen Einrichtungen unter kirchlicher Leitung würden vom Staat nicht mehr subventioniert werden, ohne dieses Geld anders als im sozialen Bereich einzusetzen.

Dass ein Krankenhaus unter kirchlicher Leitung fast vollständig mit staatlichen Geldern betrieben wird und das Personaltableau inklusive des Arbeitsrechts nur kirchenintern geregelt wird, halte ich für kritisierenswert. Ich kenne Menschen, z.B. Erzieherinnen, die aus Furcht keinen Arbeitsplatz mehr zu bekommen, nicht aus der Kirche austreten, weil man, je nach Region, nur auf christlich geführte aber vom Land und den Kommunen bezuschusste Einrichtungen zurückgreifen kann.

DiscipulusBonifatii 18.01.2015 | 21:51

Ich bitte Sie, bitte einmal das alte Kirchliche Gesetzbuch, den Codex Iuris Canonici von 1917 in die Hand zu nehmen. Seit wann konnte es einen Priester geben, der schon mit 25 Jahren zum Bischof geweiht worden wäre. Zu biographischen Fakten nehmen Sie besser von S. E. Bernard Tissier de Mallerais; Marcel Lefebrve, Stuttgart 2009 in die Hand. Dort erfahren sie auch den Termin der Bischofsweihe, nämlich den 18. September 2947. Bitter recherchieren sie gründlicher, damit sie glaubhaft sein können!

Costa Esmeralda 19.01.2015 | 01:33

Liebe Khadija,

Du hast uns wieder einen äusserst lesenswerten Bericht eingestellt. Dank dafür.

Aber wie kommt es, dass Dein Text in Wörterbuch der Polizei erscheint. Ich dachte immer, die Polizei hat insbesondere mit Disziplinierungsmethoden der Zivilgesellschaft, allenfalls mit deren ideologischen Grundlagen, etwas am Hut. Alle Achtung, dass sie sich mit der Trennung von Staat und Kirche auseinandersetzt.

LG, CE

Costa Esmeralda 19.01.2015 | 01:51

Liebe

@Janto,

@ACHTERMANN

@HYUREN

Das muss dringend aufhören.

Es ist tatsächlich eine Sauerei, dass von Kirchen betriebene Sozialarbeit, die vom Staat finanziert/subventioniert wird, von Glaubensschwestern oder -Brüdern geleistet werden soll und dementsprechend die Personalauswahl ausfällt.

Das muss allerdings dringend aufhören!!!

Als ich in 1976 zum ersten Mal ins Ausland ging und einen Vertrag von "Dienste in Übersee" erhielt (heute Diakonisches Werk der ev. Kirche), war ich schon Jahre vorher aus der ev. luth. Kirche ausgetreten. Trotzdem wurde ich angestellt, was ich der Kirche damals hoch anrechnete. Wer würde heute einem libertären Anarchisten, dazu Atheisten, auch nur den kleinen Finger zu einem Arbeitsverhältnis reichen? Das sind doch nicht nur "Kirchenfeinde" sondern alles "Staatsfeinde", auch wenn sie sich als überzeugte Humanisten und unbedingte Verteidiger der Menschenrechte bezeichnen.

Meine Güte, tiefstes Mittelalter. Wo sind wir hingekommen?

Aber lassen wir uns die kommende Woche nicht vermiesen!

LG, CE

DiscipulusBonifatii 19.01.2015 | 15:27

Damit ist eines bewiesen. SIE sind Lügenpresse, Sie stellen Dinge dar ohne jeglichen Wahrheitsanspruch. Das nenne ich Volksverhetzung, Frau Wöhler-Khalfallah. Gegen Ihren Beitrag hält sich die Priesterbruderschaft St. Pius X. rechtli che Schritte vor, da Sie es offenbar nicht für nötig halten, diese offene Unwahrheit zu korrigieren. Tiefes Mittelalter sind SIE! So haben es die Hetzer gegen die Juden nach dem Ausbruch der Pest gemacht, als alle sozialen Systeme zusammenbrachen. Und so verhalten Sie sich. Wer Humanismus mit Volksverhetzung verwechselt wie die meisten Atheisten bracuht sich nicht über die unbarmherzige Gesellschaft zu wundern. Wo nicht die christliche Nächstenliebe besteht, herrscht nuneinmal der Haß und der Egoismus, und das ist geistige Nähe zum Nationalsozialismus!

Khadija Katja Wöhler-Khalfallah 19.01.2015 | 20:29

Was soll ich denn zurücknehmen, beim Datum ist mir tatsächlich ein Irrtum unterlaufen, da habe ich wohl zwei Ereignisse versehentlich miteinander vermengt, die Entsendung Lefèbvres nach Westafrika, genauer Gabun, und seine Bischofsweihe 1947, die ebenfalls für Westafrika galt, wo er bis 1960 verweilte. Nun, diesen Fehler habe ich korrigiert, alle anderen Aussagen habe ich aus seriösen Quellen belegt.

Ich finde Ihre Drohung wirklich amüsant, ich hatte immer erwartet, dass die erste Drohung aus den Kreisen islamischer Fundamentalisten an mich gerichtet wird, nun kommt sie aus dem Kreise christlicher Fundamentalisten. Es ist immer wieder schön zuzusehen, wie sich eine Fundamentalwahrheit zusehends bestätigt: Es bedarf keiner großen Mühe, Fanatiker zu entlarven, man braucht ihnen nur dabei zuzusehen, wie sie sich selbst demontieren, weswegen ich mir ausdrücklich wünsche, dass Ihre Drohung nicht von der Redaktion des Freitag-Blogs gelöscht wird.

Khadija Katja Wöhler-Khalfallah 19.01.2015 | 20:31

Hab vielen Dank,

ja, ich war damals auch verwundert, als man sich ausgerechnet an mich wandte, um das Wörterbuch der Polizei mit Begriffen zum religiösen Ausländerextremismus zu bestücken und mir darüber hinaus auch noch komplett freie Hand zugestand. Dies ist allerdings wohl vor allem dem Herausgeber Prof. Martin H. W. Möllers geschuldet, ein Mann mit aufrechter Gesinnung und Rückgrat, was heute nicht häufig anzutreffen ist.

Liebe Grüße

Kh. K. W.-Kh.

Costa Esmeralda 19.01.2015 | 21:28

Lieber Discipulusbonifatii,

das ist ja wohl unverschämt, dass sie hier mit offenen Drohungen antreten. Jedem kann ein Missgeschick mit Daten passieren. Im Übrigen haben wir, Gott sei es gedankt, noch Meinungsfreiheit im Land, und diese werden wir zu verteidigen wissen. Wenn kritische Berichterstattung über Kirchenverhalten als Volksverhetzung bezeichnet wird, dann muss an der jeweiligen Kirche offensichtlich die Aufklärung spurlos vorübergegangen sein.

LG, CE

DiscipulusBonifatii 20.01.2015 | 13:22

Wie weit Sie von der Wahrheit entfernt sind, belegt ihre Behauptung daß 1947 S.E. Marcel Lefebrve "Sympathien mit dem Vichy-Regime gezeigt haben soll". Sie wissen es nicht, nein, Sie wollen es nicht wissen, daß der Vater von S. E. Marcel Lefebrve 1945 im KZ Sonnenburg von den Nazis, die genauso Atheisten waren wie Sie, ermordet wurde, daß S. E. Lefebrve sich für Charles de Gaulle als Regierungschef beim Papst 1946 eingesetzt hat, etc..Alles, was Sie können, ist hezen und Lügen. So ein Blatt gab es schon einmal in diesem Land, es hieß"Der Stürmer"!

Khadija Katja Wöhler-Khalfallah 20.01.2015 | 20:31

Zuerst einmal möchte ich Sie bitten, damit aufzuhören, mich persönlich zu beleidigen, dies würde es mir enorm erleichtern, mich auf eine sachliche Auseinandersetzung mit Ihnen über das Thema einzulassen. Was muss man Ihnen in Ihrem Leben bereits angetan haben, dass Sie so viel Groll versprühen. Das was Sie vorbringen, mag schlüssig klingen, nur wird es widerlegt von jemandem, der Marcel Lefèbvre sehr nahe stand, und zwar einer der vier von ihm geweihten Bischöfe Bernard Tissier de Mallerais, der in der von ihm verfassten Biographie Lefebvres genau dies behauptet: BERNARD TISSIER DE MALLERAIS: Marcel Lefebvre. Die Biographie. Aus dem Französischen von Irmgard Haberstumpf. Sarto Verlag, Stuttgart 2008. 760 Seiten

Ich zitiere einen Absatz aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung: Politisch blieb das vertikale Denken ebenso wenig folgenlos. Sein eigener Vater wurde zwar 1941, nachdem er widerständigen Soldaten und Zivilisten im besetzten Frankreich geholfen hatte, "von der Gestapo festgenommen und inhaftiert", später dann zum Tod verurteilt. Er starb im Februar 1944 im Konzentrationslager Sonnenburg an den Spätfolgen einer Misshandlung. Lefebvre aber fand freundliche Worte für das Vichy-Regime. Pétain habe immerhin eine christliche Gesellschaftsordnung gutgeheißen, de Gaulle hingegen die "Bewegung für die katholische und christliche Ordnung zerschlagen". Schon in der streng nationalistischen, antidemokratischen und antisemitischen "Action française" hatte Lefebvre, so de Mallerais, einen "Kampf für die christliche Ordnung, die er selbst herbeisehnte" geortet.“

http://www.sueddeutsche.de/kultur/neue-biographie-marcel-lefebvre-der-unbewegliche-1.492668-2

Khadija Katja Wöhler-Khalfallah 20.01.2015 | 20:33

Zu Lefebvres Haltung zur Trennung von Religion und Staat, der Religionsfreiheit, oder gar dem zweiten Vatikanischen Konzil habe ich eine amerikanische Seite gefunden von Verteidigern des Bischofs Richard Nelson Williamson. Dieser war ein weiterer der vier von Lefebvre geweihten Bischöfe.

Sie beschreiben sich selbst folgendermassen: „A Traditional Catholic Forum that officially supports Bishop Williamson and the Resistance, and remains faithful to the mission of Archbishop Lefebvre

Auf drei Seiten führen sie die wichtigsten Zitate Lefebvres zusammen, die nur erhärten, was ich oben angeführt habe, und belegen, dass es sich bei ihm um eine stringente Haltung gehandelt hat und die sein gesamtes niedergeschriebenes Werk durchzieht.

Archbishop Lefebvre’s Greatest Quotes

107 years ago today, on November 29th, Marcel Lefebvre was born. He would later become an Archbishop, and was without a doubt the greatest defender of Tradition during the crisis in the Church following the Second Vatican Council. In honor of this occasion, here is a list of some of his greatest quotes. Enjoy!

In the Church there is no law or jurisdiction which can impose on a Christian the diminution of his faith. All the faithful can and should resist what interferes with their faith… If they are faced with an order putting their faith in danger of corruption, there is an overriding duty to disobey… It is because we judge that our faith is endangered by the post-conciliar reforms and tendencies, that we have the duty to disobey and keep Tradition. Let us add this, that the greatest service we can render to the Church and to the successor of Peter is to reject the reformed and liberal church… I am not of that religion, I do not accept that new religion. It is a liberal, modernist religion. Christians are divided… priests no longer know what to do; either they obey blindly what their superiors impose on them, and lose to some degree the faith, or they resist, but with the feeling of separating themselves from the Pope. Two religions confront each other; we are in a dramatic situation, it is impossible to avoid a choice.” (Archbishop Lefebvre, 1986, “Open Letter to Confused Catholics”)

I have never changed. I have preached and done what the Church has always taught. I have never changed what the Church said in the Council of Trent and at the First Vatican Council. So who has changed? It is the enemy, as Pope St. Pius X said, the enemy who is working within the Church because he wants the Church to be finished with her tradition.” (Archbishop Lefebvre, Homily, Venice, April 7, 1980)

If one day they shall excommunicate us because we remain faithful to these thesis, we shall consider ourselves excommunicated by Freemasonry.” (Archbishop Lefebvre, sermon given in 1978)

We are not of this new religion! We do not accept this new religion! We are of the religion of all time; we are of the Catholic religion. We are not of this “universal religion” as they call it today – this is not the Catholic religion any more. We are not of this liberal, modernist religion which has its own worship, its own priests, its own faith, its own catechisms, its own “ecumenical” Bible. We cannot accept these things. They are contrary to our Faith. It is an immense, immense pain for us, to think that we are in difficulty with Rome because of our faith! We are in a truly dramatic situation. We have to choose an appearance of disobedience – for the Holy Father cannot ask us to abandon our faith; it is impossible, impossible! We choose not to abandon our faith, for in that we cannot go wrong.” (Archbishop Lefebvre, Ordination Sermon, June 29, 1976)

Rome has lost the Faith, my dear friends. Rome is in apostasy. These are not words in the air. It is the truth. Rome is in apostasy… They have left the Church… This is sure, sure, sure.” (Archbishop Lefebvre, Retreat Conference, September 4, 1987)

The Novus Ordo Missae, even when said with piety and respect for the liturgical rules… is impregnated with the spirit of Protestantism. It bears within it a poison harmful to the faith.” (Archbishop Lefebvre, Open Letter to Confused Catholics, p.29)

“It’s very difficult to say, “This man is a Freemason,” “This man is a Freemason,” or “This man is a Freemason.” We don’t know. It’s very difficult. It is certain that there are some cardinals, some bishops, cardinals in the Curia, or monsignors or secretaries of congregations in Rome that are Freemasons. That is certain because the Freemasons themselves have said that. They have said that they have in their lodge some priests and bishops. It is certain that there are some cardinals and many monsignors in Rome who do the same work as the Freemasons; they have the same thinking, the same mind. Willebrandt is Prefect of the Secretariat for the Unity of Christians, and Archbishop Silvestrini is the first secretary of Cardinal Casaroli who is Secretary of State – and his right hand is Silvestrini. He is a great power in the Curia. He nominates all the nuncios in the world. He has a very great influence and he is probably a Freemason.” (Archbishop Lefebvre, 1986 interview, St. Michael’s Mission, Atlanta, GA)

“We know now with whom we have to deal. We know perfectly well that we are dealing with a “diabolical hand” which is located at Rome, and which is demanding, by obedience, the destruction of the Church! And this is why we have the right and the duty to refuse this obedience… I believe that I have the right to ask these gentlemen who present themselves in offices which were occupied by Cardinals… “Are you with the Catholic Church?” “Are you the Catholic Church?” “With whom am I dealing?” If I am dealing with someone who has a pact with Masonry, have I the right to speak with such a person? Have I the duty to listen to them and to obey them?” (Archbishop Lefebvre, 1978, Ordination Sermon, “Apologia Pro Marcel Lefebvre”, Vol. 2, p.209, Michael Davies)

“We are convinced of this, it is they who are wrong, who have changed course, who have broken with the Tradition of the Church, who have rushed into novilties, we are convinced of this. That is why we do not rejoin them and why we cannot work with them; we cannot collaborate with the people who depart from the spirit of the Church, from the Tradition of the Church. I think that it is that outlook that should guide us in our present situation. Let us not deceive ourselves by believing that these little breaking actions that are given on the right and on the left, in the excesses of the present situation, that we are seeing a complete return to Tradition. That is not true, that is not true! They remain always liberal minds. It is always the liberals who rule Rome, and they remain liberal. There is no rallying to these people. From the moment when we rally ourselves, this rallying will be the acceptance of the liberal principles. We cannot do this, even if certain appeasements are given us, certain satisfactions, certain recognitions, certain incardinations, which could even be offered to you eventually. But as long as one is dealing with people who have made this agreement with the devil, with liberal ideas, we cannot have any confidence. They will string us along little by little; they will try to catch us in their traps, as long as they have not let go of these false ideas. So, from my point of view, it is not a point of doing whatever one can. Those who would have a tendency to want to accept that will end up being recycled.” (Archbishop Lefebvre, December 13, 1984, Address to the priests of the French District)

“What could be clearer? We must [according to Rome] henceforth obey and be faithful to the Conciliar Church, no longer to the Catholic Church. Right there is our whole problem: we are suspended a divinis by the Conciliar Church, the Conciliar Church, to which we have no wish to belong! That Conciliar Church is a schismatic church because it breaks with the Catholic Church that has always been. It has its new dogmas, its new priesthood, its new institutions, its new worship… The Church that affirms such errors is at once schismatic and heretical. This Conciliar Church is, therefore, not Catholic. To whatever extent Pope, Bishops, priests, or the faithful adhere to this new church, they separate themselves from the Catholic Church.” (Archbishop Lefebvre, Reflections on his suspension a divinis, July 29, 1976)

“We would have to re-enter this Conciliar Church in order, supposedly, to make it Catholic. That is a complete illusion. It is not the subjects that make the superiors, but the superiors who make the subjects… Amongst the whole Roman curia, amongst all the world’s bishops who are progressives, I would have been completely swamped. I would have been able to do nothing… [As for the Pope appointing conservative bishops] I don’t think it is a true return to Tradition. Just as in a fight when the troops are going a little too far ahead and one holds them back, so they are slightly putting the brakes on the impulse of Vatican II because the supporters of the council are going to far… the supposedly conservative bishops are wholly supportive of the council and of the liturgical reforms… No, all of that is tactics, which you have to use in any fight. You have to avoid excesses… [Asked about signs of benevolence to Tradition] There are plenty of signs showing us that what you are talking about is simply exceptional and temporary… So I do not think it is opportune to try contacting Rome, I think we must still wait. Wait, unfortunately, for the situation to get still worse on their side. But up till now, they do not want to recognize the fact… That is why what can look like a concession is in reality merely a maneuver to separate us from the largest number of faithful possible. This is the perspective in which they seem to be always giving a little more and even going very far. We must absolutely convince our faithful that it is no more than a maneuver, that it is dangerous to put oneself into the hands of the conciliar bishops and Modernist Rome. It is the greatest danger threatening our people. If we have struggled for twenty years to avoid the conciliar errors, it was not in order, now, to put ourselves into the hands of those professing these errors. (Archbishop Lefebvre, Interview, Fideliter, 1989)

“The See of Peter and the posts of authority in Rome are being occupied by anti-Christs, the destruction of the Kingdom of Our Lord is being rapidly carried out even in His Mystical Body here below… This is what has brought down upon our hearts persecution by the Rome of the anti-Christs. This Rome, Modernist and Liberal, is carrying on its work on the destruction of the Kingdom of Our Lord, as Assisi and the confirmation of the liberal theses of Vatican on Religious Liberty prove…” (Archbishop Lefebvre, Letter to the future Bishops, Aug 29, 1987)

On the other hand, we have never wished to belong to this system which calls itself the Conciliar Church, and defines itself with the Novus Ordo Missæ, an ecumenism which leads to indifferentism and the laicization of all society.Yes, we have no
part, nullam partem habemus, with the pantheon of the religions of Assisi; our own excommunication by a decree of Your Eminence or of another Roman Congregation would only be the irrefutable proof of this.We ask for nothing better than to be declared out of communion with this adulterous spirit which has been blowing in the Church for the last 25 years; we ask for nothing better than to be declared outside of this impious communion of the ungodly.We believe in the One God, Our Lord Jesus Christ, with the Father and the Holy Ghost, and we will always remain faithful to His unique Spouse, the One Holy Catholic Apostolic and Roman Church.” (Archbishop Lefebvre, letter to Cardinal Gantin, July 6, 1988)

“Cardinal Ratzinger is against infallibility. The pope is against infallibility by his philosophical formation. Understand me rightly! – We are not against the pope insofar as he represents all the values of the Apostolic See which are unchanging, of the See of Peter, but we are against the pope insofar as he is a modernist who does not believe in his own infallibility, who practices ecumenism. Obviously, we are against the Conciliar Church which is virtually schismatic, even if they deny it. In practice, it is a Church virtually excommunicated because it is a Modernist Church. We are the ones that are excommunicated while and because we wish to remain Catholic, we wish to stay with the Catholic Pope and with the Catholic Church – that is the difference.” (Archbishop Lefebvre, Interview, One Year after the Consecrations, 1989)

“It is possible we may be obliged to believe this pope is not pope. For twenty years Mgr de Castro Mayer and I preferred to wait…I think we are waiting for the famous meeting in Assisi, if God allows it.” (Archbishop Lefebvre, Talk, March 30 and April 18, 1986, published in The Angelus, July 1986)

“We believe we can affirm, purely by internal and external criticism of Vatican II, i.e. by analyzing the texts and studying the Council’s ins and outs, that by turning its back on tradition and breaking with the Church of the past, it is a schismatic council.” (Archbishop Lefebvre, Le Figaro, August 4, 1976)

“So we are [to be] excommunicated by Modernists, by people who have been condemned by previous popes. So what can that really do? We are condemned by men who are themselves condemned…”( Archbishop Lefebvre, Press conference, Ecône, June 15 1988)

“And we must not waver for one moment either in not being with those who are in the process of betraying us. Some people are always admiring the grass in the neighbor’s field. Instead of looking to their friends, to the Church’s defenders, to those fighting on the battlefield, they look to our enemies on the other side. “After all, we must be charitable, we must be kind, we must not be divisive, after all, they are celebrating the Tridentine Mass, they are not as bad as everyone says” —but THEY ARE BETRAYING US —betraying us! They are shaking hands with the Church’s destroyers. They are shaking hands with people holding modernist and liberal ideas condemned by the Church. So they are doing the devil’s work.” (Archbishop Lefebvre, Address to his priests, Econe, 1990)

Archbishop Lefebvre, ora pro nobis!

https://traditionalcatholicremnant.wordpress.com/2012/11/29/archbishop-lefebvres-greatest-quotes/

(Heruntergeladen am 20.01.2015)

pleifel 21.01.2015 | 01:14

Christliche Nächstenliebe hat sich (abgesehen von heroischen Ausnahmen) sehr gut mit dem Nationalsozialismus verstanden. Wahrscheinlich lesen Sie davon nichts in ihren Lerneinheiten.

Aber schön zu sehen, dass es auch noch in katholischen Nischen Reste des alten Denkens gibt. Dann bekommt man eine gute Vorstellung davon, wie die Menschen in den "dunklen Zeiten" unter der Kirche gelitten haben.

Christliche Nächtenliebe in exklusiver Darstellung!