Im Netz und im Leben

Funderlebnisse Nicht nur hinter Tapeten kann man allerlei interessantes finden.
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Wie bei gustlik kürzlich so schön zu lesen war.

Es gibt auch Finderlebnisse mit gewissermaßen doppeltem Boden. Ich fand im Netz kürzlich ein altes Buch, das ich als Kind gerne gelesen habe. https://lh3.googleusercontent.com/-XquzxPgYidk/UCN3c53ctzI/AAAAAAAAEI0/q5AsxM8sLyw/s512/Katzenbuch.JPG

„Fünf Katzen“ heißt es und ist von einem Autor namens Alfred Maderno.

Ich habe es mir schicken lassen und nicht ganz wiedergefunden, was mich damals daran so fasziniert hat. Es beschreibt die verschiedenen Katzentiere, die sein Leben und das seiner Frau geteilt haben. Schon immer aber hat mich fremdes Leben fasziniert und wenn es gewissermaßen über das Medium Katze geschieht, ist das für mich besonders schön.

Ich liebe Katzen. Sie sind jede für sich ein Einzelstück, eine Inkarnation „der Katze“, wie ein ehemaliger Freund und Katzenliebhaber mal extemporierte und zwar ausführlich, denn er war ein Philosoph.

Erzwungene platonische Liebe

Meine Liebe zu Katzen ist leider platonisch geworden, weil ich eine schlimme Tierhaarallergie entwickelt habe und aus lauter Liebe zu meinen zwei Tieren anfing zu keuchen. Wir mussten uns trennen. Das ist Jahre her, weckt aber noch heute ist in mir eine gewisse Trauer. Oder auch Freude, wenn so ein Tierchenhttps://lh5.googleusercontent.com/-dzixFapyaLM/UCE0HOCncoI/AAAAAAAAEIg/CS5YiNzY_Vk/s640/Katze%25203.jpgmal ganz kurz meine Gesellschaft sucht. Eine stupste– als ich auf einer Bank saß – meine Beine an. Und dann saß sie da neben mir und dachte nach. Ich auch. Jede Kreatur über was anderes.

Ich las in dem Buch ein bisschen und erinnerte mich, dass die Familie des Buchautors recht oft umgezogen ist, einmal in einer Wohnung lebte, dessen Bad nicht zu beheizen war, weshalb dies immer durch das heiße Wasser in der Badewasser geschah, in die ein Katzentier mal gefährlicherweise gefallen ist, weil sie immer auf dem Wannenrand spazieren ging. Und eine Katze angelte sich immer mit der Pfote die Schrippenstücke aus der Milchschüssel, in die sie vorher extra eingebrockt worden waren. Katzen haben ihren eigenen Geschmack.

Einmal wohnte die Familie in einer Wohnung mit Blick auf die den Berliner Belle Alliance Platz, heute Mehringplatz. In meiner Erinnerung war es Bellevue, aber ich hatte mich geirrt.

Und dann hatte dieses Fundstück im Netz noch ein zweites Fundstück zu bieten. Ich schrieb ja doppelter Boden.

Als das Buch ankam, fielen zwei dünne A 6-Seiten raus,

Ein Lieferschein an eine Adressatin, die von einem kleinen Buchversand der DDR einige Werke bezogen hat. Eine diskrete Mahnung ergänzte die Lieferung. Sie war wohl eine säumige Zahlerin.

Günter Hofe: „Rivalen am Steuer“ hieß das diesmal gesandte Buch, dem die Mahnung beilag. Den Namen des Autors kenne ich von Besuchen in der Leipzig-Lindenauer Leihbibliothek – gelesen habe ich von ihm nie etwas. Die Empfängerin vielleicht auch nicht - das Buch gehörte halt zum Versandprogramm – ich weiß es nicht.

So viele Jahre hat diese Mahnung überstanden. Jetzt kann ich sie mal hier – auch so schön gelb – vorstellen.

https://lh6.googleusercontent.com/-OZgS9ng8ka0/UCEtv9ax_bI/AAAAAAAAEHc/4a5Z_ANK9ZU/s512/Rechnung%2520radiert.JPG

Ich danke AMANDA; die mir geduldig das Einbetten von Fotos erklärt hat.
11:16 09.08.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Magda

Immer mal wieder, aber so wenig wie möglich
Magda

Kommentare 12

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