"Der Tote im Spreewald" heute im ZDF

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Der Spreewald als dumpfe Seelenlandschaft. Ein Ort, wo die Minderheit der Sorben – vor der Wende nach der Wende diskriminiert wurde. Ein Ort der tristen Gemüter und gemeiner Regungen aller Art.

Und dann kommen sie wieder, die Fertigteile. Die Sorben litten unter den Nazis, anschließend litten sie unter den DDR-Zeiten. Zum Beispiel litten sie unter anmaßenden Neubauern, die auch noch großspuriger LPG-Vorsitzender und Chef der Nutria Farm waren. Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Dazu kommt noch, dass mehr reflektiert, als wirklich erzählt wird. Da kommen so sinnstrotzende Texte wie: Die Nutria wurden in die Freiheit entlassen , aber - wie die DDR-Bürger - kamen sie immer wieder zurück. Und der später tote Held lamentiert am Laptop in einem verrotteten Bau über Anpassung allerorten. Der muss einen leistungsfähigen Akku haben. Jaja, is ja gut.

Die Fährleute sind immer schnöde und böse und ausgrenzend und diskriminierend. Nicht nur gegenüber Sorben, sondern auch gegenüber Polen. Und immer – wenn man nichts mehr schnallt, wird bedeutungshuberisch geguckt. Menschen sind das irgendwie nicht.

Es dröhnt: „Das ist Kunst.“ Wahrscheinlich geht mir was ab. Wer wie wo was war, will ich jetzt gar nicht mehr wissen.

Nachtrag: Etwas später: Es war der der Vater der Hauptheldin: Ehemaliger Neubauer, LPG-Vorsitzender und SED-Genosse. Der hat das Opfer erst per Schlag auf den Kopf "angetötet" und dann mittels des Spreewalds und allerlei Fallenmätzchen zu Ende beseitigt. Na, das musste wahrscheinlich sein.

Früher haben wir immer gesagt, wenn einer im DDR-Krimi ein Parteiabzeichen dran hat, dann kann er nicht der Täter sein. Jetzt muss er es wahrscheinlich sein. So ändern sich die Zeiten.

Gut sind die Schauspieler. Alle. Die Armen.

21:20 26.10.2009
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Geschrieben von

Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda

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