Kaurismäkis "Die andere Seite der Hoffnung"

Film-Kritik Kaurismäkis neuer Film ist beides: sowohl die von ihm seit den 80ern gewohnte finnische, melancholische Tragikomödie, als auch ein politisches Statement zur Integration.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Der Kopf des syrischen Flüchtlings Khaled (Sherwan Haji) taucht langsam aus einem Berg von Kohle-Briketts auf. Vorsichtig lugt er nach links und rechts, als „blinder Passagier“ versteckte er sich in dieser Schiffslieferung. Die schwarze Farbe kann er sich erst einige Szenen später aus dem Gesicht waschen. Dann wird auch endlich das erste Wort in Aki Kaurismäkis „Die andere Seite der Hoffnung“ gesprochen: „Shower?!“ fragt Khaled einen Obdachlosen.

Zwischen diesen beiden Momenten lernen wir die zweite Hauptfigur des Films kennen: Wikström (Sakari Kuosmanen) hat die Schnauze voll: er streift sich den Ehering vom Finger, legt ihn seiner Frau wortlos auf den Tisch und verschwindet grußlos mit seinem Wagen. Das zurückgelassene Lockenwickler-Wrack versenkt den Ehering angewidert und ebenso kommentarlos im überquellenden Aschenbecher.

Ausführlichere Kritik

14:32 01.04.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kultur_Blog_

Aktuelle Rezensionen zu Kino, Theater, Oper, Kabarett, Tanz, Literatur
Kultur_Blog_

Kommentare