Die drei schrecklichen S

Seehofer und die Seinen Man kann sich getrost noch einmal im Sessel zurücklehnen und gucken, wie die sich jetzt weiter beharken: Seehofer, Horst und Merkel, Angela. Film ab.
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Irgendwie laufen die alle nicht mehr ganz rund bei der CSU oder sie wussten noch nie was rund ist, weil sie immer so kantig sein wollen, so bodenständig, so gegen die geglättete politische Ebene im flachen Berlin, denn sie kommen eben mehr so von oben vom Gebirge, aber die Weitsicht...naja.

Wie auch immer. Die "drei schrecklichen S" - Seehofer, Söder und Scheuer - erklärten in verschiedenen Medien, Merkel allein sei schuld am Hochkommen der AfD und überhaupt an allem, weil sie die wiederholten Aufforderungen zur Kurskorrektur nicht aufgenommen habe.

Wahrscheinlich vermissen sie aber nur ein politisches Ritual wie das Folgende: Merkel soll sich hinknien - Blick nach Süden zum Minarett bayrischer Politweisheit - und dreimal laut murmeln "Obergrenze, Obergrenze, Obergrenze". . .so wie beim Kalif Storch "Mutabor, Mutabor, Mutabor" (ich werde verwandelt werden) dann wird aus ihr, der Furie wieder die liebe gute Angela und dann ...passt scho. Dann gibts ein Weißbier und Weißwurst und ... was weiß ich.

Das allein fehlt noch, denn sonst ist ja das meiste schon passiert, was Horst Seehofer mit seinem Söder und seinem Scheuer verlangen. Was verlangen die eigentlich?

Bei Seehofer ist das schon klar. Der will Merkel weg, weg, weg haben. Das wird schwierig, weil irgendwie viele noch glauben, es ginge nicht ohne sie. Die anderen wissen noch nicht ... und trippeln deshalb verbal auf der Stelle, manchmal auch mit Ausfallschritt.

So wie jetzt der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Stephan Mayer, CSU. Der hat gegenüber dem Deutschlandfunk erklärt, die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sei heute wesentlich restriktiver als noch vor einem Jahr. Aber es sei nicht gelungen das bisher Erreichte besser zu kommunizieren.

Das bedeutet, der Kurs ist längst korrigiert, aber es fehlt an allgemeiner Bußfertigkeit, es muss noch bereut werden. Unterwerfungsgesten und sonstiges Kaleika sind gefordert.

Politik hat schon auch bei aller Dramatik höchst komische Seiten. Manchmal hat das Größe, manchmal aber hat es eben Provinzpossen-Format.

11:09 06.09.2016
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Geschrieben von

Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda

Kommentare 26

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