AIDS-Drama "120 bpm"

Film-Kritik Das in Cannes ausgezeichnete Drama über Act up in den 90ern startet am 30. November im Kino.
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Die Gruppe ist bekannt für ihre sehr medienwirksamen, drastischen Aktionsformen, mit denen sie die Öffentlichkeit wachrütteln wollte. So beginnt der Film auch mit einer Störaktion inklusive Kunstblut, mit der sie ein Event des Gesundheitsministeriums torpedierte. Die Aktionsformen wurden basisdemokratisch ausdiskutiert, in einer der stärkeren Szenen dieses mit 143 Minuten zu langen Films wurden Vertreter einer Pharma-Firma wie vor ein Tribunal vorgeladen.

Campillo erzählt seine Zeitreise in die frühen 90er Jahre als Kompilation verschiedener Erfahrungen, die er während seines Act up-Engagements ab 1992 gemacht hat. Der Film ist um die tödlich endende Liebesgeschichte von Sean (Nahuel Pérez Biscayart) und Nathan (Arnaud Valois) herum konzipiert, die dem Publikum nichts erspart: Der schleichende körperliche Verfall, die immer schlimmer werdenden Symptome und auch die ethische Frage, ob Sterbehilfe in diesem Fall eine Erlösung von langem Leid sein kann, breitet Campillo in geradezu epischer Länge aus.

Ausführlichere Kritik mit Bildern

18:27 14.11.2017
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