"Die Känguru-Chroniken" auf der Bühne

Theater-Kritik Marc-Uwe Klings kurze Geschichten waren ein Erfolg als Kolumne, Buch und Hörbuch. In der Puppentheateradaption lässt sich nur schwer ein dramaturgischer Bogen entwickeln.
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Das Schönste an diesem Abend sind die Nirvana-Songs: zum Einstieg, zwischen vielen Szenen und beim Verlassen des Theaters kommen die melancholischen Songs von Kurt Cobain vom Band. „Come as you are“ und die anderen Hits des „Nevermind“-Albums sind die Lieblingssongs des nach Schnapspralinen süchtigen, kommunistischen, vorlauten, bauernschlauen, narzisstischen Kängurus, das sich in der Wohnung des Puppenspielers breitmacht.

Mit „Die Känguru-Chroniken“ feierte Marc-Uwe Kling große Erfolge: als Radio-Kolumne, als Lesebühnen-Dauerbrenner, als Buch und als Hörbuch. In den vergangenen Jahren gab es schon eine Reihe von Versuchen, diese lose Sammlung kurzer Szenen und Geschichten fürs Theater zu adaptieren. Dirk Neumann, der an der HfS Erns Busch eine Ausbildung als Schauspieler und Puppenspieler erhielt, ist mittlerweile Intendant vion Hoppes Hoftheater in Dresden und entwickelte mit Regisseur Heiki Ikkola einen knapp zweistündigen Abend für sich und eine Känguru-Holzpuppe von Marita Bachmaier und Christian Werdin.

Er wählte zunächst seine 35 Favoriten unter den 80 kurzen Kapiteln aus. Da dies immer noch den Rahmen eines Theaterabends deutlich sprengen würde, dampfte er seine Auswahl nach dem Prinzip „Kill your darlings!“ auf 14 Szenen ein.

Die größte Herausforderung dabei war, einen dramaturgischen Spannungsbogen hinzubekommen. Marc-Uwe Kling schrieb ein Buch hingetupfter kleiner Kapitel, die man in beliebiger Reihenfolge lesen könnte: im Zentrum steht der Charakter der beiden Hauptfiguren und ihrer täglichen Streitereien. Es gibt keine wirkliche Entwicklung der Figuren, stattdessen lose verbundene kleine Häppchen, die meist in netten Pointen münden.

Ausführlichere Kritik mit Bild

23:49 13.09.2017
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