No Rommel yesterday

TV-Hype Während gestern der pausenlos beworbene aber auch kritisierte "Rommel"-Film lief, schauten wir bei "Phoenix" zwei wunderbaren Reportagen aus der Serie „Wildes China“ an.
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Die Schönheit der Natur in Yunnan, die Mühen der Leute, aber auch die tiefen Verwerfungen, die der unaufhaltsame Griff nach dem Fortschritt produziert, waren mit viel Empathie mit den Menschen gestaltet.

Danach gab’s beim Bayrischen Fernsehen einen Film, der bei der Berlinale einen goldenen und zwei silberne Bären und den Oscar für den besten ausländischen Film 2012 erhalten hat. „Nader und Simin – eine Trennung“ des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi.

Die Ehefrau Simin will mit ihrem Kind ins Ausland gehen, während Nader, dessen Vater an Alzheimer erkrankt ist, im Iran bleiben und auch die gemeinsame Tochter bei sich behalten will. Daraufhin zieht Simin zu ihren Eltern und Nader hat große Probleme, die Pflege seines Vaters zu ermöglichen.

Aus dem Streit mit einer schnell engagierten Pflegerin entsteht eine Anklage vor Gericht, eine ständige Auseinandersetzung um die Wahrheit. Hat er die schwangere Pflegerin so gestoßen, dass sie ihr Kind dabei verloren hat oder nicht? Diese Pflegerin, die in ihren religiösen Ängsten immer mal wieder telefonisch Rat sucht, z.B. ob sie einen alten Mann, der sich „eingemacht“ hat, säubern darf usw., ist mit ihrer Aufgabe restlos überfordert und muss ihren arbeitslosen und darum besonders „grundsätzlichen“ und eifersüchtigen Mann beruhigen.

Zwei Familien kämpfen um Recht, Achtung und Ehre. Und es geht auch um Geld.

Die Handlung ist nicht immer ganz logisch, aber deutlich zeigt sie die alltäglichen Lebens- und Überlebensstrategien in einem Land, dessen Menschen mit vielen Ge- und Verboten eben zurechtkommen müssen und dabei ganz pragmatisch vorgehen. Am Ende soll die 14jährige Tochter entscheiden, bei wem sie bleiben will, aber ihre Entscheidung ist nicht mehr Thema. Die beiden Eheleute sitzen – getrennt – vor dem Richterzimmer und warten...

Alltagsleben und - konflikte wurden so gezeigt, dass man sich hinein versetzen konnte, dass sich der Abstand verringerte, der von den so „fremden“ Kulturen trennt.

Ein guter Abend ohne Generalfeldmarschälle.

10:23 02.11.2012
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Geschrieben von

Magda

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben. (George B. Shaw)
Magda

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