Lutz Herden
22.02.2013 | 15:04 85

Gefühlseuropäer Gauck

Berliner Rede Der Bundespräsident hat von einer "gemeinsame Identität" Europas gesprochen, aber fast alles ausgeklammert, was diese Identität seit Ausbruch der Eurokrise beschädigt

Gefühlseuropäer Gauck

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Warum bloß hat sich Bundespräsident Gauck für das Thema Europa entschieden, um als Großprediger der Nation in Stellung zu gehen? Sicher, es liegt nahe, das Phänomen Europa zu beschwören und mit salbungsvollen Worten zu segnen. Aber dieser Götzendienst ist politisch unfruchtbar, wenn er nicht zur Kenntnis nimmt – und diese Erkenntnis an den Anfang eines solchen Auftritts setzt: Die Europäische Union existiert heute vorzugsweise als europäische Wettbewerbsgesellschaft. Wie bei jedem Konkurrenzunternehmen dieser Art gibt es Sieger und Verlierer. Ein derartiger Zustand treibt die Staaten der EU – besonders der Eurozone – mehr auseinander als zueinander.

Ob man das bedauert oder gutheißt, ist zunächst einmal egal. Es ändert nichts an der Tatsache, dass es innerhalb dieses Staatenbundes inzwischen Partner erster, zweiter und dritter Klasse gibt. Und sich daran auf absehbare Zeit kaum etwas ändern wird. Wäre Gauck kein Gefühls-, sondern ein Kopfeuropäer, hätte er in seiner Rede unüberhörbar die Fragen gestellt: Weshalb ist das so? Wer trägt dafür die Verantwortung? Lässt es sich ändern?

Loyalitätsgebot gegenüber Merkel

Es sei dem Bundespräsidenten zugestanden, dass er wenigstens den zaghaften Versuch unternahm, dem realen Europa den Puls zu fühlen. Es habe eine folgenschwere Einführung einer gemeinsamen Währung gegeben, deren Steuerung einige Konstruktionsfehler aufweise, teilte er mit. Nur durch welches Krisenmanagement werden die seit gut zwei Jahren korrigiert? Spätestens an dieser Stelle holten Gauck der Opportunismus seines politischen Daseins und das Loyalitätsgebot gegenüber der Kanzlerin ein, die seit Ausbruch der Eurokrise dem Credo folgt: Es kommt darauf an, Schaden von Deutschland abzuwenden und sich nicht daran zu stören, wie weit das anderen europäischen Partner schadet. Hätte Gauck einen bemerkenswerten Auftritt hinlegen wollen, über den man auch in vier Monaten noch spricht, hätte er Angela Merkel an dieser Stelle fragen müssen, inwieweit sie damit eigentlich ihrer Verantwortung für Europa gerecht wird. Gauck warnt zwar, Deutschland dürfe Europa nicht Angst machen, und ein deutsches Europa sei nicht wünschenswert. Aber das sind Floskeln – es gibt ihn nun einmal, den maßregelnden und hierarchischen Umgang mit Griechenland, Portugal, Italien und anderen. Was soll das anderes bewirken, als Ressentiment auszulösen und einen Keil durch Europa zu treiben, wenn sich die Konsequenzen für etliche Euro-Staaten in sozialer Prekarisierung spiegeln, wie das momentan der Fall ist. Mit der Floskel „mehr Europa wagen“, wenn immer mehr Europa verloren geht, ist es wohl nicht getan.

"Ruck" durch Europa

Gauck verlangt ein Gleichmaß von „Takt und Tiefe der Integration“. Vor gut zehn Jahren hieß das noch: "Erweiterung und Vertiefung". In der Zwischenzeit ist 2005 der Versuch gescheitert, den EU-Staaten eine gemeinsame Europäische Verfassung zu geben. Dass es heute für jeden ernstzunehmenden Politiker abwegig und absurd erscheint, ein solches Projekt zu reanimieren, zeigt eindrucksvoll, in welchen Zustand Europa geraten ist. Gedanken an die „Finalität der Europäischen Integration“ verbieten sich. Dabei hatte noch im Mai 2000 der damalige Außenminister Joschka Fischer seine in der Berliner Humboldt-Universität gehaltene Europa-Rede mit dieser Überschrift versehen. Deren erster Teil lautete übrigens : „Vom Staatenverbund zur Föderation“. Das wurde vor gut 13 Jahren unter anderem so verstanden, dass damit der Übergang vom europäischen Staatenbund zum europäischen Bundesstaat gemeint sein könnte. Wer heute an eine solche Fusion denkt, müsste erst einmal einen europäischen Länderfinanzausgleich regeln, um das ökonomische Gefälle zwischen den Teilstaaten einer solchen Föderation zu überwinden. Ein aussichtsloses Unterfangen, hält man sich nur vor Augen, wie vehement Deutschland seit Ausbruch der Eurokrise Eurobonds verwirft, die eben diesen Effekt vorweisen könnten.

Joachim Gauck hatte bereits 20 Minuten geredet, als sich im Schluss Bellevue zum ersten Mal verhaltener Beifall regte. Der Vortragende hatte gerade die Briten inständig gebeten, doch bitteschön der EU treu und gewogen zu bleiben. Warum? Weil ein „Ruck“ durch Europa gehen muss und wird, hätte Gauck sagen können, um sich in selbstironischer Weise wenigstens verbal, wenn schon nicht gedanklich einem „Berliner Redner“  vergangener Jahre anzunähern. Dem einstigen Bundespräsidenten Roman Herzog.

Kommentare (85)

Margrit 22.02.2013 | 16:14

Der Gauckler hat also seine antideutsche Rede gehalten.

Es ist für mich so erschreckend, dass es ausgerechnet ehemalige DDR-Bürger sind, die an der totalen Auflösung Deutschlands areiten.

Wie auch Merkel, ist auch Gauck nicht in der Demokratie angekommen

Ein widerlicher Mensch. Er glaubt, mit seinem pastoralen Gerede die Menschen eilullen zu können. Aber Gott sei Dank, fallen eben nicht alle auf ihn rein

Bernd.L.Mueller 22.02.2013 | 16:15

Gauck kann nur eigene Herkunft und 20 Jahre Aufarbeitung reflektieren, kein Vorwurf , wird aber Historie Europas, Größe des Problems, auch nur ansatzweiser Lösung nicht gerecht.

Wenn Gauck GB - kurioserweise inclusive Wales, Schottland damit indirekt bestätigend, daß auch die wg. Identität eigenständige Staaten sein wollen - und David Cameron inständig bittet, Europa bzw. EU n i c h t zu verlassen, so ignoriert er Meinung ,Kommentare Großteil Presse und Politiker einschl. Bevölkerung in D e u t s c h l a n d, die Briten den Austritt empfehlen, u.a. wg. vermeintlicher "Rosinenpickerei" .

Kostprobe gefällig, hier 2 Beispiele , " aus der Provinz ".

EU Abgeordneter CDU Mann Elmar Brok, immerhin Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Europaparlaments im Interview der NW :

" .... notfalls EU ohne GB " , und weiter nach dem Gipfeltreffen " ... Haushalt der Unehrlichkeit .. "

Auf den Punkt bringt es dann der Kommentar von Bernhard Hänel in gleicher Zeitung NW - stramm Sozialdemokratisch ausgerichtet - am 24.Januar :

" ... Gute Reise " und weiter " Briten als Volk der Krämer, sind sie zwar längst nicht mehr, weil dort weniger produziert, aber umso mehr gedealt und gezockt wird. Doch selbst das können sie ohne Europa bei weitem nicht so erfolgreich "

Das nenne ich infames Ressentiment gegen ein ganzes Volk, Zocker und Dealer, populistisch deutsche Befindlichkeiten bedienend, einschl.Martin Schulz.

Warum sollten Briten Lust auf dieses Europa haben, Bundespräsident Gauck sollte zur Kenntnis nehmen, daß Ressentiments auf b e i d e n Seiten latent vorhanden sind, ohne jegliche europäische Identität, ob es ihm paßt oder nicht, seine - an wen eigentlich gerichtete Rede ? - bewirkt gar nichts.

Vaustein 22.02.2013 | 16:58

Gaucks Rede war eine Aufzählung von Gemeinplätzen...erinnerte mich an einen Schulaufsatz "Was ist Europa. was soll es werden und bis wann?"

Die Waliser und die Schotten werden weiterhin für mehr Unabhängigkeit von London streiten. Da macht ein Gauck gar nix dran.

Und wenn demnächst Berlusconi wieder der Oberboss in Italien ist, mit der Möglichkeit, den Euro zu beerdigen macht Gauck auch nix.

JR's China Blog 22.02.2013 | 17:08

Warum sollten Briten Lust auf dieses Europa haben

Ich finde es schon in Ordnung, dass Gauck diejenigen zu erreichen versucht, die solche Ressentiments nicht haben. Aber auf dieses Europa habe ich auch als Deutscher keine Lust.

Und den Briten sollten wir dankbar sein, dass sie sich um ihre Wirtschaftsprobleme selbst kümmern wollen, und das dank einer eigenen Währung auch können.

Ob aus Ressentiment, Klugheit oder beidem: GB hat seinerzeit eine gute Wahl getroffen, als es beim Euroland "draußen" blieb.

sven kyek 22.02.2013 | 17:53

Ich bin gerade bei mir in Neustadt/Dosse mit dem Fahrrad über das Gelände des Landesgestütes gefahren . Es war kalt aber strahlender Sonnenschein . Als ich einer Gruppe Reitpferde recht Nahe kam , fragte mich ein Gestütsmitarbeiter , ob er helfen könne . Spontan sagte ich ihm , daß ich nur kontrolliere , ob die Pferde schon Aldi oder Rewe Kennzeichnung haben . Dies und die schöne Sonne hat gleich für gute Laune gesorgt und dann werde ich immer kreativ.

Mit Gaul im Kopf und Gauck auf dem Bildschirm habe ich überlegt , wie man dem Wendehals-Popen eine Freude machen kann , die nicht nur gefühltes , sondern gefühlsechtes Europa darbieten kann .

So wie # aufschrei oder Facebook -Party könnte man doch mal 1 mio Occupy Lobbyland Aktivisten zum Vorsprechen einladen . Man muß ja nicht Alles zum Vortrag bringen . Aber so Sachen wie die Forderung nach teilplebiszitärer Demokratie und zivil + strafrechtlicher Konsequenz bei Kapitän Schettino Entscheidungen . Na ja , man wird ja mal träumen dürfen..( Hat eigentlich mal Jemand in des Pfarrers Stasi Unterlagen geguckt , oder fällt das unter Beichtgeheimnis ? )

Hätte er gesagt das die Pferde-Lasagne und Pizzen nicht an Arme geschenkt werden , sondern in Bundestags und Landtagskantinen zum Vorzugspreis verfüttert werden , hätte ich auch geklatscht .

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Ehemaliger Nutzer 22.02.2013 | 18:38

@ Mutter

Wenn Sie so argumentieren, ist das doch genau der Punkt, der ungeklärt ist, denn ein gemeinsames Europa gibt es nur, wenn alle etwas von dem abgeben, woran sie sich fanatisch klammern.

Europa hat keine Identität, außer der einer Freihandelszone. Das wäre noch zu ertragen, wenn es auch nur im Ansatz erkennbare Politdarsteller gäbe, die mehr daraus machen könnten. So glauben die Deutschen, alle wollen sie vernichten, so wie Sie das schreiben, eine Argumentation, die Grundlage für zwei Weltkriege war, wie Sie in Geschichtsbüchern lesen könnten.

Es gibt viele Gründe Europa nicht zu mögen, es gibt aber auch viele Gründe es trotzdem zu versuchen. Solange Europa ein Elitenprojekt und ein Spielplatz für Politclowns ist, klappt es nicht.

beobachtermann 22.02.2013 | 20:36

PS:

Gauck, die NWO, "Verarmung des deutschen Volkes als Sklavenmaterial", Europa, EU, "Der Gauckler hat also seine antideutsche Rede gehalten.".

Alles so Ausgangspunkte oder Eingangspunkte, die eher auf Reflexe schließen lassen als auf Reflektion Gehörten oder Gelesenens.

Nicht ein: Kann man darüber Reden?

Sollte man es?

Vielleicht ist es heutzutage mit Draufkloppen nicht mehr so einfach, wie noch zu anderen Zeiten.

beobachtermann 22.02.2013 | 21:17

Wer sich heutzutage öffentlich über Europa resp die EU äußert, erweckt nicht nur Widerwillen.

Ob man von einer "politischen Klasse" reden kann, keine Ahnung.

Von Wallenstein zu Schumann hat es ein paar Jahre gedauert.

Von Paris bis nach St. Helena für Napoleon auch.

Vergegenwärtigt man sich, in welche Redburning-Light-Districts Gauck's Rede sich bewegt hatte muß die Rede vlt sogar als schwach angelegt wirken. Und "Zupacken" als Insinuens - als würde nicht bereits schon genug zugepackt - von allen Beteiligten dieser Causa Europa und der Causa EU.

Man denkt an unweigerlich an Äußerungen von Epikur und fühlt sich vom pastoralen Ton Gaucks fast schon irritiert.

EnidanH 22.02.2013 | 22:02

Das war eine ganz gruselige Veranstaltung...

... Gauck scheint hier nur das Ziel gehabt zu haben alle greifbaren Phrasen zu verwursten, uns mit unserer Geschichte zu drohen und sich den eingeladenen EU-Höflingen anzubiedern.

Weder inhaltlich noch rhetorisch ein Glanzstück, im Gegenteil, diese selbst-pastorale Attitüde triefte nur so von Pathos.

Schlimm an der Sache, dass sich da einer, der sich immer alles Bürgerversteher und Humanist generiert keine Rede für die Bürger hielt, aber für die EU-Eliten und deren Strippenzieher, die Märkte.

Es mutetet an wie eine Einschwörung auf die kommenden Zeiten, wo noch mehr Solidarität, also Geld, gefragt ist.

So erleben wir eine Zeit, in der die Ideologie und die Zensur offensichtlich wird: Zweifele nie an der EU und dem EURO und schon gar nicht daran, dass die Märkte nur dein Bestes wollen.

sven kyek 22.02.2013 | 22:48

Man weiß manchmal garnicht mehr , ob traurig oder wütend sein soll oder sich übergeben will . Diese Respektlosigkeit als Errungenschaft der Demokratie zu erleben mag temporär Vergnügen bereiten . Beim Militär lief sowas unter Wehrkraftzersetzung . Bei allem Wider des ZK und der Brigade Honecker gab es gegenüber Behörden und Politik in der DDR noch etwas Respekt in weiten Teilen der Bevölkerung . Und der war nicht nur Stasi verordnet , wie es immer behauptet wird .

danki 22.02.2013 | 23:13

Der Papalapap-Bundespräsi hat nach den Worten unserer "Qualitätsjournalisten" Ulrich,der D..pp im Dorf, dem sog. "Anchor"-Mann Kleber bis zum "Qualitätsblatt Bild" eine bedeutende Rede zu Europa gehalten.Sie war ein Furz im Wasserglas,mit aufsteigenden,stinkenden und nichtsagenden Blasen.Wenn sich dieser Papalapap-Bundespräsi die Mühe gemacht hätte,sich Informationen über die Menschen in diesem Europa aus Griechenland,Spanien,Portugal und Italien einzuholen,hätte er nicht so einen nichtssagenden Stuss geredet.Denn diese Menschen denken über Merkels D ganz anders.Außerdem hätte ich erwartet,dass dieser Papalapap-Bundespräsi entscheidende Worte zur Intergration der Völker gesagt hätte. Dazu gehören u.a. auch Volksentscheide.Die scheuen aber diese EU-Politfuzzis wie der Teufel das Weihwasser.Die Völker können sich doch nicht mit Europa identifizieren,wenn sie außen vorgelassen werden.Der erste Mann in D und unsere "Qualitätsjouralisten" reden (bewußt) an der Realität vorbei.

sven kyek 22.02.2013 | 23:21

Also ich habe noch mal gesucht . Für 88 stimmt der Geburtstag nicht . Beim Vater gibts da mehr zu fragen . Aber ich habe da bei IK News was gefunden , das mir noch ein zufriedenes Wochenende beschert : Kopie eines Artikel-Auszuges aus IK - News :

Dabei musste Gauck bereits am 21.4.2000 zittern, denn an diesem Tag wurde das brisante Terpe-Papier veröffentlicht. Die “Welt” hatte das Papier bereits am 23. April 1991 publiziert. Doch West-Lesern blieb die Kern-Problematik verborgen. Ihnen fehlten DDR-Intim-Kenntnisse.[1]

Hier ein weiterer Teil des Artikels:

Das Terpe-Papier reicht nach Aussage von Peter-Michael Diestel aus, ihn wie Tausende andere Menschen aus dem ßffentlichen Dienst zu verbannen. Gauck hatte den Stasi-Namen “Larve” und er ist nach Maßstäben seiner Behörde ein Täter und kein Opfer. Ein von der Stasi überprüfter und für gut befundener Täter, wie Stasi-Berichte über Gauck belegen. Daß Gauck im ßffentlichen Dienst verbleibt, wird im Osten als absolute Ungerechtigkeit und Siegerjustiz-Mentalität gewertet und missbilligt. Sonderschutz und Privilegien für einen willigen Vollstrecker der SED Herrschaft in der ehemaligen DDR ist eine noch harmlose Beschreibung dieses Umstandes.

Anmerkungen eines Ostdeutschen u....

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Ehemaliger Nutzer 22.02.2013 | 23:30

Gauck, eine inhaltslose Europa Rede womit der Großteil der Bevölkerung und ich denke auch ein Großteil der Europäer nichts mit anfangen kann, die mir persönlich eher Angst macht weil sie mit der Realität der Menschen nichts zu tun hat!
Wörter wie Demokratie, Freiheit, Menschenrechte usw. wurden in der Gauckschen Rede mit Europa wie selbstverständlich verknüpft und somit die Realität, das gerade diese Werte massiv in den letzten Jahren in Deutschland und in Europa abgebaut worden sind ignoriert. Man kann zwar große Worte zum Thema Freiheit machen nur diese Freiheit kann in Deutschland von ca. 60 Prozent der arbeitenden Bevölkerung nicht mehr gelebt werden weil sozialer Kahlschlag und eine massive Sanktionsangststrategie die arbeitenden Menschen in eine in der Konsequenz unfreie Schablone zwingt geradezu bewusst Angst schürt. Siehe dazu die Versteigerung von Menschen als Arbeitsvieh wie auf dem Jahrmarkt, Bundeswehreinsatz im Innern, Hartz4, ESM Vertrag der in eine Gouverneursrat mündet der quasi die Haushalthoheit unseres Parlamentes außer Kraft setzt indem zum Beispiel die Summen für die Deutschland haftet, so 190 Milliarden Euro nur alleine durch den ESM innerhalb von sieben Tagen laut Vertrag aus dem Haushalt abgerufen werden können und der rechtlich nicht haftbar zu machen ist, der nicht mal seine Entscheidungen dem Volk bekanntgeben muss. Ich halte das für einen massiven Demokratieverfall!! Weiterhin ist es so dass die meisten politischen Entscheidungen Europas sowie auch die Nationalen zum größten Teil von Lobbyisten in Hinterzimmern getroffen werden die im Auftrag von Großaktionären also Konzernen handeln. Siehe dazu die geplante Privatisierung der Existenzbedürfnisse wie Wasserversorgung und dann auch gleich in Gesetze gegossen werden. Die Parlamentarier heben dabei nur den Finger und wer nicht mitmacht kann schnell seine Privilegien verlieren oder macht einfach keine politische Karriere und wird abgesägt, das gleiche gilt auch für die Medien wer nicht mitspielt kann schnell in Hartz4 landen und wird fertig gemacht. Die Medien spielen dazu den Einheitstakt den ich für Propaganda halte indem Nebensächlichkeiten permanent als hochwichtige Ereignisse gehandelt werden. Dschungelcamp bekommt ein Grimme Preis, Fußball, Koch und Tiergeschichten werden zu nationalen Befindlichkeiten erklärt, nur eine Sachgerechte Aufarbeitung der Information und Themen findet kaum noch gemäß des Medien Auftrags statt daher wird die Bevölkerung systematisch desinformiert was letztendlich nichts anderes ist als Propaganda und Gehirnwäsche. Als Belohnung gibt es dafür, auch wieder eine Verfestigung von Privilegien indem eine GEZ Zwangsgebühr erhoben wird die heimlich den öffentlich rechtlichen Auftrag an die Politik knüpft indem den Akteuren ein ordentlicher Luxus garantiert wird usw. usw. Zu guter Letzt werden Kapitalismuskritiker mehr und mehr verfolgt indem einfach Rufmord stattfindet in dem diese Leute dann als Sexisten, Rassisten, Antisemiten, Kinderschänder oder sonstiges bezeichnet werden. Oder siehe das neu Psychologiegesetz welches ermöglicht Menschen ohne Patientenverfügung einfach für verrückt zu erklären die dann auf Nimmerwiedersehen in die Psychiatrie gesperrt werden können und somit einfach auf geheimnisvolle Weise aus der Statistik verschwinden ähnlich wie die Arbeitslosen sie Fallen einfach raus, sind weg aus.

Als Zuckerl gibt’s die neuste Auflage des Telekommunikationsgesetzes welches der Polizei und jeden Polizisten ermöglicht auf Knopfdruck alle Daten und jeden Emailaccount eines Bürgers zu sichten wie es ihr gefällt ohne das der Bürger etwas davon mitbekommt. All das sind Anzeichen wie ich mir ein freies Europa eben nicht vorstelle aber offensichtlich weiß Gauck nichts davon oder seine Privilegien machen ihn zum braven angepassten Präsidenten.

sven kyek 23.02.2013 | 00:58

Oder siehe das neu Psychologiegesetz welches ermöglicht Menschen ohne Patientenverfügung einfach für verrückt zu erklären die dann auf Nimmerwiedersehen in die Psychiatrie gesperrt werden können und s

Habe ich durch und ein Buch mit Aktenzeichen , Namen von Richtern ,Staatsanwaltschaften , Polizeidienststellen ,Phsychatrie Chefärzten LKA Mitarbeiternamen , Namen von Bankern und deren Kooperation mit Subventionsbetrügern geschrieben . Wollte sich scheinbar keiner rantrauen . Mach ich demnächst selber bei Amazon Kindl . Das Gute ist ,wenn man Alles verloren hat , ist die Angst auch weg .

Joachim Petrick 23.02.2013 | 01:21

Die Frage ist doch, ob Bundespräsident Joachim Gauck, weg von der Idee eines föderativen Europas, im Sinne der Briten Europa als reine Freihandelszone kommuniziert?

siehe:


https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/joachim-gaucks-zaghaftes-gespuer-fuer-europa
Joachim Petrick
22.02.2013 | 22:56
Joachim Gaucks zaghaftes Gespür für Europa

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich, nach knapp einem Jahr Amtszeit, in die Arena "Großer Reden" zu "Großen Themen" in Anwesenheit von 200 Gästen, im Schloss Bellevue gewagt.

Kommentar zu Bundespräsident Joachim Gaucks Rede am 22. Februar 2013 im Schloss Bellevue.

Bundespräsident Joachim Gaucks ordentliche Rede, die scheinbar nichts an Optionen ausschließt, nichts wirklich einräumt, statt eine "Große Erzählung" Bundespräsident Joachim Gaucks zur Vergangeneheit, Gegenwart und Zukunft Europas anzustimmen..

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2013 | 10:05

Das verstehe ich nicht. Da hat endlich einer wieder den Mut, ein klares Statement zur europäischen Union zu geben, einer, der dazu Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland ist - also nicht irgendwer - und er wird auf vielen Kanälen nur verrissen.

Dabei ist die Aussage klar und eindeutig gewesen?!? Es gibt die EU auf dem Papier und sichtbar in Form des Euro und anderen Problemzonen. Aber nicht in den Herzen der Europäer. Ein zentrales Problem.

Der Bundespräsident hat eine deutliche Lösung genannt: Wir, die Bürger der europäischen Union, müssen uns besser kennenlernen! Nicht innerhalb von 2 Wochen pro Jahr auf Mallorca, Kreta oder Sardinien, sondern überall.

Die Idee eines europäischen Fernsehsenders hat mir persönlich sehr gut gefallen. Ich würde unsere Nachbarn gern viel mehr kennenlernen dürfen. Auch, um besser verstehen zu können, was die eigentlichen Probleme der EU sind. Nicht aus dem Mund von meinungsmachenden und damit beinflussbaren bzw. manipulierten Politikern oder Journalisten, sondern von den Bürgern selbst.

Was unser Sprachenproblem betrifft: Mit dieser Herausforderung hatte nicht nur das alte Babylon zu kämpfen ... meiner Ansicht nach brauchen wir unbedingt eine einheitliche Sprache. Keine künstliche, sondern eine lebendige. Wie sollen wir sonst miteinander kommunizieren können, uns besser verstehen können?

Im Übrigen war die Rhetorik unseres Bundespräsidenten beeindruckend. Endlich mal wieder einer, der in einfachen Worten reden und vermitteln kann. Sachlich, kompetent und mit einer gesunden Portion Witz und Charme.

Vielen Dank, Herr Bundespräsident. Meine Stimme haben Sie. Sicher.

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2013 | 11:00

@ GELSE

Ob es für die Elite gut klappt, ist zu bezweifeln. Jenseits der hohlen Reden und virtuellen Vorhaben kollidiert das Projekt Europa doch für alle erkennbar mit der Realität einer inhomogenen, egoistischen Vorstellung der Maximierung individueller Vorteile.

Das Politgeseier kotzt ja nur noch an, da es der Politik niemals um Inhalte, sondern um Vorteile geht. Das ist das Problem, und wenn sich das nicht ändert, bald auch ein Problem aller.

Pastor Gauck kann dazu wenig sagen, wie auch, die Werdung Europas hat er nur hinter einer Mauer lebend verfolgen können. Pastor Gauck fehlt wie der deutschen Kanzlerin das Gefühl für Europa.

Tai De 23.02.2013 | 11:17

--- " Meine Stimme haben Sie. Sicher."

Ich wusste gar nicht, dass hier Mitglieder der Bundesversammlung kommentieren. Aber warum nicht: ich finde ebenfalls, es wird Zeit, dass die Wähler und Gewählten, ähm, ins Gespräch miteinander kommen...

Spaß beiseite: bis vor zwanzig Jahren war es für die so genannte Mittelschicht noch normal, im europäischen Ausland (Kultur-)urlaube zu machen. Man konnte es sich "erlauben" und kam gar nicht auf die Idee, zwischen "Eliten" und "Mittelschicht" einen großen Unterschied zu sehen. Die Teilhabe stimmte.

Heute schafft es diese Mittelschicht vielleicht zum Billigurlaub nach Malle oder bestenfalls zu antiken Stätten in der Türkei oder Ägypten.

Aber dafür gibt es dann ja den multimedialen Fernsehsender mit eingebautem Chat. "Soviel Europa war nie!"

--- "Was unser Sprachenproblem betrifft:"

"Wir" haben kein Sprachproblem. Ich jedenfalls nicht.

anne mohnen 23.02.2013 | 14:04

Diese Fokusierung auf Gauck, das Amt wird immer komischer. Immerhin ist der schwedische König auch, Epauletten tragender, hochbezahlter Winkonkel, ein Gefühlsschwede.

Was erwartet man von Gauck, diesem Amt- endlich päpstlicher als der Papst zu sein? Mal in die Verfassung gucken und sich Gedanken machen über dieses Amt, ist mein Vorschlag. Ich brauch‘ keinen geistigen Vordenker BU’Prä. Mir scheint das eine Ostdebatte zu sein, vielleicht über alte Wunden, Rechnungen, oder so?

mitreden 23.02.2013 | 14:45

Es lohnt sich genau hin zu hören:
Und so sprach er von "Moslems in Europa". Alltäglich befremdlich, mit religiösen Vorurteilen behaftet.
Statt von "Europäer die Moslems sind" zu reden, ein mords Unterschied, denn Bürger Europas sind nicht abhängig vom bewegten Weihrauchfassschwung gütiger Sonntagsprediger der Steintafelkultur.
Vielleicht wäre als Erstwohnsitz dann doch das Hambacher Schloss besser geeignet.

EnidanH 23.02.2013 | 15:12

Erkennet sie an ihren Worten...

... komisch, dass kaum einer über Gauck's Vokabular sinniert.

Begriffe wie Banner, Bedenkenträger, Zauderer... die gab's schon mal erst vom Verrückten aus Österreich und dann von der SU-Kommission genannt SED.

Anscheinend funzen diese Parolen immer noch gut im Land, der Michel lernt's eben nicht.

Ehrlich, auf so ein Dikat-Europa habe ich keine Lust, egal wie oft es mir als Freiheit verkauft wird.

Imgrunde ist diese ganze EU nur die europäische Niederlassung des Kapitalismus. Hier also noch zu fordern dieser Verein solle noch mehr Macht und Geld bekommen ist jawohl genau der falsche Ansatz. So nach dem Motto: Stimmt das Fundament nicht lasset uns höher bauen.

susi sorglos 23.02.2013 | 15:12

Dieser Gauck ist überflüssig wie ein Kropf- oder ein Wulff. Was soll schon einer zu sagen haben, der weit ab vom Alltag der Menschen von diesen mit 200 000 Euro/Jahr gefüttert wird (das macht ja nach seinen eigenen Aussagen faul und fett) und ihnen eine Freiheit predigt, von der sie nur träumen können. Weil sie prekär leben müssen und deshalb nicht grenzenlos reisen können. Wer hat, dem wird gegeben. Amen.

rose 23.02.2013 | 15:47

Das Gewäsch ist durch das "europäische Bewusstsein" schon vorbestimmt. Was soll dies sein, warum sollte man sich ein solches wünschen, wozu wäre es nutze? "europäischer Patriotismus", rückständiges Denken oder schlimmer Fühlen soll der nationalstaatlichen Gefühlskacke übergestülpt werden. Lächerlich zu meinen, dass es politisch oder gesellschaftlich etwas zum Fortschritt beitragen wird, wenn privilegierte Söhnchen im Urlaub auf ungarisch die Bestellung aufgeben können sollten. Das Erasmusstipendium zu erwähnlich ist für den Geist der Rede oder die Ignoranz kennzeichnend. Alle wissen, dass diese Verplemperung von Steuergeldern für das Studium nichts bringt, höchstens dem Pubertierenden eine exotischere Triebabfuhr anbietet. Immerhin kann er später diese "Erasmus" -erfahrung in den Lebenslauf einfügen neben den Notendurchschnitt von 1,023, wie das heutzutage üblich ist. Der ganze pastorale Seich an die Jugend ist übler Kitsch. Klar, das überflüssige Amt wird durch keine Galleonsfigur bedeutend

sven kyek 23.02.2013 | 17:49

ANNE MOHNEN23.02.2013 | 14:04

Diese Fokusierung auf Gauck, das Amt wird immer komischer. Immerhin ist der schwedische König auch, Epauletten tragender, hochbezahlter Winkonkel, ein Gefühlsschwede.

Was erwartet man von Gauck, diesem Amt- endlich päpstlicher als der Papst zu sein? Mal in die Verfassung gucken und sich Gedanken machen über dieses Amt, ist mein Vorschlag. Ich brauch‘ keinen geistigen Vordenker BU’Prä. Mir scheint das eine Ostdebatte zu sein, vielleicht über alte Wunden, Rechnungen, oder so?

Es ist keine reine Gauck Debatte . Nur Ausdruck allgemeiner Übelkeit und er eines der Gesichter der Ursachen . Und eine Ostdebatte ist es nur etwas stärker , weil Ex-DDR Bürger das Gefühl haben das aus einem Magengeschwür Krebs wurde .

Costa Esmeralda 23.02.2013 | 18:22

Ungeachtet der Tatsache, dass ich bisher die Kommentare nicht habe lesen können:

Die Stiftung einer europäischen Identität und das politische und wirtschaftliche Zusammenwachsen der europäischen Länder ist m. E. die Zukunftsaufgabe, die wir für nachkommende Generationen zu leisten haben. Überall auf den Kontinenten formieren sich regionale Zusammenschlüsse, um auf die Herausforderungen der Globalisierung besser antworten zu können. Weshalb sollten gerade wir in Europa den entgegengesetzten Weg gehen und in Zukunft zwischen den Blöcken zerrieben werden? Europa ist für andere Weltregionen ein Beispiel, was versucht wird nachzuahmen. Gerade auch ein nationales deutsches Eigeninteresse kann nur in einem Projekt Europa gedeihen, dass während der letzten 2 1/2 Tausend Jahre eine gemeinsame kulturelle Geschichte durchlaufen hat.

Jetzt kommt das Aber: Seit Schröder/Fischer, seit der Einführung des Euro ist es gerade Deutschland, das Europa zerschlägt. Die deutschen Regierungen, im Auftrag des deutschen Kapitals und des schliesslichen unverschämten MERKELSCHEN TOTSPARDIKTATES, treibt die europäische Idee zu Grabe und bringt 68 Jahre nach Kriegsende wiederum die europäischen Völker gegen Deutschland auf. Europa wird nicht als wünschenswert vom europäischen Bürger begriffen, ebenso wie die Regierungen in den einzelnen Ländern lediglich als Parteien-Diktaturen begriffen werden. Da hilft auch nicht das europäische Parlament, in dem nur Vertreter der politischen Klassen der Mitgliedsländer anwesend sind. Europäische Kommission, Europaparlament, alle europäischen Institutionen sind nicht vom Bürger kontrolliert. Sie leben ihr Eigeninteresse ebenso wie die Staatsapparate in den Mitgliedsländern.

Sollte etwas aus Europa werden, dann nur über die Aneignung der Staatsgewalten in den Ländern durch den Bürger. Selbige wird leider auch durch die kommende Wahl in Deutschland verpasst, durch die wiederum nur die unseligen Altparteien/politische Oligarchie in Amt und Würden kommen, um ihre Parteien-Diktatur weitere vier Jahre ungestört ausüben zu können. Oder hat etwa Ottonormalbürger auch nur die geringste Möglichkeit des Eingriffs in Deutschland und Europa, um seine in der Verfassung garantierte Volkssouveränität ausüben zu können. Gauck macht sich lediglich zum Erfüllungsgehilfen userer BT-Parteien und der sie diktierenden Interessen des deutschen Kapitals.

LG, DE

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2013 | 22:44

Guter Artikel.

Mit einer Anmerkung:

"der Kanzlerin ein, die seit Ausbruch der Eurokrise dem Credo folgt: Es kommt darauf an, Schaden von Deutschland abzuwenden"

Diesem Credo folgt sie NICHT, oder bestenfalls oberflächlich. Der ESM trägt ihre Unterschrift, unter ihrer Macht häufen sich target2 Verbindlichkeiten und Staatsgarantien, sie umwirbt die Steueroase GB, ist dick Freund mit den Banken usw. Was sie schützt ist NICHT D, bitte nochmal nachdenken, wem ihre Sorge tatsächlich gilt.

Natürlich versucht sie den Eindruck zu erwecken, sie würde D quasi vor dem Zugriff "südeuropäischer Faulenzer" schützen. Daher redet sie auch viel und gerne von Stabilität, die sie mit ihrer Rezessions-Politik aber gleichzeitig opfert.

Trotz allem gelingt es ihr damit, nach wie vor, viele Leute einzuwickeln, wie positive Umfragewerte immer wieder belegen.

Merkel zerstört die Euro-Zone nachhaltig und ich glaube nicht so richtig, dass sie es aus purer Dummheit tut. Und leider tut sie es nicht aufrichtig und mit offenem Visier, sondern mit vergifteten Pfeilen aus dem Hinterhalt und unter erheblichen Leid und Kollateralschaden.

visier63 24.02.2013 | 09:56

Da geht er hin und singt nicht mehr …

"Im Auftrag des Großen Bruders", Berlin, 2011, ist eine Lektüre die aussagt, womit sich DDR-Oberhäupter bis 89 an die Bürger wendeten, nämlich mit Phrasen. Gauck meint, er sei auf dem richtigen Trichter und wüsste, wo "Boom" wohnt - ignorierend das Trostpflaster für Wulff.

Wikipedia den Bundespräsident betreffend: "Seine Macht im politischen System des Staates ist durch das Grundgesetz erheblich beschränkt(!) und seine Aufgaben sind daher vor allem repräsentativer Art,[1][2][3] weshalb er auch als „neutrale Gewalt‘ (pouvoir neutre) bezeichnet wird."

"Gauck wünscht sich europäischen Patriotismus". Einer für alle? Wenn man sich dann die Kommentare aunschaut: Kaum einer für einen ...

miauxx 24.02.2013 | 11:29

"Mal in die Verfassung gucken und sich Gedanken machen über dieses Amt, ist mein Vorschlag. Ich brauch‘ keinen geistigen Vordenker BU’Prä."

Auch wenn das Amt BuPrä vorwiegend repräsentativer Natur mit nur geringer Teilhabe am politischen Tagesgeschehen ist, so heißt das doch nicht, dass es gar nicht mehr als gefällige Floskeln absondern soll. (Und das Amt (!) des BuPrä ist schon etwas anderes, als Monarch wie in Skandinavien oder England zu sein). Es ist ja geradezu auch ein Vorteil für den BuPrä, relativ unabhängig von den alltäglichen politischen Verwicklungen und Sachzwängen zu sein. Und so ist das Amt ja auch vorgesehen. Selbst die Aufgaben, die dem BuPrä qua Verfassung zugeschrieben sind, nämlich in erster Reihe eine Art Wächter über wesentliche politische Entscheidungen wie Gesetze zu sein, setzen ja eigentlich eine mitdenkende und sich aktiv interessierende Persönlichkeit voraus. Wenn sich ein BuPrä dann sogar noch aktiv mit eigenen Gedanken in die Diskurse einschaltet, oder sogar welche anstößt, so kann das durchaus auch seine Wirkung hinein in die Regierung entfalten.

Ob wir nun dafür wirklich das Amt eines BuPrä brauchen, ist eine andere Frage. Dass dieses Amt aber mehr könnte, als nur das, was die Verfassung vorsieht, ist doch keine so schlechte Erwartung, oder?!

Magda 24.02.2013 | 12:19

Das hat schon komische Seiten. Aber, diese Fokussierung ist der Art zu verdanken, wie Gauck ins Amt gehievt wurde. Und die danach verabreichten Vorschusslorbeeren durch alle Medien durch haben nun mal diesen Effekt, dass die Leute kritischer ingucken.

Was die "Ostdebatte" betrifft, so ist Gauck sehr zur Recht in der Kritik. Er selbst hat als Vorsteher seiner Behörde damals auch bei Bürgerrechtlern Befremden ausgelöst. Die unglaubliche Servilität gegenüber den Medien, die er eifrig und bei Bedarf mit Dokumenten bediente. Das hochtönende Moralisieren bei geringem Gefühl für die Problematik seiner Beauskunftungen, das alles ist reichlich anderswo niedergelegt. Gauck ist - aus allen diesen Gründen - sehr anfechtbar. Und ich werde nie begreifen, wieso die Grünen und die SPD damals auf die Idee kamen, ihn zu nominieren.
Es ist eigentlich auch keine "Ostdebatte" allein mehr. Inzwischen bricht ja - vor allem in den Foren und von seiten "Westdeutscher" - eine ganz Bezichtigungslawine sowohl über Merkel als auch über Gauck herein. Woher das kommt, ist mir schon klar, aber ich will es nicht vertiefen.

sven kyek 25.02.2013 | 10:05

MeinEid ,DeinEid,EuerLeid ? Wenn Gysis angeblicher Meineid Wahlkampfthema werden soll musst Du Merkel Dich auch fragen , ob Dein Eid nicht auch Meineid zu unser Leid war ? ,, Ich schwöre : die Verfassung zu schützen , zum Wohle des deutschen Volkes zu dienen und Schaden von Ihm abzuwenden" In meinen Augen sind Sie ausweislich Ihrer eigenen Politik ein Straftäter . Das ich Sie verabscheue ist ja nicht justiziabel . Strafrechtlich fordere ich für Sie und G. Schröder ,stellvertretend auch für die Ihnen untergebenen Minister :

3 Jahre Haft ohne Bewährung . Insoweit Sie sich für Verfehlungen Ihrer Minister der Verantwortungssphäre zu entziehen gedenken , greift hier der Rechtsgrundsatz des Organisationsverschuldens.

Beschlossen und verkündet

im Namen des....?

rose 25.02.2013 | 12:28

Weniger schlimm das ganze, man kann auf den dritten im Bunde der Gewalt setzen, die unabhängige Justiz wird es richten, sie wird Straftaten verfolgen, anstatt die Kläger, etwa wegen Beleidigung, was sich immer gut macht. Aus diesem Grunde werden Richter ganz besonders privilegiert "honoriert", im Gegensatz zu anderen privilegierten "Spitzenbeamten" ohne Sonderzulagen. Ein Thema für sich wären diese Gehaltslisten des Beamtenapparates. Die Begründungen für die jeweiligen Quantensprünge in den Tabellen sind Satyren. Es gibt sie, die von aktiver Bestechung, dem Erkaufen von Wohlverhalten reden. Bitte einen link zu den aktuellen Listen; ich vermute, die Aufregung über die Räuber in der so ganz anders funktionierenden "freien" Wirtschaft sind künstlich.

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Ehemaliger Nutzer 25.02.2013 | 12:35

Theorie und Praxis.

Allein die Tatsache, dass man die Wahl den Parteien überlässt, sorgt doch dafür, dass da bequeme staatstragende Schwätzer ins Amt kommen. Oder wieviele kritische und aufrüttelnde Präsis hatten wir bisher (von medial überhöhten Lichtfiguren wie Weizi mal abgesehen)?

Das mit der Herrschaft der Weisen und Gerechten ist so ein Wunschtraum der Menschen, der sich nie erfüllen wird. Und sei es nur auf dem Posten eines wenig mächtigen BuPrä.

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...leider, denn sie trägt dieses pseudodemokratische System nun schon seit Jahrzehnten von Hoffnungsträger (vor der Wahl) zu Enttäuschung (nach der Wahl).

miauxx 25.02.2013 | 17:13

"Allein die Tatsache, dass man die Wahl den Parteien überlässt, sorgt doch dafür, dass da bequeme staatstragende Schwätzer ins Amt kommen. Oder wieviele kritische und aufrüttelnde Präsis hatten wir bisher (von medial überhöhten Lichtfiguren wie Weizi mal abgesehen)?"

Dass wir tatsächlich nicht die beeindruckenden Persönlichkeiten in den Staatsämtern haben, dem will ich gar nicht widersprechen. Ich will allein darauf hinaus, dass man durchaus mehr erwarten könnte; bzw. ich eigentlich mehr erwarte! Dass es eine zwangsläufige Folge des Systems ist, stets nur mittelmäßige Schwätzerformate amtieren zu sehen, mag sein ...

die Realistin 25.02.2013 | 17:44

Ich hab, ehrlich gesagt, vom präsidialen Oberpfaffen auch nicht mehr als Worthülsen und Geschwafel erwartet!

Und zur EU hab ich auch so meine Zweifel. Meiner Ansicht nach war das von vorn herein eine Totgeburt. Und wenn man überlegt, wer sich das ausgedacht hatte...

Wir haben an Jugoslawien und der Sowjetunion gesehen, wohin solche -sicher gut gemeinten - Konstrukte führen.

Die Masse Mensch, incl. Politiker, haben keine Lehren aus der Geschichte gezogen und sind einfach nicht reif für einen Zuammenschluß der Völker auf kultureller und wirtschaftlcih-finanzieller Ebene. Der Mensch an sich ist Egoist und die Völker sind es auch.

Es wäre ja schon einfach phantastisch gewesen, wenn die Völker Europas sich FRIEDLICH und RESPEKTVOLL begegnen würden und dazu mit einem unklompizierten Reiseverkehr.

Ich glaube jedenfalls an keine EU und schon garnicht mit den gegenwärtig herrschenden Politikern (viele davon sind Leute von GOLDMAN SACHS!)

Und das Ende der EU wird furchtbar für uns alle sein. Ich weiß, das klingt pessimistisch, aber wie kann man bei der gegenwärtigen WELTLAGE Optimist sein?

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Ehemaliger Nutzer 25.02.2013 | 18:08

Das kann ich dann in Gänze nicht beurteilen. Ich habe dazu nur mal eine interessante Reportage gesehen und die ging in die Richtung, dass, ob nun Frau Merkel oder andere Bundeskanzler, diese nicht so viele Möglicheiten haben, wie man sich das als Bürger eigentlich vorstellt. Es ist, so habe ich das aufgefasst, wesentlich weniger Gestaltungsfreiraum vorhanden als zum Beispiel bei einem Vorstandsvorsitzendem einer AG oder einem Geschäftsführer eines mittelständischem Unternehmen. Irre ich mich?